Nummer 25 (Taschenbuch)

Thriller

Taschenbuch
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Psychopath gegen Psychopath: ein nervenzerrender Thriller, ein unerbittliches Duell auf Leben und Tod. Der Schriftsteller Andreas Zordan ist Dauergast auf den Bestsellerlisten. Die riesige Fangemeinde kann nicht genug kriegen... (weiter)

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Details
AutorIn Frank Kodiak
Seiten 382
EAN 9783426520093
Sprache deutsch
erschienen bei Knaur Taschenbuch
Erscheinungsdatum 03.07.2017
Stichwörter Psychopath
Thriller
Einzelgänger
Rache
Soziopath
Rezensionen
Autorenportrait
Gesamtmeinung:
Ø3.9 | 23 Meinungen

davon Rezensionen:
Ø 3.9 |  10 Rezensionen
davon Bewertungen:
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Psychopath gegen Psychopath
»Was liest Du?«-Rezension von Mikka, am 09.07.2018

Thrillerautor Andreas Winkelmann schreibt unter seinem Pseudonym ‘Frank Kodiak’ über Thrillerautor Andreas Zordan. Der Vorname ist sicher nicht zufällig gewählt – da fragt man sich als Leser, wie viel des fiktiven Andreas im echten Andreas steckt. (Man kann für dessen Freunde und Familie nur hoffen: wenig bis gar nicht.)

Ich hatte zuvor noch kein Buch des Autors gelesen, weder unter seinem Klarnamen noch unter seinem Pseudonym, und war dementsprechend gespannt. Das erste Kapitel ließ mich jedoch Ungutes erahnen:

Das Buch steigt direkt ein mit einer Folterszene, und das in einer Sprache, die außer dem Schockfaktor wenig zu bieten hat. Ich sah mich das Buch im Geiste schon in den nächsten öffentlichen Bücherschrank stellen. Aber dann stellt sich heraus: Ach so, das ist gar keine Vorschau auf spätere Ereignisse in “Nummer 25” – es ist ein Auszug aus dem neusten Manuskript von Andreas Zordan.

Dem ist klar, dass es Menschen gibt, die seine Bücher abartig und grenzwertig finden, aber das ist ihm schnurzegal. Denn die Leser, die seine Thriller zu Bestsellern machen, wollen genau das: je schockierender, desto besser.

Darin liegt für mich eine der großen Stärken des Thrillers: Andreas Winkelmann hinterfragt das Thrillergenre, insbesondere das Subgenre Hardore, und die Erwartungen der Leser. Das ein oder andere Kapitel endet in genau der Art von Cliffhanger, die mich normalerweise genervt aufstöhnen lässt – voller aufgebauschtem Drama, das ein paar Seiten später in sich zusammenfällt. Aber hier gehört das zum Spiel mit den Erwartungen, und das ist in meinen Augen sehr clever.

Winkelmann ist nicht der erste Autor, der sein eigenes Genre thematisiert und eine düstere Verbindung zwischen Autor und Pseudonym andeutet, das hat Stephen King schon 1989 mit “Stark – The Dark Half” getan. Dennoch ist “Nummer 25” originell und einfallsreich, und als Leser fragt man sich bis zum bitteren Ende:

Ist Andreas Zordan ein Psychopath? Und wenn er einer ist: ist auch der Psychopath, der das Mädchen getötet hat? (Es gibt mehrere Anwärter.) Ich habe meine Meinung im Laufe des Buches mehrfach geändert, denn es gibt einige drastische Wendungen. Der Spannungsbogen steigt auf einem hohen Level ein und lässt dann kaum einmal nach; man weiß nie, aus welcher Ecke die Bedrohung kommt.

Im Mittelpunkt der Geschichte stehen zwei Charaktere: Andreas Zordan und die Journalistin Greta Weiß, die ihn eigentlich nur interviewen will und stattdessen hineinrutscht in eine Mordermittlung auf eigene Faust.

