Old School, 2 MP3-CDs (Audio-CD)

Ungekürzte Ausgabe

John Niven

Übersetzung: Stephan Glietsch

Audio-CD
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Eine wilde Satire über Freundschaft, das Altern, die englische Mittelschicht und Gruppensex Susan und Julie sind gerade 60 Jahre alt geworden. Sie leben in einem kleinen Dorf in Südengland und sind seit der Schulzeit... (weiter)

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Details
AutorIn John Niven
Übersetzung Stephan Glietsch
Edition Ungekürzte Lesung
EAN 9783837130348
Sprache deutsch
erschienen bei Random House Audio
Erscheinungsdatum 20.11.2015
Ursprungstitel Reservoir Oaps (Heineman)
Rezensionen
Autorenportrait
Gesamtmeinung:
Ø4.3 | 4 Meinungen

davon Rezensionen:
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Schräg, chaotisch, liebenswert...
»Was liest Du?«-Rezension von parden, am 08.06.2016

Frauenpower! Frauenpower? Nun, zunächst ist davon ehrlich gesagt nicht viel  zu bemerken. Denn eigentlich leben die vier Frauen, die hier eine wesentliche Rolle spielen, ein ganz normales Leben, woran John Niven den Leser bzw. Hörer zu Beginn auch ausgiebig teilhaben lässt.

  • Da wäre zum einen Susan, eine bodenständige Frau, die zeitlebens Hausfrau und Mutter war und sich um Geld keine Sorgen zu machen braucht, denn ihr Mann hat schließlich einen sicheren Posten und sorgt stets für eine ausreichende Deckung der Kreditkarte.
  • Ihre Freundin Julie ist da schon schlechter dran - alleinstehend und ohne großartige Rücklagen lebt sie in einer winzigen Wohnung und arbeitet regelmäßig in einem Altersheim, um überhaupt über die Runden zu kommen.
  • In diesem Altersheim verbringt sie ihre Zigarettenpausen immer wieder mit einer 87jährigen Bewohnerin, Ethel, einer skurrilen Alten, die grundsätzlich kein Blatt vor den Mund nimmt und sich geschickt kleine Vorteile zu verschaffen weiß. 'Kein Schwanz ist so hart wie das Leben' - dieser Wahlspruch ziert als Aufkleber Ethels Rollstuhl und zeigt schon, wes Geistes Kind sie ist.
  • Und die Vierte im Bunde ist die sorgengeplagte Jill, eine zurückhaltende Frau, die sich große Gedanken um ihren kleinen Enkel macht. Dieser benötigt dringend eine lebensnotwendige Operation, doch die Familie kann das erforderliche Geld dafür nicht auftreiben. Alles steuert auf eine traurige Katstrophe zu.

Doch die eigentliche Katastrophe überkommt unerwartet ausgerechnet Susan, deren gutsituiertes Leben sich plötzlich als windiges Kartenhaus entpuppt und damit alles Bisherige infrage stellt. Als ihr Mann Barry unter ungeahnten Umständen ums Leben kommt (eine wirklich ausgesprochen skurrile Situation), kommt Unglaubliches ans Tageslicht - und Susan hat plötzlich mehr Schulden an der Backe als die Bank für gut heißen kann. Und schon ist sie ihr Häuschen los, ihre Kreditkarte ebenso und gleichzeitg alles, was ihr bislang so selbstverständlich erschien. In ihrer Verzweiflung schmiedet  sie mit ihrer Freundin einen verwegenen Plan - und plötzlich befinden sich die vier Frauen in dem Abenteuer ihres Lebens...

Mehr möchte ich zu dem Inhalt nicht erzählen, denn das würde potentielle Leser / Hörer um das Vergnügen bringen, die chaotisch-schräge Handlung selbst zu entdecken. Ab hier wird nämlich zunehmend verständlich, weshalb das (Hör-)Buch so gute Wertungen erhält. Liebevoll-schrullige Charaktere verleihen dem Roadtrip der Oldies eine ganz eigene Würze, und selbst die Polizisten kommen hier zu ihrem Recht auf ihren Status als Hauptcharakter - und zu so manchem Youtube-Auftritt. Kaum scheint die Geschichte endlich wieder in ruhigerem Fahrwasser zu dümpeln, kommt die nächste Misere um die Ecke und fordert dem Einfallsreichtum der vier Frauen so einiges ab. Frauenpower eben! Ja, hier ist sie...

Durch den sehr bedächtigen Beginn der Erzählung, dazu noch sehr ruhig vorgetragen von Gerd Köster, brauchte ich ehrlich gesagt mehrere Anläufe, bis mich das Hörbuch wirklich packen konnte. Dann aber ließ es mich kaum noch los, ich fühlte mich prächtig unterhalten, und die blidhaften Szenen ließen mich oftmals laut loslachen. Auch dem Sprecher machten Figuren wie Situationen offenbar zunehmend mehr Spaß, denn die Charaktere gewannen nicht zuletzt durch die stimmliche Nuancierung um einiges an Farbe und Lebendigkeit hinzu.

