Die Mondschwester (Buch)

Roman.

Lucinda Riley

Übersetzung: Sonja Hauser

Buch
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Tiggy d'Aplièse hat sich schon als Kind mit Hingabe um kranke Tiere gekümmert. Auch jetzt, als junge Zoologin, ist die Beschäftigung mit Tieren ihre Erfüllung. Als sie das Angebot erhält, auf einem... (weiter)

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Tiggy, die Spirituelle
»Was liest Du?«-Rezension von NiWa, am 22.12.2018

Tiggy d'Aplièse und ihre fünf Schwestern wurden adoptiert. Doch ihre Herkunft ist ein Geheimnis, das ihr Adoptivvater Pa Salt bis zu seinem mysteriösem Verschwinden vor ihr verborgen hat. In diesem fünften Band der Sieben-Schwestern-Reihe geht Tiggy der Geschichte ihrer leiblichen Familie auf den Grund.

Wie schon gesagt, ist "Die Mondschwester" der fünfte Band der Sieben-Schwestern-Reihe, die sich mit den geheimnisvollen Familiengeschichten der d'Aplièse-Töchter beschäftigt. Allesamt sind sie in Atlantis - einen herrschaftlichen Anwesen am Genfer See - bei ihrem Adoptivvater Pa Salt aufgewachsen. Die märchenhafte Atmosphäre hält bis ins Erwachsenenalter an, als Pa Salt um's Leben kommt.

Dieser Band beschäftigt sich mit der fünften Schwester. Es geht um Tiggy, die durch ihre Tierliebe und Spiritualität aufgefallen ist. 

Dieser Teil bleibt dem bisherigen Schema treu. Insgesamt werden drei Handlungen erzählt. Im Gegenwartsstrang lernt man Tiggy und ihr Leben kennen, gleichzeitig erfährt sie ihre Familiengeschichte, wodurch der Leser in vergangene Zeiten abtaucht. Die umspannende Haupthandlung hält die Bände zusammen, weil sie sich mit dem mysteriösen Ableben von Pa Salt beschäftigt. 

Tiggy wird, wie ihre Schwestern, mit ihrer wahren Herkunft konfrontiert. Zuerst folgt sie ihrem beruflichen Ehrgeiz, denn sie begleitet Wildkatzen auf ein schottisches Anwesen. Als promovierte Zoologin hat sie sich bisher dem Tier- und Umweltschutz verschrieben, und will ihre Schützlinge nicht aus den Augen lassen. 

Schicksalsträchtig wie diese Reihe ist, fädelt sich dadurch der Weg zu ihrer Familiengeschichte ein. Es treibt sie weg von der winterlichen Kälte und sie findet sich in der spanischen Sonne wieder, weil sie das heiße Temperament der Tänzerin Lucia ergründet, das die Flamenco-Welt in Flammen setzt.

Der Part um Tiggy hat mir nicht ganz so gut gefallen, obwohl ihre Geschichte sehr wohl mit der ihrer Schwestern mithalten kann. Sie kommt nach Schottland, es treibt sie nach Spanien und sogar in der Schweiz - im sagenumwobenen Anwesen Atlantis - gibt es einen Zwischenstopp. Allerdings ist Tiggys Strang sehr vorhersehbar, wirkt konstruiert und am Ende werden die offenen Fäden in einem raschen Abschluss verwoben. 

Trotzdem hat dieser Gegenwartsstrang die Haupthandlung voran getrieben. Es werden interessante Entdeckungen gemacht, auffallende Figuren aus den anderen Bänden tauchen wieder auf und die Familiengeschichte der d'Aplièse hat einen Schritt in die Zukunft gemacht.

Im Vergangenheitspart hat das heiße, zügellose Temperament von Lucia sofort mein Interesse entflammt. Eindringlich schildert Lucinda Riley das Leben und die spirituelle Kultur der Gitanos, der spanischen Zigeuner. Diese Geschichte hat mich berührt. Sie thematisiert dramatische Ereignisse, die Gier nach Ruhm, die Sucht nach Aufmerksamkeit und den unbändigen Drang tanzend vor Publikum in sich aufzugehen. 

