Frevel im Beinhaus

Frevel im Beinhaus (Taschenbuch)

Historischer Roman. Originalausgabe

Taschenbuch
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Wenn die Knochen sprechen. Ein gottloser Frevel empört die Kölner Bürger: Aus einem Beinhaus wurden Schädel und Knochen entwendet. Kurz darauf wird im Hinterhof der Apothekerin Adelina eine schwangere Frau... (weiter)

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Details
AutorIn Petra Schier
Edition 3. Aufl.
Seiten 350
EAN 9783499254376
Sprache deutsch
erschienen bei Rowohlt Taschenbuch
Erscheinungsdatum 02.08.2010
Rezensionen
Autorenportrait
Gesamtmeinung:
Ø4.6 | 36 Meinungen

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Einst in Köln
»Was liest Du?«-Rezension von Fredhel, am 22.03.2019

"Frevel im Beinhaus" von Petra Schier ist ein historischer Kriminalroman, dem schon einige Bände vorausgehen. Dennoch kommt man ohne Hintergrundwissen wunderbar mit der Geschichte klar. Adelina betreibt die Apotheke ihres verstorbene Vaters. Sie erwartet ihr zweites Kind von ihrem Mann Neklas, einem fähigen und angesehenen Medicus. Dessen geheime Leidenschaft ist die Alchemie, die er im Verborgenen betreibt. Seine leibliche Tochter Griet, Adelinas liebenswerter, doch leider schwachsinnige Bruder Vitus, und das adlige Lehrmädchen Mira sowie eine zuverlässige Dienerschaft vervollkommnen den Haushalt.
Als in seinem  Abort die Leiche einer jungen Frau gefunden wird, ermordet und das noch ungeborene Kind aus dem Leib geschnitten, nimmt das Unheil seinen Lauf. Neklas kommt ins Gefängnis, und die Beweise seiner Schuld häufen sich, auch soll dieser das Beinhaus geschändet haben, Teufelsanbetung wird ihm nachgesagt. Adelina sowie der ganze Haushalt wird unter Arrest gesetzt. Doch unerschrocken, ja fast leichtsinnig, begibt sie sich auf Spurensuche, um ihren geliebten Mann zu retten.....
Es handelt sich hier um einen ausgezeichnet recherchierten historischen Roman. Ich liebe es, geschichtliches Wissen quasi im Vorbeigehen aufzusaugen, so wie es hier geschieht. Der Kriminalfall wird bis zur letzten Seite spannend geschildert und bis zur tatsächlichen Auflösung tappt man im Dunkeln. Die Charaktere sind sorgfältig ausgearbeitet, haben Ecken und Kanten, sind in sich stimmig und sehr sympathisch. Ein durch und durch empfehlenswertes Buch, dem hoffentlich bald ein weiteres Adelina-Abenteuer folgen wird.

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Mord, Ketzerei, Zweifel … historisch gut
»Was liest Du?«-Rezension von Lesestunde mit Marie, am 10.08.2016

Der historische Krimi „Frevel im Beinhaus“ ist der vierte Teil der sogenannten „Adelina-Reihe“, geschrieben von der erfahrenen Autorin Petra Schier. Da die Einzelbände der Reihe aber jeweils in sich abgeschlossene Geschichten enthalten, kann dieses Buch auch einzeln gelesen werden. Ich selber habe bisher nur den ersten Teil der Reihe gelesen und bin dennoch ohne Probleme mit diesem vierten Band zurechtgekommen. Petra Schier versteht es einfach wunderbar, den Leser da abzuholen wo er steht. Wobei ich dennoch anmerken muss, dass es sicher noch ein größeres Lesevergnügen bereitet, wenn man die Entfaltung der Protagonisten von Band zu Band begleiten kann. Nicht zuletzt in Bezug auf die familiären Verhältnisse und den „Zuwachs“ an Charakteren ist die Verfolgung der Gesamtentwicklung sicher spannend und interessant. Wer also die Möglichkeit hat, mit Band 1 „Tod im Beginenhaus“ zu beginnen, sollte die Chance nutzen!


