Unter uns nur Wolken

Unter uns nur Wolken (Taschenbuch)

Roman

Taschenbuch
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Mag die Erinnerung auch gehen, die Liebe bleibt. Tom ist ratlos: Sein Großvater Florian hat Alzheimer und lehnt jede Hilfe ab. Während bei Florian das Gestern verschwindet, sucht Tom im Heute verzweifelt eine... (weiter)

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Details
AutorIn Anna Pfeffer
Seiten 288
EAN 9783746634302
Sprache deutsch
erschienen bei Aufbau Taschenbuch Verlag
Erscheinungsdatum 07.12.2018
Serien Aufbau Taschenbücher
Stichwörter Alzheimer
Opa
Enkel
Humor
Generationenkonflikt
Rezensionen
Autorenportrait
Gesamtmeinung:
Ø3.8 | 78 Meinungen

davon Rezensionen:
Ø 4 |  36 Rezensionen
davon Bewertungen:
Ø 3.7 |  42 Bewertungen

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Gegen das Vergessen
»Was liest Du?«-Rezension von ChrischiD, am 24.02.2019

Auch wenn Tom es sich noch so sehr wünscht, langsam aber sicher muss er einsehen, dass er sich nicht in dem Maße um seinen an Alzheimer erkrankten Großvater kümmern kann, wie dieser Pflege und Hilfe benötigt. Die Diagnose hat beide ziemlich aus der Bahn geworfen und führt immer wieder zu Differenzen, die eine Kluft entstehen lassen. Opa Florian vergrault eine Pflegekraft nach der anderen – und das mit voller Absicht. Die Verzweiflung strömt Tom aus allen Poren, als plötzlich Ani vor der Türe steht, selbst mit einem Päckchen voller Probleme, aber dennoch nicht so leicht unterzukriegen. Wird diese ungleiche Konstellation schlussendlich für Beständigkeit sorgen oder bricht nun alles vollends auseinander?

Ob man es bereits am eigenen Leib erfahren hat oder eben glücklicherweise (noch) nicht, Toms Schmerz und die damit verbundene Hilflosigkeit wird schon innerhalb der ersten Zeilen spürbar, geht auf den Leser über und holt ihn so direkt ins Boot. Einem geliebten Menschen zur Seite zu stehen ist selbstverständlich, dabei jedoch im Grunde nichts ausrichten zu können, wenn – wie in diesem Fall – das Vergessen immer weiter voranschreitet, ist schon in der Vorstellung furchtbar.

Erzählt wird die Geschichte abwechselnd aus Toms und Anis Perspektive, so dass teilweise auch ein- und dieselbe Situation aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet wird, was durchaus aufschlussreich bezüglich diverser Charaktereigenschaften sein kann. Im Mittelpunkt steht aber dennoch Florian und die Diagnose Alzheimer, ohne die die Protagonisten wohl niemals zusammengefunden hätten. Den Autorinnen gelingt zweifelsohne die Gratwanderung zwischen ernsthaftem Tenor die Krankheit betreffend und gleichzeitigem Humor, um die Atmosphäre nicht durchweg allzu erdrückend erscheinen zu lassen, auch wenn ein gewisser Schleier zunehmend präsent ist.

Wie der Krankheitsverlauf besteht auch die Erzählung aus Höhen und Tiefen. Da mitunter das ein oder andere Klischee bedient und somit die Vorhersehbarkeitsrate erhöht wird, trübt sich das Lesevergnügen ein wenig. Sicherlich kommt hin und wieder auch ein Überraschungsmoment zum Zug, wodurch das Geschehen sogleich wieder aufgewertet wird, nichtsdestotrotz bleibt es bei einem stetigen Auf und Ab. Die Kritikpunkte sollten allerdings niemanden aufhalten sich dem Buch zu widmen, denn es kann einem viel geben und vor allem zum Nachdenken anregen.

