Liebe findet uns (Taschenbuch)

Roman

Joseph P. Monninger

Übersetzung: Andrea Fischer

Taschenbuch
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Liebe sucht, Liebe träumt, Liebe findet uns Es ist der eine letzte Sommer nach der Uni, bevor das echte Leben beginnt. Heather reist mit ihren zwei besten Freundinnen durch Europa. Sie liest Hemingway, lässt sich... (weiter)

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Eine Herz-Schmerz-Weltenbummlergeschichte
»Was liest Du?«-Rezension von Buchpfote, am 17.10.2018

Allgemein:

„Liebe findet uns“ ist ein Liebesroman des amerikanischen Autors J.P. Monninger, der inzwischen unter den Namen Joe Monninger schreibt. Das Buch erschien 2017 als 416 seitenstarkes Taschenbuch bei Ullstein. Zwischen den Buchdeckeln erzählt die Studienabsolventin Heather von ihrer Reise durch Europa, die sie mit ihren besten Freundinnen erlebt, bevor sie ins Berufsleben starten möchte. Doch statt mit ihren Freundinnen Selfies zu schießen, Museen zu besuchen und Hemingway zu lesen, begegnet sie im Zug nach Amsterdam Jack und verliebt sich in ihn. Jacks Beweggründe für die Reise sind ganz andere. Er geht das Tagebuch seines Großvater ab, besucht die Orte, die sein Großvater nach Ende des 2. Weltkrieges gesehen hat. Doch was genau treibt ihn dazu an?

Mein Bild:

Meine Güte, ihr glaubt gar nicht, wie viel „Hach“- und „Seufz“- Gefühle ich für diese Geschichte übrig habe. An sich kann ich es nicht in Worte fassen, aber fangen wir von vorn an. „Liebe findet uns“ war ein Cover-Kauf. Soviel Romantik und Leuchten in 2 Farben zu bringen, das muss man erst mal schaffen, egal wie dick dieses Buch ist. Beim Durchblättern fielen mir sofort verschiedene Unterteilungen auf. Für meinem Geschmack zu viel des Guten. Am meisten sagte mir jedoch die Aufteilung nach Städten zu, da ich mich auf die jeweilige Stadt einstellen konnte.

Die Story wird aus der Ich-Perspektive von Heather erzählt. Ich mochte sofort ihre selbstverständliche, gefühlsbetonte Erzählweise, weil mir um so weniger verborgen blieb. Wie zum Beispiel der Einstieg in die Geschichte: Eine Erinnerung, die so einfach und doch so einprägsam für mich war. Denn Heather erzählt liebevoll von einem Schnappschuss, den ihr „Mamisaurus“ bei der Collegeabschlussfeier gemacht hat. Ein Moment, der festgehalten wurde, den man nicht wiederholen kann, der sich einbrennt und der daran erinnert, dass man im richtigen Moment nicht zögern sollte. Das ist der Kern von „Liebe findet uns“.

Heather selbst ist leider nicht der Antrieb für die unkonventionelle Erlebnisse auf ihrer Reise. Sie ist total durchorganisiert und wirkt durch ihre wenige Lebenserfahrung jünger als sie eigentlich ist. Ihre Freundinnen weichen von diesem Schema ab: Amy, die Spontane, würde für ihre Freundinnen über Leichen gehen. Constance dagegen ist eher dem Spirituellen zugeneigt. Auch wenn der Autor die Beiden nicht in den Vordergrund drängt, verpasst er ihnen eine eigene Entwicklung, die im Plot verwoben wird.Und ich sage euch, die vertrauliche Freundschaft des Trios ist ein wahrer Schatz.

