Gefrorener Schrei (Taschenbuch)

Roman

Tana French

Übersetzung: Ulrike Wasel, Klaus Timmermann

Taschenbuch
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"Treffen Sie bei Tana French nur eine Annahme: Alle Ihre Annahmen sind falsch." New York Times Ein Fall so dicht wie der Nebel über Dublin Die Kollegen in der Dubliner Mordkommission machen der eigenwilligen Antoinette... (weiter)

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Details
AutorIn Tana French
Übersetzung Ulrike Wasel, Klaus Timmermann
Seiten 656
EAN 9783651024472
Sprache deutsch
erschienen bei FISCHER Scherz
Erscheinungsdatum 23.12.2016
Ursprungstitel The Trespasser
Stichwörter Dublin
Verhör
Verdacht
Lover
verschwunden
Rezensionen
Autorenportrait
Gesamtmeinung:
Ø4.3 | 14 Meinungen

davon Rezensionen:
Ø 5 |  4 Rezensionen
davon Bewertungen:
Ø 4.2 |  10 Bewertungen

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Psychologische Spannung und Tiefe gepaart mit sprachlichem Können – was will man mehr? Ein absolutes Lesehighlight.
»Was liest Du?«-Rezension von Elisabeth Bulitta, am 20.06.2019

Bei Tana Frenchs „Gefrorener Schrei“ handelt es sich um den sechsten Band ihrer Reihe rund um das Dubliner Morddezernat, Dublin-Murder-Squad. Das Buch ist im Dezember 2016 bei Fischer Scherz erschienen und umfasst 653 Seiten.

Am Ende ihrer Nachtschicht erhält das Ermittlerpaar Antoinette Conway und Stephen Moran einen neuen Fall, der ihnen von ihrem Chef, O’Kelly, höchstpersönlich zugeteilt wird: Die junge, hübsche Aislinn Murray wurde tot in ihrem Haus aufgefunden, der Tisch für ein romantisches Dinner gedeckt. Was anfangs wie eine einfache Beziehungstat anmutet, entpuppt sich nach und nach als vielschichtiger und komplizierter. Was erschwerend hinzukommt: Antoinette hat das Gefühl, als wolle jemand ihre Ermittlungsarbeiten torpedieren. Wem kann sie noch trauen?

Der Roman ist, trotz einiger langatmiger Stellen gerade zu Beginn, von Anfang bis Ende spannend zu lesen. Der Plot ist vielschichtig und hintergründig konstruiert; auch wenn ich ziemlich rasch ahnte, worauf der Fall und seine Lösung hinauslaufen werden, war es äußerst interessant, die Zusammenhänge am Ende zu ergründen und mitzuverfolgen.

Das Buch ist durchzogen von aktuellen Themen wie Mobbing (am Arbeitsplatz), Glaubhaftigkeit der Polizei, Kritik an den Medien und Stalking.

Gerade der erste Punkt regt sehr zum Nachdenken an. Die Protagonistin selbst sieht sich im Laufe der Ermittlungen mit ihrer eigenen Vergangenheit konfrontiert, von Feinden umgeben, sich selbst über weite Strecken als Opfer und traut nicht einmal ihrem Partner mehr. Dass am Ende, ohne dass alles „Friede, Freude, Eierkuchen“ ist, diese Ansichten zum Teil ins rechte Licht gerückt werden, verleiht der Handlung Authentizität. Es ist doch nicht alles so, wie es auf den ersten Blick scheint, die Welt ist eben schwer zu durchschauen. Dieses besagt auch die Auflösung des Falls: Manchmal ist es einfach nötig, den einengenden Tunnelblick zu verlassen und sich auf neue Perspektiven sowie Möglichkeiten einzulassen.

Dass French ihr Handwerk auch sprachlich beherrscht, zeigt das breite Spektrum ihres Stils. Die Ich-Perspektive im Präsens erleichtert die Identifikation mit Antoinette, man hat während des Lesens fast das Gefühl, als plaudere sie mit den Leser*innen und die Sprache ist daher eher umgangssprachlich, an einigen Stellen fast schon vulgär, sprich authentisch. Auf der anderen Seite gibt es, wenn die Autorin z.B. das Dezernat ausmalt, Stellen poetischer Beschreibungen: „Der Soko-Raum wirkt unsicher und bedroht, ein Schiff auf unruhiger See …“. Liest man wiederum die Vernehmungen durch die Kommissarin und ihren Kollegen, Breslin, hat man das Gefühl, live dabei zu sein, muss an einigen Stellen sogar schmunzeln.

Tana French präsentiert mit „Gefrorener Schrei“ einen spannenden, vielschichtigen und psychologisch interessanten Roman, der Leserinnen und Leser in seinen Bann zieht. Gepaart mit der sprachlichen Leistung ist es ein Buch, an dem alle Liebhaber*innen spannungsgeladener Literatur ihre wahre Freude haben werden. Von mir gibt es eine uneingeschränkte Leseempfehlung.

