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Abschied von der Nacht: Benjamin von Stuckrad-Barres Comeback Er wollte genau da rein: zu den Helden, in die rauschhaften Nächte - dahin, wo die Musik spielt. Erst hinter und dann auf die Bühne. Unglaublich schnell... (weiter)

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Details
AutorIn Benjamin von Stuckrad-Barre
Seiten 576
EAN 9783462048858
Sprache deutsch
erschienen bei Kiepenheuer & Witsch GmbH
Erscheinungsdatum 10.03.2016
Stichwörter Nachtleben
Livealbum
Remix
Soloalbum
Blackbox
Rezensionen
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Ein Leben in Extremen - komisch, traurig, mutmachend
»Was liest Du?«-Rezension von Philipp, am 07.04.2016

Benjamin von Stuckrad Barre, Jahrgang 1975, hat schon viel erlebt in seinem Leben: er war Musikredakteur beim Rolling Stone und bei der taz, Mitarbeiter bei der FAZ, dann sein erster Roman „Soloalbum“, mit dem er zum Star der „Pop-Literatur“ wurde, kurz darauf Gag-Schreiber für die Harald-Schmidt-Show und in späteren Tagen selbst Late-Night-Talker.

Sein neuestes Buch „Panikherz“ ist eine Autobiografie. Darin geht es um den Medienzirkus der 90-er Jahre bis in die Jetztzeit, in der Stuckrad-Barre ja ziemlich viel mitmischte, es geht sehr viel über Pop-Musik, aber auch um den persönlichen Absturz Barres, der in eine Bulimie und eine starke Drogensucht führte.

In diesem Buch tritt unheimlich viel Prominenz auf: allen voran Udo Lindenberg, ein Kindheitsheld Barres, der später zum väterlichen Freund wird und ihm hilft – ja, ausgerechnet Udo Lindenberg! - von den Drogen loszukommen.

Dann taucht auch plötzlich Sven Regener auf, Sänger von Element of Crime, und hilft ihm beim Umzug. Am Strand von Florida hängt er mit dem Gitarristen von Rammstein ab. Mit Bret Easton Ellis zieht er ein paar Lines.

Man lernt Stuckrad-Barre als einen hyperaktiven, ruhelosen Menschen kennen, umgeben von zahlreichen Menschen, mit zahllosen Kontakten, der aber trotzdem unendlich einsam ist und mit seinem plötzlichen Ruhm als „Star der Pop-Literatur“ überhaupt nicht umgehen kann.

Schonungslos berichtet er von seiner Bulimie und seiner Drogensucht, da wird es einem auch als Leser mal ziemlich schlecht.

Trotzdem überwiegen in diesem Buch die heiteren Seiten. Es ist rasant und sehr humorvoll geschrieben, Barre versteht es wie kein zweiter, genau zu beobachten. Und dann geht alles gut aus, man geht zwar mit Stuckrad-Barre durch dessen persönliche Hölle, aber am Ende findet er sich endlich selbst und kommt endlich ein wenig zur Ruhe.

Und jetzt ist das Buch sogar auf Platz 1 der Spiegel-Bestseller-Liste – wie schön! Ein besseres Happy-End gibt es nicht.

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Berührt mein Panikherz!
»Was liest Du?«-Rezension von UJac, am 25.03.2016

Inhalt / Klappentext:

Abschied von der Nacht: Benjamin von Stuckrad-Barres Comeback.
Er wollte genau da rein: zu den Helden, in die rauschhaften Nächte - dahin, wo die Musik spielt. Erst hinter und dann auf die Bühne. Unglaublich schnell kam er an, stürzte sich hinein und ging darin fast verloren. Udo Lindenbergs rebellische Märchenlieder prägten und verführten ihn, doch Udo selbst wird Freund und später Retter. Benjamin von Stuckrad-Barre erzählt eine Geschichte, wie man sie sich nicht ausdenken kann: Er wollte den Rockstar-Taumel und das Rockstar-Leben, bekam beides und folgerichtig auch den Rockstar-Absturz. Früher Ruhm, Realitätsverlust, Drogenabhängigkeit. Und nun eine Selbstfindung am dafür unwahrscheinlichsten Ort - im mythenumrankten "Chateau Marmont" in Hollywood, in das ihn Udo führte. Was als Rückzug und Klausur geplant war, erweist sich als Rückkehr ins Schreiben und in ein Leben als Roman. Drumherum tobt der Rausch, der Erzähler bleibt diesmal nüchtern. Schreibend erinnert er sich an seine Träume und Helden - und trifft viele von ihnen wieder. Mit Bret Easton Ellis inspiziert er einen Duschvorhang, er begegnet Westernhagen beim Arzt und Courtney Love in der Raucherecke und geht mit Thomas Gottschalk zum Konzert von Brian Wilson. Andere sind tot und werden doch gegenwärtig, Kurt Cobain, Helmut Dietl.

Meine Meinung:

In der Vergangenheit habe ich schon mehrere Bücher von Benjamin von Stuckrad-Barre gelesen, weil ich seine Sprache sehr mag und er die Dinge immer so wunderbar auf den Punkt bringt.

