Lieber Daddy-Long-Legs (Buch)

Jean Webster

Übersetzung: Ingo Herzke

Buch
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Fast 18 Jahre hat Judy Abbott im Waisenhaus gelebt. Wegen ihrer literarischen Begabung wird sie nun von einem geheimnisvollen Wohltäter aufs College geschickt. Der Mann möchte namenlos bleiben, Judy soll ihm aber... (weiter)

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Details
AutorIn Jean Webster
Übersetzung Ingo Herzke
Seiten 253
EAN 9783551560445
Sprache deutsch
erschienen bei Carlsen Verlag GmbH
Erscheinungsdatum 10.2017
Stichwörter 20. Jahrhundert
Waisenhaus
Starke Frauen
Universität
Gesellschaft
Altersfreigabe ab 14 Jahren
Rezensionen
Autorenportrait
Gesamtmeinung:
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Bücherschätze
»Was liest Du?«-Rezension von Giselle74, am 12.03.2018

Seit ich denken kann, liebe ich Fred Astaire-Filme. Ich kann stundenlang mit glänzenden Augen vor dem Fernseher sitzen und mir eine Tanzszene nach der nächsten ansehen. Und es ist mir normalerweise dabei gänzlich egal, wer seine Tanzpartnerin ist (wobei Ginger Rogers, Cyd Charisse und Rita Hayworth, in genau dieser Reihenfolge, mir durchaus lieber sind als die anderen, egal, wie gut sie tanzen). Und natürlich kenne ich auch "Daddy Long Legs" und finde den Film ganz wunderbar und das, obwohl die grausliche Leslie Caron die Hauptrolle spielt. Jahaaa, richtig, "grauslich" - ich mag sie überhaupt gar nicht. Dummerweise spielt sie in ein paar wirklich guten Tanzfilmen mit, man kommt also nicht drumherum. Aber wie gesagt, ich finde "Daddy Long Legs" ganz wunderbar und das liegt unter anderem an der entzückenden Geschichte.
Irgendwann bin ich in der örtlichen Bücherei über den Roman von Jean Webster gestolpert, der die Vorlage zum Film darstellt, und habe ihn mir damals regelmäßig ausgeliehen. Wahrscheinlich hätte ich ihn auswendig mitsprechen können...
Tja, und dann bin ich erwachsen geworden - eine sehr dumme Idee im Übrigen, die ich inzwischen nach Leibeskräften umzukehren versuche - und habe Film und Buch bestimmt zwanzig Jahre nicht mehr gesehen. Bis...

Bis ich in einer Buchhandlung die wirklich wunderschöne Ausgabe des Königskinder-Verlags entdeckt habe. An der Kasse teilte man mir dann mit, " es sei aber nur ein Kinderbuch, dafür allerdings ganz nett". Wer im Zusammenhang mit Kinderbüchern "nur" benutzt, der hat von der ganzen Sache wenig Ahnung, finde ich, habe aber schweigend bezahlt und meinen Schatz nach Hause getragen.
Selten findet man ein derart liebevoll gestaltetes Buch. Rosen, wo man hinblickt, auf dem Einband, dem Vorsatz, dem Schutzumschlag. Den ziert zusätzlich noch die Silhuette eines Herrn mit Zylinder, dem eine gewisse Ähnlichkeit zu Herrn Astaire nicht abzusprechen ist. Einen Inhalt gibt es auch, und der ist nicht zu vernachlässigen: Jean Webster hat einen federleichten Briefroman über ein junges Waisenmädchen geschrieben, das seinen Weg findet, fröhlich, keck, ehrlich und liebenswürdig. Der Roman zaubert dem Leser blitzschnell ein Lächeln ins Gesicht, obwohl bei genauerer Betrachtung gar nicht alles immer so zum Lächeln ist. Das sind Waisenhäuser nie, und um 1912 noch weniger.

"Lieber Daddy Long Legs" ist also ein rundherum gelungenes Glücklich-Mach-Buch erster Güte, auch wenn es angeblich "nur" ein Kinderbuch ist. Ist es genau genommen allerdings keineswegs, sondern ein ausgesprochen charmantes Buch für junge Damen, romantisch, durchaus klug und mit einer wirklich liebenswerten Protagonistin.
So. Und jetzt gehe ich frevelhafterweise fernsehen. Something's gotta give...

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Herrlich, charmant & wunderbar ...
»Was liest Du?«-Rezension von SharonBaker, am 09.03.2018

Jerusha Abbott lebt in einem Waisenhaus und ist mit ihren fast 18 Jahren die Älteste von den Kindern. Niemand wollte sie haben, und obwohl sie eine Begabung in der Schule zeigt, wird sie nicht gefördert, so ist ihr weiteres Leben ungewiss, bis an den einem Tag, wo das ungewöhnlichste überhaupt passierte. Jedes Jahr kommen am selben Tag, Wohltäter ins Waisenhaus und diesmal betrifft es auch Jerusha, denn ein geheimnisvoller Gentleman möchte ihr das College finanzieren. Allerdings hat er auch Bedingungen an dieses Arrangement geknüpft, er möchte einmal im Monat Post von ihr erhalten und anonym bleiben, aber sie darf ihn gern mit Mr. Smith anreden. Jerusha kann es nicht fassen, aber stürzt sich mit Begeisterung in ein unbekanntes Leben und nimmt ihre Aufgabe als Briefeschreiberin sehr ernst. Was wird sie wohl alles erleben? Wie wird sich das College auf sie auswirken? Und wird sie jemals erfahren, wer ihr großer Gönner wirklich ist?

