Die Zeuginnen

Die Zeuginnen (eBook)

Margaret Atwood

Übersetzung: Monika Baark

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»Und so steige ich hinauf, in die Dunkelheit dort drinnen oder ins Licht.« - Als am Ende vom »Report der Magd« die Tür des Lieferwagens und damit auch die Tür von Desfreds »Report« zuschlug, blieb ihr Schicksal für uns... (weiter)

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Details
AutorIn Margaret Atwood
Übersetzung Monika Baark
EAN 9783827079992
Sprache deutsch
erschienen bei Berlin Verlag
Erstverkaufsdatum 10.09.2019
Stichwörter Fortsetzung "Report der Magd"
The Testaments
Report der Magd
Geschenk Freundin
Geschenke Frauen
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Kopierschutz social-drm
Veröffentlichungsjahr 2019
Rezensionen
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Ø 5 |  2 Rezensionen
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Absolut spannend und eine würdige Fortsetzung
»Was liest Du?«-Rezension von jenvo82, am 14.10.2019

„Ist unsere Mutter die Frau, die uns zur Welt bringt, oder ist es die, die uns am meisten von allen liebt?“

Inhalt

Tante Lydia schreibt als Hologramm vom Hause Ardua an den geneigten Leser und lässt ihn teilhaben an den inneren Verstrickungen des Staates Gilead, den sie selbst als eine der Gründerinnen mit aufgebaut hat. Doch die Gegenwart macht deutlich, dass es in Gilead mächtig brodelt, dass immer mehr Menschen, diesen totalitären Staat boykottieren oder daraus flüchten, kaum jemand glaubt wirklich noch an das was gepredigt wird. Und Tante Lydia ist sich dessen bewusst, das sie nicht nur als eine mächtige Frau in die Geschichte Gileads eingehen möchte, sondern auch in dessen Untergang – das soll ihre ganz persönliche Rache werden und die muss gut geplant werden. Mittel zum Zweck sind dabei die beiden jungen Frauen Nicole und Agnes. Erstere ist als Baby aus Gilead entführt worden und lebte seitdem in Kanada unter dem Schutz einer Geheimorganisation, zweitere ist in Gilead aufgewachsen und möchte sich nun als eine Anwärterin auf die Rolle einer Tante profilieren. Doch Tante Lydia kennt das Geheimnis dieser beiden Frauen und nutzt ihr Wissen und alle Verbindungen, um zum entscheidenden Dolchstoß gegen das Terrorregime auszuholen …

Meinung

Über 30 Jahren nach dem Erscheinen des Klassikers „Der Report der Magd“ möchte die kanadische Autorin Margaret Atwood die Geschichte des Staates Gilead weitererzählen, doch diesmal wählt sie nicht die enge Perspektive einer direkt Betroffenen, die hilflos dem Terrorregime ausgesetzt ist, sondern sie etabliert mehrere Erzählstimmen, die umso besser das System und seine Funktionsweise beleuchten. Während mir „Der Report der Magd“ sehr düster und beklemmend erschien, dominiert in ihrem neuen Buch eine gewisse Aufbruchstimmung, die sprachlich zwar nicht ganz so literarisch umgesetzt wird, dafür aber viel moderner und spannender geschrieben wurde.

Ein besonderes Augenmerk wird auf die Gestaltung der Erzählung gelegt, so richtet sich die einzige Mitverantwortliche Lydia als eine starke aber ambivalente Protagonistin direkt an den Leser, indem sie bis ins kleinste Detail ausführt, wer welche Machtposition erfüllt und wie sie geschützt wird. Ganz deutlich wird außerdem, welche inneren Gefahren dem Reich drohen und das Gilead ein Pulverfass ist, welches eines Tages mit einem großen Knall zerfallen wird. Und ihre Intrigen, Geheimnisse und Ränkespiele werden diesen Ort mit all seinen Fesseln sprengen. Die beiden jungen Frauen Nicole und Agnes die wechselseitig in Zeugenaussagen ihre persönlichen Erlebnisse schildern, runden das Gesamtbild ab und führen den Leser durch den Verlauf der Geschichte. 