Dieses ist nun für mich ein ganz besonderes Buch, weil es voller "Udo-Liebe" ist. Und zwar die Liebe zu Udo Lindenberg. Genau wie dem Autor, bin ich auch mit zwölf Jahren auf die Musik von Lindenberg aufmerksam geworden, ebenfalls als mein älterer Bruder mit einer Udo-Platte nach Hause kam. Und genau wie Stuckrad-Barre, von Udo "Stuckiman" genannt, war ich seitdem mit dem Panikvirus infiziert und bin es bis heute immer noch. Deshalb kann ich mich als Leser dieses Buches besonders gut damit identifizieren, ja es geht mir regelrecht unter die Haut!

Aber das Buch ist eine Autobiografie, wo es sehr viel, aber nicht nur um die Liebe des Autors zur Musik geht und wie sie ihn prägte. Er erzählt sehr offen und ehrlich über seine Sehnsüchte, wie er gerne zur Musikszene gehören wollte, seinen Musikhelden nahe sein und wie es ihm schließlich gelang, durch sein Schreiben für den "Rolling Stone" und andere Magazine, Zugang zu dieser Szene zu bekommen. Dabei blieb es nicht aus, dass er sich ins Nachtleben stürzte, wo nicht nur der Alkohol in Mengen floß, sondern auch diverse Partydrogen dazugehörten.

"Stuckiman" offenbart viel von seiner Persönlichkeit, seinen Ängsten, seinen Sehnsüchten, seinen Selbstzweifeln. Gnadenlos beschreibt er seine Abstürze, seine Drogenexzesse, seine Magersucht, die schließlich zur Bulemie wird. Immer wieder geht er in Kliniken, läßt sich behandeln, macht mehrere Drogenentzüge und meistens kommen die Rückfälle schneller als gedacht und alles geht wieder von vorne los. Zum Glück hat er einige Menschen in seinem Umfeld, die ihn da immer wieder rausziehen, einer davon ist Udo Lindenberg.

Und trotz des Ernstes der Thematik gibt es auch jede Menge Komik im Buch. Wenn er die Szenen mit Udo beschreibt, wo er mit ihm nach L.A. reist und punktgenau von Udos Art erzählt, der immer die lockerlose Udo-Sprache drauf hat, egal mit wem er es zu tun hat, das ist einfach köstlich! Und wer trifft schon Courtney Love in der Raucherecke und Marius Müller-Westernhagen beim Hals-Nasen-Ohren-Arzt?

Das Buch ist geradezu sprachgewaltig, so dass ich es sehr aufmerksam und besonders langsam gelesen habe, um ja nichts zu verpassen. Ähnlich wie Udo, entwickelt Stuckrad-Barre eigene Wortkreationen, aber ohne Lindenberg nachzuahmen.

"Stuckimans" Geschichte hat mich sehr berührt, ich war schon vom Lesen high, hab mit ihm im Entzug gelitten, hab jede Songtext-Zeile mitgesungen und war von Udos vorurteilsfreier Fürsorge völlig geflasht.

Ich wünsche dem Autor von ganzem Herzen, dass er es packt, dass er weiterhin mit sich und seinem neuen Kamillenteeleben zufrieden ist, vielleicht sogar die Schönheit der drogenfreien Nacht entdeckt und uns noch viele richtig gute Bücher beschert.

Von mir also: absoluter LESEBEFEHL und keine Panik!!!!

 

 

 

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Abschied von der Nacht: Benjamin von Stuckrad-Barres Comeback Er wollte genau da rein: zu den Helden, in die rauschhaften Nächte - dahin, wo die Musik spielt. Erst hinter und dann auf die Bühne. Unglaublich schnell kam er an, stürzte sich hinein und ging darin fast verloren. Udo Lindenbergs rebellische Märchenlieder prägten und verführten ihn, doch Udo selbst wird Freund und später Retter. Benjamin von Stuckrad-Barre erzählt eine Geschichte, wie man sie sich nicht ausdenken kann: Er wollte den Rockstar-Taumel und das Rockstar-Leben, bekam beides und folgerichtig auch den Rockstar-Absturz. Früher Ruhm, Realitätsverlust, Drogenabhängigkeit. Und nun eine Selbstfindung am dafür unwahrscheinlichsten Ort - im mythenumrankten "Chateau Marmont" in Hollywood, in das ihn Udo führte. Was als Rückzug und Klausur geplant war, erweist sich als Rückkehr ins Schreiben und in ein Leben als Roman. Drumherum tobt der Rausch, der Erzähler bleibt diesmal nüchtern. Schreibend erinnert er sich an seine Träume und Helden - und trifft viele von ihnen wieder. Mit Bret Easton Ellis inspiziert er einen Duschvorhang, er begegnet Westernhagen beim Arzt und Courtney Love in der Raucherecke und geht mit Thomas Gottschalk zum Konzert von Brian Wilson. Andere sind tot und werden doch gegenwärtig, Kurt Cobain, Helmut Dietl. Stuckrad-Barre erzählt mit seiner eigenen Geschichte zugleich die Geschichte der Popkultur der letzten 20 Jahre. "Panikherz" ist eine Reise in die Nacht, eine Suche nach Wahrheit, eine Rückkehr aus dem Nebel.