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Wenn die Erinnerung geht
»Was liest Du?«-Rezension von milkysilvermoon, am 04.02.2019

Thomas Hartmann, der von allen nur Tom genannt wird, hat ein Problem: Sein Großvater Florian hat nicht nur den Tod seiner geliebten Frau Greta zu verkraften, sondern auch die Diagnose Alzheimer erhalten. Der Zustand des alten Mannes verschlechtert sich stetig, doch mit seiner Bar hat Tom eigentlich schon genug zu tun. Er kann sich nicht ständig um seinen Opa kümmern. Doch was tun?  Alle seine bisherigen Pflegerinnen hat der sture Senior vergrault. Auch Anika Bayer hat eigentlich keine Lust auf den Job. Sie muss jedoch Geld verdienen und braucht ein Dach über den Kopf, nachdem ihr Ex Noah ihr gestanden hat, sie mit ihrer besten Freundin betrogen zu haben. Und so müssen Ani und Florian widerstrebend ihre Zeit miteinander verbringen…

„Unter uns nur Wolken“ ist ein berührender Roman des Autorenduos Anna Pfeffer.

Meine Meinung:
Der Roman besteht aus einigen Kapiteln mit einer angenehmen Länge. Erzählt wird abwechselnd aus der Sicht von Tom und Ani – jeweils in der Ich-Perspektive. Dieser Aufbau hat mir gut gefallen.

Der Schreibstil ist locker, flüssig und anschaulich. Er ist gekennzeichnet durch viel wörtliche Rede sowie ungewöhnliche Sprachbilder und Vergleiche. Leider sind in der ersten Auflage noch einige Rechtschreib- und Tippfehler übersehen worden. Der Einstieg in die Geschichte fiel mir aber leicht.

Mit Ani und Tom stehen zwei Personen im Vordergrund, die einige menschliche Schwächen haben, mir aber trotzdem oder vielleicht gerade deswegen sehr sympathisch sind. Obwohl Florian sich redlich Mühe gibt, sich von seiner schlechtesten Seite zu zeigen, hat auch er mein Mitgefühl. Ich habe die Geschichte der drei Protagonisten gerne verfolgt. Vor allem das Verhalten von Ani und Tom finde ich authentisch. Ob sich Demenzpatienten tatsächlich so aufführen (können) wie Florian, kann ich schlecht beurteilen. Mich würde es jedoch nicht stören, wenn sich das Autorengespann diesbezüglich einige literarische Freiheiten herausgenommen hätte.

Inhaltlich hatte ich erwartet, dass die Krankheit Alzheimer noch mehr erklärt wird und stärker im Fokus steht. In der Geschichte dreht sich zwar vieles um die Tatsache, dass Florian daran erkrankt ist. Aber andere Themen wie das Fremdgehen von Anis Exfreund, der Narzissmus ihrer Mutter, Toms problematische Beziehung zu seinen Eltern und einiges mehr nehmen viel Raum ein. Das macht die Geschichte abwechslungsreich und unterhaltsam, aber bringt nur wenig neue Erkenntnisse über den Demenz-Aspekt. In diesem Punkt hätte mich ein wenig mehr Tiefgang gefreut. Dennoch konnte mich der Roman immer wieder berühren. Gut gefallen hat mir dabei, dass er sowohl ernste und traurige Passagen als auch humorvolle Momente beinhaltet.

Das Cover finde ich ansprechend gestaltet. Der Titel klingt sehr poetisch und fantasievoll, geht aber ein wenig am Thema vorbei.

Mein Fazit:
„Unter uns nur Wolken“ von Anna Pfeffer ist ein Roman, der für schöne Lesestunden sorgt.

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Mag die Erinnerung auch gehen, die Liebe bleibt. Tom ist ratlos: Sein Großvater Florian hat Alzheimer und lehnt jede Hilfe ab. Während bei Florian das Gestern verschwindet, sucht Tom im Heute verzweifelt eine Pflegerin. Doch keine will bleiben, denn sobald Tom die Wohnung verlässt, wird der charmante alte Herr zum Ekelpaket. Bis Ani vor der Tür steht. Ohne Wohnung, dafür mit Liebeskummer. Alle Versuche, Ani zu vergraulen, scheitern. Allmählich beginnt Florian sich ihr zu öffnen und gegen das Vergessen anzuerzählen. Vor allem von seiner großen Liebe Greta. Und verändert damit nicht nur sein Leben, sondern auch das von Ani und Tom. Berührend und witzig: ein Generationenroman, der unter Lachen zu Tränen rührt.

Pfeffer, Anna Ulrike Mayrhofer und Carmen Schmit, die beiden Autorinnen hinter dem Pseudonym Anna Pfeffer, sind seit ihrer gemeinsamen Schulzeit in Wien befreundet und haben zusammen Geschichten geschrieben. Heute leben sie in Hamburg und Wien, sind zusammen 75 Jahre alt, haben zwei Männer, sechs Kinder und einen Hund.