Die Magie der Lüge (Buch)

Roman

Buch
Für Bewertung bitte einloggen!

Anderta Passario führt ein Doppelleben. Tagsüber ist sie eine harmlose Wahrsagerin, nachts eine gerissene Diebin. Sie ist glücklich. Doch eines Tages verändert ein Zauber die Wirklichkeit und Anderta scheint... (weiter)

€ 16,00 *
Preis
inkl MwSt.

Auch erhältlich als:
eBook EPUB 9,99
  • nicht lieferbar ?
  • portofreie Lieferung innerh. Deutschland

Gesamtmeinung:
Ø3.7 | 44 Meinungen
davon Rezensionen:
Ø 3.7 |  24 Rezensionen
davon Bewertungen:
Ø 3.7 |  20 Bewertungen

5 Sterne
( 3 )
4 Sterne
( 10 )
3 Sterne
( 3 )
2 Sterne
( 1 )
1 Stern

Alle Rezensionen
Zurück zum Artikel
Nicht so gut wie sein Vorgänger, aber dennoch fesselnd
»Was liest Du?«-Rezension von Mandys Bücherecke, am 01.10.2017


Inhalt
Anderta Passario erkennt dank ihrer Wahrheitsmagie immer, wenn jemand die Wahrheit sagt oder lügt. Mit ihrer Magie findet sie ungeliebte Wahrheiten über die Menschen heraus und verdient sich Ansehen als Wahrsagerin. Doch heimlich betrügt sie die Menschen und bestiehlt sie zusammen mit ihrem Partner Londurs. Sie liebt ihr Leben, bis sie eines Tages aufwacht und nichts mehr so ist, wie es einmal war. Auf der Suche nach dem Schuldigen trifft sie auf ihren Bruder Tirasan, der ebenfalls mit der Situation unzufrieden ist. Doch es erwarten sie ungeahnte Gefahren.

Meine Meinung
Da der Vorgänger "Die Magie der Namen" mir schon sehr gefiel, war ich gespannt auf die Fortsetzung. Zuerst war ich irrtitert, da ich nicht einordnen konnte, wann dieses Buch spielt. Denn man begleitet Anderta und Londurs und der Plot beginnt kurze Zeit vor dem Ende von Band eins.
Zunächst lernt man Anderta und Londurs kennen und erlebt die beiden bei ihrem Doppelleben. Als dann Andertas komplette Wirklichkeit auf den Kopf gestellt wird und nur sie sich daran erinnern kann, beginnt eine Reise und man begleitet die beiden auf dem Weg zu Tirasan, den man schon aus dem Vorband kennt.
Auch das Setting ist einem bekannt, denn alles spielt wieder in der Welt, in der sich alles um Namensmagie dreht und jeder sein vorbestimmtes Schicksal hat. Diese Welt finde ich unglaublich faszinierend, innovativ und toll.

Zu Beginn war mir der Plot noch etwas zu ruhig. Mir fehlte etwas die Spannung, obwohl mich das Buch dennoch fesseln konnte. Es dreht sich vieles um das Reisen und auch nachdem Anderta und Tirasan aufeinandertreffen ist das Reisen noch nicht vorbei. Doch ab etwa der Hälfte des Buches nimmt die Spannung zusehends zu. Es passiert unglaublich viel und es gibt spannende Wendungen, aber auch auf der emotionalen Seite konnte mich das Buch überzeugen.

Anderta ist eine Protagonistin, die wegen ihrem Betrug zunächst wenige Sympathien weckt, aber irgendwann mochte ich sie sehr und ich konnte die Beweggründe von ihr und Londurs sehr gut nachvollziehen. Außerdem fand ich es toll, dass irgendwann die Figuren aus dem Vorband auftauchen und man sieht, was mit Tirasan und Rustan weitergeschieht.
Leider blieben mir manche Figuren etwas zu blass, wie z.B. Sanja, der hier neu auftaucht und so viel Potenzial hätte.

Der Schreibstil gefiel mir hier erneut, er ist leicht und locker zu lesen und schafft es, dass man sich die Welt in der alles spielt sehr bildlich vorstellen kann. Emotionen werden wunderbar übermittelt und auch sonst ist der Schreibstil sehr engängig und fesselnd. Alles wird aus Andertas Ich-Perspektive geschildert, hier hätte ich mir aber auch einen Perspektivwechsel zu Tirasan gewünscht, gerade wenn es um seine Gefühle ging.

Das Ende bietet einen gelungenen Abschluss und auch wenn diese Fortsetzung meiner Meinung nach nicht mehr an den Vorgänger herankommt, konnte es sie mich dennoch sehr gut unterhalten und ich fand es toll noch einmal in die Welt der Namensmagie einzutauchen.

Fazit
"Die Magie der Lüge" ist eine tolle Fortsetzung, die allerdings nicht perfekt ist und nicht an seinen Vorgänger herankommt. Dennoch kann ich es jedem Fan empfehlen, denn ich fühlte mich gut unterhalten und liebe das Setting.

Gute Ansätze, (zu) einfache Lösungen
»Was liest Du?«-Rezension von LizzyCurse, am 01.10.2017

Anderta Passario kann Wahrheit von Lüge unterschieden. Ihre Namensmagie ist die des Wahrheitsfindens. Umso entsetzter ist sie als sie eines Morgens erwacht und nichts mehr so ist, wie es einst war. Und noch schlimmer - kein Mensch außer ihr scheint sich an die andere, verlorene Wirklichkeit erinnern zu können. Ihr einziger Anhaltspunkt ist der andere Wahrheitsfinder, den es auf der Welt noch gibt. Von ihm wird sie ihre gestohlene Wirklichkeit zurückfordern.

