Die Letzten ihrer Art (Buch)

Roman

Maja Lunde

Übersetzung: Ursel Allenstein

Buch
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Über Mensch und Tier und das Tier im Menschen: Vom St. Petersburg der Zarenzeit über das Deutschland des Zweiten Weltkriegs bis in ein Norwegen der nahen Zukunft erzählt Maja Lunde von drei Familien, dem... (weiter)

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Details
AutorIn Maja Lunde
Übersetzung Ursel Allenstein
Seiten 636
EAN 9783442757909
Sprache deutsch
erschienen bei Btb
Erscheinungsdatum 21.10.2019
Ursprungstitel Przewalskis hest
Stichwörter Die Geschichte der Bienen
Die Geschichte des Wassers
Buchmesse Frankfurt 2019
Weihnachtsgeschenk
Norwegen
Rezensionen
Autorenportrait
Gesamtmeinung:
Ø4.1 | 16 Meinungen

davon Rezensionen:
Ø 4.5 |  6 Rezensionen
davon Bewertungen:
Ø 3.9 |  10 Bewertungen

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Erhaltung der Art
»Was liest Du?«-Rezension von Mrs Plant, am 08.11.2019

„Die Letzten ihrer Art“ ist der dritte Roman aus Maja Lundes Klimaquartett-Reihe.

In den vorigen Teilen hat sich die Autorin Umweltthemen angenommen, vordergründig jedoch Geschichten von einzelnen Personen oder Familien erzählt.
Auch in ihrem dritten Buch verfolgt sie dieses Muster, dieses Mal stehen jedoch Pferde im Mittelpunkt ihres Romans.
Przewalski Pferde waren mir bereits vor der Lektüre ein Begriff, deswegen war ich sehr gespannt wie die Autorin dieses Thema verarbeitet hat.
Diese Pferdeart ist eine Unterart des Wildpferdes, welches in ihrer Urform bis heute überlebt hat. Ihre Geschichte greift Maja Lunde in dem neuen Roman auf, und erzählt sie in drei Handlungssträngen, welche in verschiedenen Zeitabschnitten spielen.

Michails Erzählung spielt im 19. Jahrhundert. Er ist Angestellter eines Zoos in St. Petersburg und schließt sich einer Expedition in die Mongolei an, um dort die Ur-Pferde für seinen, und weitere Zoos in Europa einzufangen.

Die zweite Geschichte spielt 1992. Karin hat ihr Leben den Przewalski Pferden gewidmet.
Sie setzt sich jetzt dafür ein, die Tiere in der Mongolei wieder auszuwildern. Dabei wird sie von Mathias, ihrem Sohn begleitet. Die Mutter-Sohn Beziehung ist schwierig, Karins Erinnerungen an ihre Kindheit in der Zeit während des Zweiten Weltkriegs lassen sie nicht los.

Die dritte Erzählebene führt uns in die Zukunft. Im Jahr 2064 lebt Eva mit ihrer Teenager-Tochter in Norwegen. Dreiundzwanzig Jahre nach den letzten Ereignissen aus „Die Geschichte des Wassers“ sind noch immer viele Menschen in den Norden unterwegs, da das Überleben dort einfacher sein soll. Eva bleibt mit ihrer Tochter auf einem Hof, einem ehemaligen Zoo in dem auch ein paar Przewalski Pferde überlebt haben.

Maja Lunde liefert mit diesem Roman wieder interessante Charaktere.
Während Michail, dessen Geschichte ein Reisebericht ist, weich und teilweise naiv wirkt, sind die weiblichen Protagonistinnen hart und schwer zugänglich.
Es sind mutige und starke Frauen, durch ihre Härte und Sturheit wirkten sie auf mich unsympathisch, ähnlich wie schon Signe, die Umweltaktivistin aus dem zweiten Teil.
Sie schaffen es nicht sich ihrer Familie zu öffnen. Sie bemühen sich unter widrigen Umständen alles dafür zu tun, dass ihre Kinder und die Tiere überleben, sind dabei aber in sich verschlossen und unfähig zur Kommunikation. Ihre Stärke ist bewundernswert, trotzdem blieben sie mir fremd.

Die Geschichten werden alle aus der ich-Perspektive erzählt, in abwechselnden, verschieden langen Kapiteln lesen wir über die drei Schicksale, durch die sich die Geschichte der Pferde wie ein roter Faden zieht.

Ein Thema im Roman ist die Mutter Kind Beziehung, welche unter verschiedenen Aspekten beleuchtet wird, ohne Kitsch und Gefühlsduselei, trotzdem gingen mir einige der  Szenen sehr nahe, und bleiben bestimmt noch lange im Gedächtnis.
Ebenso das Thema der Wildpferde.
Sie wurden im 19. Jahrhundert eingefangen, damit sie in Zoos und Tiershows in Europa vorgeführt werden können. Dieser Teil der Geschichte ist Fakt. Auch, dass sie Jahre später wieder in ihrer ursprünglichen Heimat ausgesetzt werden, damit sie sich dort vermehren und die Art erhalten bleibt. 
Sie wurden in Gefangenschaft weiter gezüchtet, nur deswegen hat die Art überlebt, und der Anfang dieser Züchtung wird in Michails Geschichte erzählt. Viele Tiere sterben auf dem Weg nach Europa, wo sie eingesperrt werden, damit der Mensch stolz darauf sein kann eine Wildpferderasse vor dem Aussterben gerettet zu haben.
Es ist ein schwieriges Thema, welches spannend und noch immer aktuell ist, da es auf seine Art die Beziehung des Menschen zur Natur hinterfragt.

