Sprachverständnisstörungen bei Kindern mit spezifischer Sprachentwicklungsstörung

Sprachverständnisstörungen bei Kindern mit spezifischer Sprachentwicklungsstörung (eBook)

Therapieansätze aus sprachheilpädagogischer Sicht

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Inhaltsangabe:Einleitung: Sprache ist ein wichtiger Bestandteil der zwischenmenschlichen Kommunikation. ¿Mittels Sprache machen wir einander unsere Erfahrungen, Erlebnisse, Gedanken und Vorstellungen erst zugänglich¿. Bei... (weiter)

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AutorIn Sarah Halliday
Edition 1. Auflage
EAN 9783836632706
Sprache deutsch
erschienen bei Bedey Media GmbH
Erstverkaufsdatum 13.07.2009
Stichwörter sprachverständnis
pädagogische
sprachtherapie
monitoring
sprachverstehens
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Kopierschutz no-drm
Dateigröße 8.65 MB
Veröffentlichungsjahr 2009
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Inhaltsangabe:Einleitung: Sprache ist ein wichtiger Bestandteil der zwischenmenschlichen Kommunikation. ¿Mittels Sprache machen wir einander unsere Erfahrungen, Erlebnisse, Gedanken und Vorstellungen erst zugänglich¿. Bei manchen Kindern ist der Weg der verbalen Kommunikation erschwert. Sie können die Äußerungen ihres Gesprächspartners nicht verstehen. Die Bedeutung des Gesagten und bleibt ihnen verschlossen. Das Sprachverständnis nimmt eine zentrale Rolle ein. Kinder mit Sprachverständnisstörungen sind nicht nur in ihrer Sprachentwicklung, sondern auch in ihrer täglichen Kommunikation eingeschränkt. Mit Sprachverständnisstörungen gehen in der Regel Sekundärstörungen einher, die die gesamte sprachliche, kognitive, soziale und emotionale Entwicklung des Kindes betreffen. Sie haben somit gravierende Auswirkungen auf alle Lebensbereiche. In verschiedenen Praktika begegnete ich Kindern mit teilweise schweren Sprachverständnisstörungen und erlebte, wie sich ihre eingeschränkten Kommunikationsfähigkeiten in ihrem Alltag und auf ihre Persönlichkeit auswirkten. Ihre Lebensqualität war erheblich beeinträchtigt. Angeregt durch diese Erfahrungen, wollte ich mich mit diesem Phänomen näher befassen. Mich interessierte vor allem die Frage, wie Kinder mit Sprachverständnisstörungen in ihrer Entwicklung am Besten unterstützt werden können. Denn Kinder mit Sprachverständnisstörungen bedürfen fachlicher Unterstützung. Es gibt mittlerweile mehrere Veröffentlichungen über das Erscheinungsbild und die Diagnostik bei Sprachverständnisstörungen, jedoch kaum Literatur zu Interventionsmöglichkeiten. Dies scheint geradezu absurd, wenn man bedenkt, welch zentrale Rolle das Verständnis der Sprache nicht nur für die Sprachentwicklung, sondern für nahezu alle Bereiche des Lebens hat. Für die Arbeit mit Kindern mit diesen Problemen ist es wichtig zu wissen, wie man therapeutisch vorgehen kann. Im Rahmen dieser Diplomarbeit sollen Möglichkeiten der therapeutischen Intervention bei Sprachverständnisstörungen aufgezeigt werden. Die zentrale Frage lautet: Wodurch zeichnet sich eine gute Sprachverständnistherapie aus bzw. gibt es ¿die¿ Sprachverständnistherapie? Bevor dieser Frage nachgegangen werden kann, müssen zunächst die Grundlagen