Die Magie der Lüge bildet den zweiten Band zu zur Magie der Namen. Ich muss ein paar Dinge vorn weg schicken: Als ich Magie der Namen las, war ich zunächst beeindruckt vom Ideenreichtum der Autorin. Die Magie, die Stellung in der Gesellschaft und das eigene Leben war an den wahren Namen gebunden, den ein Kind im Jugendalter mit der Namensweihe erhält und sich dementsprechend wandelt. Enttäuschter war ich jedoch vom Ende, das meiner Ansicht nach viel zu abrupt und abgeschnitten erfolgte und mich ein bisschen fassungslos zurückließ. Das Ende - selbst wenn man es als Cliffhanger betrachtet - hat mich nicht glücklich gemacht und ich legte das Buch mit einem faden Beigeschmack zur Seite. Was geschieht nun mit Tir und Rus? Und bleibt die Veränderung der Wirklichkeit ohne Folgen?

Genau diese Fragen bewegten mich, doch nach dem 2. Band zu greifen.
Die Bauchschmerzen, die ich vor der Lektüre des Buches hatte, legten sich nach den ersten Seiten. Eine neue Protagonistin wurde vorgestellt, durch deren Augen wir in diesem Buch die Welt (und auch ein oder zwei Wirklichkeiten) erleben werden. Um ehrlich zu sein - ich war erleichtert, ich mochte die Protagonisten aus dem ersten Band sehr, aber unbelastet in den zweiten einsteigen zu können, tat meiner Leserseele eigentlich ganz gut. Ich lernte An kennen, ihre Diebereien und begleitete sie und ihren Partner auf ihrer Reise durchs Land. Sie ist eine Wahrheitsfinderin und vollkommen schockiert, als sie eines Morgens in einer vollkommen fremden Wirklichkeit aufwacht. Ich musste oft schmunzeln, als sie vor den alltäglichsten Dingen erschrak oder versuchte, die gestohlene Wirklichkeit zu erklären und von ihrem Umfeld nur Unglauben erntete als wäre sie verrückt geworden. Ich kann mir vorstellen, dass es für sie ein hartes Stück Arbeit war, den anderen die andere Wirklichkeit begreiflich zu machen. An dieser Stelle konnte ich richtig mit An mit fühlen, auch als sie beschließt, den einzig anderen Wahrheitsfinder zur Rede zu stellen - Tirasan Polliander, mit dem auch ich noch ein Hühnchen (oder zwei) zu rupfen hatte. Ab Mitte des Buches gehörten Tir und Rustan mit zur bunten und größeren Crew, um das Abenteuer ihres Lebens zu erleben.
Spannend, aufregend, und die alten Helden sind auch wieder mit von der Partie, auf dem Weg die Fragen zu klären, die mir unter den Nägeln brennen! Was kann ich mir mehr wünschen? Und trotzdem fällt mir die Beurteilung sehr sehr schwer.
Keine Frage - Ich mochte es. Ich mochte es wirklich! Der Schreibstil und Nicoles flüssige, farbenfrohe Sprache hat mich mitgenommen auf das Abenteuer. Ich habe es in Rekordzeit gelesen - da mich die Charaktere gezogen haben. Ich wollte unbedingt wissen, wie sich ihre Geschichten verweben. Diese Frage hat mich durchs Buch geleitet.
Was hat mich denn nun gestört?
Mit der Wirklichkeit zu spielen erfordert eine wirklich stimmiges, bis ins kleinste Detail durchdachtes Worldbuilding. Und daran habe ich mich gestoßen. Die Welt war fantastisch, keine Frage. Aber ich habe mich an Details gestoßen. Ist Tir wirklich mächtig genug, um die Erinnerungen aller Menschen zu verändern? Müsste es da nicht auch eine ganz andere gesellschaftliche Struktur geben, um Kinder plötzlich in die Gesellschaft zu integrieren? Keine Frage, das war im Hintergrund alles irgendwo vorhanden, aber wirklich in den Vordergrund transportiert wurde diese Tatsache nicht. Und das soll nur ein Beispiel sein.
Außerdem fand ich die ein oder andere Plotwendung etwas unglücklich verständlich gemacht - da taten sich Löcher auf, mal klein, mal schon ein bisschen größer, die mich beim Lauf durchs Buch stolpern und inne halten ließen. Für mich war der Plot einfach nicht rund. Durch die Seitenzahl bedingt, ist mir vieles auch nicht ausführlich genug beleuchtet worden. Nicole wollte auch Tirs Gefühlswelt deutlich machen, was aber nur mäßig gelungen ist, da das Buch ja aus Ans Perspektive erzählt wird.

„Die Magie der Lügen“ empfand ich als deutlich besser als „Die Magie der Namen“ (das Vorgängerbuch war wirklich mit der heißen Nadel gestrickt!). Nicole Gozdek hat mich mitgenommen auf eine farbenfrohe Reise, mit einigen Löchern, in die ich nur gar zu gerne getappt bin. Deshalb vergebe ich 3,5 Sterne für dieses Buch.