Die Geschichte der Bienen (Buch)

Roman

Maja Lunde

Übersetzung: Ursel Allenstein

Buch
Für Bewertung bitte einloggen!

England im Jahr 1852: Der Biologe und Samenhändler William kann seit Wochen das Bett nicht verlassen. Als Forscher sieht er sich gescheitert, sein Mentor Rahm hat sich abgewendet, und das Geschäft liegt brach. Doch... (weiter)

€ 20,00 *
Preis
inkl MwSt.

Auch erhältlich als:
eBook EPUB 15,99
  • sofort lieferbar
  • portofreie Lieferung innerh. Deutschland
  • Geschenkverpackung möglich

Details
AutorIn Maja Lunde
Übersetzung Ursel Allenstein
Seiten 528
EAN 9783442756841
Sprache deutsch
erschienen bei Btb
Erscheinungsdatum 20.03.2017
Ursprungstitel Bienes historie
Stichwörter Norwegischer Buchhändlerpreis
Imker
Familienroman
Bienensterben
Spiegel-Bestseller
Rezensionen
Gesamtmeinung:
Ø4.3 | 189 Meinungen

davon Rezensionen:
Ø 4.4 |  73 Rezensionen
davon Bewertungen:
Ø 4.3 |  116 Bewertungen

5 Sterne
( 43 )
4 Sterne
( 20 )
3 Sterne
( 6 )
2 Sterne
1 Stern

Über die Wichtigkeit der Bienen
»Was liest Du?«-Rezension von AurelyAzur, am 25.04.2018

Die junge Mutter Tao, der ehrgeizige Naturforscher William und der aufrichtige George. Sie alle verbindet in irgendeiner Form die Geschichte und das Dasein der Bienen mit ihrem eigenen Leben. Während der nach Höherem strebende William sich in seinem Leben nach Erleuchtung und Erfolg sehnt und einen neuartigen Bienenstock erfindet, kämpft George viele Jahre später, in der heutigen Zeit, gegen das Aussterben der Bienen. Weitere Jahrzehnte später ist das worst case Szenario eingetreten und Tao muss, wie viele andere Menschen in China, die Blüten der Nutzpflanzen per Hand bestäuben. Die Bienen sind fort und damit ist die Versorgung mit Grundnahrungsmitteln in unmittelbarer Gefahr.

Die Geschichte ist in stetigem Wechsel aus drei verschiedenen Sichtweisen, in drei unterschiedlichen zeitlichen Epochen geschrieben, die anschaulich den Verfall und das Sterben der Bienen darstellen, bis sie eines Tages komplett verschwinden und die Menschheit in ein Chaos stürzen. Besonderen Wert wird dabei auf die Lebensmittelversorgung gelegt und wie fatal sich doch die fehlende Bestäubung der Bienen auswirken könnte. Jeder Charakter ist auf einzigartige Weise mit den Bienen verbunden, und wenn auch nur am Rande. Die Komplexität und Aussagekraft der kompletten Geschichte hat mich erstaunt und macht das Buch zu etwas Eindrucksvollem und Unvergesslichem. Gegenüber Tao habe ich die größte Distanz empfunden, auch wenn dies möglicherweise an der anderen Kultur liegen mag, die sich durch die Gemeinschaft und nicht durch das Individuum auszeichnet. Sie lebt in einer zukünftigen Welt, die Ähnlichkeit mit dystopischen gesellschaftlichen Strukturen hat, die sicherlich auch in der Ausnahmesituation begründet liegen. William denkt er könne großes schaffen, während er verzweifelt versucht seinen Sinn des Lebens nicht zu verlieren und allen zu zeigen was in ihm steckt. George lebt für die Imkerei und lehnt sich gegen moderne Vorschläge seiner Familie auf, liegt das Unternehmen doch seit Generationen in der Familie, deren Geschichte sich durch das ganze Buch zieht und den Licht am Ende eines dunklen Ganges erkennen lässt, wenn schon alles verloren scheint.

Eine eindrucksvolle, einprägsame Geschichte mit hoher Komplexität und einzigartigen Charakteren, deren Lebensgeschichte für viele andere Menschen eine entscheidende Rolle spielt.

mehr zeigen ...

Bei diesem Roman ist das Ganze viel mehr als die Summe der Teile
»Was liest Du?«-Rezension von Lilli33, am 21.04.2018

Gebundene Ausgabe: 510 Seiten

 

Verlag: btb Verlag (20. März 2017)

ISBN-13: 978-3442756841

Originaltitel: Bienes historie

Übersetzung: Ursel Allenstein

Preis: 20,00€

auch als E-Book und als Hörbuch erhältlich

 

Bei diesem Roman ist das Ganze viel mehr als die Summe der Teile

 

Inhalt:

England, 1852. Der Biologe und Samenhändler William forscht über Bienen und entwickelt einen Bienenstock, der es dem Imker leichter machen soll, sich um seine Bienenvölker zu kümmern. Aber er muss immer wieder einen Rückschlag hinnehmen. Zu seinem Leidwesen interessiert sich sein Sohn Edmund überhaupt nicht für seine Arbeit.

