Princeton 66 (Buch)

Die abenteuerliche Reise der Gruppe 47

Buch
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Während in Vietnam der Krieg tobt und Mao die Kultur "revolutioniert", machen sich die wichtigsten deutschsprachigen Schriftsteller und Kritiker auf, um an der amerikanischen Ostküste über Literatur zu... (weiter)

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Details
AutorIn Jörg Magenau
Edition 3. Aufl.
Seiten 223
EAN 9783608949025
Sprache deutsch
erschienen bei Klett-Cotta
Erscheinungsdatum 20.02.2016
Stichwörter Vereinigte Staaten von Amerika
USA
Literaturwissenschaft: 1900 bis 2000
Sozial- und Kulturgeschichte
Deutschland
Rezensionen
Autorenportrait
Gesamtmeinung:
Ø1.9 | 4 Meinungen

davon Rezensionen:
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Erstaunlich banal
»Was liest Du?«-Rezension von Naoki, am 23.08.2016

Princeton 66 erzählt die Geschichte vom letzten Treffen der Gruppe 47, einer Zusammenkunft der literarischen Elite im Nachkriegsdeutschland. Führende „Mitglieder“ waren zum Beispiel Grass und Reich-Ranicki.

 

Ich sage es nicht gerne, aber der beste Abschnitt des Buches war ein kleiner Exkurs zum Mathematiker Gödel. Der Rest war zwar gut recherchiert, jedoch belanglos erzählt. Natürlich passiert auf einer solchen Tagung nicht viel, aber hier werden Lesungen und Kritik so aufgereiht, dass sie von Kapitel zu Kapitel uninteressanter werden. Man erkennt, dass Magenau den Personen möglichst wenige erfundene Gedanken einpflanzen wollte. Leider macht diese reine Außensicht die Geschehnisse ziemlich uninteressant. Zum Teil wurde versucht, dies durch Ironie auszugleichen, manchmal gelingt es, doch ich hätte mir wirklich einen entschiedeneren Standpunkt des Erzählers gewünscht. Damit hätte er eine deutlich größere Spannung zwischen Erzählung und Erzähltem aufbauen können und mehr Tiefe in den Roman gebracht. Die Sprache war relativ trocken, was natürlich auch aus der erzählerischen Distanz entsteht.

 

Dazu kommt, dass ich die Gruppe 47, die ich im Studium kennengelernt habe, größtenteils nicht mag. Die wenigen, die ich gerne lese (zum Beispiel Böll), sind aus Protest gegen den Vietnamkrieg dieser Amerikareise ferngeblieben. So war mein Interesse an dem Buch zwar da, allerdings nicht allzu groß. Ich denke, dass Liebhaberinnen der Nachkriegsliteratur mehr aus dem Roman herausziehen, aber für mich war es eine langweilige Erzählung über spießige, rauchende, gesetzte Herren, die an Selbstüberschätzung leiden.

 

Fazit: Langweilig, banal und unentschieden. Princeton 66 bietet zwar gute Recherche, ist aber sonst nur für LiteraturwissenschaftlerInnen interessant, die die Nachkriegsliteratur zu schätzen wissen. Es mangelt der Erzählung an Humor und Tiefe.

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Während in Vietnam der Krieg tobt und Mao die Kultur "revolutioniert", machen sich die wichtigsten deutschsprachigen Schriftsteller und Kritiker auf, um an der amerikanischen Ostküste über Literatur zu diskutieren: Jörg Magenaus kulturgeschichtliches Panorama über das Gastspiel der Gruppe 47 in Princeton. April 1966. Viele sind eingeladen, etwa achtzig machen sich auf die Reise. Unter den Schriftstellern Grass, Lenz und Enzensberger. Unter den Kritikern Höllerer, Mayer und Reich-Ranicki. Die Regeln denkbar einfach: Eine Lesung dauert nicht länger als zwanzig Minuten. Diskussion über das Gehörte. Dann die Wortmeldung eines pilzköpfigen, nahezu schüchternen Mannes, der den Anwesenden "Beschreibunsimpotenz" vorwirft: Über Nacht wurde Peter Handke zum Jungstar der Literatur - und es war nicht zuletzt diese grundsätzliche Kritik, die dazu führte, dass es nur mehr zu einem letzten Treffen der Gruppe 47 kommen sollte. Jörg Magenau zeichnet ein präzises Porträt dieses besonderen Wochenendes im Jahr 1966, das mehr war als nur ein Gipfeltreffen der deutschsprachigen Literatur.

Jörg Magenau, geboren 1961, studierte Philosophie und Germanistik. Er hat zahlreiche viel beachtete Bücher veröffentlicht, u.a. »Ernst Jünger: Letzte Worte«, »Brüder unterm Sternenzelt. Friedrich Georg und Ernst Jünger. Eine Biographie« sowie den Bestseller »Schmidt - Lenz. Geschichte einer Freundschaft«.