Olga (Buch)

Roman

Buch
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Die Geschichte der Liebe zwischen einer Frau, die gegen die Vorurteile ihrer Zeit kämpft, und einem Mann, der sich mit afrikanischen und arktischen Eskapaden an die Träume seiner Zeit von Größe und Macht... (weiter)

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Details
AutorIn Bernhard Schlink
Seiten 311
EAN 9783257070156
Sprache deutsch
erschienen bei Diogenes Verlag AG
Erscheinungsdatum 12.01.2018
Stichwörter 19. Jahrhundert
Deutsche Geschichte
Erster Weltkrieg
Geheimnis
Geschichte
Rezensionen
Gesamtmeinung:
Ø4.2 | 69 Meinungen

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Mayersche-Rezension von Beate, am 02.04.2018

Liebe und Emanzipation Vom späten 19.Jahrhundert bis in die 1970er Jahr entspinnt sich das Schicksal der Protagonistin Olga in Bernhard Schlinks neuestem Roman, der mit viel Wärme und einen umwerfenden Bezug zum Zeitgeschehen in den Bann zu ziehen vermag. Erzählt wird das Schicksal eines deutsch/polnischen Waisenmädchens, das in Pommern bei der kühlen Großmutter aufwächst und sich abseits aller Konventionen in den Sohn des ortsansässigen reichen deutschstämmigen Gutsherren verliebt. Olga geht unter Berücksichtigung der damaligen Zeit einen sehr emanzipierten und ungewöhnlichen Weg. Aus ärmlichen Verhältnissen stammend schafft sie es, ohne entsprechenden Schulbesuch der Schule für höhere Töchter den Zugang zum Lehrerinnenseminar zu erhalten und später als Lehrerin zu arbeiten. Schon seit ihrer Kindheit ist sie eine einsame Außenseiterin, die Verbindung zu ihresgleichen sucht. Jenseits der üblichen Verbandelungen zwischen Grundbesitzern und armen Pächtern trifft sie sich mit Herbert, dem Gutsbesitzersohn, auf Augenhöhe, und die beiden verlieben sich ineinander. Olga hat den unabdingbaren Wunsch und Willen zur Unabhängigkeit, während Herbert rastlosen Bewegungsdrang verspürt und als Kämpfer nach Eintritt ins Garderegiment in die Ferne zieht, zuerst nach Deutsch-Südwestafrika in den Kolonialkrieg Anfang des 20. Jahrhunderts im heutigen Namibia. Olga steht diesem Kampf wie auch dem späteren deutschen Größenwahn sehr skeptisch gegenüber. Sie erlebt den ersten und schließlich auch den zweiten Weltkrieg, wird vertrieben aus ihrer Heimat und findet neue Heimat. Stets handelt sie so, dass sie ihre Ideale erhält und ihnen treu bleibt, im Gegensatz zu den ihr am Herzen liegenden Männern. Eindringlich und behutsam beschreibt Bernhard Schlink dieses Frauenschicksal einer klugen, belesenen, menschlichen Person, die leise und scheinbar mühelos lebt, aber dennoch gehört wird und ihren Weg verfolgt. Fast ein bisschen distanziert ist der anfängliche Stil, als man das junge Liebespaar Olga und Herbert aus der Ferne betrachtet, nahe und berührend hingegen der letzte Teil, als Olga selbst durch Briefe zu Wort kommt. Ein sehr lesenswertes Buch ohne ganz große Überraschungen ist Olgas Lebensgeschichte, dennoch nicht zuletzt durch den geschichtlichen Hintergrund spannend und anregend, einfach empfehlenswert.

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Toller Erzählstil
»Was liest Du?«-Rezension von MarySophie, am 28.03.2018

Handlung:

Olga Rinke wird früh zu einer Waise und wächst daraufhin in ärmlichen Zuständen bei ihrer Großmutter auf, die das Enkelkind auf Abstand hält. Während dieser Jahre ist es Olga stets ein Trost, sich in Bücher zu vertiefen und ihr Wissen zu erweitern. Trotzdem wird es der jungen Frau versagt, eine höhere Schule zu besuchen, da dieses Privileg fast ausschließlich nur Jungen zukam. Olga kämpft für ihren Wunsch, überwindet Hürden und schafft es schließlich, Lehrerin zu werden.

In ihrer Kindheit hat Olga Herbert, den Sohn des Gutsherrn, kenngelernt, mit dem sie erst eine lange und innige Freundschaft verbunden hat und später auch eine starke und lang anhaltende Liebe. Doch dem jungen Paar stehen einige Hindernisse im Weg, allen voran gesellschaftliche Schranken.

