Die gute Tochter

Die gute Tochter (Taschenbuch)

Thriller

Karin Slaughter

Übersetzung: Fred Kinzel

Taschenbuch
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"Lauf!", fleht ihre große Schwester Samantha. Mit vorgehaltener Waffe treiben zwei maskierte Männer Charlotte und sie an den Waldrand. "Lauf weg!" Und Charlie läuft. An diesem Tag. Und danach ihr ganzes Leben.... (weiter)

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Details
AutorIn Karin Slaughter
Übersetzung Fred Kinzel
Seiten 636
EAN 9783959671897
Sprache deutsch
erschienen bei HarperCollins
Erscheinungsdatum 02.05.2018
Ursprungstitel The Good Daughter
Stichwörter Thriller
Psychothriller Bestseller
Bestsellerliste Spiegel
Anwältin
Schwestern
Rezensionen
Gesamtmeinung:
Ø3.7 | 7 Meinungen

davon Rezensionen:
Ø 3.8 |  3 Rezensionen
davon Bewertungen:
Ø 3.6 |  4 Bewertungen

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Zwei gute Töchter
»Was liest Du?«-Rezension von TheCoon, am 18.02.2018

Das Leben von Samantha und Charlie wird von einem Drama bestimmt, das sich in ihrer Kindheit abgespielt hat. Zwei Männer, die eine offene Rechnung mit dem Vater der Mädchen haben, stürmen in sein Haus, töten ihre Mutter und sehen es dann auf die beiden Mädchen ab. Obwohl beide die schreckliche Tat überleben, ist danach nichts wie vorher. Charlie wird wie ihr Vater eine erfolgreiche Rechtsanwältin, doch ihre Ehe scheitert und das Trauma steckt noch tief in ihr. Sam schirmt sich nach einer langwierigen Rehabilitation weitestgehend ab und zieht nach New York wo sie Patentanwältin wird. Die bleibenden körperlichen Schäden belasten sie jeden Tag. Erst als eine weitere Bluttat in ihrer Heimatstadt angerichtet wird, sieht sie sich gezwungen sich wieder ihrer Familie zuzuwenden.

Eine achtzehnjährige Schülerin hat in ihrer Schule zwei Menschen erschossen und ihr Vater soll die Angeklagte vertreten. In der selben Nacht wird er niedergestochen und schwebt in Lebensgefahr.

Im weiteren Verlauf erfahren wir durch Zeitsprünge mehr und mehr über den Tathergang vor über dreißig Jahren und verstehen warum Charlie und Sam so wurden wie sie heute sind. Die neuerliche Bluttat gibt ihnen einige Rätsel auf, denn die Täterin kannte weder die Opfer, noch wirkt sie wie eine typische Amokläuferin. Darüber hinaus beginnen Charlie und Sam, das Trauma, dass seither ihr Leben bestimmt aufzuarbeiten.

Bei einem Thriller mit über 600 Seiten hatte ich Bedenken über mögliche langwierige Ausflüge in die Gefühlswelt der beiden Mädchen und viel Gerede und Erörterung über psychologische Hintergründe. Diese Ängste wurden hier aber nicht erfüllt. Im Gegenteil war jede Seite für sich gesehen schon spannend und mitreisend. Beide Frauen reagieren oft mit starken Emotionen aber durch den flüssigen Schreibstil wirken diese Handlungsstränge damit sehr abwechslungsreich und aufbrausend. Sie geben den Beiden außerdem eine Persönlichkeit die beide für sich einzigartig und authentisch machen.

Ich bin mir nicht sicher ob Karin Slaughter es so beabsichtigt hat, aber durch die Tiefgängigkeit der Charaktere, beginnt man sofort Seiten zu beziehen und die einen mehr und die anderen weniger sympathisch zu empfinden. Diese Seite hat mir sehr gut gefallen, denn in vielen Büchern wird jeder Charakter so beschrieben, dass es nur die „Guten“ und die „Bösen“ gibt und man jeden leicht einer der beiden Seiten zuschreiben kann. So ist es hier absolut nicht. Jeder hat seine Fehler, die einen schlimmer die anderen leichtere, doch jeder hat auch eine verletzliche und menschliche Seite, die die Handlungen nachvollziehbar machen.