Alles in allem hat die Autorin einen weiteren, fesselnden Band ihrer Sieben-Schwestern-Reihe hinzugefügt. Der Gegenwartsstrang geht meiner Meinung nach nicht über eine nette Geschichte hinaus. Dafür lässt sie mit dem Vergangenheitspart um Lucia das feurige Temperament des Flamencos und die bannenden Familienbande der Gitanos vor den Augen des Lesers aufleben, was diesen fünften Band insgesamt zu einem ergreifenden Leseerlebnis macht.

Letztendlich ist der fünfte Teil der Sieben-Schwestern-Reihe eine lodernde Fortsetzung, welche die Neugier auf den nächsten Band entfacht.


Die Sieben-Schwestern-Reihe:
1) Die sieben Schwestern 
2) Die Sturmschwester
3) Die Schattenschwester 
4) Die Perlenschwester 
5) Die Mondschwester

Ein Pageturner voller Geheimnisse und großer Gefühle
»Was liest Du?«-Rezension von buntes_tintenfässchen, am 22.11.2018

Wie ihr wisst, begeistert mich Lucinda Riley mit ihren Romanen und besonders mit ihrer siebenteiligen Reihe um die "Sieben Schwestern" immer wieder aufs Neue. Der fünfte Band der Reihe, "Die Mondschwester", stand deswegen schon lange auf meiner Leseliste und war eine der Neuerscheinungen 2018, auf die ich mich am meisten gefreut habe. Nach Maia, Ally, Star und CeCe lernen wir in "Die Mondschwester" nun die zweitjüngste Schwester, nämlich Tiggy, kennen. Wie auch die anderen Frauen in Rileys Saga hat Tiggy nicht nur ein besonders einnehmendes Wesen und einen außergewöhnlichen Charakter, sondern auch eine geheimnisvolle Vergangenheit, der sie sich nach dem Tod ihres Adoptivvaters Pa Salt zunächst nicht stellen möchte. Das erste gute Drittel des Romans spielt daher ausschließlich auf Kinnaird, einem altehrwürdigen Anwesen in den schottischen Highlands, auf dem Tiggy als Wildtierberaterin arbeitet.

 

Ich muss sagen, dass ich Tiggy von Anfang an nicht so interessant fand wie ihre Schwestern, was ja grundsätzlich völlig in Ordnung ist, weil schließlich jede Schwester ihr eigenes Wesen hat und man als Leser nicht jede der jungen Frau gleich spannend oder sympathisch finden kann. Leider hat das aber eben auch dazu geführt, dass sich insbesondere der erste Teil des Romans für mein Empfinden ziemlich gezogen hat, denn Tiggys wenig aufregendes Leben als Wildtierberaterin und Betreuerin von vier Wildkatzen auf einem abgeschiedenen Anwesen in Schottland bietet vor allem zu Beginn wenig Überraschungen und hat mich stellenweise ein bisschen ermüdet. Tiggy, mit ihrem so reinen und fast schon heiligen Wesen, ist einfach ziemlich langweilig und hat zumindest mich nicht wirklich mitreißen können. Anfangs ist das auch dem Schauplatz Schottland nicht gelungen, obwohl ich mir die Gegend wunderschön und mystisch vorstelle. Aber irgendwie kam das nicht so ganz bei mir an.

