Meine geniale Freundin

Meine geniale Freundin (Buch)

Kindheit und Jugend. Roman

Elena Ferrante

Übersetzung: Karin Krieger

Buch
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Sie könnten unterschiedlicher kaum sein und sind doch unzertrennlich, Lila und Elena, schon als junge Mädchen beste Freundinnen. Und sie werden es ihr ganzes Leben lang bleiben, über sechs Jahrzehnte hinweg, bis... (weiter)

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Details
AutorIn Elena Ferrante
Übersetzung Karin Krieger
Edition 12. Aufl.
Seiten 422
EAN 9783518425534
Sprache deutsch
erschienen bei Suhrkamp Verlag AG
Erscheinungsdatum 29.08.2016
Ursprungstitel L'amica geniale
Stichwörter Romane Bestseller 2017
Frauenfreundschaft
beste freundin geschenk
Spiegel Bestseller
weihnachtsgeschenke
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Zwei Mädchen, zwei Schicksale …
»Was liest Du?«-Rezension von Herbstrose, am 18.06.2019

„Lila ist spurlos verschwunden“. Dieser Telefonanruf war für Elena der Anlass, sich 60 Jahre zurück zu erinnern, an den Beginn ihrer Freundschaft, an ihre gemeinsame Kinder- und Jugendzeit, und - diese Geschichte hier aufzuschreiben. Sie wachsen beide in einem Armenviertel in Neapel auf, im Neapel der Nachkriegszeit als die Camorra die Stadt regierte, Lila, die Tochter eines Schusters und die Ich-Erzählerin Elena, deren Vater Pförtner bei der Stadtverwaltung ist. Beide Mädchen sind trotz verschiedener Charaktere sehr intelligent, haben einen starken Willen und sind schon früh entschlossen, ihrer Armut zu entfliehen. Ihre Freundschaft ist geprägt von gegenseitiger Rivalität und instinktivem Neid, was sie zu immer besseren Leistungen anspornt. Doch nur einer wird schließlich der Erfolg einer besseren Schulbildung zuteil, während die andere ihre Zukunft in einer Ehe mit einem vermögenden Mann sieht …

Elena Ferrante ist das Pseudonym einer italienischen Schriftstellerin, deren Debütroman „L’amore molesto“ bereits 1992 in Italien und unter dem Titel „Lästige Liebe“ 1994 auf Deutsch veröffentlicht wurde. Internationale Bekanntheit erreichte sie durch ihre Neapolitanische Saga, deren erster Band „Meine geniale Freundin“ 2016 in Deutschland erschienen ist. In einem schriftlichen Interview gab die Autorin einige Informationen zu ihrer Person bekannt. Sie sei in einem Außenbezirk von Neapel geboren und aufgewachsen, heiße im realen Leben auch Elena und sei Mutter von Töchtern. Die Schriftstellerei sei nicht ihr Hauptberuf …

Dass die Autorin sich in Neapel gut auskennt und auch mit den Gepflogenheiten in den 50er Jahren vertraut ist, ist der Geschichte anzumerken. Äußerst treffend ist die südländische Mentalität und die Rebellion der jungen Generation, die der Armut und den familiären Zwängen zu entkommen versucht, erfasst. Das karge Leben innerhalb der Familie, das Machogehabe der Männer, die Gewalttätigkeit untereinander und das manchmal verzweifelte Hoffen auf Besserung empfindet man als Leser sehr authentisch. Ebenso drastisch tritt die Gesinnung der Camorra zutage, die sich einerseits solidarisch mit der armen Bevölkerung zeigt, andererseits aber unfassbar brutal gegen Widersacher agieren kann.

Ferrantes Schreibstil ist, wenn man sich erst einmal eingelesen und an die Vielzahl der Personen und Namen gewöhnt hat, flüssig und gut zu lesen. Ein Personenverzeichnis der einzelnen Familien, der Familienmitglieder und ihrer Tätigkeiten, befindet sich am Anfang des Buches, was sich dabei als sehr nützlich erweist. Von schonungsloser Offenheit ist die Beschreibung von Rione, einem Armenviertel Neapels, in dem die beiden Mädchen aufwachsen. Man unterliegt sofort dem Sog der Geschichte, wird hineingezogen in die Enge der Gassen und fühlt mit den Protagonisten den Gestank, den Schmutz und das Ungeziefer - man erlebt ein Neapel abseits des Tourismus.

Fazit: Kein Wohlfühlbuch, keine beschwingte Urlaubslektüre und keine spannende Abenteuergeschichte – sondern ein Buch, auf dessen Thematik man sich einlassen und auf die Mentalität der Protagonisten eingehen sollte, dann wird man auch gerne zu Band 2 „Die Geschichte eines neuen Namens“ greifen.