Alles in allem ein Thriller, den ich sehr genossen habe und mir mit jeder Seite Spannung und Unterhaltung geboten hat.

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Fatales Schweigen – Packend dramatisch und psychologisch gekonnt
»Was liest Du?«-Rezension von Nisnis, am 12.12.2017

Als Gamma, Samanthas Mutter, Sam bittet auf ihre kleine Schwester Charlie aufzupassen, ahnt diese nicht, dass sich in den nächsten Minuten dramatisches abspielen wird und dass dies die wenigen letzten Worte ihrer Mutter sein werden.

Gamma wird kaltblütig erschossen und die beiden Mädchen unter Todesangst in den Walt getrieben. Dort wartet ein bereits ausgehobenes Grab auf sie. Sam ermöglicht ihrer Schwester wegzulaufen und obwohl dies Rettung bedeutet, verändert es das Leben von Sam und Charlie auf bitterste und emotionalste Weise.

Achtundzwanzig Jahre später kommt es in einer Schule zu einem scheinbaren Amoklauf und Charlie wird erneut Zeugin einer grausamen Bluttat, die die damaligen Schreckensszenarien aus der Kindheit auf brutalste Weise wieder lebendig werden lassen.

Die Autorin:

Die internationale Nummer-1-Bestsellerautorin Karin Slaughter ist eine der weltweit populärsten und gefeiertsten Schriftstellerinnen. Ihre Bücher wurden in 33 Sprachen übersetzt und haben sich insgesamt über 30 Millionen Mal verkauft. Ihr Gesamtwerk beinhaltet die Grant County und Will Trent-Reihen, außerdem Cop Town- Stadt der Angst, das für den renommierten Edgar-Krimipreis nominiert wurde, sowie den psychologischen Thriller Pretty Girls. Karin Slaughter stammt aus Georgia und lebt zurzeit in Atlanta.

Reflektionen:

Karin Slaughter überrascht in die gute Tochter mit besonders intensiv gezeichneten Charakteren und erlaubt so besonders tiefe Einblicke in die Seelen der Figuren, die von Schuld und qualvollem Leid gezeichnet sind.

Sam und Charlie sind Schwestern, die gemeinsam eine furchtbare und brutale Attacke überleben, während ihre Mutter auf grauenvolle Weise vor ihren Augen ermordet wird. Man sollte meinen, dass ein derartiges Drama und Schreckensszenario die Schwestern noch näher aneinanderbindet, doch bei Sam und Charlie liegen die Dinge völlig anders.

Karin Slaughter schreibt in großen Kapiteln perspektivisch aus Sicht beider Schwestern. Während Sam schwer verletzt nur langsam wieder zum Leben zurück findet, schließt Charlie mit ihrem Vater Rusty einen Pakt. Sie verpacken die Wahrheit in einem Karton und verschließen ihn, während Charlies Leben von nun an auf den Säulen einer Lüge steht. Rusty ist Anwalt und will seine Tochter so schützen.

Achtundzwanzig Jahre später, Sam und Charlie haben keinerlei Kontakt mehr, wird Charlie Zeugin eines brutalen Verbrechens. Eine Schülerin läuft Amok und schießt um sich. Plötzlich sind die Erinnerungen der Kindheit präsenter denn je und familiäre Umstände führen dazu, das Sam zurückkehrt.

Karin Slaughter ist es gelungen, die Zwietracht zwischen den Schwestern auf eine intelligente Weise und mit Hilfe eines raffinierten psychologischen Aufbaus glaubhaft zu begründen. Vielmals schrieb Karin Slaughter actiongeladene Thriller, doch dieses Mal überzeugt sie mit einem psychologisch emotionalen Aufbau, den man bisher von ihr so nicht kannte. Wie gewohnt stellt sie Handlungen der Verbrechen auf unverblümte brutale und blutige Weise dar, so dass zart besaitete Leser das Buch vor Schreck zuklappen und im Keller verbannen würden.