 

USA, 2007. George ist Imker mit Leib und Seele. Seine Bienen bedeuten ihm alles. Und er wünscht sich nichts mehr, als dass sein Sohn Tom einmal den Hof übernimmt. Dieser hat jedoch andere Pläne. Außerdem macht das weltweite Bienensterben auch vor Georges Hof nicht Halt. 

 

China, 2098. Tao muss Tag für Tag auf Bäume klettern und mühsam mit dem Pinsel Pollen verteilen, sonst gibt es keine Nahrung für die Menschen. Ihr dreijähriger Sohn Wei-Wen soll es einmal besser haben. Deshalb versucht Tao, ihn zu fördern und zu fordern, so gut es geht. Doch dann geschieht ein Unglück …

 

Meine Meinung:

Ich bin wegen der guten Bewertungen lange um dieses Buch herumgeschlichen und konnte mich einfach nicht durchringen, es zu lesen. Denn ich mag keinen Honig, also interessierten mich auch Bienen nicht allzu sehr. Nun bekam ich es durch Zufall in die Hand, und darüber bin ich sehr froh. Denn der Roman entpuppte sich als ein Highlight. 

 

Er besteht aus drei Handlungssträngen in drei Zeitebenen an drei verschiedenen Orten. 1852 ist die Welt noch in Ordnung. Den Bienen geht es gut. Die fleißigen Insekten bestäuben die Blütenpflanzen. Es gibt ausreichend Nahrung für die Menschen und Tiere. 2007 sind wir dann Zeuge des weltweiten Bienensterbens. Und 2098 erleben wir hautnah die Folgen mit. Sehr plausibel legt Maja Lunde dar, wie es zum Bienensterben kam und was es für die Menschheit bedeutet. Es ist bei Weitem nicht nur der Honig, der nicht mehr auf den Tisch kommt, sondern hat Einfluss auf die gesamte Flora und damit auf die Nahrungskette mit schier unübersehbaren Auswirkungen. Es ist höchste Zeit, etwas dagegen zu tun!

 

Die Perspektive wechselt mit jedem Kapitel zwischen den drei Protagonisten Tao, George und William, die in der Ich-Form erzählen. Man weiß aber trotzdem immer, wer gerade dran ist, denn der Name findet sich vor jedem Kapitel und am Fuß jeder einzelnen Seite. Außerdem unterscheidet sich das Setting so gewaltig, dass kaum eine Verwechslungsgefahr gegeben ist.

 

Maja Lunde konnte mich mit jedem einzelnen Handlungsstrang fesseln, aber ihre volle Wirkung entfalten sie erst im Zusammenspiel. Je weiter die Handlung voranschreitet, umso bewusster wird einem, dass alles irgendwie über die Jahrhunderte und weltweit zusammenhängt. Somit ist das Ganze dieses Romans viel mehr als die Summe der einzelnen Teile. 

 

Der Schreibstil ist der jeweiligen Zeit und dem Ort angemessen. Er ist leicht zu lesen und bildgewaltig. Die Autorin transportiert hier Gesellschaftskritik ohne erhobenen Zeigefinger. Ich bin nun sehr froh, dass ich dieses Buch lesen konnte und kann es nur wärmstens empfehlen. 

 

★★★★★

 

mehr zeigen ...

Alle Rezensionen ansehen

England im Jahr 1852: Der Biologe und Samenhändler William kann seit Wochen das Bett nicht verlassen. Als Forscher sieht er sich gescheitert, sein Mentor Rahm hat sich abgewendet, und das Geschäft liegt brach. Doch dann kommt er auf eine Idee, die alles verändern könnte - die Idee für einen völlig neuartigen Bienenstock. Ohio, USA im Jahr 2007: Der Imker George arbeitet hart für seinen Traum. Der Hof soll größer werden, sein Sohn Tom eines Tages übernehmen. Tom aber träumt vom Journalismus. Bis eines Tages das Unglaubliche geschieht: Die Bienen verschwinden. China, im Jahr 2098: Die Arbeiterin Tao bestäubt von Hand Bäume, denn Bienen gibt es längst nicht mehr. Mehr als alles andere wünscht sie sich ein besseres Leben für ihren Sohn Wei-Wen. Als der jedoch einen mysteriösen Unfall hat, steht plötzlich alles auf dem Spiel: das Leben ihres Kindes und die Zukunft der Menschheit. Wie alles mit allem zusammenhängt: Mitreißend und ergreifend erzählt Maja Lunde von Verlust und Hoffnung, vom Miteinander der Generationen und dem unsichtbaren Band zwischen der Geschichte der Menschen und der Geschichte der Bienen. Sie stellt einige der drängendsten Fragen unserer Zeit: Wie gehen wir um mit der Natur und ihren Geschöpfen? Welche Zukunft hinterlassen wir unseren Kindern? Wofür sind wir bereit zu kämpfen?