Kreuzweg

Kreuzweg (eBook)

Diane Broeckhoven

Übersetzung: Isabel Hessel

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Eine Frau blickt zurück auf die dramatischen Ereignisse ihrer Kindheit und Jugend, die den Rest ihres Lebens überschattet haben. Als sechzehnjähriges Mädchen geht sie - mehr oder weniger freiwillig - auf ein Französisches... (weiter)

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Details
AutorIn Diane Broeckhoven
Übersetzung Isabel Hessel
Edition 1. Auflage
Seiten 124
EAN 9783406639425
Sprache deutsch
erschienen bei Beck C. H.
Erstverkaufsdatum 28.09.2012
Stichwörter Einsamkeit
Jugend
Familie
Mädchen
Drama
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Kopierschutz social-drm
Dateigröße 2.58 MB
Veröffentlichungsjahr 2012
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Kreuzweg eines jungen Mädchens
»Was liest Du?«-Rezension von Monika , am 08.12.2013

In ein französisches Mädcheninternat will die Sechzehnjährige, weit fort von zuhause, und später in Paris studieren. In die Zukunft träumt sie sich und will nicht mehr an die Vergangenheit denken, vor allem nicht an die Dienstage, an denen ihre Mutter Chorprobe hatte. Sie möchte es ihrer Mutter erzählen oder ihr schreiben, was damals geschah, doch sie findet keine Worte dafür. Der Gesprächstermin, den sie mit einer der betreuenden Nonnen vereinbart, fällt aus, denn eine schreckliche Nachricht ist eingetroffen: Die Mutter ist tödlich verunglückt. So muss sie wieder zurück nach Hause. An ihrer Zimmertür bringt sie einen Riegel an, doch am Geburtstag ihrer Mutter vergisst sie, ihn vorzuschieben, und ihr Vater, der zu viel getrunken hat, kommt ins Zimmer.

Am nächsten Morgen ist alles wie immer, alles wirkt schrecklich alltäglich. Ihr Vater bittet um Verzeihung, doch über den Abend wird nicht gesprochen. Stattdessen zieht das Mädchen zu ihrer Großmutter - diese erblindet nach und nach und braucht Hilfe. Dass das Mädchen in den nächsten Monaten immer dicker wird, erklären sich die anderen damit, dass sie aus Kummer über den Tod der Mutter zu viele Süßigkeiten in sich hineinstopfe. Am Karfreitag gebiert sie, völlig auf sich allein gestellt, ihr Kind.

Das ganze Buch atmet Kummer und Leid. Die Sechzehnjährige schleppt ein Geheimnis mit sich herum, über das sie nicht sprechen kann. Das Buch ist aus der Sicht der Ich-Erzählerin geschrieben, und ihre Sprachlosigkeit wird auch hier konsequent durchgehalten: Alles wird nur angedeutet, denn nur das Vergessen und Verdrängen bietet ihr die Möglichkeit, nicht zu zerbrechen, sondern trotz allem ihr Leben in die Hand zu nehmen. Und zumindest äußerlich gelingt es ihr: Sie studiert in Paris und wird eine bekannte Künstlerin. Erst als sie fast fünfzig ist, kehrt sie zurück, denn ihr Vater hatte einen Herzinfarkt. Drei Monate lang versorgt sie ihn, bis er in ein Pflegeheim zieht.

"Kreuzweg" ist der Titel des Buches, und folgerichtig sind seine Unterteilungen nicht Kapitel benannt, sondern nach den Kreuzwegstationen: Vierzehn und dazu als fünfzehnte die Auferstehung. Eingerahmt sind sie von einem Prolog und einem Epilog; beide beschreiben die gleiche Szene: Im Prolog lädt der alte Bahnwärter an seinem letzten Arbeitstag eine Frau auf der Bank zu einem Stück Torte ein. Im Epilog sitzt die Künslerin auf der Bahnhofsbank und wird vom Bahnwärter zu Torte eingeladen. Der Kreis schließt sich. Auf dieser Bank hat sie vor 33 Jahren ihr Neugeborenes abgelegt und der Bahnwärter hat es gefunden. Und obwohl auch hier über die Vergangenheit nicht gesprochen werden kann, ist der Weg frei für einen Neubeginn. Zu Ostern beginnt sie mit der Niederschrift ihrer traumatischen Erlebnisse, und wir erfahren ihren Namen: Judith. Die Erinnerung ist nun wieder zugänglich, sie ist persönlich.

Das Buch ergreift den Leser gerade durch das Verschweigen. Nur angedeutet werden die schrecklichen Erlebnisse, und man muss sie sich selbst ausmalen; so ist keine Distanzierung möglich. Wer sich auf das Buch wirklich einlässt, muss sich mit der Erzählerin identifizieren. Ein bewegendes Buch.

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Eine Frau blickt zurück auf die dramatischen Ereignisse ihrer Kindheit und Jugend, die den Rest ihres Lebens überschattet haben. Als sechzehnjähriges Mädchen geht sie - mehr oder weniger freiwillig - auf ein Französisches Internat, weit weg von zu Hause. Sie träumt von einem Studium an der Sorbonne, will ein normales Leben führen. Doch als ihre Mutter tödlich verunglückt, bleibt das Mädchen allein mit dem Vater zurück. Dem Vater, einer Einkaufsliste und anderen unsäglichen Details. Er ignoriert das Schloss an ihrer Tür. Der Roman «Kreuzweg» zeigt, wie unscheinbare Kleinigkeiten der Entdeckung eines unerträglichen Geheimnisses im Weg stehen können, ja, es geradezu zu verbergen helfen. Im Vergessen liegt Schutz. Die präzise und lakonische Sprache von Diane Broeckhoven führt diese Geschichte zu einem erschütternden und auch überraschenden Höhepunkt - der fünfzehnten Station dieser Geschichte von Leid und Einsamkeit.

Diane Broeckhoven, 1946 geboren, hat zahlreiche Kinder- und Jugendbücher geschrieben, für die sie mehrfach ausgezeichnet wurde, und einige Romane für Erwachsene veröffentlicht, u.a. «Eine Reise mit Alice», «Der verschlungene Weg des Herrn Silvain», von denen «Ein Tag mit Herrn Jules» zu einem Bestseller wurde. Diane Broeckhoven lebt in Antwerpen.

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