Schräg, chaotisch, liebenswert - ein Hörspaß, der sich einstellt, sobald der ruhige Anfang überwunden ist. Dranbleiben lohnt sich!

 

© Parden

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Ich bremse für niemanden
»Was liest Du?«-Rezension von wal.li, am 05.02.2016

Susans Leben verläuft in geregelten Bahnen, sie ist sozial engagiert und sie hat eine Kreditkarte, für deren Deckung ihr etwas langweiliger Mann Barry zuverlässig sorgt. Ihre Freundin Julie, die als Aushilfe in einem Altenwohnheim arbeitet, hat sie manchmal etwas Mitleid. In der 87jährigen Ethel hat Julie eine Freundin gefunden, die mit ihren markigen Sprüchen für Stimmung sorgt. Jill dagegen, eher zurückhaltend, sorgt sich um ihren kleinen Enkel. Fast unmöglich scheint es, das Geld für die notwendige Operation zusammen zu kratzen. Und so plätschert die Zeit dahin, tja, bis eines Tages Barry tot aufgefunden wird und Susan nichts als Schulden hinterlässt. Susan verliert alles und wenig überraschend ist die Bank keine große Hilfe, wenn man sie wirklich einmal braucht. Doch das Leben hat die Rechnung ohne Susan und ihre Freundinnen gemacht. Die vier älteren Damen schmieden einen Plan.

 

Die Beschreibung der Handlung geht nicht über den eher beschaulichen Beginn dieses Romans hinaus und mehr soll auch nicht verraten werden. Wundert man sich anfänglich, wieso der Roman so viele gute Stimmen erhält, ist man am Ende sehr geneigt, reichlich Sterne funkeln zu lassen. Man stelle sich den Hörer vor, im Auto verlegen um sich blickend, nach einem lauthalsen Lachen, Juchen oder „Heilige Scheiße“ ausgerufen zu haben. Bräuchte er oder sie nicht beide Hände am Lenker, ein kräftiges auf die Schenkel klopfen wäre angesagt. Beim Hören stellt er sich vor, wie der Vorleser sich seine Figuren beim Vorlesen vorgestellt hat und ihnen schon mehr als nur eine Stimme verliehen hat. In einigen geradezu aberwitzigen Szenen gratuliert man den Damen zu ihrem Quentchen Glück, den beteiligten Polizisten zu ihren YouTube Auftritten und sich selbst dazu gerade dieses Hörbuch ausgewählt zu haben. 

 

Unbekannt bleibt, ob das hervorragende Amüsement dem Ideenfeuerwerk des Autors zu verdanken ist oder ob nicht gar die grandiose Interpretation des Lesers Gerd Köster einen größeren Anteil daran hat. Auf alle Fälle jedoch fühlt man sich mitten im Geschehen und meint nach so manchen Knalleffekt, da kann doch keine Steigerung mehr kommen, kann sie aber doch.

 

Und Ethel schießt den Vogel ab. „Bollocks“

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Eine wilde Satire über Freundschaft, das Altern, die englische Mittelschicht und Gruppensex Susan und Julie sind gerade 60 Jahre alt geworden. Sie leben in einem kleinen Dorf in Südengland und sind seit der Schulzeit miteinander befreundet. Susan führt ein bürgerliches Hausfrauendasein, Julie lebt in einer Sozialwohnung und arbeitet als Aushilfe in einem Pflegeheim. Als Susans Ehemann Barry tot aufgefunden wird, offenbart sich, dass er ein surreales Doppelleben als Swinger führte und Susan einen finanziellen Scherbenhaufen hinterlassen hat. Um nicht in Altersarmut abzurutschen, greifen sie zu einer radikalen Lösung: einem Banküberfall. Gerd Köster liest Nivens kluge, aber auch verrückte Satire mit seiner Charakterstimme gewohnt lässig und mit viel rauem Charme. (2 mp3-CDs, Laufzeit: 10h 17)

Niven, John John Niven arbeitete mehrere Jahre als A&R-Manager einer Plattenfirma, bevor er sich dem Schreiben widmete. Nach seinem ersten Buch, der halbfiktionalen Novelle Music from Big Pink, gelang ihm mit Kill Your Friends ein Welterfolg. Mit den Romanen Coma, Gott bewahre, Das Gebot der Rache, Straight White Male, Old School, Alte Freunde und Kille 'em all konnte er diesen Erfolg wiederholen. Neben Romanen schreibt John Niven Drehbücher. Er lebt in der Gegend von London. Köster, Gerd Gerd Köster ist ein Allroundtalent, v. a. aber bekannt als Sänger (mit Köster/Hocker und NOX) und Theaterschauspieler. Als Hörbuchsprecher leiht er u. a. Nick Hornbys Kultroman High Fidelity und den Romanen von John Niven seine unverwechselbare Stimme.