Tyll (Audio-CD)

Ungekürzte Ausgabe, Lesung

Audio-CD
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Tyll Ulenspiegel - Vagant und Schausteller, Entertainer und Provokateur - wird zu Beginn des 17. Jahrhunderts in einem Dorf geboren, in dem sein Vater, ein Müller, als Magier und Welterforscher schon bald mit der Kirche in... (weiter)

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Details
AutorIn Daniel Kehlmann
Edition UBR 4.
EAN 9783839816042
Sprache deutsch
erschienen bei Argon Verlag GmbH
Erscheinungsdatum 11.10.2017
Stichwörter Magier
Abenteuer
Till Eulenspiegel
Die Vermessung der Welt
Inquisition
Rezensionen
Gesamtmeinung:
Ø3.7 | 5 Meinungen

davon Rezensionen:
Ø 4 |  2 Rezensionen
davon Bewertungen:
Ø 3.5 |  3 Bewertungen

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Von allem etwas, aber nicht tiefgehend genug
»Was liest Du?«-Rezension von monerl, am 12.02.2018

Mich reizte am Buch die Figur Tyll Ulenspiegel sowie die Thematik des Dreißigjährigen Krieges. Letzterer ist der große Rahmen, der rote Faden des gesamten Buches. Geschickt bedient sich Daniel Kehlmann der Figur Tyll Ulenspiegel, die als Gaukler das ganze Land bereist, sogar darüber hinaus kommt und so auch die Möglichkeit hat mit den Armen, den Bauern, den Bürgerlichen, Königen wie auch dem Kaiser in Kontakt zu treten. Spiel, Spass und Narretei für Groß und Klein, Dick und Dünn, Alt und Jung.

So lernt der Leser Tyll als Jungen kennen, seine Familie und die Umstände für seine Flucht. Gemeinsam mit Nele kämpft er sich durch und lernt bei Gaukler Pirmin die ersten Schritte und Notwendigkeiten, um sein Leben als Narr bestreiten zu können. Neben Hungersnöten, Aberglaube und Hexenverbrennungen ist es immer wieder der harte, lange Krieg, der die Menschen verschwinden lässt und Gewalt zur Tagesordnung macht. Ausgelöst durch die Leichtsinnigkeit des Friedrich V., der unbedingt Friedrich I. werden wollte, nach der Krone griff und dabei letztendlich auch sein Kurfürstentum für immer verlor. Der Winterkönig und seine Frau Elisabeth Stuart sind immer wieder im Vordergrund der Geschichte. Doch, wenn es spannend und interessant wurde, gab es immer wieder Sprünge zu Dichtern, Gelehrten, der Auseinandersetzung zur deutschen Schriftsprache und Jesuiten als Drachenfängern unvm. Dieses ständige Hin und Her, die nicht chronologische Erzählweise und die vielen Themen, die dabei nur oberflächlich gestreift wurden, stoppten nicht nur meinen Hörfluss, sondern auch mein Interesse und meine Freude am Buch. 

Wenn man wie ich, was dieses Zeitalter und die historischen Persönlichkeiten angeht, im Vorfeld nicht ausreichend Kenntnisse hat, kann man sich nicht so richtig in die Geschichte fallen lassen. Erst durch nachträgliche, eigene Recherche habe ich manche Andeutungen und Anspielungen Kehlmanns verstanden. 

Sprachlich ist das Buch ein reiner Genuss. Der Autor versteht es seine Erzählung mit Humor, Sarkasmus, Tragik und auch vielen Gewaltbeschreibungen zu spicken, die, verbunden mit der Idee und der nicht chronologischen Erzählweise ein Plot-Kunstwerk darstellt, an das ich mich aber leider nicht so richtig gewöhnen konnte. Der Plot ist keinesfalls trivial.  

