Schilf (Taschenbuch)

Roman

Taschenbuch
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Ein liebender Kommissar, ein tödliches Missverständnis und die verflixte Beschaffenheit der Welt. Sebastian kann mit seinem Leben mehr als zufrieden sein. Vielleicht hat er ein bisschen zu viel von seinem... (weiter)

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Details
AutorIn Juli Zeh
Seiten 384
EAN 9783442738069
Sprache deutsch
erschienen bei btb Taschenbuch
Erscheinungsdatum 06.04.2009
Serien btb
Rezensionen
Autorenportrait
Gesamtmeinung:
Ø3.9 | 16 Meinungen

davon Rezensionen:
Ø 4.5 |  1 Rezension
davon Bewertungen:
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Bewundernswerter Umgang mit Sprache
»Was liest Du?«-Rezension von Stefanie, am 26.04.2014

Gekonnt verwebt Zeh in ihrem Werk „Schilf“ Krimi und Freundschafts- bzw. Liebesroman mit physikalischen Theorien und philosophischen Fragen. Und was dabei herauskommt ist einfach großartig. Im Mittelpunkt des Romans stehen die beiden Physiker Sebastian und Oskar, die seit ihrer Studienzeit eine sehr außergewöhnliche, innige Freundschaft verbindet. Diese Freundschaft beginnt allerdings zu wackeln, als beide sich für unterschiedliche Lebensmodelle entscheiden. Sebastian heiratet, wird Vater und nimmt eine Professorenstelle an der Freiburger Uni an. Nebenbei beschäftigt er sich mit Paralleluniversen und versucht deren Existenz zu beweisen. Oskar, der als theoretischer Physiker in Genf arbeitet und ein eher dandyhaftes Junggesellenleben führt, belächelt seinen Freund deswegen. Eines Tages wird jedoch Sebastians Sohn an einer Autobahnraststätte entführt. Für die Freilassung verlangt der Entführer von Sebastian einen hohen Preis. Sebastians Welt gerät ins Wanken und er verliert zunehmen die Kontrolle. Zeh hat wirklich ein Talent dafür, sehr einzigartige, außergewöhnliche Charaktere zu entwerfen und eine einmalige, besondere Atmosphäre zu schaffen. Zudem kann sie einfach bewundernswert gut mit Sprache umgehen. Der ganze Roman steckt voller ausdruckstarker Bilder und brillanter Sätze. Da hat es mich auch gar nicht gestört, dass die Sprache an manchen Stellen vielleicht ein wenig zu Metaphern-überladen ist. Die Geschichte ist spannend, klug und poetisch. Die Thematik zudem äußerst interessant – auch, wenn man (so wie ich) von Physik überhaupt keine Ahnung hat. Einziger Kritikpunkt: Das Ende war an sich gut, konnte aber mit dem Rest der Geschichte nicht wirklich mithalten. Großartige Prosa, die ich sehr empfehlen kann. Man darf nur nicht den Fehler machen und einen „echten“ Krimi erwarten.

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Ein liebender Kommissar, ein tödliches Missverständnis und die verflixte Beschaffenheit der Welt. Sebastian kann mit seinem Leben mehr als zufrieden sein. Vielleicht hat er ein bisschen zu viel von seinem physikalischen Talent zugunsten seiner Familie aufgegeben. Sein alter Freund Oskar, auch er ein Genie der theoretischen Physik, erinnert ihn zuweilen daran. Als Sebastian seinen Sohn in ein Ferienlager fahren will, findet er sich unversehens in einem Alptraum wieder. Der Sohn wird entführt, und er bekommt ihn erst wieder, wenn er einen Mord begeht ...

Juli Zeh, 1974 in Bonn geboren, Jurastudium in Passau und Leipzig, Studium des Europa- und Völkerrechts, Promotion. Längere Aufenthalte in New York und Krakau. Schon ihr Debütroman »Adler und Engel« (2001) wurde zu einem Welterfolg, inzwischen sind ihre Romane in 35 Sprachen übersetzt. Juli Zeh wurde für ihr Werk vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Rauriser Literaturpreis (2002), dem Hölderlin-Förderpreis (2003), dem Ernst-Toller-Preis (2003), dem Carl-Amery-Literaturpreis (2009), dem Thomas-Mann-Preis (2013), dem Hildegard-von-Bingen-Preis (2015), und dem Bruno-Kreisky-Preis (2017) sowie dem Heinrich-Böll-Preis der Stadt Köln. 2018 wurde sie mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Im selben Jahr wurde sie zur Richterin am Verfassungsgericht des Landes Brandenburg gewählt.