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Manchmal ist weniger mehr
»Was liest Du?«-Rezension von Havers, am 28.02.2017

~~Die irischen Autorin Tana French schreibt Kriminalromane der besonderen Art. Genretypisch gibt es natürlich gewaltsame Todesfälle, eine Mordkommission, die in Dublin beheimatet ist und ein Team von Kriminalbeamten, das die Fälle bearbeitet. Das  war es dann aber auch schon mit den Gemeinsamkeiten, denn French setzt andere Prioritäten. Es ist zwar die Beschreibung der Polizeiarbeit, die ihr die Folie liefert, vor deren Hintergrund sie das en détail schildert, was ihr am Herzen liegt, nämlich die Psyche ihrer Ermittler. Und so ganz nebenbei reißt sie auch immer wieder gesellschaftspolitische Themen an. In dem aktuellen Fall geht es unter anderem um die Frage, inwieweit sich Frauen anpassen bzw. verbiegen müssen, um Anerkennung zu erlangen und akzeptiert zu werden.

„Gefrorener Schrei“ ist der sechste Band der Reihe, und diesmal geht es um den Tod einer jungen Frau, die in Erwartung eines romantischen Abendessens von ihrem Liebhaber ermordet wurde. So weit, so klar – oder etwa doch nicht? Antoinette Conway und Stephen Moran wird der Fall übertragen, und der Leser begleitet die beiden Detectives in ihrem Arbeitsalltag. Und genau das ist wieder eine der Besonderheiten der Autorin: in jedem ihrer bisherigen Romane steht ein anderes Ermittlergespann im Mittelpunkt, um das herum sie den Fall nach und nach aufrollt. Dabei versenkt sich die Autorin tief in das Seelenleben ihrer Protagonisten hinein und lässt den Leser nicht nur an den Spekulationen und Erfolgen, sondern auch an deren Selbstzweifeln und Rückschlägen teilhaben. Der vorliegende Roman ist aus Conways Sicht erzählt, aktuell die einzige Frau im Team der Mordkommission, die dementsprechend misstrauisch von ihren männlichen Kollegen beäugt wird und von Anfang an die Ellenbogen  ausfahren muss, um sich Respekt zu verschaffen. Und obwohl sie einen guten Job macht, verweigern ihr die Kollegen die verdiente Anerkennung. Und da Rache ein Gericht ist, das am  besten kalt serviert wird, enthält sie ihnen dafür wichtige Ermittlungsergebnisse vor. Und so kann sie mit ihrem Partner Moran in aller Ruhe der Vermutung nachgehen, die sie seit Beginn der Untersuchung hat: jemand aus dem Team behindert die Aufklärung des Mordes. Wer ist es, und welches Interesse steckt dahinter? Und gab es eine Verbindung zwischen der Toten und einem von Conways Kollegen?

Die ersten vier Romane Tana Frenchs habe ich sehr gerne gelesen, „Geheimer Ort“ (Bd. 5) konnte mich leider nicht überzeugen, was aber vielleicht auch damit zusammenhing, dass mich der Plot immer wieder an Donna Tartts Roman „Die geheime Geschichte“ erinnert hat.

„Gefrorener Schrei“ nun lässt mich zwiespältig zurück. Viel zu viel Nabelschau der Protagonisten, viel zu viele Was-wäre-wenn Szenarien, die unnötige Längen kreieren und so die Geduld des Lesers auf eine harte Probe stellen. Bleibt mir nur zu schlussfolgern, dass die eine oder andere Kürzung die Story mit Sicherheit nicht verfremdet, sondern ihr im Gegenteil eher gut getan hätte.
 

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"Treffen Sie bei Tana French nur eine Annahme: Alle Ihre Annahmen sind falsch." New York Times Ein Fall so dicht wie der Nebel über Dublin Die Kollegen in der Dubliner Mordkommission machen der eigenwilligen Antoinette Conway das Leben zur Hölle. Nur ihr Partner Stephen Moran hält noch zu ihr. Als eine junge Frau zu Hause tot aufgefunden wird, sieht alles nach einer schnell aufzuklärenden Beziehungstat aus. Aber warum hat dann jemand aus der Mordkommission ein Interesse, die Ermittlungen zu behindern? Soll Antoinette endgültig aus dem Dezernat fliegen? Weiß außer ihr und Stephen noch jemand, dass sie das Opfer schon einmal gesehen hat? Immer tiefer geraten Ermittler, Verdächtige und Zeugen in einen gefährlichen Vernehmungskreisel. "Messerscharf, fesselnd, sprachlich außergewöhnlich und atmosphärisch eindringlich." Harlan Coben

French, Tana »Pflichtlektüre für alle, die unnachgiebige Intelligenz und raffinierte Plots zu schätzen wissen«, sagt die New York Times über Tana French. Die irische Autorin wurde für ihr Werk vielfach ausgezeichnet; ihre Romane und ihre Kriminalliteratur stehen weltweit auf den Bestsellerlisten. Tana French wuchs in Irland, Italien und Malawi auf. Sie absolvierte eine Schauspielausbildung am Trinity College und arbeitete für Theater, Film und Fernsehen. Mit ihrer eindrücklichen Sprache zeichnet sie markante Porträts der irischen Gesellschaft und schaut tief in die Seelen von Tätern, Opfern, Ermittlern. Die Autorin lebt mit ihrem Mann und ihren beiden Kindern im nördlichen Teil von Dublin.