Zum Hörbuch:
Der Sprecher Ulrich Noethen ist in Tyll eine Top-Besetzung! Ich habe ihm sehr gerne zugehört. Leider erschwert das Medium -Hörbuch- das Verfolgen der Geschichte, da man speziell bei BookBeat (nach so langer Zeit immer noch) keine Lesezeichen setzten kann. Im gedruckten Buch ist Markieren und das Zurückblättern möglich, was bei Hörbüchern auch wegfällt. 

Fazit:
Ein Buch, das intelligent gedacht und ausgeführt wurde, dessen Umsetzung mir speziell jedoch nicht so lag. Viele Personen, viele Themen, von allem etwas und von nichts tief genug. Dem Hörbuch ist das Print vorzuziehen, wenn man historisch nicht so versiert ist, einige Hörpausen machen muss und mit nicht chronologischem Aufbau nicht so gut zurecht kommt.

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Kunstvoll und mitreißend
»Was liest Du?«-Rezension von Sursulapitschi, am 06.02.2018

Lange hat mich ein Buch nicht mehr so beeindruckt wie dieses hier. Es ist besonders, es ist klug, es ist witzig und auch traurig, es unterhält und nimmt mit.

Es geht natürlich um Tyll, Tyll Uhlenspiegel, der eigentlich in diesem Jahrhundert nichts zu suchen hat, aber so lange nicht bewiesen ist, dass es ihn überhaupt gab, kann uns das egal sein. Er passt da sehr gut hin.

 

Sein ganzes Leben wird hier erzählt in Episoden, die munter durch den Dreißigjährigen Krieg springen. Er war ein Müllerssohn, der lieber Seiltanzen übte als zu arbeiten und sein zu Hause verlassen musste, als seine Familie in den Focus der Inquisition geriet.

Später war er sogar der Hofnarr Friedrichs, des Winterkönigs. Auch seine Geschichte erfährt man hier, seinen Aufstieg, seinen Fall und wie es zu diesem schrecklichen Krieg kam.

 

Die Perspektiven wechseln hin und her. Mal erzählt Tyll oder seine Freundin Nele, mal Friedrich oder auch Elisabeth, die traurige Königin an seiner Seite. Und auch wenn man immer nur Streiflichter des Geschehens erhascht, formt sich doch ein Bild, das Bild einer gefahrvollen Zeit, voller Leid und Entbehrungen, wo Aberglaube in vielfältiger Gestalt das Weltbild bestimmt und wo ein Krieg halb Europa ins Elend stürzt.

 

Daniel Kehlmann erzählt wunderbar. Hier hat jeder eine eigene Sprache und ein Gesicht, auch der letzte Bettler am Wegesrand wird lebendig. Ulrich Noethen, der Sprecher des Hörbuchs, unterstützt das grandios, er jongliert sogar mit unterschiedlichen Dialekten.

Am eindrucksvollsten an diesem Buch ist vielleicht, wie man mit einer gehörigen Portion Fiktion doch ein Stückchen Geschichte lebendig machen kann. Ich bin begeistert und staune noch immer. Vielleicht höre ich es direkt noch einmal.

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Tyll Ulenspiegel - Vagant und Schausteller, Entertainer und Provokateur - wird zu Beginn des 17. Jahrhunderts in einem Dorf geboren, in dem sein Vater, ein Müller, als Magier und Welterforscher schon bald mit der Kirche in Konflikt gerät. Tyll muss fliehen, die Bäckerstochter Nele begleitet ihn. Auf ihren Wegen durch das vom Dreißigjährigen Krieg verheerte Land begegnen sie vielen kleinen Leuten und einigen der sogenannten Großen: Gelehrten, Ärzten, Henkern und Jongleuren und einem exilierten Königspaar. Ihre Schicksale verbinden sich zu einem Zeitgewebe, zum Epos vom Dreißigjährigen Krieg. Und um wen sollte es sich entfalten, wenn nicht um Tyll, jenen rätselhaften Gaukler, der eines Tages beschließt, niemals zu sterben.