Auch in „Frevel im Beinhaus“ dreht sich mal wieder alles um Mord, Todschlag, Lug und Betrug im mittelalterlichen Köln. Bereits im Prolog wird ein hinterhältiger Überfall auf eine schwangere Frau verübt, was sofortige Spannung erzeugt. Natürlich erfahren wir erst ein ganzes Stück später, um wen es sich handelt und was aus der armen Frau geworden ist. Denn zunächst beginnt die Handlung um die Protagonistin Adelina. Die Apothekerin ist hoch schwanger und kehrt mit ihrer Familie von einer längeren Reise ins sommerlich schwüle Köln zurück. Hier erfährt sie von den aktuellen Vorkommnissen. Schon die politisch-kirchlichen Entwicklungen sowie die absonderlichen Raube von Gebeinen versprechen eine spannende Story. Als jedoch Adelinas Ehemann Neklas, der Medicus und Alchemist, unter Ketzerei und Mordverdacht gerät, ist Dramatik garantiert. Denn wer Adelina kennt, weiß, dass sie ihrem Gerechtigkeitssinn folgend nach Aufklärung streben wird – erst recht, wenn sich ihr geliebter Gatte in Lebensgefahr befindet. Ihre Bestrebungen erfolgen dabei wieder in typischer Adelina Manier mal mehr, mal weniger diplomatisch, oft eigensinnig und dickköpfig, aber stets sympathisch beherzt.

 

Doch der schwangeren Adelina sind quasi die Hände gebunden, da sie und ihre restliche Familie aufgrund der Vorkommnisse unter Hausarrest steht und die Stadtwache in ihrem Haus dulden muss. Ausgerechnet der ungeliebte Tilmann Greverode, der ihr bereits im ersten Band das Leben schwer machte, quartiert sich bei ihr als Wachmann ein. - So ans Haus gebunden, macht Adelina auf einmal eine unglaubliche Entdeckung im Kellerlaboratorium ihres Mannes, das ursprünglich ihrem Vater gehörte …

 

Charakter wie der zwiespältige Bruder Thomasius, die geheimnisvolle und weise Ludmilla, der dienstbeflissene, aber undurchsichtige und bärbeißige Hauptmann Greverode oder die begabte, adelige, teils aufsässige Jungfer Mira, die bei Adelina in der Ausbildung steht, geben dem historischen Roman durch ihre ausgefeilte und teilweise unerwartete Entwicklung eine besondere Note.

 

Neben dem Plot faszinieren mich die Einblicke in die Alchemie sowie die bildhaft dargestellten, sowohl geheimnisvollen als auch unheimlichen Gemäuer und Gangsysteme unter der mittelalterlichen Stadt. Hier macht sich die gute Recherche der Autorin bemerkbar.

 

Das Personenverzeichnis am Anfang und das Glossar am Ende des Buches bieten eine gute Leseunterstützung und helfen ungemein für das Leseverständnis. Denn Begriffe wie Alembik, Blidenhaus oder Surcot sind sicher nicht jedem auf Anhieb geläufig.

 


Fazit:


Diese Geschichte um verschwundene Knochen, ungeborene Kinder, unterirdische Gewölbe, Beinhäuser, Alchemie, Macht, Ketzerei, Inquisition und Satanismus schürt Zweifel und Hoffnungen, führt in die Irre, klärt auf und nimmt ungeahnte Wendungen. Als Leser durfte ich mich auf eine tollkühne Reise durch, bzw. unter die bischöfliche Domstadt des 14. Jahrhunderts begeben. Ich freue mich bereits auf Band 5 und 6 der Reihe und spreche eine klare Leseempfehlung aus!

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Wenn die Knochen sprechen. Ein gottloser Frevel empört die Kölner Bürger: Aus einem Beinhaus wurden Schädel und Knochen entwendet. Kurz darauf wird im Hinterhof der Apothekerin Adelina eine schwangere Frau ermordet. Sogleich gerät Medicus Neklas Burka, Adelinas Gemahl, in Verdacht, die Frau für seine Experimente missbraucht zu haben. Adelina ist entschlossen, seine Unschuld zu beweisen. Doch selbst ihr kommen Zweifel, als sie wenig später in ihrem Keller einen geheimen Raum mit menschlichen Schädeln und Knochen findet ... Neugierig und furchtlos: Apothekerin Adelina geht wieder auf Mörderjagd.

Schier, Petra Petra Schier, Jahrgang 1978, lebt mit ihrem Mann und einem Schäferhund in einer kleinen Gemeinde in der Eifel. Sie studierte Geschichte und Literatur und arbeitet seit 2003 als freie Autorin. Ihre historischen Romane, darunter die Reihe um die Apothekerin Adelina, vereinen spannende Fiktion mit genau recherchierten Fakten. Petra Schier ist Mitglied des Vorstands der Autorenvereinigung DELIA.