Unterleuten (Taschenbuch)

Roman

Taschenbuch
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Der große Gesellschaftsroman von Juli Zeh Wer nur einen flüchtigen Blick auf das Dorf in Brandenburg wirft, ist bezaubert von den altertümlichen Namen der Nachbargemeinden, von den schrulligen Originalen, die... (weiter)

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Details
AutorIn Juli Zeh
Seiten 643
EAN 9783442715732
Sprache deutsch
erschienen bei btb Taschenbuch
Erscheinungsdatum 11.09.2017
Stichwörter Gesellschaftsroman
Bestsellerliste Spiegel
Deutschland
Brandenburg
Provinz
Rezensionen
Autorenportrait
Gesamtmeinung:
Ø4.2 | 19 Meinungen

davon Rezensionen:
Ø 4.6 |  6 Rezensionen
davon Bewertungen:
Ø 4 |  13 Bewertungen

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Der ganz normale Wahnsinn
»Was liest Du?«-Rezension von Steffischultzzz, am 08.07.2018

„Je mehr ich erfuhr, desto stärker erinnerte mich die Geschichte an mein Lieblingsspielzeug aus Kindertagen, ein rotes Kaleidoskop, in dem man Muster aus winzigen bunten Perlen betrachten könnte. Man dreht ein wenig, und alles sah anders aus. Ich konnte stundenlang hineinsehen. Eine Geschichte wird nicht klarer dadurch, dass viele Leute sie erzählen.“ - Seite 629


Dieses Zitat fasst eigentlich schon ganz gut zusammen, worum dieses Buch im Groben und Ganzen handelt - um Missverständnisse und die Komplexität vieler kleiner Dinge. Die Kapitel sind immer aus der Sicht eines Dorfbewohners von Unterleuten geschrieben und so lernen wir diese zunächst mit all ihren Wünschen, Absichten und Zielen kennen. Ich finde die Charakterbeschreibung von Juli Zeh sehr ausführlich, was mir jedoch sehr gut gefällt. So lernt man auch die Macken kennen, muss ab und zu schmunzeln und hat ein unfassbar einprägsames Bild der Protagonisten. Zu dem vermitteln die einzelnen Protagonisten perfekt dieses Dorfflair. Die Autorin spielt hier zwar mit Klischees, aber wenn man selbst vom Dorf kommt, muss man feststellen wie gut das doch eigentlich zutrifft. Trotz der einprägsamen Charakterbeschreibung ist jedoch auch noch eine Übersichtskarte in der Klappenbroschüre beigefügt, die dazu beiträgt nicht den Überblick zu verlieren.  
Im Anschluss kommt es zu einer Situation, die sozusagen alles ins Rollen bringt. Es bauen sich neue Beziehungen unter den Bewohnern auf bzw. werden alte Beziehungen im Laufe der Geschichte genauer erläutert. Und so setzt sich ein Puzzle aus Aktion und Reaktion zusammen, was Juli Zeh meiner Meinung nach hervorragend gelungen ist. Sie spielt mit Klischees, lässt Kompromisse entstehen und am Ende artet alles aus.  
Dieses Buch hat mich super unterhalten, aber auch zum Nachdenken anregt. Es gibt nicht immer nur eine Sicht - man sollte immer versuchen alles zu beleuchten und sich in andere Leute hineinzuversetzen. Empathie und Kommunikation ist das was und allen irgendwie noch fehlt.

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Verdienter Hype: Unter den Leuten von "Unterleuten"
»Was liest Du?«-Rezension von florinda, am 27.01.2018

Unter den Leuten von "Unterleuten" fühlte ich mich sehr gut unterhalten, wenn ich auch vor allem zu Beginn etliche Male das hinten im Bich angesiedelte Namensverzeichnis zu Rate ziehen musste, gelegentlich mit einigen Längen und Wiederholungen kämpfte und mit dem Verbleib eines Namensverzeichnis-Mitglieds in Hannover überhaupt nicht einverstanden war. Der Titel passt, das Coverbild zeigt einen eine wichtige Rolle spielenden Vogel. Dieses war mein erstes Buch von Frau Zeh und es wird ganz gewiss nicht das letzte gewesen sein. Eindringlich werden Herkunft, Motive und Konflikte der Dorfgemeinschaft und der Neuansiedler aus der Hauptstadt und den alten Bundesländern beschrieben. Das Buch ist in mehrere Teile gafasst, seine einzelnen Kapitel sind jeweils mit dem Nachnamen der darin hauptsächlich agierenden Person benannt. Es spielt in der Jetztzeit, reicht aber gelegentlich einige Jahrzehnte zurück zeigt eine glaubwürdige Milieustudie geplanter blühender Landschaften. Im hinteren Umschlag ist eine hilfreiche Kartenskizze des Dorfes zu sehen.

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Der große Gesellschaftsroman von Juli Zeh Wer nur einen flüchtigen Blick auf das Dorf in Brandenburg wirft, ist bezaubert von den altertümlichen Namen der Nachbargemeinden, von den schrulligen Originalen, die den Ort nach der Wende prägen, von der unberührten Natur mit den seltenen Vogelarten. Doch hinter den Fassaden der kleinen Häuser brechen alte Streitigkeiten wieder auf. Und obwohl niemand etwas Böses will, geschieht Schreckliches. Mit "Unterleuten" hat Juli Zeh einen großen Gesellschaftsroman über die wichtigen Fragen unserer Zeit geschrieben, der sich hochspannend wie ein Thriller liest. Gibt es im 21. Jahrhundert noch eine Moral jenseits des Eigeninteresses? Woran glauben wir? Und wie kommt es, dass immer alle nur das Beste wollen, und am Ende trotzdem Schreckliches passiert?

Zeh, Juli Juli Zeh, 1974 in Bonn geboren, studierte Jura in Passau und Leipzig. Schon ihr Debütroman "Adler und Engel" (2001) wurde zu einem Welterfolg, inzwischen sind ihre Romane in 35 Sprachen übersetzt. Ihr Gesellschaftsroman "Unterleuten" (2016) stand über ein Jahr auf der SPIEGEL-Bestsellerliste. Juli Zeh wurde für ihr Werk vielfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Rauriser Literaturpreis (2002), dem Hölderlin-Förderpreis (2003), dem Ernst-Toller-Preis (2003), dem Carl-Amery-Literaturpreis (2009), dem Thomas-Mann-Preis (2013), dem Hildegard-von-Bingen-Preis (2015) und dem Bruno-Kreisky-Preis (2017) sowie dem Bundesverdienstkreuz (2018). 2018 wurde sie zur ehrenamtlichen Richterin am Verfassungsgericht des Landes Brandenburg gewählt.