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"Meine geniale Freundin" - ein geniales Buch?
»Was liest Du?«-Rezension von superlesehelden, am 07.12.2018

Vor ungefähr zwei Jahren brach in Deutschland unter LiteraturliebhaberInnen eine ansteckende Krankheit aus – das sogenannte „Ferrante-Fieber“. Ausgelöst wurde diese Krankheit durch das Erscheinen des Buches „Meine geniale Freundin“, dem Auftakt der vierteiligen Neapolitanischen Saga von Elena Ferrante. Lange ist es mir gelungen, mich vor einer möglichen Ansteckung zu schützen. Doch nun hat mich das Ferrante-Fieber auch erwischt. Allerdings nur in sehr milder Form, mit leicht erhöhter Temperatur. Die erwarteten Fieberschübe blieben bei mir aus …

Best Friends Forever

Als die 66-jährige Raffealla „Lila“ Cerullo von einem Tag auf den anderen spurlos verschwindet, beginnt ihre beste Freundin Elena, die Geschichte ihrer gemeinsamen Kindheit und Jugend sowie die ihrer Freundschaft niederzuschreiben. Damit beginnt auch die Neapolitanische Saga der gefeierten italienischen Autorin Elena Ferrante, die trotz (oder wegen?) ihres Erfolgs ein Leben in der Anonymität gewählt hat. Ferrante lässt ihre Protagonistin Elena „Lenù“ Greco erzählen: Von den Kinderjahren, die sie zusammen mit ihrer Freundin Lila im Rione, einem Stadtteil von Neapel, verbrachte. Von den Bewohnern des Rione, die teils gefürchtet, teils geachtet oder auch verachtet werden. Vom Wettbewerb um den Rang der Klassenbesten in der Grundschule. Von Streitigkeiten, Missgunst und Gewalt unter den Familien des Stadtviertels. Von den Veränderungen, die mit dem Älterwerden und der Pubertät einhergehen – körperlich und emotional. Und natürlich von ersten Liebelein, Eifersüchteleien und Beziehungskisten. Im Mittelpunkt steht dabei stets die Freundschaft der beiden Mädchen, eine Freundschaft, die zwar beständig ist, aber dennoch von Höhen und Tiefen, von Nähe und Entfremdung geprägt wird.

Furore um Ferrante

Obwohl ich den Roman sehr gerne gelesen habe, kann ich den Hype um die Saga, diese Furore um Ferrante nicht völlig nachvollziehen. Beim Lesen habe ich mich des Öfteren gefragt, was den Reiz, was den Erfolg dieses Titels ausmacht. Liegt es am nostalgischen Charme, am italienischen Flair – schließlich ist die Geschichte im Italien der Fünfziger Jahre angesiedelt -, dass das Buch bereits seit etlichen Wochen die Bestsellerlisten beherrscht? Oder an den scharf gezeichneten Figuren der beiden Freundinnen, an ihrer faszinierenden Unterschiedlichkeit, ihrer Freundschaft, die über sechs Jahrzehnte bestehen bleibt? Ist es möglicherweise die Sehnsucht der Leserinnen und Leser nach solch einer innigen, treuen, dauerhaften Freundschaft, wie sie in „Meine geniale Freundin“ dargestellt wird? Oder liegt der Erfolg des Buches in dessen überzeugender Vermarktung begründet? Ich weiß es nicht. Tatsache ist jedoch, dass sich die Ferrante-Titel bestens verkaufen, und einen Grund dafür gibt es sicherlich.

Das gewisse Etwas … fehlt

Keine Frage – es macht Spaß, dieses Buch zu lesen. Ferrante schreibt unterhaltsam und fesselnd. Die Geschichte entwickelt eine Sogwirkung, der man sich nur schwer entziehen kann. Zwar gibt es keinen klassischen Spannungsbogen, keine nennenswerten Highlights in der Handlung. Trotzdem gelingt es der Autorin, ihre Leserschaft bei der Stange zu halten, mitzureißen, in ihren Ferrante-Bann zu ziehen. Auch ihre Charaktere setzt Ferrante sehr gekonnt in Szene. Besonders die Ich-Erzählerin und Protagonist Elena wird authentisch portraitiert – mit all ihrer Unsicherheit, ihrem Lerneifer, ihrem Neid gegenüber der Freundin und der gleichzeitigen Zuneigung zu Lila. Als Elena von ihrer Teenagerzeit erzählt, tut sie dies so glaubwürdig, dass ich mich selbst in diese Zeit zurückversetzt fühlte und mich in vielerlei Hinsicht mir ihr identifizieren konnte. Wie Elena kannte ich den zweifelnden und verzweifelnden Blick in den Spiegel, den brennenden Wunsch nach einer besten Freundin und das zermürbende Vergleichen mit anderen Mädchen.