„Die Letzten ihrer Art“ lässt sich unabhängig von den anderen zwei Teilen des Quartetts lesen. Trotzdem gibt es, für mich überraschend eine kleine Verbindung zum zweiten Teil, was mir gut gefallen hat.
Insgesamt fand ich diesen Teil viel besser als den Vorgänger und ich bin froh der Reihe noch eine Chance gegeben zu haben.
Nun bin ich auf den vierten und letzten Teil des Klima-Quartetts gespannt, der nach Aussagen der Autorin alle vorigen Teile verbinden soll.

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Die Geschichte des Przewalski-Pferdes
»Was liest Du?«-Rezension von Lilli33, am 04.11.2019

_Gebundene Ausgabe: 638 Seiten
Verlag: btb Verlag (21. Oktober 2019)
ISBN-13: 978-3442757909
Originaltitel: Przewalskis hest
Übersetzung: Ursel Allenstein
Preis: 22,00 €
auch als E-Book und als Hörbuch erhältlich_

*Die Geschichte des Przewalski-Pferdes*

*Inhalt:*
1883. Der St. Petersburger Zoologe Michail berichtet über eine Expedition mit dem Deutschen Wilhelm Wolff. Die beiden Männer haben einige Przewalski-Pferde aus der Mongolei in den St. Petersburger Tierpark gebracht.

1992. Die deutsche Tierärztin Karin reist in die Mongolei, um in Europa gehaltene Przewalski-Pferde dort wieder auszuwildern. 

2064. Die Norwegerin Eva lebt mit ihrer Tochter Isa auf einem Hof, auf dem allerlei seltene Tiere gehalten worden waren. Übrig sind u.a. noch zwei Przewalski-Pferde, deren Fortbestand Eva um jeden Preis sichern möchte. Dabei muss sie täglich um ihr eigenes Überleben und das ihrer Tochter kämpfen. 

*Meine Meinung:*
Dies ist der 3. Band des Klima-Quartetts von Maja Lunde. Auch wenn eine der Figuren aus einem früheren Band bereits bekannt ist, kann dieses Buch vollkommen selbstständig gelesen werden.

Während „Die Geschichte der Bienen“ mich komplett begeistern konnte und „Die Geschichte des Wassers“ etwas zäh war, fesselte mich „Die letzten ihrer Art“ wieder sehr. Trotzdem kommt es für mich an den 1. Teil nicht ganz heran, da die Kernaussage des Romans nicht so deutlich herausgearbeitet ist wie in den Vorgängerbänden. Alles dreht sich hier um das Urpferd, das sogenannte Przewalski-Pferd oder auch Thak, das immer wieder vom Aussterben bedroht ist. Allerdings hat dieses Pferd keinen so direkten Nutzen für den Menschen wie die Biene. Insofern wirken die drei Erzählungen nicht so eindringlich wie die des 1. Bandes. 

Trotzdem habe ich sie sehr gerne gelesen. Maja Lunde ist eine begnadete Erzählerin, die in mir sogar Begeisterung für historische Geschichten wecken kann (Historisches finde ich sonst todlangweilig). Mir gefielen hier alle drei Zeitebenen gleichermaßen; jede hat ihre ganz besondere Geschichte zu bieten und enthält viel Gefühl, aber auch Spannung und natürlich eine ganze Menge Gesellschaftskritik, aber ohne erhobenen Zeigefinger. 

Auch wenn das Pferd im Mittelpunkt des Romans zu stehen scheint, muss man sich nicht unbedingt dafür interessieren, um dieses Buch genießen zu können. Die Handlung drumherum hat so viele verschiedene Aspekte aufzuweisen, dass es nie langweilig wird.

Der Schreibstil ist der jeweiligen Zeit und dem Ort angemessen. Er ist bildgewaltig und leicht zu lesen. Von den Personen erhält man ein recht klares Bild, und auch die Orte und Landschaften erwachen vor dem inneren Auge zum Leben. 

Nun bin ich schon gespannt, was uns im 4. Teil des Klima-Quartetts erwartet, den ich auf jeden Fall lesen will. 

*Das Klima-Quartett:*
1. Die Geschichte der Bienen
2. Die Geschichte des Wassers
3. Die Letzten ihrer Art

★★★★☆

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Über Mensch und Tier und das Tier im Menschen: Vom St. Petersburg der Zarenzeit über das Deutschland des Zweiten Weltkriegs bis in ein Norwegen der nahen Zukunft erzählt Maja Lunde von drei Familien, dem Schicksal einer seltenen Pferderasse und vom Kampf gegen das Aussterben der Arten. Ein bewegender Roman über Freiheit und Verantwortung, die große Gemeinschaft der Lebewesen und die alles entscheidende Frage: Reicht ein Menschenleben, um die Welt für alle zu verändern?

Lunde, Maja Maja Lunde wurde 1975 in Oslo geboren, wo sie auch heute noch mit ihrer Familie lebt. Ihr Roman "Die Geschichte der Bienen" wurde mit dem norwegischen Buchhändlerpreis ausgezeichnet und sorgte auch international für Furore. Das Buch wurde in 30 Länder verkauft, stand monatelang auf Platz 1 der Spiegel-Bestsellerliste und war der meistverkaufte Roman 2017. Zuletzt erschien der zweite Teil ihres literarischen Klimaquartetts, "Die Geschichte des Wassers".