Die Erziehung des Mannes (Buch)

Roman. Nominiert für die Longlist zum Deutschen Buchpreis 2016

Buch
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Wie wird man ein Mann? Ein Liebender? Ein Ehemann? Ein Vater? Ein Geliebter? Ein Ex-Mann? Nach seinem Bestseller "Die Herrlichkeit des Lebens" über Kafkas letzte Liebe erzählt Michael Kumpfmüller davon, was es... (weiter)

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Details
AutorIn Michael Kumpfmüller
Seiten 320
EAN 9783462044812
Sprache deutsch
erschienen bei Kiepenheuer & Witsch
Erscheinungsdatum 18.02.2016
Stichwörter Leben
Mann
Hampels Fluchten
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Familie
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Vom männlichen Sein.
»Was liest Du?«-Rezension von wandagreen, am 20.09.2016

Es geht um das Leben eines Mannes, Georg, Komponist, mehr oder weniger erfolgreich. Georg ist ein Mittelmaß und so ist auch sein Leben. Bis auf die letzte Seite war mir nicht einleuchtend, warum das Buch seinen, diesen Titel trägt. Bis es mir klar wurde, das Leben ist die Erziehung, es erzieht uns alle. Und die Erziehung des Mannes, heißt es, ganz banal, weil Georg eben ein Mann ist.

Michael Kumpfmüller hat einen sehr angenehmen Erzählstil. Unversehens ist man in der Geschichte, obwohl man eigentlich gerade ein anderes Buch lesen wollte. Dabei ist Georg so normal, seine Story ist die, die man schon tausendmal gehört hat, Frauen hören sie von Männern, die sich an der Bar aussprechen, ein wenig jammern, ein wenig stolz sind, ein wenig hilflos, ein wenig unentschlossen, frei scheinen und doch niemals frei sind. Denn Georgs sind diejenigen, die mit ihrem Leben mehr oder weniger gut zurechtkommen, die Entscheidungen treffen vornehmlich dadurch, dass sie keine treffen, die nicht verstehen wollen, was passiert ist und doch sich irgendwie arrangieren, wie Männer sich eben arrangieren.

„Die Erziehung des Mannes“ von Kumpfmüller enthält ausnahmsweise einmal ausschließlich die männliche Perspektive. Wie die ganze Sache aus Jules Sicht aussieht, des weiblichen Gegenparts, entnimmt man nur der notwendigerweise subjektiven (falschen?) Wahrnehmung Georgs. Das geht ganz in Ordnung.

Klar habe ich meine Ansichten über Georg, die eventuell von seiner Eigensicht abweichen werden. Wie jeder Leser eine Ansicht über Georg entwickeln wird und ein Urteil fällen wird über sein Leben. Das ist die Absicht.

Fazit: Ein sehr angenehmer Roman über das männliche Geschlecht, über das männliche Sein mit seinen Höhen und Tiefen, wie es sich in einer Vielzahl von Fällen eben darstellt. Tausendmal gehört und doch immer wieder neu. Das Buch „Die Erziehung des Mannes“ von Michael Kumpfmüller, (mindestens) auf die Longlist 2016 des Deutschen Buchpreises gesetzt, wird in die schmale Sammlung meiner Lieblingsbücher aufgenommen.

Kategorie: Gute Literatur
Verlag: Kiepenheuer & Witsch, 2016

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Wie wird man ein Mann? Ein Liebender? Ein Ehemann? Ein Vater? Ein Geliebter? Ein Ex-Mann? Nach seinem Bestseller "Die Herrlichkeit des Lebens" über Kafkas letzte Liebe erzählt Michael Kumpfmüller davon, was es heißt, heute ein Mann zu sein. In einer Zeit, in der der moderne Mann so viele Rollen beherrschen muss wie noch nie, wächst die Gefahr des Scheiterns - aber auch das Glück des Gelingens. Wir treffen Georg, einen Studenten der Musikwissenschaft und angehenden Komponisten, als er mit Mitte zwanzig eine neue Frau kennenlernt. Sie wird etwas in ihm lösen, mit ihr wird er ins Leben aufbrechen, Kinder bekommen und doch keine glückliche Ehe führen. Er wird sich fragen, woran das liegt, was sein autoritärer Vater damit zu tun hat, der ein Patriarch alter Schule ist und die Familie durch diverse Affären ruiniert, und er wird einen großen Schritt in eine neue Liebe wagen. Doch frei ist Georg nicht mehr, denn er bleibt Vater von drei Kindern, die am Ende zur Liebeskonstante in seinem Leben werden. Über sie wird er sich seiner selbst bewusst, und an ihnen hält er fest, als sich alles andere aufzulösen scheint. Mit seiner suggestiven, poetisch-klaren Sprache spürt Michael Kumpfmüller den Träumen, Ängsten und Hoffnungen seines empfindsamen Helden nach und zeigt, welche Kraft der Wunsch zu lieben und geliebt zu werden entfaltet. Ein großartiger Erziehungsroman, der den spannungsreichen Weg nachzeichnet, den viele Männer heute gehen, die viel von sich erwarten - und von denen viel erwartet wird.

Michael Kumpfmüller, geboren 1961 in München, lebt als freier Autor in Berlin. Im Jahr 2000 erschien mit dem gefeierten Roman 'Hampels Fluchten' seine erste literarische Veröffentlichung, 2003 sein zweiter Roman 'Durst' und 2008 'Nachricht an alle', für den er vor dem Erscheinen mit dem Döblin-Preis ausgezeichnet wurde. Bei seiner Veröffentlichung im Jahr 2011 wurde der Roman 'Die Herrlichkeit des Lebens' zum Bestseller und von der literarischen Kritik hochgelobt. Mittlerweile ist 'Die Herrlichkeit des Lebens' in 25 Sprachen übersetzt worden. Zuletzt erschien der Roman 'Die Erziehung des Mannes' (2016).