Zusätzlich kann Herbert dem Drang nicht wiederstehen, die Welt zu entdecken und verschiedene Länder zu bereisen. Wird ihre Liebe standhalten und all die Trennungen überwinden.


Meinung:

Besonders gefallen hat mir der Schreibstil. Das Buch war unglaublich angenehm zu lesen, es ließ sich durchweg flüssig lesen. Häufig wirken Beschreibungen fast poetisch an und laden richtig dazu ein, sich in den Beschreibungen zu verlieren.

 

Eingeteilt wurde der Roman in drei Teile. Während die ersten beiden Teile noch jeweils in Kapitel gegliedert, während der letzte Teil von Briefen dominiert wurde. Dadurch erhielt man verschiedene Sichtweisen auf das Geschehen und besonders auf Olga und Herbert. Dieses Konzept wurde nicht nur gut umgesetzt, sondern hat mir auch richtig gut gefallen. In dieser Form habe ich lange kein Buch gelesen und es war daher auch für mich eine gute Abwechslung. Mein persönlicher Lieblingsteil war hierbei der erste Teil, ich fand den Einblick in das Leben der jungen Olga und des jungen Herberts sehr interessant und habe gerade diesen Teil fast verschlungen.

 

Das Buch erstreckt sich über mehr als 90 Jahre, angefangen mit Olga´s Geburt bis hin zu ihrem Ruhestand, schließlich ihren Tod und zu guter letzt begleitet man als Leser noch einen guten Freund Olga´s auf Spurensuche. Dabei herrschen während des Romans unterschiedliche Erzählperspektiven. Der erste Teil des Buches wird von einem allwissenden Erzähler dargestellt, mit den Geburten von Olga und Herbert, ihrer Kindheit, Jugend und ihrem Erwachsenenleben.

Im zweiten Teil lernt man Ferdinand kennen, den Ich-Erzähler von diesem Teil, wie er Olga kennengelernt hat und welche Rolle sie in seinem gesamten Leben spielt. Über den dritten Teil, welcher in Briefform niedergeschrieben ist, will ich an dieser Stelle nicht zu viel verraten, um nicht zu spoilern.

 

Mir fiel es schwer, mir Olga oder auch Herbert darzustellen. Obwohl es kleine Details zu ihrem Äußeren gibt und man sich besonders durch Gedanken und Gefühle ein Bild von ihnen machen kann, sind sie mir durchweg fremd geblieben. Ich konnte zu ihnen einfach keine Bindung aufbauen oder sie als sympathisch oder unsympathisch einschätzen. Im Grunde sind sie mir auch nach dem Beenden des Buches vollkommen egal.

 

Olga ist als Hauptcharakter des Buches trotzdem eine interessante und vor allem starke Frau. Sie hat so viele Hürden in ihrem Leben überwunden und immer einen Weg gefunden, ihr Ziel letztendlich zu erreichen. Sei es auf der Schule oder in ihrer späteren Berufslaufbahn. Dafür hat sie meinen Respekt verdient, sie hat sich nicht leicht unterkriegen lassen und auch nie den Kopf hängen lassen, obwohl nicht alles in ihrem Leben rund lief.

 

Wie schon erwähnt, erstreckt sich die Handlung des Buches über einen langen Zeitraum. Hierbei hat es mich gestört, dass es nicht wirklich eine zeitliche Einordnung gibt, anhand derer man als Leser einschätzen kann, wie viel Zeit seit Beginn des Buches vergangen ist, sondern auch um Olga vom Alter schätzen zu können. Dies hätte mir wohl auch geholfen, eine Bindung zu ihr aufzubauen, da sie so für mich durchweg jung blieb.

 

Fazit:
Ein toller Roman, den ich innerhalb von einem Tag durchgelesen hatte. In besonders guter Erinnerung wird mir hierbei die Schreibweise von Bernhard Schlink bleiben, die mich von der ersten Seite an gefangen genommen hat. Das Buch erzählt die Geschichte von Olga, einer unglaublich starken Frau, die für ihre Wünsche kämpfen musste und an ihrer einzigen Liebe ihr ganzes Leben lang festgehalten hat.

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Die Geschichte der Liebe zwischen einer Frau, die gegen die Vorurteile ihrer Zeit kämpft, und einem Mann, der sich mit afrikanischen und arktischen Eskapaden an die Träume seiner Zeit von Größe und Macht verliert. Erst im Scheitern wird er mit der Realität konfrontiert - wie viele seines Volks und seiner Zeit. Die Frau bleibt ihm ihr Leben lang verbunden, in Gedanken, Briefen und einem großen Aufbegehren.