Und doch: Mir persönlich hat bei diesem Buch das gewisse Etwas gefehlt, das meiner Meinung nach zu einem hervorragenden literarischen Werk gehört. Das gewisse Etwas, was für Ergriffenheit, Erstaunen, Erschütterung oder schlichtweg für restlose Begeisterung sorgt. Die Lektüre hat nichts davon bei mir ausgelöst. Die großen Erwartungen, die ich aufgrund des Hypes und diverser Lobeshymnen an den Roman hatte, wurden nicht erfüllt. Konnten wahrscheinlich gar nicht erfüllt werden, da sie einfach zu hoch waren … Das ist eben das Risiko, wenn ein Titel zu intensiv vermarktet und gehyped wird: Die Erwartungen der Leserschaft werden dermaßen in die Höhe geschraubt, dass das jeweilige Buch ihnen kaum vollständig gerecht werden kann.

Es geht weiter

Wie anfangs erwähnt, hat „Meine geniale Freundin“ zu erhöhter Temperatur bei mir geführt, wenn auch nicht zum Ferrante-Fieber. Aber immerhin! Ich werde mich also demnächst in die weiteren Bände der Saga vertiefen. Schließlich gab es am Ende dieses Auftaktes einige offene Fragen, sodass ich unbedingt wissen möchte, wie es mit Elena und Lila weitergeht. Fieber hin oder her …

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Sie könnten unterschiedlicher kaum sein und sind doch unzertrennlich, Lila und Elena, schon als junge Mädchen beste Freundinnen. Und sie werden es ihr ganzes Leben lang bleiben, über sechs Jahrzehnte hinweg, bis die eine spurlos verschwindet und die andere auf alles Gemeinsame zurückblickt, um hinter das Rätsel dieses Verschwindens zu kommen.Im Neapel der fünfziger Jahre wachsen sie auf, in einem armen, überbordenden, volkstümlichen Viertel, derbes Fluchen auf den Straßen, Familien, die sich seit Generationen befehden, das Silvesterfeuerwerk artet in eine Schießerei aus. Hier gehen sie in die Schule, die unangepasste, draufgängerische Schustertochter Lila und die schüchterne, beflissene Elena, Tochter eines Pförtners, beide darum wetteifernd, besser zu sein als die andere. Bis Lilas Vater seine noch junge Tochter zwingt, dauerhaft in der Schusterei mitzuarbeiten, und Elena mit dem bohrenden Verdacht zurückbleibt, eine Gelegenheit zu nutzen, die eigentlich ihrer Freundin zugestanden hätte. Ihre Wege trennen sich, die eine geht fort und studiert und wird Schriftstellerin, die andere wird Neapel nie verlassen, und trotzdem bleiben Elena und Lila sich nahe, sie begleiten einander durch erste Liebesaffären, Ehen, die Erfahrung von Mutterschaft, durch Jahre der Arbeit und Episoden politischer Bewusstwerdung, zwei eigensinnige, unnachgiebige Frauen, die sich nicht zuletzt gegen die Zumutungen einer brutalen, von Männern beherrschten Welt behaupten müssen.Sie bleiben einander nahe, aber es ist stets eine zwiespältige Nähe: aus Befremden und Zuneigung, aus Rivalität und Innigkeit, aus Missgunst und etwas, das größer und stiller ist als Lieben. Liegt hier das Geheimnis von Lilas Verschwinden?Elena Ferrante hat ein literarisches Meisterwerk von unermesslicher Strahlkraft geschrieben, ein von hinreißenden Figuren bevölkertes Sittengemälde und ein zupackend aufrichtiges Epos - über die rettende und zerstörerische, die weltverändernde Kraft einer Freundschaft, die ein ganzes langes Leben währt.

Ferrante, Elena Elena Ferrante hat sich mit dem Erscheinen ihres Debütromans im Jahr 1992 für die Anonymität entschieden. Ihre vierbändige Neapolitanische Saga - bestehend aus Meine geniale Freundin, Die Geschichte eines neuen Namens, Die Geschichte der getrennten Wege und Die Geschichte des verlorenen Kindes - ist ein weltweiter Bestseller. Ab 2018 erscheinen im Suhrkamp Verlag auch Ferrantes jüngster Band Frantumaglia sowie ihre früheren Romane Lästige Liebe, Tage des Verlassenwerdens und Frau im Dunkeln in neuer Übersetzung. Krieger, Karin Karin Krieger übersetzt vorwiegend aus dem Italienischen und Französischen, darunter Bücher von Claudio Magris, Anna Banti, Armando Massarenti, Margaret Mazzantini, Ugo Riccarelli, Andrea Camilleri, Alessandro Baricco und Giorgio Fontana. Sie war mehrfach Stipendiatin des Deutschen Übersetzerfonds und erhielt 2011 den Hieronymusring.