erarbeitet werden. Für die Auseinandersetzung mit spezifischen Interventionsmaßnahmen sind Kenntnisse über verschiedene Spracherwerbstheorien und die regelgerechte kindliche Sprachentwicklung nötig. Aus diesem Grunde findet im ersten Kapitel eine Auseinandersetzung mit verschiedenen Theorieansätzen zum Spracherwerb statt, wobei der eigene Standpunkt deutlich wird. Weiterhin wird auf die regelgerechte Sprachentwicklung und ihre Voraussetzungen eingegangen. Auf dieser Basis kann sich mit den Störungen der Sprachentwicklung befasst werden. In der Arbeit geht es um Kinder mit spezifischen Sprachentwicklungsstörungen, speziell Sprachverständnisstörungen. Daher erscheint es sinnvoll, sich zunächst mit dem Phänomen der spezifischen Sprachentwicklungsstörung und ihren möglichen Erscheinungsformen zu befassen. Auf dieser Grundlage kann im zweiten Kapitel eine Auseinandersetzung mit dem Phänomen der Sprachverständnisstörung erfolgen. Neben der Entwicklung des Sprachverständnisses und ihren Störungen wird hier vor allem dem Erscheinungsbild Beachtung geschenkt. Denn die Kenntnisse über Entwicklung, Störungen und Erscheinungsbild ermöglichen es erst, Sprachverständnisstörungen als solche zu identifizieren und diagnostische und therapeutische Interventionen einzuleiten. Die therapeutische Intervention ist Gegenstand des dritten Kapitels. Es werden verschiedene Therapieansätze in Bezug auf ihre Bedeutung für die Therapie bei Kindern mit Sprachverständnisstörungen vorgestellt und miteinander verglichen. Wie der Titel dieser Arbeit verrät, werden die Ansätze nicht nur unter therapeutischen Gesichtspunkten betrachtet, sondern immer auch aus heilpädagogischer Sicht. Dazu ist es nötig, zu wissen, was unter einer heilpädagogischen Sicht zu verstehen ist. Vorab soll daher der Therapiebegriff und eine bestimmte Form von Sprachtherapie, die ¿Pädagogische Sprachtherapie¿, erläutert werden. Beim Vergleich der Ansätze wird auch der zuvor formulierten Frage nachgegangen, ob es ¿die¿ Sprachverständnistherapie überhaupt gibt und welche Kriterien sie zu erfüllen hat. Die gesammelten Erkenntnisse sollen in einer praktischen Intervention angewendet und bewertet werden. Inhaltsverzeichnis:Inhaltsverzeichnis: 0.Einleitung1 1.Sprachentwicklung3 1.1Theorien zum Spracherwerb3 1.1.1Behavioristischer Ansatz3 1.1.2Nativistischer Ansatz4 1.1.3Kognitivistischer Ansatz5 1.1.4Interaktionalistischer Ansatz5 1.1.5Kritischer Vergleich der Ansätze6 1.1.6Mehrdimensionaler Ansatz6 1.2Voraussetzungen und Phasen der Sprachentwicklung8 1.2.1Allgemeine Voraussetzungen für die Sprachentwicklung8 1.2.2Vorausläuferfähigkeiten9 1.2.3Phasen der normalen Sprachentwicklung11 1.3Spezifische Sprachentwicklungsstörung15 1.3.1Klassifikation kindlicher Sprachauffälligkeiten15 1.3.2Erscheinungsformen von spezifischen Sprachentwicklungsstörungen16 1.3.2.1Ebene Phonologie-Phonetik16 1.3.2.2Ebene Lexikon-Semantik17 1.3.2.3Ebene Syntax-Morphologie17 1.3.2.4Ebene Pragmatik18 1.4Zusammenfassung18 2.Sprachverständnisstörungen19 2.1Entwicklung des Sprachverständnisses19 2.1.1Begriffsklärung19 2.1.2Sprachverständnisentwicklung20 2.2Sprachverständnisstörungen24 2.2.1Definition24 2.2.2Sprachverständnisstörungen24 