Krummbüchel und die Baustelle des Lebens

Krummbüchel und die Baustelle des Lebens (Buch)

Gedichte

Buch
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Ulrich List entschied sich im Alter von 60 Jahren, sein Leben neu zu ordnen. Er schrieb sich alles mit einem augenzwinkernden Humor von der Seele. Mal nachdenklich, mal humoristisch oder kabarettreif und doch wieder bis in die... (weiter)

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Details
AutorIn Ulrich List
Edition Neuausg.
Seiten 151
EAN 9783944607184
Sprache deutsch
erschienen bei editionfredebold
Erscheinungsdatum 12.2015
Stichwörter Lyrik
Leben
Op Kölsch
Belletristik: Humor
Mundart
Rezensionen
Autorenportrait
Gesamtmeinung:
Ø4.5 | 4 Meinungen

davon Rezensionen:
Ø 4.5 |  3 Rezensionen
davon Bewertungen:
Ø 4.5 |  1 Bewertung

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Literatur, die unterhält. Was braucht der Leser mehr?
»Was liest Du?«-Rezension von Fräulein Briest, am 09.03.2016

Da ich Bücher dieser Art häufiger auch mal zwischendurch in die Hand nehme, habe ich recht schnell einen Blick hineingeworfen, denn man muss hier keine langen Geschichten und Romane lesen, von denen man sich evtl. nicht mehr loseisen kann.

Ulrich List, mittlerweile stolze 75 Jahre alt, dichtet schon lange. Aber erst seine Krebserkrankung ließ den Gärtnermeister sein Leben noch ein Mal überdenken und es vollständig ändern. So zog der Kölner nach Mallorca und begann dort ernsthaft sein Leben in Versform auf Papier zu bringen. Entstanden sind Gedichte über das Leben, sein Leben. Dennoch lässt List den Leser seine Lebenserfahrungen in erster Linie durch sein Alter-Ego Krummbüchel, den Bauarbeiter, mitverfolgen.

Nach Themen sortiert wird der Leser durch das Buch geführt: Liebe, Gesellschaft, Natur, Reise und kölsche Texte (denn List ist und bleibt Ur-Kölner).
„Krummbüchel stellt sich vor“ – ist die Überschrift der ersten Verse, in denen dem Leser erklärt wird, mit wem er es eigentlich zu tun hat.

„Ich bin ich“
Ich bin der, den Du in mir siehst
und ich bin der, vor dem Du fliehst.
[…]
Ich bin banal, mal mit tieferem Sinn.
Kurz gesagt: Ich bin der, der ich bin.

Der Leser wird auf eine Reise mitgenommen, in guten wie in schlechten Zeiten. „Haste ma‘ `nen Euro?“ spiegelt die besonders schlechten Zeiten wieder – im schönsten Berlinerisch, denn die mieseste Zeit seines Lebens erlebte Ulrich List dort.

Auch die Trennung von seiner Ehefrau hielt er lyrisch fest: in „Esoterik“ beschreibt er ihren „geistigen“ Wandel:
[…]
Zum Guru gibt’s, das spürt sie lange,
`nen karmischen Zusammenhang.
Kinder, Familie, sind ihr schnuppe,
sie geht jetzt in die Gurugruppe.

List kann aber auch poetisch sein und nachdenklich machen. In „Das Meer und die Liebe“ nimmt er Abstand von Humor und Zynismus und der Leser spürt die sensible Seite des Autors.

Für jemanden, der hochkarätige Lyrik zum Interpretieren und Analysieren sucht, ist mit „Krummbüchel und die Baustelle des Lebens“ sicher nicht richtig bedient.
Möchte man sich aber dennoch mit Lyrik beschäftigen, so ist man hier gut aufgehoben.
Denn List schreibt – ohne Selbstmitleid – in zynischer Art und in  sarkastischer Weise, in weicher und sensibler Form über das, was jeder Leser erlebt: über das wirkliche Leben.
Dennoch betrachtet Ulrich List alles, was ihm widerfahren ist, mit einem gesunden Abstand. So schafft er es, auch schlechte Erfahrungen in kabarettreifer Form und mit viel Humor festzuhalten, aber auch zu provozieren und den Leser nachdenklich zu stimmen.

Sicher ist „Krummbüchel und die Baustelle des Lebens“ ein etwas anderer Lyrikband, den man nicht der Gattung der hohen Literatur zuordnen kann.
Ulrich List schafft es dennoch, den Leser in den Bann zu ziehen, am Lesen zu halten und mindestens zum Schmunzeln zu bringen.
Literatur, die unterhält. Was braucht der Leser mehr?

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Literatur, die unterhält. Was braucht der Leser mehr?
»Was liest Du?«-Rezension von Fräulein Briest, am 09.03.2016

Da ich Bücher dieser Art häufiger auch mal zwischendurch in die Hand nehme, habe ich recht schnell einen Blick hineingeworfen, denn man muss hier keine langen Geschichten und Romane lesen, von denen man sich evtl. nicht mehr loseisen kann.

Ulrich List, mittlerweile stolze 75 Jahre alt, dichtet schon lange. Aber erst seine Krebserkrankung ließ den Gärtnermeister sein Leben noch ein Mal überdenken und es vollständig ändern. So zog der Kölner nach Mallorca und begann dort ernsthaft sein Leben in Versform auf Papier zu bringen. Entstanden sind Gedichte über das Leben, sein Leben. Dennoch lässt List den Leser seine Lebenserfahrungen in erster Linie durch sein Alter-Ego Krummbüchel, den Bauarbeiter, mitverfolgen.