Besonders imponiert hat mir dieser etwas andere Blick auf Gilead, weil sich vieles aus einer anderen Sicht darstellt als bisher gekannt. Gerade die Geschichte des Staates, ihre Machenschaften, ihr verkorkstes Weltbild und die nicht vorhandene Rechtsstaatlichkeit kommen in diesem Buch voll zur Geltung. Was aber noch viel unterhaltsamer war, sind die Ränkespiele, die Lügengeschichten, die Bosheit verborgen hinter einem gut gemeinten Ratschlag und nicht zu vergessen das hohe Erzähltempo, dem man nur allzu gerne folgt.

Ganz sicher ist es von Vorteil, wenn man die Leidensgeschichte der Magd Desfred aus dem vorherigen Band „Der Report der Magd“ bereits kennt und sich dann an die wirklich zahlreichen Verstrickungen zwischen damals und heute erinnern kann. Erst dadurch bekommt die Geschichte die entsprechende Tiefe und man fühlt sich schneller als ein Teil jenes Systems, ohne es tatsächlich zu kennen. Auch die Rolle der Frauen wird differenziert betrachtet, je nachdem welche Position sie in ihrem Gesellschaftssystem einnehmen, können sie ganz unterschiedlich wirken. Doch eins ist klar erkennbar: Egal wer man ist, egal was man tut, Gilead wird dich bestrafen, zermürben oder töten!

Fazit

Das war ein absoluter Lesegenuss, der von mir glatte 5 Sterne bekommt und sich als ein weiteres Jahreshighlight mit den entsprechenden Lorbeeren schmücken darf. Ein Spannungsroman, wirklich gute Unterhaltungsliteratur mit sehr vielen Punkten zum Nachdenken und vielen Einblicken in ein mysteriöses System der Willkürherrschaft. Darüber hinaus gelingt es den Protagonistinnen nicht nur menschlich zu wirken, sondern auch eine gewisse Entwicklung innerhalb dieser Buchdeckel zu durchlaufen. Nicht jeder, der willkürlich herrscht ist von Grund auf Böse und verblendet, nicht jeder der freiwillig dient, erkennt nicht die Schwächen des Systems und nicht jeder, der seine Vergangenheit nicht kennt, ist nicht in der Lage die Zukunft positiv zu verändern. Vieles ist eine Frage der richtigen Zeit und des gemeinsamen Zusammenspiels verschiedener Kräfte. Bleibt nur noch zu sagen: „Lest dieses Buch!“

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Ich bin absolut begeistert! So hätte ich mir "Der Report der Magd" gewünscht!
»Was liest Du?«-Rezension von Dark Rose, am 20.09.2019

Ich habe ja keinen Hehl daraus gemacht, dass ich von „Der Report der Magd“ enttäuscht war. Dennoch konnte ich jetzt Band 2 „Die Zeuginnen“ nicht widerstehen und ich bin sehr froh darüber!



Im Buch erzählen drei Frauen ihre jeweilige Geschichte und inwiefern sie mit Gilead verbunden waren. 

Tante Lydia, die vorher Richterin am Familiengericht war. 

Agnes, die in Gilead aufgewachsen war und später erfuhr, dass sie nicht die Tochter ihrer Eltern war, sondern ihre leibliche Mutter bei der Flucht aus Gilead gefasst worden war und nun vermutlich eine Magd ist.

Daisy, die in Freiheit aufwuchs, aber ebenfalls nicht die Tochter ihrer Eltern ist, die obendrein noch zum Widerstandsnetzwerk Mayday gehörten. 

Diese drei erzählen abwechseln über ihr Leben. 