2.3Häufigkeitsverteilung26 2.4Das Erscheinungsbild26 2.4.1Strategien bei Sprachverständnisstörungen27 2.4.2Sekundärstörungen30 2.5Ursachen von Sprachverständnisstörungen bei Kindern mit SSES33 2.6Diagnostik35 2.6.1Definition35 2.6.2Formelle und informelle Testverfahren35 2.6.3Förderdiagnostik36 2.6.4Diagnose von Sprachverständnisstörungen37 2.7Zusammenfassung38 3.Sprachtherapie bei Kindern mit Sprachverständnisstörungen39 3.1Sprachförderung versus Sprachtherapie39 3.2Pädagogische Sprachtherapie41 3.2.1Das Selbstverständnis der Sprachheilpädagogik42 3.2.2Relevanz von Menschenbildern42 3.2.3Das heilpädagogische Menschenbild43 3.2.4Merkmale der Pädagogischen Sprachtherapie44 3.2.5Konsequenzen für die Sprachtherapie48 3.3Therapieansätze bei Sprachverständnisstörungen49 3.3.1Der Patholinguistische Ansatz51 3.3.1.1Grundannahmen51 3.3.1.2Prinzipien des Patholinguistischen Ansatzes52 3.3.1.3Umsetzung54 3.3.1.4Die Patholinguistische Therapie bei Sprachverständisstörungen55 3.3.1.5Kritische Reflexion57 3.3.2Semantisch-lexikalische Therapie nach Füssenich60 3.3.2.1Therapie60 3.3.2.2Therapieziele61 3.3.2.3Kritische Reflexion62 3.3.3HOT - ein handlungsorientierter Therapieansatz63 3.3.3.1Grundannahmen64 3.3.3.2Therapieziele65 3.3.3.3Therapie65 3.3.3.4Förderung des Sprachverständnisses im HOT67 3.3.3.5Kritische Reflexion68 3.3.4Der Metasprachliche Ansatz71 3.3.4.1Monitoring des Sprachverstehens72 3.3.4.2Entwicklung des Monitoring des Sprachverstehens74 3.3.4.3Störungen des Monitoring des Sprachverstehens75 3.3.4.4Interventionen zum MSV77 3.3.4.5Kritische Reflexion80 3.4¿Die¿ Sprachverständnistherapie84 3.4.1Vergleich der Ansätze85 3.4.2Richtlinien für die Therapie bei Sprachverständnisstörungen89 4.Empirischer Teil93 4.1Vorstellung von Paul93 4.1.1Anamnese94 4.1.2Diagnostik98 4.1.3Bisheriger Therapieverlauf100 4.1.4Fazit100 4.2Das Konzept101 4.2.1Begründung für die Wahl des Ansatzes101 4.2.2Ziel des Konzeptes101 4.2.3Grundlagen102 4.2.4Rahmenbedingungen102 4.2.5Prinzipien und methodische Grundsätze102 4.2.6Aufbau des Konzeptes107 4.3Durchführung109 4.3.1Informelle Anfangsdiagnostik109 4.3.2Exemplarische Therapiestunden113 4.3.2.1Strukturiertes Spiel113 4.3.2.2Freies Spiel116 4.3.3Weiterer Therapieverlauf118 4.3.4Informelle Abschlussdiagnostik120 4.3.5Einbezug der sozialen Umwelt122 4.4Kritische Reflexion123 4.4.1Aufbau des Konzeptes123 4.4.2Prinzipien und Umsetzung des Konzeptes124 4.4.3Verbesserungsvorschläge126 4.4.4Besondere Bedingungen der Intervention und die Übertragung in die ambulante Therapie127 4.4.5Fazit128 5.Fazit130 Literaturverzeichnis132 Anhang138 Textprobe:Textprobe: Kapitel 3.2, Pädagogische Sprachtherapie: Um die verschiedenen Therapieansätze aus sprachheilpädagogischer Sicht einschätzen zu können, muss sich zunächst ausführlich mit der Frage auseinander gesetzt werden, was überhaupt die ¿sprachheilpädagogische Sicht¿ ausmacht. Im Gegensatz zu den anderen sonderpädagogischen Teilbereichen will die Sprachheilpädagogik nicht nur störungsspezifisch auf den Personenkreis eingehen, sondern sie macht es sich zur Aufgabe, die Störung ganz oder teilweise zu beheben. Sie betreibt Sprachtherapie. Sprachtherapie ist allerdings nicht gleich Sprachtherapie. Sie findet