Im Glashaus gefangen zwischen Welten

Im Glashaus gefangen zwischen Welten (Taschenbuch)

Ein Leben zwischen zwei Kulturen

Taschenbuch
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"Im Glashaus gefangen zwischen Welten" bietet einen Einblick in das Leben von Migranten, die ihre Heimat verlassen haben, um im Exil einen neuen Lebensabschnitt zu beginnen. Am Beispiel der Jugend der in Deutschland lebenden... (weiter)

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Details
AutorIn Devakumaran Manickavasagan
Seiten 195
EAN 9783862689200
Sprache deutsch
erschienen bei Engelsdorfer Verlag
Erscheinungsdatum 29.08.2012
Rezensionen
Gesamtmeinung:
Ø4.3 | 4 Meinungen

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✎ Devakumaran Manickavasagan - Im Glashaus gefangen zwischen Welten
»Was liest Du?«-Rezension von Mademoiselle Cake, am 22.11.2017

Was ich erwartet hatte? Nicht das, was ich las. Und dieses Mal hat es mich leider nicht positiv überrascht.

Mir fällt es ehrlich gesagt ein wenig schwer, mein Empfinden in Worte zu fassen, denn im Prinzip bin ich sehr enttäuscht. Das hatte ich einfach nicht vermutet.

Durch den Klappentext hatte ich eine total falsche Vorstellung davon, was mir im Buch begegnen würde. Für mich suggeriert er einen komplett anderen Inhalt. Ich dachte, hier kommen verschiedene Menschen zu Wort, man bekommt Einblicke in Seelenleben und Meinungen, kann mit Migranten mitfühlen - eine Achterbahn der Gefühle eben.

Nichts, wirklich gar nichts habe ich davon geboten bekommen.

Devakumaran Manickavasagan hat seine Empfindungen aufgeschrieben, hat seine Meinung an den Mann gebracht, hat seine Sichtweise und Ratschläge versucht zu vermitteln. Nicht ein Mal kommen andere Jugendliche zu Wort. Selbst seine Eltern und Geschwister haben nur am Rande Platz, werden erwähnt, lernt man jedoch nicht persönlich kennen.

Zudem war mir der Schreibstil zu trocken. Es fühlte sich an, als wenn der Autor sich mitteilen möchte, Wege aufzeigen mag, sich jedoch nicht traut, aus sich heraus zu kommen. Sätze klangen zu gewollt, zu gestelzt, zu sehr nach "Wissenschaft". Er schreibt sehr distanziert, obwohl man als Leser manches Mal direkt angesprochen wird.

Ich hatte ein Werk auf persönlicher Ebene erwartet, wollte hinter die Fassade einiger Leute blicken, Sichtweisen kennenlernen, die mir nicht geläufig sind. Ich bekam ein Sachbuch, welches mich wenig überzeugte; einen Ratgeber, die gute Denkanstöße gibt, jedoch zu viel aufgreift, um wirklich tiefgründig zu sein. Die Wiederholungen machen das Dranbleiben auch nicht unbedingt leichter.

Mehr wirklich Persönliches, weniger Oberflächlichkeit und das Buch hätte toll werden können. Der Klappentext sollte jedoch unbedingt überarbeitet werden, denn meiner Meinung nach trifft er kein bisschen zu, vermittelt dem Interessenten ein falsches Bild vom Inhalt.

Ich denke, Herr Manickavasagan ist schon an der richtigen Stelle, wenn er versuchen möchte, Jugendlichen zu helfen, jedoch ist sein Versuch, dies über ein Buch zu tun, in meinen Augen ein wenig fehlgeschlagen. Es regt zum Nachdenken an, keine Frage, aber ich denke, wenn er vor den Menschen steht, sein Wissen weitergibt und vor Ort direkt helfen kann, weil nach so einem Vortrag sicher Fragen auftauchen, ist einigen mehr damit geholfen.

©2017

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Im Glashaus der gefangenen Emotionen
»Was liest Du?«-Rezension von Janine2610, am 25.12.2016

Dem Leben mutig und selbstbewusst (sich seiner SELBST bewusst) entgegen zu gehen, das ist schon für viele in unsere Kultur Hineingeborene nicht immer leicht. Für Menschen fremder Kulturen, ganz besonders für die hier bei uns lebende tamilische Gesellschaft aus Sri Lanka und Teilen Indiens, ist es noch viel schwerer, vor allem, weil deren Leben und Persönlichkeiten ganz stark von kulturellen Zwängen eingeschränkt sind. Man darf sich an dieser Stelle aber nicht vorstellen, dass es im vorliegenden Buch rein um das Zurechtkommen der Migranten in Deutschland geht, nein, vorrangig - und das ziemlich intensiv - gewährt uns Deva hierin einen Einblick in das Seelenleben tamilischer Jugendlicher, die zwischen ihrer eigenen Kultur (bzw. der ihrer Eltern) und der deutschen Mentalität hin- und hergerissen sind und infolgedessen leiden. Es ist sehr oft die Rede von verletzten Gefühlen (die scheinbar für fast jedes schwerwiegende Problem der Grund/Auslöser sein sollen) und Verletzungen der Seele, dessen sich die Exil-Tamilen gar nicht bewusst sind und den psychischen Folgen davon.

