QualityLand (Buch)

Roman. Ausgezeichnet mit dem Deutschen Science-Fiction-Preis (DSFP) 2018

Buch
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Willkommen in QualityLand, in einer nicht allzu fernen Zukunft: Alles läuft rund - Arbeit, Freizeit und Beziehungen sind von Algorithmen optimiert. Trotzdem beschleicht den Maschinenverschrotter Peter Arbeitsloser immer... (weiter)

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Details
AutorIn Marc-Uwe Kling
Seiten 381
EAN 9783550050152
Sprache deutsch
erschienen bei Ullstein Verlag GmbH
Erscheinungsdatum 22.09.2017
Stichwörter Neuerscheinung 2017
Neu 2017
Zukunft
Dystopie
Satire
Rezensionen
Autorenportrait
Gesamtmeinung:
Ø4.2 | 50 Meinungen

davon Rezensionen:
Ø 4.3 |  20 Rezensionen
davon Bewertungen:
Ø 4.2 |  30 Bewertungen

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Eine bittere digitale Zukunftswelt
»Was liest Du?«-Rezension von Kiki.Stella, am 11.05.2018

Qualtiyland ist das Land, in dem alles durch Algorithmen vorgegeben ist. In dem die Autos einen von alleine durch die Gegend kutschieren, in dem jeder ein Level hat durch das einem verschiedene Optionen offen stehen, in dem man Produkte, die man vermeintlich möchte automatisch zugeschickt bekommt und in dem man keine schweren Entscheidungen treffen muss. Denn die einzige Antwortoption, die man erhält ist „OK“. Doch was passiert wenn jemand merkt, dass das System doch nicht so rund läuft, wie alle es vorgaukeln? Der Maschinenverschrotter Peter Arbeitsloser wundert sich immer mehr. Denn bei ihm landen die Maschinen, die wegen verschiedener Probleme ausrangiert werden. Und diese Probleme dürfte es eigentlich nicht geben: Drohnen mit Flugangst, Kampfroboter mit posttraumatischer Belastungsstörung, Sexandroiden die unter Erektionsproblemen leiden… Die Frau, die ihm als perfekt für ihn vorgeschlagen wird, passt nicht wirklich. Und die Produkte, die er von The Shop bekommt, sind auch nicht die, die er wirklich möchte. Doch eine Reklamation ist gar nicht so einfach. Denn das System macht keine Fehler.
Marc-Uwe Kling hat mit Qualitiyland eine Dystopie gezaubert, die in der digitalen Welt spielt. Er hat die aktuellen Entwicklungen perfekt in eine dunkle Zukunft verpackt und satirisch aufgearbeitet. Der Schreibstil ist sehr gut zu lesen. Manchmal lacht man, manchmal bleibt einem das Lachen im Halse stecken. Am Anfang braucht man ein paar Seiten, um sich in dieser Welt zurecht zu finden, doch durch die Erklärungen gelingt dies sehr schnell. Diese digitale Zukunft die hier aufgebaut wurde ist beängstigend und verstörend. Aber in diversen Fällen gar nicht so unwahrscheinlich. Parallelen zur Realtität sind auf jeden Fall zu finden. Und genau das macht es so erschreckend. Denn möchte man wirklich in so einer Welt leben? Kling hat sehr gut recherchiert und agiert wie auch schon in seinen Känguru-Chroniken sehr geschickt und baut alles sehr vielschichtig auf.
Das Buch gibt es in einer Hellen und einer Dunklen Edition. Dabei ist die Geschichte an sich gleich, nur die Anzeigen unterscheiden sich. Da man die sich aber auch online anschauen kann, ist es nicht nötig, sich beide Editionen zu kaufen. Das Cover an sich ist schlicht gehalten und passt genau dadurch zu den eintönigen Entscheidungen, die die Charaktere in Qualityland haben. Denn bunt ist das nicht.
Das Buch ist absolut lesenswert und sehr erschreckend. Denn diese Zukunftsvision ist alles andere als erstrebenswert.

 

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Ein perfektes Zusammenspiel mit dem Schreibstil und der sehr detaillierten Welt!
»Was liest Du?«-Rezension von Emmy29, am 15.03.2018

Titel: Qualityland
Autor: Marc-Uwe Kling
Verlag: Ullstein
Erscheinungsdatum Erstausgabe: 22.09.2017
Seitenzahl: 384 
Preis: 18,00 Euro

Qualityland ist ein Ort, an dem alles rund läuft. Denn es ist die Zukunft. QualityPartner weiß, wer am besten zu dir passt, TheShop liefert dir dein gewünschtes Produkt, von dem du noch nicht einmal wusstest, dass du es brauchst und keiner braucht mehr Entscheidungen zu treffen. Doch Peter Arbeitsloser hat das Gefühl, dass mit seinem Leben etwas nicht stimmt, denn Maschinen werden immer menschlicher und Menschen immer maschineller...

Ich muss zugeben, dass ich nicht sofort wusste, dass es sich hier um eine Geschichte voller Humor handelt, die in der Zukunft spielt. Denn genau so kann man es beschreiben. Und ich denke, dass diese Art von Humor jeden auch nur ansatzweise zum Lachen bringen kann.