vor dem Hintergrund eines bestimmten Therapiebegriffs und eines damit verbundenen Menschenbildes statt. ¿Je nach dem zugrundegelegten Therapieverständnis und Menschenbild können in der Praxis ganz unterschiedliche Zielsetzungen und Arten des Vorgehens beobachtet werden, die nicht nur Ausdruck eines ganz persönlichen Grundverständnisses sind, sondern auch durch die Wissenschaftssystematik in einer bestimmten Disziplin mitbeeinflußt werden können¿. Als Einstieg eignet sich daher die Beschäftigung mit dem Selbstverständnis der Sprachheilpädagogik. Es soll weiterhin deutlich gemacht werden, welche Bedeutung Menschenbilder im Allgemeinen und das der Sonderpädagogik im Speziellen für die Sprachtherapie haben. In Abgrenzung zum mechanistischen Menschenbild wird dabei auf das ganzheitliche Menschenbild eingegangen, welchem sich die heutige Sprachheilpädagogik verpflichtet fühlt. Zuletzt wenden wir uns der Pädagogischen Sprachtherapie zu. Das Selbstverständnis der Sprachheilpädagogik: Die Sprachheilpädagogik beschäftigt sich als wissenschaftliche Fachdisziplin in Theorie und Praxis mit Prävention, Diagnose, Beratung, Therapie, Rehabilitation, Erziehung und Unterricht ¿bei Menschen aller Altersstufen mit Sprach-, Sprech-, Rede-, Stimm- und Schluckstörungen¿. Dabei steht sie nicht allein. Im deutschsprachigen Raum arbeiten verschiedene Berufsgruppen mit sprachgestörten Menschen. Früher waren v. a. Pädagogen und Mediziner sprachtherapeutisch tätig. Später kamen Psychologen, Soziologen, Phonetiker, Linguisten u. a. hinzu. Es handelt sich also um ein interdisziplinäres Aufgabengebiet, in dem sich verschiedene Wissenschaften mit Teilbereichen der gestörten Sprache beschäftigen. Jede Disziplin beleuchtet dabei den Gegenstand vor ihrem eigenen Hintergrund. So auch die Sprachheilpädagogik. Die Sprachheilpädagogik versteht sich aufgrund ihrer historischen Entwicklung als Teil der Heilpädagogik, welche wiederum Teil der Pädagogik ist. Daher ist ihre Grundorientierung eine pädagogische: ¿Vom Selbstverständnis her richtet sich ihr Interesse nicht nur auf die sprachstörungsspezifische Symptomatik, sondern auch auf damit einhergehende Fragen der individuellen Lebensbedeutsamkeit, psychosozialen Relevanz und Veränderung der kommunikativen Situation¿. Sprachbehindertenpädagogik versteht sich als Integrationswissenschaft mit interdisziplinärer Ausrichtung. Sie nimmt Erkenntnisse aus verschiedenen Disziplinen auf und formiert sie unter pädagogischer Fragestellung zu einem neuen Ganzen, um sinnvoll pädagogisch-therapeutisch arbeiten zu können. Dabei darf sich die Sprachbehindertenpädagogik nicht nur mit speziellen Fördermaßnahmen der Sprache befassen, sondern muss gleichermaßen allgemeine pädagogische Aspekte berücksichtigen. ¿Eine spezielle Pädagogik, die sich an spezielle Erziehungserfordernissen zu orientieren hat, ist zugleich auch der Gesamtkomplexität allgemeiner pädagogischer Ansätze und Hypothesen verpflichtet¿. Relevanz von Menschenbildern: ¿Das ¿Menschenbild` einer Person oder Gruppe bezeichnet das gesamt all ihrer expliziten oder impliziten Auffassungen über das, was den Menschen ausmacht bzw. ausmachen soll¿. Verschiedene Menschenbilder wirken sich unterschiedlich