Narren und Sterbliche (Buch)

Historischer Roman

Bernard Cornwell

Übersetzung: Karolina Fell

Buch
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Bernard Cornwells großer Shakespeare-Roman: Eine phantastische Reise in das London von Elisabeth I Ein ungeheuer spannender und farbiger historischer Roman über Eifersucht, Verrat, Liebe und die Kunst, wie ihn nur... (weiter)

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Details
AutorIn Bernard Cornwell
Übersetzung Karolina Fell
Seiten 505
EAN 9783805200288
Sprache deutsch
erschienen bei Wunderlich Verlag
Erscheinungsdatum 24.07.2018
Ursprungstitel Fools and Mortals
Stichwörter London
Elisabeth II
Renaissance
Tudor
England
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Oberflächlicher, seichter Unterhaltungsroman
»Was liest Du?«-Rezension von Buchbesprechung, am 16.12.2018

William Shakespeare (1564-1616) und seine Theatertruppe im London des Jahres 1595. Als langjähriger Theaterfreund reizte mich gerade dieses Thema, zum ersten Mal einen historischen Roman des britischen Bestseller-Schriftstellers Bernard Cornwell (74) zu lesen. Cornwell wird dank der Vielzahl seiner in über 20 Sprachen übersetzten und mit mehr als 20 Millionen Exemplaren verkauften Romane als „unangefochtener König des historischen Abenteuerromans“ gepriesen. Doch sein neuestes Werk „Narren und Sterbliche“ (2017), im Juli im Wunderlich-Verlag auf Deutsch erschienen, war für mich mehr als enttäuschend. Es ist nur ein allzu seichter Unterhaltungsroman, der sich allenfalls als Vorlage für einen zweitrangigen Kostüm- oder Mantel-und-Degen-Film eignen könnte, in dem Schauspieler Schauspieler spielen, die in einem Schauspiel ein Schauspiel spielen.

So kompliziert sich dies in einem zusammenfassenden Satz formuliert anhören mag, breitet Cornwell die bescheidene Handlung auf 510 Seiten aus, so dass jegliche Dramatik der Story um Eifersucht, Verrat, Liebe und die Kunst zwangsläufig auf der Strecke bleiben muss. Wir befinden uns in dem noch mittelalterlichen anmutenden London des ausgehenden 16. Jahrhunderts. Schauspieltruppen, so auch die des 31-jährigen William Shakespeare, die früher mit Possen und Tierschauen über die Jahrmärkte Englands tingeln mussten, haben inzwischen vor der Stadtmauer riesige Theater mit Platz für tausende Zuschauer gebaut. Die Einwohner Londons sind trotz oder gerade wegen des herrschenden Puritanismus von der Traumwelt des Theaters fasziniert. Zwar sind die Schauspieler - so auch Shakespeares Truppe - in den Augen der puritanischen Obrigkeit „halbseidenes Gesindel“, doch selbst der Hochadel und die Königin lieben das Theater. Bei einer Adelshochzeit will Shakespeare seine gerade fertiggestellte Komödie „Ein Sommernachtstraum“ mit dem wiederum darin eingebauten Stück „Pyramus und Thisbe“ uraufführen. Mitglied dieser Truppe ist – als Erzähler des Romans - Williams acht Jahre jüngerer Bruder Richard, der wie damals üblich als Nachwuchstalent bislang nur in Frauenrollen auftrat. Der Leiter eines konkurrierenden Theaters lässt ihm nun das einzige Textbuch stehlen. Unser junger Held Richard will es zurückstehlen, um sich bei William dadurch den erhofften Respekt zu verschaffen und endlich eine Männerrolle spielen zu dürfen. Zu jeder Mantel-und-Degen-Handlung gehört natürlich eine Liebesgeschichte, weshalb Richard im Schloss der Braut mit dem Dienstmädchen Silvia anbandelt. Dass diese Romanze glücklich endet und Richard tatsächlich seine erste Männerrolle bekommt, dürfte jetzt kaum noch verwundern.

Der geschichtliche Hintergrund des Romans mit der Beschreibung des historischen Londons und der Wandlung des früheren Gauklertums zur ernsthaften Schauspielerei, wie wir sie heute kennen, ist von Cornwell gut recherchiert. Doch auch hier stört, abgesehen von der rein fiktiven und belanglosen Handlung des Romans, die sich in einer netten Kurzgeschichte schildern ließe, die auf über 500 Seiten ausgewälzte epische Breite, die Langeweile aufkommen lässt. Er beschreibt ausgiebig die mit Kot und Dreck bedeckten Straßen Londons und die für diese Zeit typische Garderoben der einfachen Menschen oder des Adels. Besonders störend sind dabei mehrmalige Wiederholungen von Fakten, die ein halbwegs intelligenter Leser eigentlich schon beim ersten Mal verstanden haben sollte.

