Meine geniale Freundin

Meine geniale Freundin (Buch)

Kindheit und Jugend. Roman

Elena Ferrante

Übersetzung: Karin Krieger

Buch
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Sie könnten unterschiedlicher kaum sein und sind doch unzertrennlich, Lila und Elena, schon als junge Mädchen beste Freundinnen. Und sie werden es ihr ganzes Leben lang bleiben, über sechs Jahrzehnte hinweg, bis... (weiter)

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Details
AutorIn Elena Ferrante
Übersetzung Karin Krieger
Edition 12. Aufl.
Seiten 422
EAN 9783518425534
Sprache deutsch
erschienen bei Suhrkamp Verlag AG
Erscheinungsdatum 29.08.2016
Ursprungstitel L'amica geniale
Serien Neapolitanische Saga
Stichwörter Romane Bestseller 2017
Frauenfreundschaft
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Spiegel Bestseller
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interessanter Auftakt
»Was liest Du?«-Rezension von nonostar, am 24.01.2020

Lila und Elena sind schon als Kinder beste Freundinnen, dabei könnten sie unterschiedlicher kaum sein. Ihre Freundschaft ist aber auch geprägt von Konkurrenzdenken, jede möchte immer besser sein als die andere. Und doch sind sie auch im Erwachsenenalter noch unzertrennlich. Bis die eine spurlos verschwindet.

Ferrante hat einen sehr ausschweifenden Schreibstil, was den ein oder anderen stören könnte. Dennoch fand ich, kann man der Geschichte um die beiden Mädchen gut folgen. Was mich jedoch zunehmend irritiert hat, da es so ganz anders ist alsalles, was ich aus meinem eigenen Leben kannte, ist der Umgang der Menschen miteinander. Selten habe ich so einen negativen Umgangston erlebt, jeder scheint den anderen irgendwie zu hassen, alle streiten sich ständig und bekriegen sich, oft kommt es auch zu Gewaltausbrüchen. Dennoch sind die Zustände der damaligen Zeit sehr gut beschrieben, man merkt Ferrante an, dass sie mit der Zeit vertraut ist. Die Figuren blieben ein klein wenig flach, jedoch hatten sie genug Charakter um mich der Geschichte weiter folgen zu lassen.

"Meine geniale Freundin" erscheint mir der typische Auftakt einer Reihe zu sein. Zunächst muss in die Thematik und die Personenkonstellation eingeführt werden, was manchmal etwas langwierig werden kann. Dennoch hat es genug Interesse bei mir geweckt, um wissen zu wollen, wie es in Band 2 weiter geht.

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Zwei Mädchen, zwei Schicksale …
»Was liest Du?«-Rezension von Herbstrose, am 18.06.2019

„Lila ist spurlos verschwunden“. Dieser Telefonanruf war für Elena der Anlass, sich 60 Jahre zurück zu erinnern, an den Beginn ihrer Freundschaft, an ihre gemeinsame Kinder- und Jugendzeit, und - diese Geschichte hier aufzuschreiben. Sie wachsen beide in einem Armenviertel in Neapel auf, im Neapel der Nachkriegszeit als die Camorra die Stadt regierte, Lila, die Tochter eines Schusters und die Ich-Erzählerin Elena, deren Vater Pförtner bei der Stadtverwaltung ist. Beide Mädchen sind trotz verschiedener Charaktere sehr intelligent, haben einen starken Willen und sind schon früh entschlossen, ihrer Armut zu entfliehen. Ihre Freundschaft ist geprägt von gegenseitiger Rivalität und instinktivem Neid, was sie zu immer besseren Leistungen anspornt. Doch nur einer wird schließlich der Erfolg einer besseren Schulbildung zuteil, während die andere ihre Zukunft in einer Ehe mit einem vermögenden Mann sieht …

Elena Ferrante ist das Pseudonym einer italienischen Schriftstellerin, deren Debütroman „L’amore molesto“ bereits 1992 in Italien und unter dem Titel „Lästige Liebe“ 1994 auf Deutsch veröffentlicht wurde. Internationale Bekanntheit erreichte sie durch ihre Neapolitanische Saga, deren erster Band „Meine geniale Freundin“ 2016 in Deutschland erschienen ist. In einem schriftlichen Interview gab die Autorin einige Informationen zu ihrer Person bekannt. Sie sei in einem Außenbezirk von Neapel geboren und aufgewachsen, heiße im realen Leben auch Elena und sei Mutter von Töchtern. Die Schriftstellerei sei nicht ihr Hauptberuf …

Dass die Autorin sich in Neapel gut auskennt und auch mit den Gepflogenheiten in den 50er Jahren vertraut ist, ist der Geschichte anzumerken. Äußerst treffend ist die südländische Mentalität und die Rebellion der jungen Generation, die der Armut und den familiären Zwängen zu entkommen versucht, erfasst. Das karge Leben innerhalb der Familie, das Machogehabe der Männer, die Gewalttätigkeit untereinander und das manchmal verzweifelte Hoffen auf Besserung empfindet man als Leser sehr authentisch. Ebenso drastisch tritt die Gesinnung der Camorra zutage, die sich einerseits solidarisch mit der armen Bevölkerung zeigt, andererseits aber unfassbar brutal gegen Widersacher agieren kann.

