Die Kakerlake

Die Kakerlake (Buch)

Ian McEwan

Übersetzung: Bernhard Robben

Buch
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Jim Sams hat eine Verwandlung durchgemacht. In seinem früheren Leben wurde er entweder ignoriert oder gehasst, doch jetzt ist er auf einmal der mächtigste Mann Großbritanniens - und seine Mission ist es, den... (weiter)

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Details
AutorIn Ian McEwan
Übersetzung Bernhard Robben
Seiten 132
EAN 9783257071320
Sprache deutsch
erschienen bei Diogenes Verlag AG
Erscheinungsdatum 27.11.2019
Ursprungstitel The Cockroach
Stichwörter Bestseller
Bestsellerautor
England
Krise
London
Rezensionen
Autorenportrait
Gesamtmeinung:
Ø3.4 | 20 Meinungen

davon Rezensionen:
Ø 3.3 |  10 Rezensionen
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Ist das britischer Humor?
»Was liest Du?«-Rezension von nicigirl85, am 21.01.2020

Der Autor hatte mich mit "Kindeswohl" und "Abbitte" geflasht, weshalb ich gern wieder etwas von ihm lesen wollte. Und da die Inhaltsangabe mich an Kafkas "Die Verwandlung" erinnerte, war meine Neugier direkt groß.

In der Geschichte geht es um Jim Sams, der plötzlich vom ehemaligen Ungeziefer zum wichtigsten Mann von Großbritannien wird. Wie wird sich sein Leben verändern? Und kann das gut gehen, wenn eine ehemalige Kakerlake an der Macht ist?

Interessant fand ich noch zu lesen wie Jim seine Verwandlung wahrnimmt und was sich für ihn ändert. Da musste ich auch immer mal kurz schmunzeln.

Die Aktionen im Parlament und die Erklärungen zu politischen Themen haben mich leider so gar nicht angesprochen und eher gelangweilt, leider.

Die Anspielungen auf andere Politiker, die sehr viel Ähnlichkeit zu real existierenden Persönlichkeiten haben, waren eine nette Idee, aber von der Umsetzung her leider recht schwach, dass mir das nicht wirklich ein Lächeln entlocken konnte.

Ich kann mir gut vorstellen was der Autor dem Leser damit vermitteln wollte, aber die Thematik des Brexit ist mittlerweile so durchgekaut wie ein alter Kaugummi, dass ich diesen Roman leider nicht gern gelesen habe.

Fazit: Ich hatte mir mehr Satire erwartet und der Autor kann eindeutig besser schreiben als er hier gezeigt hat, weshalb ich keine Leseempfehlung aussprechen möchte.

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Hier ist einer richtig böse!
»Was liest Du?«-Rezension von ulrike rabe, am 19.01.2020

Als Jim Sams eines Morgens erwachte, findet er sich in einem ungewohnten Körper wieder. Gestern noch war er eine Kakerlake, heute ist er der englische  Premierminister. Noch nicht vertraut mit der menschlichen Bewegungsart und Artikulation betritt er forsch das politische Parkett. Gleichwohl, es fällt niemandem auf. Die Kakerlaken in Menschengestalt übernehmen skrupellos die Macht und etablieren den „Reversalismus“, die Umkehrung des Geldflusses.

Hier ist wohl einer richtig böse: Der britische Autor Ian Mc Ewan rechnet ab mit der Politik Großbritanniens, dazu muss er nicht ein einziges Mal das Wort „Brexit“ schreiben.
Wer bei den ersten Zeilen dieser Novelle an Franz Kafka denken muss, liegt genau richtig. Der kafkaeske Bezug ist erwünscht und soll wohl die literarische Verknüpfung zu der geballten Unmutsäußerung des Verfassers sein. Der satirische Ansatz dieser bitterbösen Parabel verliert sich aber sehr rasch. Die Mensch gewordene Kakerlake benimmt sich nicht wesentlich anders als die menschlichen Vorbilder. Das politische Handeln ändert sich nicht, wirkt wie all das was wir sowieso alltäglich miterleben, ob sechsbeiniges Ungeziefer oder alte weiße Männer in Machtpositionen, da trifft der englische Titel Cockroach ins Schwarze. Genaugenommen aber finde ich den Vergleich unliebsamer politisch Andersdenkender mit Ungeziefer historisch betrachtet nicht amüsant.

So bleibt die Kakerlake für mich ein zynischer politischer Essay. Literarisch konnte Ian McEwan mich schon besser überzeugen.

 

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Jim Sams hat eine Verwandlung durchgemacht. In seinem früheren Leben wurde er entweder ignoriert oder gehasst, doch jetzt ist er auf einmal der mächtigste Mann Großbritanniens - und seine Mission ist es, den Willen des Volkes in die Tat umzusetzen. Er ist wild entschlossen, sich von nichts und niemandem aufhalten zu lassen: weder von der Opposition noch von den Abweichlern in seiner eigenen Partei. Und noch nicht mal von den Regeln der parlamentarischen Demokratie. Ian McEwan verneigt sich vor Kafka, um eine Welt zu beschreiben, die Kopf steht.

Ian McEwan, geboren 1948 in Aldershot (Hampshire), lebt bei London. 1998 erhielt er den Booker-Preis und 1999 den Shakespeare-Preis der Alfred-Toepfer-Stiftung. Seit seinem Welterfolg 'Abbitte' ist jeder seiner Romane ein Bestseller. Zuletzt kamen Verfilmungen von 'Am Strand' (mit Saoirse Ronan) und 'Kindeswohl' (mit Emma Thompson) in die Kinos. Ian McEwan ist Mitglied der Royal Society of Literature, der Royal Society of Arts und der American Academy of Arts and Sciences.