Historisch wirklich interessant sind allenfalls die ersten zehn Seiten von Cornwells Nachwort. Darin schildert er die realen Sachverhalte und Zusammenhänge im London des ausgehenden 16. Jahrhunderts in kompakter Form. Wer diese zehn Seiten gelesen hat, kann sich eigentlich die Lektüre des Roman ersparen - es sei denn, er ist ein Liebhaber genau solcher märchenhaften Unterhaltungsromane. Zu den nachhaltigen Meisterwerken des „unangefochtenen König des historischen Abenteuerromans“ wird man "Narren und Sterbliche", das im Juni zum halben Preis als Taschenbuch erscheinen wird, allerdings nicht zählen können.

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Bildgewaltig, humorvoll und absolut großartig ...
»Was liest Du?«-Rezension von SharonBaker, am 29.07.2018

Das Leben in London als Bühnendarsteller ist nicht leicht, erst recht nicht im Jahre 1595 und unter der Fuchtel des eigenen Bruders. Richard Shakespeare ist verbannt, immer die Frauen in den Stücken zu spielen und sehnt sich doch so sehr nach einer Männerrolle. Dann herrscht auch noch ein kalter Winter vor und die Spielsaison ist erst mal auf Eis gelegt und die Münzen in den Taschen wachsen nicht nach. Wie gut, das man ein Stück für eine Hochzeit wenigstens proben kann und das im warmen. So macht sich die Gruppe mit dem neusten Stück aus der Feder von William Shakespeare bekannt und lässt so manchen Darsteller verzweifeln. Da London gerade im Theaterfieber schwelgt und die Konkurrenz nicht schläft, ist sogar das Stück in Gefahr. Wer hat da böse Absichten? Wem muss sich die Theatergruppe entgegenstellen? Wird Richard seine Männerrolle bekommen? Und kann er seinen Bruder endlich von sich überzeugen?

Ich lese viel zu selten historische Romane, da diese oft schwer und langatmig sind, dass dies nicht bei allen zutrifft, hat mir wiedermal Bernard Cornwell gezeigt. Für mich war es nicht das erste Buch von ihm, denn er konnte mich schon von seinem Krieger Uhtred überzeugen. Aber als ich gesehen hatte, dass es um Shakespeare geht und dann auch noch um das Stück „Der Sommernachtstraum“ bin ich förmlich erblüht vor Freude. Ob ich diese Freude auch mit dem Buch hatte, erzähle ich euch nun.

Als Erstes stelle ich euch den armen Tropf Richard Shakespeare vor. Ich muss gestehen, dass ich nicht unbedingt mit ihm als Hauptfigur gerechnet hatte, ja es steht im Klappentext, aber so richtig begriffen habe ich es erst beim Beginn des Buches. Aber ehrlich, ich finde, das ist ein gut gewählter Schachzug und lässt viel Spiel für Fantasie und Fiktion. Richard ist ein armer Kerl, der Familie Last, in eine Lehre gegeben, die nach hinten losging, dann ist er nach London zu seinem Bruder getürmt, der ihn aber auch eher abgeschoben hat, als gekümmert. So ist er in Zwielichtigen Gesellschaft groß geworden und hat das Theaterhandwerk gelernt. Nun fristet er sein Dasein in der Gruppe seines Bruders und muss die älteren Damen spielen. Mit ziemlichem Frust und keiner Anerkennung schmollt er vor sich hin und hat Angst vor der Zukunft. Aber Richard ist nicht Richard, wenn er nicht doch irgendwie ins Fettnäpfchen treten kann. Ich mach es kurz, ich liebe diesen jungen Mann. Richard ist ein unglaublicher Held, arm wie eine Kirchenmaus, aber immer bedacht zu leben. Er nimmt seine Umwelt gut wahr und hat eine tolle Auffassungsgabe. Vom Bruder als Dieb gehalten, ist er doch eher der liebe Gutmütige, mit dem gewissen Schalk in den Augen und ihn zu begleiten war ein absoluter Genuss.

