Ein Jahr voller Wunder

Ein Jahr voller Wunder (Buch)

Roman

Karen Thompson Walker

Übersetzung: Astrid Finke

Buch
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Der internationale Bestsellererfolg Das kalifornische Ehepaar Joel und Helen sitzt mit seiner Tochter Julia gerade am Frühstückstisch, als die Neuigkeit über sie hereinbricht: Die Erdrotation verlangsamt sich... (weiter)

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Details
AutorIn Karen Thompson Walker
Übersetzung Astrid Finke
Seiten 320
EAN 9783442753635
erschienen bei btb
Erscheinungsdatum 08.05.2013
Ursprungstitel The Age of Miracles
Rezensionen
Gesamtmeinung:
Ø3.9 | 68 Meinungen

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davon Bewertungen:
Ø 3.9 |  38 Bewertungen

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Bewegende Geschichte
»Was liest Du?«-Rezension von Rosa333, am 27.12.2017
Was macht man, wenn die Erde sich plötzlicher langsamer dreht, Tage und Nächte sich nicht länger als solche anfühlen, und die halbe Welt von einer Apokalypse spricht? - Man macht weiter wie bisher, nur, dass man Entscheidungen als etwas Endgültigeres und die Zeit hier auf Erden allgemein als umso befristeter ansieht. Sie erfahren in den Nachrichten davon. Erst mal passiert nichts. Dann werden die Tage immer länger, und um drei Uhr nachmittags steht man plötzlich im Stockdunkeln. Geschrieben ist die Geschichte aus Sicht der zwölfjährigen Julia, eines Mädchens, das so sein will wie alle anderen und irgendwie doch nicht. Sie erlebt, was in diesem Alter jeder erlebt: Freundinnen, die sich von einem lösen, und die erste Liebe. Und all das erscheint ihr irgendwie bewusster, endgültiger, weil Entscheidungen nicht länger so getroffen werden können, als hätte man ewig dafür Zeit. Julia gehört zu einer dieser Protagonistinnen, bei denen nichts leichter fällt, als sich in sie hineinzuversetzen. Man teilt ihre Ansichten, ihre Gedanken. Es ist, weil sie realitätsnah und griffbereit sind, und je weiter man in das Buch vordringt, umso mehr werden dem Leser auch ihre Wünsche und Hoffnungen aufgedrängt. Kurz: Es ist, wie es in dem klassischen Buch sein sollte. Das Cover empfinde ich in diesem Fall als unglücklich gewählt, weil Titel und Bild mehr auf eine schicksalhafte Liebes-, beziehungsweise Familiengeschichte setzen zu scheinen, anstatt den Kern des Buchs zu beleuchten. Wir haben es hier mit einer romanartigen Dystopie zu tun, die sich - soweit im Rahmen einer Apokalypse möglich - an unserer Realität orientiert. Und trotz allen Zukunftsängsten und Wissenschaftsspekulationen kommen im Vergleich zu anderen Dystopiepen die emotionalen Konflikte innerhalb einer Familie nicht zu kurz, sondern stellen ein Schlüsselelement der Geschichte dar. Man hätte dieses Buch auch ohne Apokalypse, Erdverlangsamung etc. schreiben können, und es wäre trotzdem ein gutes Buch gewesen. Genau das ist es, was den meisten Action- oder Fantasyromanen in ihrem Klassifikationsbereich abhanden kommt, und weshalb ich hier vier von fünf Sternen vergebe. Der Erzählstil der Autorin behagte mir zuerst nicht, weil er mir zu einfach und schlicht aufgebaut war, aber mit den Seiten, die verflogen, gewöhnte ich mich daran. Indem sie Themen auf ihren Kern bringt, zeigt die Autorin, dass sie keine weitschweifigen Umschreibungen braucht, um Sätze miteinander zu verweben, und dass die schönsten Liebesgeschichten ohne große Worte sind. Ich habe mich in diese Geschichte verliebt, obwohl ich es nicht vorhatte. Und dass das geht, zeigt die Autorin mit diesem Buch.
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Schleichende Katastrophe
»Was liest Du?«-Rezension von Justine, am 19.06.2016

