Wann wird es endlich wieder so, wie es nie war

Wann wird es endlich wieder so, wie es nie war (Taschenbuch)

Roman. Ausgezeichnet mit dem 15. Euregio-Schüler-Literaturpreis 2016

Taschenbuch
Für Bewertung bitte einloggen!

Zu Hause in der Psychiatrie - das kommt davon Der junge Held in Meyerhoffs zweitem Roman wächst zwischen Hunderten von Verrückten als jüngster Sohn des Direktors einer Kinder- und Jugendpsychiatrie auf - und mag... (weiter)

€ 10,99 *
Preis
inkl MwSt.

Auch erhältlich als:
eBook EPUB 9,99
  • sofort lieferbar
  • portofreie Lieferung innerh. Deutschland
  • Geschenkverpackung möglich

Details
AutorIn Joachim Meyerhoff
Edition 39. Aufl.
Seiten 350
EAN 9783462046816
Sprache deutsch
erschienen bei Kiepenheuer & Witsch GmbH
Erscheinungsdatum 08.01.2015
Serien Alle Toten fliegen hoch
Stichwörter Euregio-Schüler-Literaturpreis
Familienroman
Psychiatrie
Romane/Erzählungen
Rezensionen
Autorenportrait
Gesamtmeinung:
Ø4.4 | 18 Meinungen

davon Rezensionen:
Ø 4.3 |  3 Rezensionen
davon Bewertungen:
Ø 4.4 |  15 Bewertungen

5 Sterne
( 2 )
4 Sterne
( 1 )
3 Sterne
2 Sterne
1 Stern

wer ist denn nun hier verrückt?
»Was liest Du?«-Rezension von Muschelschubser, am 05.01.2017

Der Ich-Erzähler ist ein Junge, dessen Vater der Leiter der Kinder- und Jugendpsychiatrie in Schleswig ist. Er lebt mit seinen zwei Brüdern, seinem Hund (ok, der gehört eigentlich seinem mittleren Bruder) und seinen Eltern direkt auf dem Gelände der Anstalt. Nachts schläft er bei Licht und offener Balkontür und hört die Schreie der Patienten, für ihn ein beruhigendes Geräusch. Einige von ihnen sind – in gewisser Weise - seine Freunde. Der Roman ist zwar chronologisch aufgebaut und endet, wenn er bereits erwachsen ist, aber es ist kein fließender Text. Er besteht vielmehr aus vielen Episoden, die aus der Erinnerung des Hauptdarstellers leben. Es ist eine lustige und auch traurige Geschichte. Skurril und ein bisschen verrückt. Im Laufe der Zeit findet der Ich-Erzähler immer mehr über seine Familie heraus und sieht sich mit Wahrheiten konfrontiert, die er manchmal wohl lieber nicht entdeckt hätte.

PS: eine meiner Lieblingsszenen ist die die Szene, in der er mit dem Hund Blutsbrüderschaft schließt (echt großes Kino… und dies ist kein Spoiler, es steht auch so auf dem Cover)

Absolut lesenswert.

mehr zeigen ...