Bernard Cornwell erschafft nicht nur das London zu der Zeit vom Shakespeare, nein, er lässt auch so richtig das Theaterherz aufblühen. Wir erleben die Zeit hautnah mit und stehen mit auf den Brettern, die die Welt bedeuten. Was für ein farbiger und atmosphärischer Wirbel aus Theaterstücken und Lebensbewältigung. Es ist so aufregend gewesen, zu einem Richard kennenzulernen, der sich mit Zukunftssorgen rumplagt und um Anerkennung kämpft. Aber auch zu sehen, wie solch eine Theatergruppe aufgestellt ist, wie schwierig die Zeiten sind und wie wichtig es ist, einen Schreiberling in einer Gruppe zu haben. So ist man, hautnah dran, wie Shakespeare seine Stücke schreibt und wie er sie zum Leben erweckt. Und genau wie seine Stücke ist dieses Buch mit Abenteuer, Eifersucht, Liebe, Verrat und großen Heldenmut ausgestattet.

Die ganz große Stärke ist einfach von Bernard Cornwell, wie er die Geschichten erzählt und lebendig werden lässt. Man ist sofort drin, erlebt Sensationelles und kann nicht aufhören diese Figuren zu lieben und ihren Weg mitzubeschreiten. Man merkt gar nicht, dass man einen historischen Roman liest, obwohl alles darin alt und verstaubt ist, liest man es lebendig und äußerst verzückt. Die Beziehung der Brüder ist verzwickt und der Kampf um einen Platz im Leben nicht einfach. Da haben wir das Genie William, der sich in hohen Kreisen bewegen kann und der für sein Theater lebt, anstatt bei der Familie auf dem Land zu sein. Dagegen den jungen Bruder, der seinen Platz haben möchte, aber dem die Vergangenheit immer wieder einzuholen scheint. Es ist ein herrliches Gespann und die Entwicklung der beiden genial eingeflochten. Aber nicht nur das Leben von Richard ist hier ein Punkt, nein, auch die Stücke von Shakespeare. Diese Geschichte ist ein Theaterstück von ganz besonderer Güte.

Narren und Sterbliche ist eine Hommage an Shakespeare und seine Stücke und ich hebe den Hut vor diesem wunderbaren, atmosphärischen, turbulenten, humorvollen, farbenfrohen und liebevollen Roman. Chapeau Bernard Cornwell, ich bin immer noch ganz verzückt.
 

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Bernard Cornwells großer Shakespeare-Roman: Eine phantastische Reise in das London von Elisabeth I Ein ungeheuer spannender und farbiger historischer Roman über Eifersucht, Verrat, Liebe und die Kunst, wie ihn nur Bernard Cornwell schreiben kann. Der Winter 1595 ist kalt. Das macht auch den Mitgliedern der Theatertruppe von William Shakespeare zu schaffen, einer von vielen in London. Die Stadt ist seit längerem vom Theaterfieber ergriffen, neu entstandene Schauspielhäuser vor den Toren der Stadt fassen Tausende Zuschauer, die sich mit Bühnenstücken, Tanz, Zoten und dressierten Bären unterhalten lassen. Halbseidenes Gesindel sind diese Schauspieler in den Augen der puritanischen Obrigkeit, die alle Bühnen verbieten will. Aber viele im Hochadel lieben das Theater, und auch die Königin tut es. Zur Hochzeit einer hochgestellten Dame soll die Truppe ein neues Stück auf die Bühne bringen, eine Komödie mit dem Titel "Der Sommernachtstraum". Mit von der Partie: Richard, William Shakespeares jüngerer Bruder, vom Älteren wenig geliebt und auf der Bühne nur in Frauenrollen geduldet. Dann geschieht eine Katastrophe: Ein konkurrierendes Schauspielhaus lässt das Stück stehlen. Aber Richard weiß, wie die Uraufführung zu retten ist. Er wird das Stück zurückstehlen und damit William dazu bringen, ihn endlich zu respektieren, ihm endlich eine Männerrolle zu geben - und dann fehlt ihm zu seinem Glück nur noch die Hand der schönen Silvia...

Cornwell, Bernard Bernard Cornwell, geboren 1944 in London und aufgewachsen in Essex, arbeitete nach seinem Geschichtsstudium an der University of London lange als Journalist bei der BBC, wo er das Handwerk der gründlichen Recherche lernte (zuletzt als "Head of Current Affairs" in Nordirland). 1980 heiratete er eine Amerikanerin und lebt seither überwiegend in den USA. Weil er dort keine Arbeitserlaubnis bekam, verwirklichte er seinen lang gehegten Wunsch, Bücher zu schreiben. Im englischen Sprachraum gilt er als unangefochtener König des historischen Abenteuerromans. Seine Werke wurden in über 20 Sprachen übersetzt; Gesamtauflage: Mehr als 20 Millionen Exemplare. Die Queen zeichnete ihn mit dem "Order of the British Empire" aus.