Ich war direkt von Beginn an gefesselt von diesem Buch. Ich konnte mich in alle drei Protagonistinnen und die Nebencharaktere hineinversetzen. Die Atmosphäre Gileads wurde sehr überzeugend eingefangen und durch die drei verschiedenen Erzählerinnen bekam man deutlich mehr zu sehen, als bei nur einer Sichtweise. Dieses Buch hat alles, was ich bei „Der Report der Magd“ vermisst habe. Man hat endlich mehr über Gilead erfahren, wie das Leben dort so ist, wie der Staat funktioniert, wie es überhaupt so weit kommen konnte und wie es nach „Der Report der Magd“ weiterging. Das Buch erinnert stark an die Serie, die auf dem ersten Buch basiert und das ist meiner Meinung nach genau das Richtige. 



Was mir am besten gefiel kann ich nicht sagen, da ich sonst spoilern würde, aber ich denke meine Begeisterung reicht, um zu zeigen, wie gut dieses Buch ist, vor allem wenn man bedenkt, wie sehr ich mich über den Roman aus den 1980er Jahren aufgeregt habe. Denn das, was ich dort meisten kritisiert habe, findet sich hier eben nicht.



Ich habe das Buch verschlungen, ich bin wirklich begeistert und bin so froh, dass ich mich getraut habe es zu lesen. Es war total spannend, faszinierend und erschreckend, aber auf außergewöhnliche Weise. So habe ich mir damals „Der Report der Magd“ vorgestellt, als ich das Buch das erste Mal las. 



Fazit: Ich kann das Buch nur loben. Es hat meine Erwartungen nicht nur um Welten übertroffen, sondern mir wirklich richtig gut gefallen. Ich wollte es nicht mehr aus der Hand legen und habe an den Seiten gehangen. Es wirkte auf mich glaubwürdig und die Charaktere waren mir sympathisch und wirkten „echt“ auf mich. Die Schilderungen Gileads fand ich richtig beeindruckend. Dieses Regime aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet wirkt einschüchternder und bedrückender aber gleichzeitig so unglaublich gruselig, dass man sich wirklich wünscht, dass es niemals dazu kommen wird. Ich bin zutiefst beeindruckt und einfach nur glücklich, dass ich mich getraut habe dem Buch eine Chance zu geben.



An alle die von „Der Report der Magd“ wie ich enttäuscht waren: „Die Zeuginnen“ ist um Welten besser! Traut euch!

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»Und so steige ich hinauf, in die Dunkelheit dort drinnen oder ins Licht.« - Als am Ende vom »Report der Magd« die Tür des Lieferwagens und damit auch die Tür von Desfreds »Report« zuschlug, blieb ihr Schicksal für uns Leser ungewiss. Was erwartete sie: Freiheit? Gefängnis? Der Tod? Das Warten hat ein Ende! Mit »Die Zeuginnen« nimmt Margaret Atwood den Faden der Erzählung fünfzehn Jahre später wieder auf, in Form dreier explosiver Zeugenaussagen von drei Erzählerinnen aus dem totalitären Schreckensstaat Gilead. »Liebe Leserinnen und Leser, die Inspiration zu diesem Buch war all das, was Sie mich zum Staat Gilead und seine Beschaffenheit gefragt haben. Naja, fast jedenfalls.Die andere Inspirationsquelle ist die Welt, in der wir leben.«

Margaret Atwood, geboren 1939 in Ottawa, gehört zu den bedeutendsten Erzählerinnen unserer Zeit. Ihr »Report der Magd« wurde zum Kultbuch einer ganzen Generation. Bis heute stellt sie immer wieder ihr waches politisches Gespür unter Beweis, ihre Hellhörigkeit für gefährliche Entwicklungen und Strömungen. Sie wurde vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem renommierten Man Booker Prize, dem Nelly-Sachs-Preis, dem Pen-Pinter-Preis und dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. Margaret Atwood lebt in Toronto.

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