Die Letzten ihrer Art (Buch)

Roman

Maja Lunde

Übersetzung: Ursel Allenstein

Buch
Für Bewertung bitte einloggen!

Über Mensch und Tier und das Tier im Menschen: Vom St. Petersburg der Zarenzeit über das Deutschland des Zweiten Weltkriegs bis in ein Norwegen der nahen Zukunft erzählt Maja Lunde von drei Familien, dem... (weiter)

€ 22,00 *
Preis
inkl MwSt.

  • sofort lieferbar
  • portofreie Lieferung innerh. Deutschland
  • Geschenkverpackung möglich

Details
AutorIn Maja Lunde
Übersetzung Ursel Allenstein
Seiten 640
EAN 9783442757909
Sprache deutsch
erschienen bei btb
Erscheinungsdatum 18.10.2019
Ursprungstitel Przewalskis hest
Stichwörter Die Geschichte der Bienen
Die Geschichte des Wassers
Buchmesse Frankfurt 2019
Norwegen
Pferde
Rezensionen
Autorenportrait
Gesamtmeinung:
Ø4.2 | 24 Meinungen

davon Rezensionen:
Ø 4.5 |  8 Rezensionen
davon Bewertungen:
Ø 4.1 |  16 Bewertungen

5 Sterne
( 5 )
4 Sterne
( 3 )
3 Sterne
2 Sterne
1 Stern

überleben
»Was liest Du?«-Rezension von urmeli, am 11.12.2019

Nach den Vorgängerbänden, die sich mit dem Bienensterben und der Wasserknappheit beschäftigten, geht es nun um die vom Aussterben bedrohten Wildpferde, den Thakis. Aus drei Zeitepochen wird über die Pferde und die Menschen, die sich um den Erhalt der Rasse kümmern, berichtet. Im Jahr 1881 benötigt der Tierpark in St. Petersburg eine neue Attraktion um die Besucher anzulocken. Da kommt eine Expedition in die Mongolei gerade passend. Auch wenn der Zoologe Michail die Hilfe eines erfahrenen Wildtierfängers dabei hat, so gibt es Probleme bei dem Einfangen und Transportieren der Pferde.

Als Tierärztin hat sich Karin ganz der Pflege und Aufzucht der im Jahr 1992 auf wenige Expemlare reduzierten Pferde verschrieben. Die Pferde stehen immer an erster Stelle, noch vor ihrem Sohn. Sie versucht, einige Thakis wieder zurück in der Mongolei anzusiedeln, doch dort ist der Winter hart und die Pferde nicht mehr daran gewöhnt.

Der Klimawandel hat im Jahr 2064 auch Norwegen erreicht, die Menschen leiden unter den Bedingungen. Eva lebt dort mit ihrer Tochter und kümmert sich um die wenigen noch verbliebenen Tiere ihres kleinen Privatzoos. Das Futter wird auch für die Tiere immer knapper, einige werden in die Freiheit entlassen, ohne zu wissen, ob sie dort überleben können. Dieses Schicksal möchte sie ihren beiden Thakis so lange wie möglich vermeiden.

Die verschiedenen Lebensbedingungen, die Anforderungen der Zeiten und die persönlichen Erfahrungen und Erlebnisse der Protagonisten werden - wie von Maja Lunde gewohnt - geschickt miteinander verwobenen. Der reale Hintergrund sorgen für ein zusätzliches Betroffensein als Leser.

 

mehr zeigen ...

Über die Wichtigkeit der Arten
»Was liest Du?«-Rezension von AurelyAzur, am 22.11.2019

Als der engagierte Zoologe Michail Alexandrowitsch Kowrow 1883 erstmals von den als Legende geltenden Takhis hört, ist er bezaubert von den wilden Pferden und beginnt eine Expedition in das Heimatlansd der Takhis, in die Mongolei, um die Pferde als Erster zu fangen und in seinem Zoo zu domestizieren. Jahre später,1992, versucht die Tierärztin Karin die in Gefangenschaft lebenden Tiere wieder in ihrem ursprünglichen Heimatland anzusiedeln und sie wild leben zu lassen. In der Zukunft, im Jahre 2064, bricht alles zusammen und die heimatverbundene Eva versucht mit allen Mitteln sich, ihre Tochter und die letzten beiden verbliebenen Takhis auf ihrem Hof über die Runden zu bringen, denn das Land ist karg und öde und das Futter wird immer weniger. Drei Jahrzehnte, drei verschiedene Geschichten rund um den Erhalt der Takhis.