Wie es nie war
»Was liest Du?«-Rezension von Anja, am 04.01.2016

~~Joachim Meyerhoff hat ein Erinnerungsbuch der ganz besonderen Art geschrieben.
Er ist als Sohn des Anstaltsdirektors eines Landeskrankenhauses für Kinder –und Jugendpsychiatrie in Schleswig aufgewachsen.
Das Krankenhaus war Mitte der siebziger Jahre noch neu und wurde vom damaligen Schleswig - Holsteinischen Ministerpräsidenten Stoltenberg besucht. Alleine die Schilderung dieses Besuchs ist eine zum Lachen komische Geschichte. Mein persönliches Schmunzel- Highlight, die Blutsbrüderschaft.  Während der längere erste Teil des Romans durchaus als Jugendbuch durchgehen könnte, wird es im zweiten und ernsten Teil schicksalhaft bis traurig. Es folgen Einbrüche in den Familienalltag, die nicht zu erwarten waren. Sie haben tragische Folgen und zeigen, wie das Leben mit zunehmendem Alter und mit den Wechselfällen des Lebens seine Unbeschwertheit und die heitere Zuversicht verliert. Joachim Meyerhoff kann die Fröhlichkeit und den Ernst in einer unnachahmlich natürlichen Weise zum Klingen bringen. Sehr deutlich, Anteil nehmend und betroffen beschreibt er den Tod seines Vaters. Der in weitem Bogen ausholende Lebenskreis erschließt sich einem witzig, fröhlich, traurig, melancholisch und liebevoll zugleich. Mich hat das Buch regelrecht gefesselt, und um es mit Joachims Worten zu erklären, "nicht ich habe das Buch verschlungen, sondern es mich". Wer Lust auf eine spannende, abwechslungsreiche, traurige, lustige, nachdenkliche, ja fast schon philosophische Familiengeschichte hat, dem rate ich WÄRMSTENS, es nicht nur bei einem Vorsatz zu belassen, sondern den Plan auch in die Tat umzusetzen und das Buch zu kaufen ;-)!

„Wann wird es endlich wieder so, wie es nie war!“
Damit ist treffend beschrieben, wie es wohl so manchem in der Rückerinnerung vorkommen mag: denn oft täuscht die Erinnerung und blendet aus, was schon viel früher hätte spürbar sein können!

mehr zeigen ...

Alle Rezensionen ansehen

Zu Hause in der Psychiatrie - das kommt davon Der junge Held in Meyerhoffs zweitem Roman wächst zwischen Hunderten von Verrückten als jüngster Sohn des Direktors einer Kinder- und Jugendpsychiatrie auf - und mag es sogar sehr. Mit zwei Brüdern und einer Mutter, die den Alltag stemmt - und einem Vater, der in der Theorie glänzt, in der Praxis aber stets versagt. Wer schafft es sonst, den Vorsatz, sich mehr zu bewegen, gleich mit einer Bänderdehnung zu bezahlen und die teuren Laufschuhe nie wieder anzuziehen? Oder bei Flaute mit dem Segelboot in Seenot zu geraten und vorher noch den Sohn über Bord zu werfen?Am Ende ist es aber wieder der Tod, der den Glutkern dieses Romans bildet, der Verlust, der nicht wieder gutzumachen ist, die Sehnsucht, die bleibt - und die Erinnerung, die zum Glück unfassbar pralle, lebendige und komische Geschichten hervorbringt.

Meyerhoff, Joachim Joachim Meyerhoff, geboren 1967 in Homburg/Saar, aufgewachsen in Schleswig, war vierzehn Jahre lang Ensemblemitglied des Wiener Burgtheaters. In seinem sechsteiligen Zyklus »Alle Toten fliegen hoch« trat er als Erzähler auf die Bühne und wurde zum Theatertreffen 2009 eingeladen. 2007 wurde er zum Schauspieler des Jahres gewählt. Für seinen Debütroman wurde er 2011 mit dem Franz- Tumler-Literaturpreis und 2012 mit dem Förderpreis zum Bremer Literaturpreis ausgezeichnet. Im September 2016 erhielt er den Nicolas-Born-Debütpreis, den Euregio-Schüler-Literaturpreis, im Januar 2017 die Carl-Zuckmayer-Medaille des Landes Rheinland-Pfalz. Im Mai 2017 wurde Joachim Meyerhoff in der Sektion Darstellende Kunst in die Akademie der Künste aufgenommen und von der Fachzeitschrift Theater heute zum Schauspieler des Jahres 2017 gewählt. 2018 erhielt er für sein Prosawerk den Jonathan-Swift-Preis für Satire und Humor. Seit 2019 ist Joachim Meyerhoff Ensemblemitglied der Berliner Schaubühne.