Ein Klassiker, der 1912 erschienen ist, kommt in neuer Übersetzung und Gewand in die Buchläden. Tja, und mit dem Königskinder Verlag hat die Geschichte die perfekte Wahl getroffen. Denn die Geschichte passt perfekt, denn sie ist charmant, herzlich, und voller Abenteuer. Ob ich nun allerdings zur Briefeschreiberin werde, erzähle ich euch nun.

Jerusha Abbott kennt nichts anderes als das Waisenhaus, denn niemand wollte sie adoptieren und so fristet sie ihr Dasein bis zu ihren 18. Lebensjahr dort. Sie ist ein aufgeweckter Mensch, trotz des schweren Stands lebensfroh und hat einen kleinen Hang zum zynischen Humor. Genau dieser Humor wird ihr Schicksal besiegeln, denn ihr Wohltäter wird darauf aufmerksam und ermöglicht ihr ein ganz neues Leben. Jerusha, die sich ab da, nun Judy nennt, stellt sich dem College, versucht schnell sich ihre Herkunft nicht anmerken zulassen und schreibt ihren Gönner wie eine Wilde. Und das ist der Clou an der Geschichte, denn es ist ein Briefroman, wir bekommen alles nur durch ihre Briefe an Daddy Long Legs erzählt.

Waisenhausgeschichten sind gerade bei den Klassikern gut vertreten und da ist es doch recht erfrischend, eine Sicht von einem Mädchen zu lesen und dann auch noch so humorvoll. Dieses Mädchen nimmt einen schnell in ihren Bann, sie erzählt beschwingt, aber auch mit kleinen Seitenhieben ihren Gönner gegenüber von ihren Leben, und da sie keine Familie hat, muss er nicht nur mit einem Brief pro Monat rechnen, sondern mit sehr vielen. Somit erleben wir auch Judys Veränderung mit, von ihrer Unsicherheit mit dem großen Reichen in ihrer Umgebung ist bald nichts mehr übrig, sie gewinnt Selbstbewusstsein, stellt sich Herausforderungen und nimmt ihr Leben immer mehr in die eigene Hände. Aus einem Mädchen was nur harte Arbeit und Einsamkeit kennt, erblüht eine junge kluge Frau mit Träumen. Und wir dürfen der Entwicklung beiwohnen und ich muss gestehen, diese Briefromane haben was. Man kann so schön zwischen den Zeilen lesen und somit noch viel mehr erfahren. Auch die Stimmung ist herrlich wieder gespiegelt und so erleben wir vier Jahre College im Schnellraffer und Abenteuer mit. Und auch die Frage, wer ihr Gönner ist, ist wunderbar mit eingearbeitet und lässt uns doch schnell spekulieren. Einfach ein köstliches Amüsement.

Für mich waren es ganz zauberhafte Lesestunden mit einem Mix aus Charles Dickens und Jane Austen. Mein Herz hat bei vielen Stellen heftig mit gefiebert und wild geklopft. Diese alten Geschichten sind einfach immer wieder schön zu schmökern, denn mal ganz ehrlich, es gibt heute noch immer solche Lebensgeschichten und deshalb ist dieser lebensfrohe, humorvolle und charmante Briefroman zeitlos und absolut lebenswert.

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Fast 18 Jahre hat Judy Abbott im Waisenhaus gelebt. Wegen ihrer literarischen Begabung wird sie nun von einem geheimnisvollen Wohltäter aufs College geschickt. Der Mann möchte namenlos bleiben, Judy soll ihm aber jeden Monat einen Brief über ihre Fortschritte schreiben. Voller Begeisterung stürzt sich Judy in dieses unbekannte Leben. Mehr als einmal im Monat schreibt sie "Mr Smith", denn sie hat ja sonst niemanden auf der Welt, mit dem sie ihre Erlebnisse teilen kann. Briefe voller Witz, über Hüte und Literatur, über neue Freundschaften und immer öfter auch über den sympathischen Jervis Pendleton.

Webster, Jean Jean Webster, eigentlich Alice Jane Chandler Webster (1876 - 1916), war eine amerikanische Schriftstellerin und Journalistin und eine Nichte von Mark Twain. Sie studiert Englisch und Ökonomie am Vassar College. Ihr berühmtester Roman ist der Briefroman "Daddy-Long-Legs". Er wurde mehrfach verfilmt, in viele Sprachen übersetzt, und ist seit 1947 in verschiedenen Ausgaben auch auf Deutsch erschienen.