auf unser Handeln aus, da das Menschenbild als Maßstab bei der Beurteilung einer Situation, eines Phänomens usw. fungiert. ¿Das Menschenbild ist von einer hohen praktischen Bedeutsamkeit, insofern es, bewußt oder mehr dumpf geahnt, orientierenden Charakter für unser aller Tun hat¿. Somit beeinflusst es auch immer das pädagogische Handeln, denn Zielsetzungen, Selbstverständnis und Art des Vorgehens erfolgen auf der Grundlage eines bestimmten Mensch- bzw. Weltbildes. Ohne diesen entlastenden Automatismus wären wir in unvorhersehbaren Situationen nicht handlungsfähig. Allerdings sollte der professionelle Pädagoge nach dem spontanen Handeln sein Tun reflektieren, um nicht Opfer unbewusster Vorurteile zu werden. ¿Wenn man einerseits nicht ohne bewusste oder nicht-bewusste Anwendung von anthropologischen Alltagstheorien erziehen kann, und wenn man andererseits mit jeder Alltagstheorie wertende Auffassungen über das Wesen des Menschen vertritt, dann muss das Fundament der Heilpädagogik durch die Suche nach einem Menschenbild gelegt werden¿. Das heilpädagogische Menschenbild: Nicht nur zwischen den Disziplinen, sondern auch innerhalb einer Wissenschaft existieren verschiedene Paradigmen, welche fortwährend im Wandel begriffen sind. Die Sprachbehindertenpädagogik steht aufgrund ihrer Entstehungsbedingungen im Spannungsverhältnis zweier gegensätzlicher Weltbilder: dem mechanistischen und den ganzheitlichen Weltbild. Vertreter der Medizin und der Hörgeschädigtenpädagogik befassten sich erstmals systematisch mit Sprachgestörten, wobei sie sich an unterschiedlichen Bezugswissenschaften und Wertmaßstäben orientierten. Ihre unterschiedliche Sichtweise führte zu Anschauungen, Methoden und Erkenntnissen, die entweder dem mechanistischen oder dem ganzheitlichen Weltbild zugeordnet werden. Die Situation der Sprachbehindertenpädagogik war lange Zeit durch das mechanistische Weltbild geprägt. In einer allgemeinen Hinwendung zum analytischen Wissenschaftsverständnis orientierte sich die Pädagogik an dem Standart der empirischen Sozialwissenschaften. Es handelte sich um eine mechanistische, isolierende Betrachtungsweise, bei der man die Sprachstörungen auf organischer Ebene zu lokalisieren und eliminieren suchte. Therapie wurde als Sprachkorrektur verstanden und trug den Charakter von üben, trainieren und automatisieren einzelner Funktionen. Die geisteswissenschaftlich-hermeneutische Heilpädagogik distanzierte sich Ende der sechziger Jahre mit der Begründung, dass eine rein defizitorientierte Heilpädagogik die subjektive Seite der Betroffenen verfehlen müsse. Sie wandte sich einem heilpädagogischen Ansatz zu, bei dem die Lebenschancen und -ziele, das Nicht-Behinderte, im Vordergrund stehen. Die vorliegende Heilpädagogik hat sich für ein Menschenbild entschieden, das dem behinderten Menschen die gleiche Menschenwürde zuspricht wie allen anderen Menschen auch. Sie sieht in erster Linie den Menschen und nicht seine Abnormalität. Für die Sprachbehindertenpädagogik bedeutet dieses ganzheitliche Menschenbild, dass ¿sprachtherapeutische Interventionen im Rahmen einer komplexen Persönlichkeitsbildung zu verstehen sind¿.

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