Eine Familie in Kalifornien. Sie sind die Bewegungen der Erde gewöhnt; ihnen ist klar, dass sich der Boden erbeben und erschauern konnte. Sie haben immer Batterien in ihren Taschenlampen und Wasserflaschen in den Schränken. Sie nehmen hin, dass Risse in Bürgersteigen auftauchen konnten, Swimmingpools manchmal wie Wasserschüsseln überschwappten. Sie sind geübt darin, unter Tischplatten zu kriechen, und wissen, dass sie sich vor fliegenden Glassplittern zu hüten hatten. Aber auf diese Katastrophe sind sie nicht vorbereitet. Die Erdrotation verlangsamt sich, die Tage dehnen sich spürbar aus, mit erschreckenden Folgen.
Mitten drinnen hat die elfjährige Julia mit alltäglichen Problemen zu kämpfen: Sie verliert ihre beste Freundin Hanna, verliebt sich zum ersten Mal Hals über Kopf und ihr Vater spielt mit dem Gedanken, die Familie für Julias Klavierlehrerin zu verlassen. Darüber hinaus wird verändern sich die physikalischen Verhältnisse dramatisch; Menschen, Tiere und Pflanzen müssen unter neuen Bedingungen zu bestehen.

Der Katastrophe angemessen vermittelt die Schreibweise eine sehr bedrückende Stimmung. Die Geschichte wird rückwirkend aus Julias Sicht erzählt. Zu Beginn des Buches wird immer wieder angedeutet, dass es noch schlimmer kommt („Hätten wir damals schon gewusst…“).
Die Menschen überall auf der Welt verdrängen die Katastrophe. Zunächst soll der Tagesrhythmus dem Tageslauf angepasst werden. Aber als die Tage sich weiter ausdehnen, beschließen Regierungen überall auf dem Globus, die Tageslänge zu ignorieren und kehren zum 24-Stunden-Rhythmus zurück.

Der Roman beschreibt auf erschreckende Weise, die tragischen Auswirkungen einer abrupten Verlangsamung der Erdrotation und das typische Verhaltensmuster von uns Menschen: Ignorieren und weiter machen wie bisher.
Die im Klappentext angekündigte erste Erfahrung in Sachen Liebe kommt aus meiner Sicht zu kurz. Immer wieder werden Julias Gefühle für Seth angedeutet. Aber bis in Hinblick auf Seth irgendwas passiert und die Beziehung irgendwelche Formen annimmt, muss man sich durch gut 2/3 des Buches schlagen. Und dann… Ach, lest selbst.
Das Buch ist sicher nichts für Liebhaber rasanter Katastrophenromane. Dafür bahnt sich das Unglück viel zu langsam an. Aber das ist Kritik auf hohem Niveau.

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Der internationale Bestsellererfolg Das kalifornische Ehepaar Joel und Helen sitzt mit seiner Tochter Julia gerade am Frühstückstisch, als die Neuigkeit über sie hereinbricht: Die Erdrotation verlangsamt sich spürbar. Und auf einmal ist alles anders. Als sich Julia Hals über Kopf zum ersten Mal verliebt. Und Julias Vater mit dem Gedanken spielt, seine Frau für Julias Klavierlehrerin zu verlassen, die sich nicht von der allgemeinen Panik anstecken lässt. Und Julias Mutter gegen ihre Depressionen ankämpft. Was geschieht mit einer Familie, wenn sich plötzlich das Gefüge um sie herum verschiebt? Was könnte verhängnisvoller sein als der Zerfall einer Ehe? Was bewegender als die Gefühle eines verunsicherten Teenagers? Denn selbst wenn die Erde, wie manche voraussagen, vor ihrem Ende steht - das Leben muss doch weitergehen ...