Das Buch teilt sich in drei Zeitabschnitte und wird aus drei verschiedenen Perspektiven geschildert. Das letzte Kapitel spielt im Jahre 2019 und wird aus der Sicht von Evas Sohn geschildert. Während Karins und Evas Geschichten direkt im Moment des Geschehens beschrieben werden, wird Michails Geschichte in Briefen dargestellt, die er selbst nachträglich verfasst hat.

Besonders abwechslungsreich beschrieben sind die Charaktere, die sehr unterschiedlich sind und sich durch individuelle Eigenschaften, die klar hervorstechen, abgrenzen. Sympathisch fand ich alle drei Charaktere und ihre Lebensumstände, die auch historisch geprägt und verschiedenartig sind. Eines haben sie gemeinsam: Den Kampf um die Takhis oder auch Przewalski-Pferde genannt. Denn durch die Menschen und/oder die Natur haben sie es schwer und sind vom Aussterben bedroht. Jeder/jede kämpft auf seine/ihre Art um das Überleben dieser Tiere. Wenngleich ich keinerlei Bezug zu Pferden habe, fand ich die Details und Einzigartigkeiten der verschiedenen Pferdearten äußerst interessant und war nach dem Einlesen in die Geschichten total gebannt davon. Niemals wird es langweilig oder mühsam weiterzulesen, so wie ich es nicht anders kenne von Maja Lunde. Der Einfluss des Menschen auf die Natur wird eindringlich geschildert und regt durchaus zum Nachdenken an. Zudem zeigt er Verlauf der Geschichte den Einsatz einzelner Menschen um dem Artenverlust entgegenzukommen. Entzückend und als positive Überraschung erschien mir das Auftauchen einer Person aus dem zweiten Buch ,,die Geschichte des Wassers" des Klima-Quartetts, deren weitere Geschichte hier weitergeführt und aufgeklärt wird, nachdem das Ende im zweiten Band nicht ersichtlich war. Davon würde ich gerne mehr erfahren.

Die historischen Hintergründe sind gründlich recherchiert und decken sich teilweise mit waren Begebenheiten der damaligen und heutigen Zeit, was das Lesen noch unterhaltsamer und spaßiger macht.

Fazit: Ein lehrreiches Buch über eine Tierart, die fast als ausgestorben galt und es trotz aller Widerstände bis heute geschafft hat zu überleben.

mehr zeigen ...

Alle Rezensionen ansehen

Über Mensch und Tier und das Tier im Menschen: Vom St. Petersburg der Zarenzeit über das Deutschland des Zweiten Weltkriegs bis in ein Norwegen der nahen Zukunft erzählt Maja Lunde von drei Familien, dem Schicksal einer seltenen Pferderasse und vom Kampf gegen das Aussterben der Arten. Ein bewegender Roman über Freiheit und Verantwortung, die große Gemeinschaft der Lebewesen und die alles entscheidende Frage: Reicht ein Menschenleben, um die Welt für alle zu verändern?

Lunde, Maja Maja Lunde wurde 1975 in Oslo geboren, wo sie auch heute noch mit ihrer Familie lebt. Ihr Roman "Die Geschichte der Bienen" wurde mit dem norwegischen Buchhändlerpreis ausgezeichnet und sorgte auch international für Furore. Das Buch wurde in 30 Länder verkauft, stand monatelang auf Platz 1 der Spiegel-Bestsellerliste und war der meistverkaufte Roman 2017. Zuletzt erschien der zweite Teil ihres literarischen Klimaquartetts, "Die Geschichte des Wassers".