Man kann recht viel zum Inhalt sagen, aber ich versuche nicht alles vorwegzunehmen. Qualityland ist ein eigenes Land, welches in der Zukunft spielt und man könnte sagen, dass die Erschaffer ziemlich eitel waren. Man sollte im Zusammenhang mit Qualityland immer das Superlativ benutzen. Und auch die Nachnamen wurden geändert. Der Junge bekommt immer als Nachnamen den Beruf des Vaters und anders herum. So hatte der Vater von Peter Arbeitsloser beispielsweise keinen Beruf.

Auch gibt es selbstfahrende Autos und Maschinen können sprechen - es scheint sogar, als würden sie eigene Gefühle entwickeln. Der Betrieb TheShop sendet einem das Produkt zu, welches man sich gerade wünscht. Eine etwas unglaubwürdige Welt, aber wenn man das Buch länger liest, lernt man die Welt auch unglaublich gut kennen. 

Das Buch ist sehr gut aufgebaut und ich liebe diese Aufmachung einfach. Der Klappentext ist auf der ersten Seite des Buches versteckt und auf den ersten drei Seiten ist noch eine kurze Einführung aufgelistet. Diese ist meiner Meinung nach auch notwendig, denn sonst versteht man das ganze Konstrukt nicht so schnell. Meistens wird aus der Sicht von Peter Arbeitsloser erzählt, aber es gibt auch ein paar Figuren, die ein paar kleinere Gastrollen spielen. Einer davon ist Martyn, welcher der Sohn eines angesehenes Politikers ist und von Beruf auch einer ist. Er ist zuerst ein etwas verwirrender Charakter, aber dennoch muss man einfach über ihn lachen. Bereits auf den ersten paar Seiten von seiner Sicht kann man erkennen, dass er nicht ganz normal ist.

Auch gibt es zwischen diesen Sichten schwarze Seiten, auf denen mit weißer Schrift ein bisschen über dieses Land erzählt wird, es gibt Chats, aber auch Artikel. Zwischen all diesen kleineren Hinweisen versteckt sich irgendeinen Zusammenhang und es gab viele Momente, wo mir ein Licht aufgegangen ist, weil wieder ein Zusammenhang aufgeklärt wurde. 

Der Autor hält alles größtenteils recht einfach und man kann leicht seinen Erklärungen folgen. So gibt es auch einzelne Rückblicken auf die Vergangenheit wie dem Nationalsozialismus. Wie die Leute mit dieser Zeit umgehen ist eigentlich schon erschreckend, allerdings wurde es so grandios umgesetzt, dass es schon wieder zum Lachen war.

Den Schreibstil mochte ich total gerne und er war sehr flüssig, aber auch sehr außergewöhnlich. Die Handlungen waren nur so von Humor geprägt, was sie aber auch absurd machte. Aber genau das mochte ich so gerne an diesem Buch. 
Anfangs hat mir der rote Fanden etwas gefehlt, weil man nur so durch die Welt geschwebt ist, aber es gab kein konkretes Ziel, auf welches der Autor zugesteuert hat. Dann begann aber eine Art Reise für Peter Arbeitsloser und ich mochte  die Wendung nicht sofort, weil es für mich schon etwas zu absurd war. Es passte meiner Meinung nach nicht ganz in diese Welt und auch nicht zum Charakter von Peter Arbeitsloser. Dies führte auch dazu, dass ich nicht ganz vollends zufrieden mit dem Ende war, welches aber auch noch andere Gründe hatte, welche ich nicht näher erläutern werde, weil es sonst ein gewaltiger Spoiler werden würde. 

Fazit: Es ist mal ein außergewöhnliches Humorbuch, welches aber auch Geschmackssache ist. Nicht jeder wird es so gerne mögen wie ich, allerdings mochte ich das Zusammenspiel mit diesem Schreibstil und der detaillierten Welt sehr gerne. Das Ende war nicht ganz so mein Geschmack, aber ansonsten kann ich dieses Buch nur empfehlen!

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Willkommen in QualityLand, in einer nicht allzu fernen Zukunft: Alles läuft rund - Arbeit, Freizeit und Beziehungen sind von Algorithmen optimiert. Trotzdem beschleicht den Maschinenverschrotter Peter Arbeitsloser immer mehr das Gefühl, dass mit seinem Leben etwas nicht stimmt. Wenn das System wirklich so perfekt ist, warum gibt es dann Drohnen, die an Flugangst leiden, oder Kampfroboter mit posttraumatischer Belastungsstörung? Warum werden die Maschinen immer menschlicher, aber die Menschen immer maschineller? Marc-Uwe Kling hat die Verheißungen und das Unbehagen der digitalen Gegenwart zu einer verblüffenden Zukunftssatire verdichtet, die lange nachwirkt. Visionär, hintergründig - und so komisch wie die Känguru-Trilogie.

Marc-Uwe Kling singt Lieder und erzählt Geschichten. Sein Geschäftsmodell ist es, kapitalismuskritische Bücher zu schreiben, die sich total gut verkaufen. Seine Känguru-Geschichten wurden 2010 mit dem Deutschen Radiopreis und 2013 mit dem Deutschen Hörbuchpreis ausgezeichnet.