Tja, und dann kommt Jack, der Mann für einmalige Erlebnisse, der nie den passenden Moment verstreichen lässt und keine Fotos benötigt um sich an etwas zu erinnern. Die zufällige Begegnung mit ihm lässt Heather natürlich alle Pläne über Bord werfen. Ja, ja, an sich ist der Werdegang nichts Neues, aber Jacks Ideen reißen den Leser sofort mit. Ein filmreifer Kuss am Bahnhof ohne damit zu rechnen, eine Nacht im Stroh eines Gestüts, einen Baum pflanzen und vorher „The circle of Life“ singen... Ich konnte gar nicht glauben, dass die Beziehung zwischen den Beiden, trotz der Erlebnisse abseits der Touripfade, sich ganz zärtlich entfaltete, sich eine gewisse Sinnlichkeit bewahrte und ich nur so vor mich hin seufzte. Jack ist offener Mann, der selbst die Tagebucheinträge seines Großvaters mit Heather und damit dem Leser teilt. Ich habe furchtbar viele Stellen in diesem Buch markiert, die in die Tiefe gehen, dass ich hier gar nicht alles erwähnen kann.

An jedem Ort, den ich mit den Beiden besuchte, herrscht eine ganz eigene Atmosphäre und schürte den Wunsch in mir, selbst dorthin zu reisen. Es war eine Liebeserklärung an alle Weltenbummler. Der Autor recherchierte entweder sehr gut oder war selbst in Berlin, Amsterdam, Paris, Prag... Chapeau!

Doch das Leben ist nicht nur ein bezauberndes Abenteuer, denn die Realität holt einen immer ein. Ein Aspekt, der nach soviel Romantik und Freiheitsbekundungen, wirklich wichtig für mich war. Mit dieser riesigen Hürde treten Wut, Schmerz und auch Trauer in Jacks und Heathers Beziehung ein. Denn leider ist jede Party irgendwann vorbei und dann kommt der Morgen danach. Apopo. Im Buch wird übrigens reichlich gefeiert. Natürlich sind sie jung, frei und unbefangen. Nur muss man sich in jeder Stadt betrinken? Das nur am Rande.

Weiterhin wurden mir im Verlauf der wenigen Wochen, die Heather und Jack verband, bewusst, dass irgendwas mit Jack nicht stimmen kann. Interessanterweise schnallte Heather es nicht, obwohl sie es mir selbst näher brachte. Meine Vermutung wurde recht spät bestätigt und nicht nur Heather wühlte diese Erkenntnis auf. Ich wollte wirklich ein Happy End für diese Geschichte. Der Autor schloss, meiner Meinung nach, recht offen ab. Zumindest kann so jeder Leser selbst weiter träumen.

Fazit:

Ein emotionales Highlight mit einer Liebesgeschichte, die sich über weite Strecken Europas entwickelt und den Leser mit jeder Faser mitreißt. Ein Highlight!

 

„Liebe findet uns“ ist ein kurzweiliges und lebensfrohes Buch, welches in seiner Leserschaft Fernweh auslöst und durch vielschichtige Figuren punkten kann.
»Was liest Du?«-Rezension von HelloMyMedia, am 29.08.2018

Die originale Rezension findest du hier.

Wenn man sich für Liebesromane interessiert und nach Empfehlungen in dem entsprechenden Genre sucht, dann stößt man oft auf das Ergebnis: „Liebe findet uns“ von J.P. Monninger. Das schlichte, aber doch auffallende Cover ist in dezent schwarzen und gold-braunen Farben gehalten und lädt den Leser auf eine romantische Reise ein. Auch der Klappentext spricht eine ähnliche Sprache. Welche Versprechungen der Roman letztendlich einhalten und wie sehr er mich überzeugen konnte, das erfährst du in der folgenden Rezension.

Durch einen lebendigen und ehrlichen Schreibstil schafft es der Autor, seine Leserschaft schon auf den ersten Seiten für sich gewinnen zu können. Er beschreibt die Reise und die verschiedenen Zielorte bildhaft und beweist seine Geschicklichkeit im Beobachten von Dingen.

Das Szenario, welches in „Liebe findet uns“ präsentiert wird, ist mitreißend. In der jugendlichen Zielgruppe, an die das Werk gerichtet ist, übt es eine starke Faszination aus, da über die Zeit direkt nach Schul- bzw. Collegeabschluss berichtet wird. Monninger gelingt es, die Barriere zur Freiheit zu überwinden und im Leser die unbedingte Lust zum Reisen zu wecken.