Karin Slaughter lässt die fesselnde Spannungskurve auf einem hohen Niveau agieren und doch bin ich dieses Mal nicht Feuer und Flamme, obwohl ich Slaughter Stil seit vielen Jahren wirklich liebe. Ich weiß lange Zeit nicht, wohin mich die atmosphärisch dichte Geschichte führen wird. Ich verliere sogar beinahe den Faden, kann nicht jeden Zusammenhang klar herstellen und fühle mich zwischendurch so gar nicht gut aufgehoben mit der Geschichte der guten Tochter. Es mag daran liegen, dass ich meine Bücher zu bewusst lese und jeden geschriebenen Satz und jede Kleinigkeit überdenke. Im Nachhinein betrachtet verbinden sich aber noch alle einzelnen Fäden zu einem goldenen, stimmigen Band zusammen, doch mir wäre eine harmonischere Gestaltung der intelligenten Verstrickungen lieber gewesen und ich weiß, dass Karin Slaughter das kann.

Fazit und Bewertung:

In die gute Tochter zeigt sich Karin Slaughter schriftstellerisch von einer neuen Seite, indem sie neben den gewohnt guten und blutigen Action Szenen den Schwerpunkt nun auf einen raffinierten, psychologischen Aufbau legt. Die atmosphärisch dichte Geschichte spielt mit den Eindrücken und Emotionen der Leser, die sie durch tiefe Einblicke in die Seelen der Figuren erhalten.

Spannend, dramatisch, gekonnt und gut.

©nisnis-buecherliebe

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"Lauf!", fleht ihre große Schwester Samantha. Mit vorgehaltener Waffe treiben zwei maskierte Männer Charlotte und sie an den Waldrand. "Lauf weg!" Und Charlie läuft. An diesem Tag. Und danach ihr ganzes Leben. Sie ist getrieben von den Erinnerungen an jene grauenvolle Attacke in ihrer Kindheit. Die blutigen Knochen ihrer erschossenen Mutter. Die Todesangst ihrer Schwester. Das Keuchen ihres Verfolgers. Als Töchter eines berüchtigten Anwalts waren sie stets die Verstoßenen, die Gehetzten. 28 Jahre später ist Charlie selbst erfolgreiche Anwältin. Als sie Zeugin einer weiteren brutalen Bluttat wird, holt ihre Geschichte sie ganz ungeahnt ein. "Die gute Tochter" ist ein Meisterwerk psychologischer Spannung. Nie ist es Karin Slaughter besser gelungen, ihren Figuren bis tief in die Seele zu schauen und jede Einzelne mit Schuld und Leid gleichermaßen zu belegen. "Die dunkle Vergangenheit ist stets gegenwärtig in diesem außerst schaurigen Thriller. Mit Feingefühl und Geschick fesselt Karin Slaughter ihre Leser von der ersten bis zur letzten Seite." Camilla Läckberg "Karin Slaughter ist die gefeiertste Autorin von Spannungsunterhaltung. Aber DIE GUTE TOCHTER ist ihr ambitioniertester, ihr emotionalster - ihr bester Roman. Zumindest bis heute." James Patterson "Es ist einfach das beste Buch, das man dieses Jahr lesen kann. Ehrlich, kraftvoll und wahnsinnig packend - und trotzdem mit einer Sanftheit und Empathie verfasst, die einem das Herz bricht." Kathryn Stockett "Eine großartige Autorin auf dem Zenit ihres Schaffens. Karin Slaughter zeigt auf nervenzerfetzende, atemberaubende und fesselnde Weise, was sie kann." Peter James "Ich würde der Autorin überallhin folgen." Gillian Flynn "Eine der stärksten Thriller-Autorinnen unserer Zeit." Tess Gerritsen