Nach Themen sortiert wird der Leser durch das Buch geführt: Liebe, Gesellschaft, Natur, Reise und kölsche Texte (denn List ist und bleibt Ur-Kölner).
„Krummbüchel stellt sich vor“ – ist die Überschrift der ersten Verse, in denen dem Leser erklärt wird, mit wem er es eigentlich zu tun hat.

„Ich bin ich“
Ich bin der, den Du in mir siehst
und ich bin der, vor dem Du fliehst.
[…]
Ich bin banal, mal mit tieferem Sinn.
Kurz gesagt: Ich bin der, der ich bin.

Der Leser wird auf eine Reise mitgenommen, in guten wie in schlechten Zeiten. „Haste ma‘ `nen Euro?“ spiegelt die besonders schlechten Zeiten wieder – im schönsten Berlinerisch, denn die mieseste Zeit seines Lebens erlebte Ulrich List dort.

Auch die Trennung von seiner Ehefrau hielt er lyrisch fest: in „Esoterik“ beschreibt er ihren „geistigen“ Wandel:
[…]
Zum Guru gibt’s, das spürt sie lange,
`nen karmischen Zusammenhang.
Kinder, Familie, sind ihr schnuppe,
sie geht jetzt in die Gurugruppe.

List kann aber auch poetisch sein und nachdenklich machen. In „Das Meer und die Liebe“ nimmt er Abstand von Humor und Zynismus und der Leser spürt die sensible Seite des Autors.

Für jemanden, der hochkarätige Lyrik zum Interpretieren und Analysieren sucht, ist mit „Krummbüchel und die Baustelle des Lebens“ sicher nicht richtig bedient.
Möchte man sich aber dennoch mit Lyrik beschäftigen, so ist man hier gut aufgehoben.
Denn List schreibt – ohne Selbstmitleid – in zynischer Art und in  sarkastischer Weise, in weicher und sensibler Form über das, was jeder Leser erlebt: über das wirkliche Leben.
Dennoch betrachtet Ulrich List alles, was ihm widerfahren ist, mit einem gesunden Abstand. So schafft er es, auch schlechte Erfahrungen in kabarettreifer Form und mit viel Humor festzuhalten, aber auch zu provozieren und den Leser nachdenklich zu stimmen.

Sicher ist „Krummbüchel und die Baustelle des Lebens“ ein etwas anderer Lyrikband, den man nicht der Gattung der hohen Literatur zuordnen kann.
Ulrich List schafft es dennoch, den Leser in den Bann zu ziehen, am Lesen zu halten und mindestens zum Schmunzeln zu bringen.
Literatur, die unterhält. Was braucht der Leser mehr?

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Ulrich List entschied sich im Alter von 60 Jahren, sein Leben neu zu ordnen. Er schrieb sich alles mit einem augenzwinkernden Humor von der Seele. Mal nachdenklich, mal humoristisch oder kabarettreif und doch wieder bis in die Wurzeln tiefgehend und teilweise provozierend, was den Leser treffend berührt und zum Nachdenken anregt - manchmal mit ganz neuen Ansätzen. Er schlüpft in die Rolle des Bauarbeiters Krummbüchel und schaut dabei den Menschen auf den Mund. Krummbüchel teilt kräftig aus. Mal stimmungsvoll, mal sarkastisch, aber am Ende immer liebenswert. Der Autor schenkt uns neben Krummbüchels Erkenntnissen auch die eine oder andere kölnische Baustelle des Lebens. In "Janz Kölle kapodd" beschreibt er mit tiefgehender Wehmut seine Geburtsstadt Köln, als sie nach Kriegsende in Trümmern und Schutt lag und was aus ihr geworden ist, um uns gleich darauf mit dem Liebesgedicht "Ich kann nit für dich friere" in melancholische Welten zu entführen.

List, Ulrich Ulrich List, 1940 in Köln geboren, ist Vater, Gärtnermeister, Dichter, "Krätzchen-Erzähler" und Ur-kölsches Original zugleich. Als Kind lebte er, durch die Versetzung seines Vaters nach Polen, in Warschau und Krakau und kam mit seinen Eltern nach dem Krieg über Schlesien nach Thüringen. Mitte 1945 kehrte die Familie heim nach Köln, wie er mit Glanz in seinen Augen berichtet. Er erlebte, wie der Rektor seiner Volksschule in Köln - Rodenkirchen einen Zaun mitten durch den Pausenhof bauen ließ, um katholische von protestantischen Schülern zu trennen. Das hat ihn bis heute geprägt genau hinzuschauen und die richtigen Fragen zu stellen. Sein privater, aber auch beruflicher Weg als Gärtnermeister, im Angestelltenverhältnis oder später mit seinem eigenen Betrieb, war mit Höhen und Tiefen versehen. Wenn's mal ganz schlecht lief, dann baute sich der echt Kölsche Jung einfach einen neuen und bepflanzte ihn mit frischem Mut und "Anpack". Nach zwei gescheiterten Ehen und gesundheitlichen Problemen entschied er sich im Alter von 60 Jahren, sein Leben neu zu ordnen. Er schrieb sich alles mit einem augenzwinkernden Humor von der Seele. Mal nachdenklich, mal humoristisch oder kabarettreif und doch wieder bis in die Wurzeln tiefgehend und teilweise provozierend, was den Leser treffend berührt und zum Nachdenken anregt - manchmal mit ganz neuen Ansätzen. Der Vater von vier Söhnen und einer Tochter lebt mit seiner Lebensgefährtin heute auf Mallorca. Und wie es sich für einen echten Kölner gehört, treibt ihn das Heimweh mehrfach im Jahr in seine geliebte Heimatstadt. "Krummbüchel und andere Geschichten" von Ulrich List erscheint in Kürze bei editionfredebold, köln.