»Hast du schon mal den Spruch gehört, dass Bücher Orte sind, die man besucht… und wenn man Leute kennenlernt, die dieselben Bücher gelesen haben, dann ist es so, als wäre man am selben Ort gewesen? Wir wissen etwas über den anderen, weil er in derselben Welt gewesen ist wie wir. Wir wissen, wofür er lebt.«
– „Liebe findet uns“, Seite 86

Auch den Figuren, die uns in dem Roman vorgestellt werden, wird die nötige charakterliche Tiefe gegeben, sodass man sich gut mit ihnen identifizieren und sogar anfreunden kann. Die vier Hauptfiguren, bestehend aus dem weiblichen Trio und Jack, sind Personen, wie sie aus dem echten Leben entnommen worden sein hätten können. Schade ist es dann nur, wenn man die übrigen Nebenfiguren so fallen lässt wie eine heiße Kartoffel. Raef beispielsweise, der in dem Buch keine unwichtige Rolle spielt, erscheint in dem Roman substanzlos und bekommt bis zur letzten Seite keine persönlichen und charakterlichen Feinheiten, wie er sie verdient hätte und ich mit ihm nicht wirklich warm werden konnte.

Eine große Stärke des Romans liegt in den Dialogen, welche sich hier unter den Personen abspielen. Sie fördern die Eigenschaften und Interessen der Charaktere zutage, sodass man hier einen tiefen Einblick in das Innenleben bekommt. Vor allem die Gespräche zwischen Heather und Jack sind von viel Humor und absurden, aber nachdenklich stimmenden Gedankenspielen gezeichnet, sodass es eine wahre Freude ist, den beiden Figuren bei der Interaktion zuzusehen – zwischen ihnen stimmt die Chemie völlig. Desto mehr ärgerte ich mich jedoch darüber, dass die Auseinandersetzungen und Konflikte, die zwischen den beiden entstanden, lediglich wegen Sturheit und Übertreibungen zustande kamen. Das passte meiner Meinung nach nicht in die Verbindung, die sie miteinander eingingen.

„Liebe findet uns“ ist in zwei große Teile gegliedert – und wer den Klappentext studiert hat, der wird sich ausmalen können, in welche. Bedauerlicherweise wird in der Inhaltszusammenfassung auf dem Buchrücken, die nur den Zweck erfüllen soll, dem potenziellen Käufer einen kleinen Eindruck zur Handlung zu geben und das Interesse in ihm wecken soll, die große Wendung, und auch die einzige, die das Buch zu bieten hat, schon vorweggenommen wird.

Der vorliegende Roman erzählt zwar keine neue Geschichte, aber sie wurde kreativ und mit viel Lebensfreude umgesetzt. Deswegen ärgere ich mich auch darüber, dass die Handlung im zweiten Teil so an Fahrt verliert und eine belanglose und schon oft gehörte Schiene einschlägt, die nicht ganz zu dem sonstigen Szenario passen möchte. Dem Finale, das fast schon lieblos auf die allerletzten Seiten gezwängt wird, mangelt es an Überzeugungskraft und Gefühlen, was in dem Buch, welches sehr stark begonnen hat, nicht sein darf.

Wenn man mich abschließend fragt, ob ich „Liebe findet uns“ weiterempfehlen kann, dann lautet die Antwort trotz einiger Kritikpunkte: „Ja.“ Das Buch weckt in seinen Leser die Lust auf Reisen, man fühlt sich wohl mit den Figuren, zwischen denen die Chemie stimmt, und der Funken des Buches springt sofort rüber. Einige Kritikpunkte möchten nicht ganz schmecken, bringen mich aber nicht von der Tatsache ab, dass es sich hierbei um eine große Empfehlung handelt und ich mich den vorangehenden positiven Resonanzen zu dem Buch nur anschließen möchte.


Fazit:
„Liebe findet uns“ ist ein kurzweiliges und lebensfrohes Buch, welches in seiner Leserschaft Fernweh auslöst und durch vielschichtige Figuren punkten kann.

Gerne vergebe ich vier von fünf möglichen Sternen.