 

Das ändert sich, als Tiggy auf dem Anwesen Chilly kennenlernt, einen alten Zigeuner, der sein halbes Leben lang auf sie gewartet zu haben scheint und ihr erste Details zu ihrer Vergangenheit erzählt. Von da an wird die Handlung, wie man das aus Rileys Romanen kennt, auf zwei Zeitebenen erzählt - von den schottischen Highlands im Jahr 2008 geht es nach Sacromonte, einer armen Wohngegend im spanischen Granada zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Der Ortswechsel hat mich beim Lesen endlich aufgerüttelt und die Geschichte auf einen Schlag dynamischer, spannender und faszinierender gemacht. Lucinda Riley taucht tief ein in eine völlig fremde Kultur, die der "gitanos" in Spanien und bildet sowohl die Schattenseiten als auch die familiäre Herzlichkeit der in Granada lebenden Zigeuner auf sehr einnehmende Art und Weise ab.

 

Ich war schnell gebannt von der Geschichte um Tiggys Großmutter Lucia, die von dem Moment an, in dem sie stehen konnte, immer nur tanzen wollte und sich mit unglaublicher Disziplin und Leidenschaft bis nach ganz oben getanzt hat. Auch wenn ich Lucia nicht unbedingt mochte, weil ich mit ihrer unerträglich divenhaften Art nicht immer klar kam, hat mich ihre Geschichte gefesselt - und die ihrer Mutter Maria, ihrer Brüder, ihres Vaters und all der anderen Menschen, die sie auf ihrem faszinierenden Lebensweg begleiten. Auch die Kultur der "gitanos", wie Lucinda Riley sie darstellt, der einzigartige Handlungsort Granada und die Geschehnisse während des Krieges haben mich tief beeindruckt - in "Die Mondschwester" hat mir also der Teil, der in der Vergangenheit spielt und sich um Tiggys Familiengeschichte dreht, wesentlich besser gefallen als die Parts, die in der Gegenwart beziehungsweise im Jahr 2008 spielen.

 

Darüber hinaus hat "Die Mondschwester" eine wesentliche Besonderheit: Alle Romane der "Sieben Schwestern"-Reihe sind ja in gewisser Weise geprägt von Mythologie, Band 5 aber ist wesentlich spiritueller als seine Vorgänger. Das hat die Geschichte auf jeden Fall noch einmal auf ein ganz neues Level gehoben, obwohl ich mir schlussendlich nicht sicher bin, wie ich das finde. Das liegt aber vermutlich einfach daran, dass ich mich selbst nicht gerade als spirituellen (und schon gar nicht als gläubigen oder abergläubischen) Menschen, sondern eher als Skeptiker durch und durch bezeichnen würde. Einige Elemente in "Die Mondschwester" haben mich deshalb nicht ganz erreicht, was ich aber an dieser Stelle nicht schlimm finde, denn dafür haben sie sich wunderbar in die Geschichte eingefügt und einfach gepasst.

 

Alles in allem ist auch "Die Mondschwester" eine gelungene und über weite Strecken spannende Forsetzung der "Sieben Schwestern", auch wenn ich mich langsam wirklich frage, in welche Richtung sich die ganze Geschichte noch bewegen wird. Lucinda Riley stellt meine Geduld allmählich auf eine wirklich harte Probe, denn gegen Ende erfahren wir endlich ein kleines Bröckchen mehr über Pa Salt und Tiggys mysteriöse Vorahnungen lassen vermuten, dass da etwas nicht ganz koscher ist an seinem Tod und vor allem an seiner merkwürdigen Angewohnheit, weibliche Babys einzusammeln und auf seinem Anwesen Atlantis zusammenzuführen. Ich kann es kaum erwarten, aufgeklärt zu werden - was mag da wohl noch kommen?

Mein Fazit
"Die Mondschwester" ist wie seine Vorgänger ein wahrer Pageturner, hat mich über weite Strecken großartig unterhalten und gefesselt. Es ist zwar nicht mein Lieblingsteil der Reihe, aber Tiggys Geschichte hat mich wahnsinnig neugierig gemacht auf das, was in den beiden letzten Bänden noch kommen mag. Und es wurmt mich tierisch, dass ich jetzt wieder ein Jahr warten muss, bis es weiter geht.