Zordan ist alles andere als sympathisch. Psychopath oder nicht, er ist arrogant, selbstherrlich und aggressiv. Im Mittelteil des Buches fand ich ihn manchmal zu eindimensional, dennoch wollte ich immer wissen, wie es mit ihm weitergeht.

Greta Weiß ist im Gegensatz zu ihm eine Frau, mit der man sich identifizieren kann. Sie ist ehrgeizig und bereit, für eine Story einiges zu tun, vor allem aber ein guter Mensch. Sie will ihre Titelstory, klar – aber sie will auch Gerechtigkeit für das tote Mädchen, und vor allem keine weiteren Opfer. Gelegentlich ist sie für eine Journalistin meines Erachtens allerdings zu naiv.

Der Schreibstil ist schnörkellos und bringt die Dinge auf den Punkt. Für diese Geschichte passt das wunderbar, obwohl mir der Stil normalerweise zu einfach wäre. Interessant fand ich, dass sich der Stil in den Auszügen der Manuskripte von Andreas Zordan tatsächlich von dem im restlichen Buch unterscheidet.

Als Buchbloggerin musste ich mehr als einmal schmunzeln, denn Zordan hält nicht viel von uns:

Zitat:
‘Schon gar nicht brauchte er das, was die Leser heutzutage Rezensionen nannten. Flache, inhaltsleere Meinungen, die nichts anderes waren als Selbstdarstellung. Die Mittelmäßigen hielten es nur schwer aus in ihrer Bedeutungslosigkeit.’

Na dann.

FAZIT
Thrillerautor Andreas Zordan findet die Leiche eines Mädchens in seinem Garten. Da sie exakt so hergerichtet wurde, wie er es in seinem letzten Bestseller beschrieb, mit Materialien aus seinem eigenen Schuppen, ruft er nicht die Polizei – die würde ihn sicher als Hauptverdächtigen sehen.

Stattdessen lässt sich der Autor, der davon überzeugt ist, selber ein Psychopath zu sein, auf einen Zweikampf mit seinem mörderischen Stalker ein.

Die Geschichte ist spannend und voller Wendungen, interessant fand ich aber vor allem, wie sich der Autor mit seinem eigenen Genre und dessen Fans auseinander setzt.

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Von Manipulationen und Klischees
»Was liest Du?«-Rezension von NiliBine70, am 20.08.2017

Inhalt:

Andreas Zordan, seines Zeichens gefeierter Thriller-Autor, lebt ziemlich abgeschieden und ohne großen Außenkontakt in seiner Hütte und feilt dort an seinen brutalen Thrillern. Sehr deteilverliebt will er genau wissen, ob etwas auch wirklich funktioniert. Immerhin behauptet er von sich selbst, auch ein Psychopatz zu sein und hält deshalb alle auf Abstand.

Doch dann findet er hinter seinem Haus die Leiche eines jungen Mädchens, welches genau wie in einem seiner größten Thriller beschrieben drapiert wurde und er muss zunächst feststellen, dass er wohl eine große Psychopathen-Ausnahme ist.

Für ihn zu allem Überfluss taucht auch noch eine hartnäckige Reporterin auf und das Schicksal nimmt seinen Lauf.

Meine Meinung:

Von Manipulationen und Klischees

Sicher wusste ich, dass Frank Kodiak das Pseudonym von Andreas Winkelmann ist. Deswegen wollte ich das Buch auch unbedingt lesen. Und vor allem, als ich den Klappentext das erste Mal gelesen habe! Psychopathen unter sich! Genau meine Spielwiese! Und zu Beginn hatte ich auch wirklich einen Riesen“spaß“! Doch irgendwo so nach einem Drittel flachte das für mich etwas ab. Von der Idee her bin ich nach wie vor davon überzeugt, das hätte richtig gut funktionieren können. Aber nicht mit den Längen, die zum Teil für mich einfach unnötig waren. Schade...