~ Ein Leben in Lügen und Zwängen ist eine dauerhafte Folterkammer! ~
(S. 156)

»Im Glashaus gefangen zwischen Welten« ist das Lebenswerk des Autors und deswegen kann man sich vorstellen, dass auch einige autobiografische Sequenzen darin zu finden sind.
Deva berichtet von Teilen seiner bisherigen Lebensreise und aus seiner Vergangenheit, die nicht immer so rosig war. Er erzählt, wie (negativ) er damals das Miteinander seiner Eltern und deren Kindererziehung erlebt hat und was das mit ihm gemacht hat bzw. wie seine Gefühle dadurch verletzt wurden und was er in weiterer Folge daraus für seine Zukunft lernen konnte. Ziemlich eindrucksvoll und erstrebenswert fand ich persönlich in diesem Zusammenhang folgendes Zitat: ~ An oberster Stelle galt für mich damals, anderen Menschen nichts Schlechtes anzutun, unabhängig davon, was sie einem selbst angetan hatten. ~ (S. 88)

Obwohl auch eine deutliche Kritik an Eltern tamilischer Kinder bezüglich der Kindererziehung bzw. dem Umgang mit den Gefühlen ihrer Kinder herauslesbar ist, zeigt Deva in anderen Abschnitten wiederum ein bemerkenswertes Einfühlungsvermögen, wenn es um verschiedene Aussagen mancher Menschen geht und kann scheinbar trotzdem großes Verständnis für deren diverse emotionale Verletzungen aufbringen - was mitunter bestimmt daran liegt, dass der Autor selbst sehr intensiv und lange mithilfe therapeutischer Unterstützung an sich gearbeitet hat und seine innere Gefühlsdynamik gut kennenlernen konnte.

~ Lernt man seine eigenen Gefühle zu entdecken und zu verstehen, so kann es gelingen, dass man die Gefühle und Gedanken anderer versteht. ~
(S. 175)

Zu dem Stehen, was man ist

Deva hält seine Leser dazu an - und das finde ich nicht nur für die tamilische Gesellschaft sehr wertvoll -, selbst zu denken, alles Gehörte, Gesehene und im Laufe seines Lebens von Älteren Beigebrachte/Vermittelte zu hinterfragen und sich nicht mundtot machen zu lassen. Oft merkt man gar nicht oder oft ist es einem gar nicht bewusst, dass man etwas für sich angenommen hat, das auf Dauer unglücklich macht - sei es jetzt ein gewisses Denken oder beispielsweise eine Verhaltensweise.
Aus dem eigenen Glashaus auszubrechen ist in vielen Fällen gar nicht so einfach, besonders die (Exil-)Tamilen, von denen Deva spricht, haben es in meinen Augen noch viel schwerer als die Menschen in unserer Kultur. Wenn man mit seinem Leben unzufrieden ist - völlig gleich, ob Tamile oder nicht - braucht es eine Menge innere Stärke und Energie, das eigene Ich und die damit verbundenen existierenden Wünsche anzuhören. Auch ein wenig Übung gehört dazu, denn wenn man nie auf seine wahren Gefühle gehört hat, funktioniert es im ersten Moment vielleicht gar nicht so gut, diese auch wahrzunehmen.

Jedenfalls hofft Deva, dass er mit seinem Buch, in dem er uns teilweise ja auch auf seine ganz persönliche Reise nach der eigenen Erkenntnis mitnimmt, seinen tamilischen Lesern (aber nicht ausschließlich) Mut zu machen und Unterstützung für ihren eigenen Lebensweg anbieten zu können.

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"Im Glashaus gefangen zwischen Welten" bietet einen Einblick in das Leben von Migranten, die ihre Heimat verlassen haben, um im Exil einen neuen Lebensabschnitt zu beginnen. Am Beispiel der Jugend der in Deutschland lebenden Exil-Tamilen, zu denen er selbst gehörte, beschreibt der Autor Probleme und Hindernisse, die mögliche Gründe für eine verfehlte Integration sind. Von der einen Kultur in die andere gestoßen und in ihren Gefühlen verletzt, wissen sie oft nicht, wie ihr weiterer Weg verlaufen soll. Der Blick hinter die Kulissen ermöglicht betroffenen Migranten eine andere Sichtweise auf die Dinge und zeigt mögliche Wege auf.