Ferrantes Schreibstil ist, wenn man sich erst einmal eingelesen und an die Vielzahl der Personen und Namen gewöhnt hat, flüssig und gut zu lesen. Ein Personenverzeichnis der einzelnen Familien, der Familienmitglieder und ihrer Tätigkeiten, befindet sich am Anfang des Buches, was sich dabei als sehr nützlich erweist. Von schonungsloser Offenheit ist die Beschreibung von Rione, einem Armenviertel Neapels, in dem die beiden Mädchen aufwachsen. Man unterliegt sofort dem Sog der Geschichte, wird hineingezogen in die Enge der Gassen und fühlt mit den Protagonisten den Gestank, den Schmutz und das Ungeziefer - man erlebt ein Neapel abseits des Tourismus.

Fazit: Kein Wohlfühlbuch, keine beschwingte Urlaubslektüre und keine spannende Abenteuergeschichte – sondern ein Buch, auf dessen Thematik man sich einlassen und auf die Mentalität der Protagonisten eingehen sollte, dann wird man auch gerne zu Band 2 „Die Geschichte eines neuen Namens“ greifen.

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Sie könnten unterschiedlicher kaum sein und sind doch unzertrennlich, Lila und Elena, schon als junge Mädchen beste Freundinnen. Und sie werden es ihr ganzes Leben lang bleiben, über sechs Jahrzehnte hinweg, bis die eine spurlos verschwindet und die andere auf alles Gemeinsame zurückblickt, um hinter das Rätsel dieses Verschwindens zu kommen.Im Neapel der fünfziger Jahre wachsen sie auf, in einem armen, überbordenden, volkstümlichen Viertel, derbes Fluchen auf den Straßen, Familien, die sich seit Generationen befehden, das Silvesterfeuerwerk artet in eine Schießerei aus. Hier gehen sie in die Schule, die unangepasste, draufgängerische Schustertochter Lila und die schüchterne, beflissene Elena, Tochter eines Pförtners, beide darum wetteifernd, besser zu sein als die andere. Bis Lilas Vater seine noch junge Tochter zwingt, dauerhaft in der Schusterei mitzuarbeiten, und Elena mit dem bohrenden Verdacht zurückbleibt, eine Gelegenheit zu nutzen, die eigentlich ihrer Freundin zugestanden hätte. Ihre Wege trennen sich, die eine geht fort und studiert und wird Schriftstellerin, die andere wird Neapel nie verlassen, und trotzdem bleiben Elena und Lila sich nahe, sie begleiten einander durch erste Liebesaffären, Ehen, die Erfahrung von Mutterschaft, durch Jahre der Arbeit und Episoden politischer Bewusstwerdung, zwei eigensinnige, unnachgiebige Frauen, die sich nicht zuletzt gegen die Zumutungen einer brutalen, von Männern beherrschten Welt behaupten müssen.Sie bleiben einander nahe, aber es ist stets eine zwiespältige Nähe: aus Befremden und Zuneigung, aus Rivalität und Innigkeit, aus Missgunst und etwas, das größer und stiller ist als Lieben. Liegt hier das Geheimnis von Lilas Verschwinden?Elena Ferrante hat ein literarisches Meisterwerk von unermesslicher Strahlkraft geschrieben, ein von hinreißenden Figuren bevölkertes Sittengemälde und ein zupackend aufrichtiges Epos - über die rettende und zerstörerische, die weltverändernde Kraft einer Freundschaft, die ein ganzes langes Leben währt.

Ferrante, Elena Elena Ferrante hat sich mit dem Erscheinen ihres Debütromans im Jahr 1992 für die Anonymität entschieden. Ihre vierbändige Neapolitanische Saga - bestehend aus Meine geniale Freundin, Die Geschichte eines neuen Namens, Die Geschichte der getrennten Wege und Die Geschichte des verlorenen Kindes - ist ein weltweiter Bestseller. Zuletzt erschienen im Suhrkamp Verlag auch Ferrantes frühere Romane Lästige Liebe, Tage des Verlassenwerdens und Frau im Dunkeln, sowie der Band Frantumaglia, der Briefe, Aufsätze und Interviews versammelt. Krieger, Karin Karin Krieger übersetzt vorwiegend aus dem Italienischen und Französischen, darunter Bücher von Claudio Magris, Anna Banti, Armando Massarenti, Margaret Mazzantini, Ugo Riccarelli, Andrea Camilleri, Alessandro Baricco und Giorgio Fontana. Sie war mehrfach Stipendiatin des Deutschen Übersetzerfonds und erhielt 2011 den Hieronymusring.