Witzig fand ich, dass die Reporterin ein Helene-Fischer-Double sein konnte. Darüber habe ich echt lachen müssen. Armes Mädel ;-) Immerhin hat man damit eine perfekte Vision von ihr vor Augen!

Was Andreas Zorban angeht, hab ich auch eine gute Vorstellung, wie eigentlich von allem, was im Buch beschrieben wird. Atmosphäre, Örtlichkeiten, Personen, alles ist sehr gut dargestellt und nichts bleibt da diffus.

Gerade was die Beschreibung des Andreas Zorban angeht habe ich mich zwischendurch gefragt, ist das so eine kleine Spitze gegen die allgemein schon mal durchsickernde Ansicht, Thriller-Autoren müssten alle selbst einen an der Klatsche haben? Spielt der Autor da mit den Klischees? Ich meine, allein die Tatsache, dass er unter einem Pseudonym schreibt, zielt für mich schon in die gleiche Schiene... auch, wie dieser Frank Kodiak dargestellt wird, bzw. sich selbst verkauft. Vielleicht löst Andreas Winkelmann das ja irgendwann mal auf ;-)

Auf alle Fälle gibt es schon Thriller-Elemente, merkwürdige Figuren, brutale Morde, detailiert ausgeführte Mordmethoden...aber irgendwas fehlt mir persönlich denn doch, um mich komplett vom Hocker zu reißen. Die Idee ja, aber die Ausführung nicht sooo ganz. Man kann es gut lesen, aber es ist halt kein Kracher. Ich bin gespannt, ob da noch was nachfolgt von Frank Kodiak!

Allerdings habe ich mich auch selbst schon hinterfragt. Vielleicht verstehe ich ihn ja auch nur nicht. Von daher kann ich eigentlich nur sagen, lest es selbst und bildet Eure eigene Meinung :)

Fazit:

Gut und flüssig zu lesender Thriller, nicht unbedingt was für Fans mit höheren Ansprüchen.

Bewertung:

4 von 5 Nilpferden

Danke an Knaur für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

© Sabine Kettschau/Niliversum

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Psychopath gegen Psychopath: ein nervenzerrender Thriller, ein unerbittliches Duell auf Leben und Tod. Der Schriftsteller Andreas Zordan ist Dauergast auf den Bestsellerlisten. Die riesige Fangemeinde kann nicht genug kriegen von seinen Thrillern. Nichts bereitet Zordan mehr Freude als das detailgenaue Beschreiben ausgefallener Tötungsmethoden. Das gelingt dem Einzelgänger nur, weil er sich selbst für einen Psychopathen hält. Er ist kontaktscheu, meidet andere Menschen und lebt einsam in einem ehemaligen Forsthaus im Wald. Er weiß: Würde er nicht in seinen Büchern töten, müsste er auf die Realität ausweichen. Als er eines Morgens im Garten die übel zugerichtete Leiche eines Mädchens im Teenageralter findet, meldet er es nicht der Polizei, sondern lässt sich auf ein Psychoduell mit einem Mörder ein, der ihn offenbar herausfordert. Und muss erkennen, dass er selbst weit entfernt ist von dessen kaltblütiger Grausamkeit.

Frank Kodiak ist das Pseudonym für Andreas Winkelmann, geboren 1968, der bei Rowohlt (rororo) schon einige Thriller veröffentlicht hat (u.a. die Bestseller DeathBook, Die Zucht, KillGame). Schon früh entwickelte er eine Leidenschaft für spannende, unheimliche Geschichten. Bevor er sein erstes Buch veröffentlichte, arbeitete er nach dem Studium der Sportwissenschaften zunächst jedoch als Soldat, Sportlehrer, Taxifahrer, Versicherungsfachmann und freier Redakteur. Mit seiner Familie lebt er in der Nähe von Bremen - in einem einsamen Haus am Waldrand. Mehr über Andreas Winkelmann: andreaswinkelmann.com.