Nachtzug nach Lissabon (Taschenbuch)

Roman

Taschenbuch
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Mitten im Unterricht verlässt ein Lehrer seine Schule und macht sich auf den Weg nach Lissabon, um den Spuren eines geheimnisvollen Autors zu folgen. Immer tiefer zieht es ihn in dessen Aufzeichnungen und Reflexionen,... (weiter)

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Details
AutorIn Pascal Mercier
Seiten 495
EAN 9783442734368
Sprache deutsch
erschienen bei btb Taschenbuch
Erscheinungsdatum 05.2006
Serien btb
Rezensionen
Autorenportrait
Gesamtmeinung:
Ø3.5 | 39 Meinungen

davon Rezensionen:
Ø 3.8 |  8 Rezensionen
davon Bewertungen:
Ø 3.5 |  31 Bewertungen

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Tiefgründig und vielschichtig
»Was liest Du?«-Rezension von Lilli33, am 21.01.2020

Taschenbuch: 496 Seiten

Verlag: btb (3. April 2006)

ISBN-13: 978-3442734368

Preis: 10,00 €

auch als Hardcover, als E-Book und als Hörbuch erhältlich

 

Tiefgründig und vielschichtig

 

Inhalt:

Raimund Gregorius, Lehrer für Latein, Griechisch und Hebräisch an einem Berner Gymnasium, bricht aus seiner alltäglichen Routine aus. Mitten in der Stunde steht er auf, nimmt seinen Mantel und geht. In einer antiquarischen Buchhandlung stolpert er über das Buch eines Portugiesen, dessen Worte ihn sehr berühren. Kurzerhand nimmt er den Nachtzug nach Lissabon und folgt den Spuren dieses charismatischen Mannes, Amadeu de Prado. 

 

Meine Meinung:

Ich war sehr angetan von diesem Roman. Mir gefiel die oft poetische und immer schöne Sprache, die Verflechtung von Raimunds Leben mit dem Amadeus. Raimund sucht die Menschen auf, die den vor etwa dreißig Jahren verstorbenen Autor gekannt und geliebt haben. Immer mehr Informationen trägt er so zusammen, dringt in Amadeus Leben ein, bis er schließlich derjenige ist, der ihn vielleicht am umfassendsten kennt, obwohl er ihm nie persönlich begegnet ist.

 

Immer wieder sind Passagen aus Amadeus Werk eingefügt, über die Raimund nachdenkt. Dies verleiht dem Roman einen philosophischen Touch, geht es doch hauptsächlich um den Sinn des Lebens, um die Art, wie wir leben, wir wir unser Leben beeinflussen können, was wir wollen und wer wir sind. Es geht um Freundschaft und Familie, um Loyalität und Religion und vieles mehr.

 

Daneben spielt auch die portugiesische Geschichte eine gewisse Rolle. Die Diktatur unter Salazar wird angesprochen, der Widerstand, die Kluft zwischen Arm und Reich.

 

Mich konnte Mercier wunderbar fesseln und nach Bern bzw. Lissabon und all die anderen Orte entführen. Nur gegen Ende fand ich es etwas langatmig. Aber insgesamt habe ich dieses Buch sehr genossen.

 

★★★★☆

 

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Eine faszinierende Reise - nicht nur nach Lissabon!
»Was liest Du?«-Rezension von Jochen, am 24.08.2015

„Kann es einen Ernst geben, der ernster ist als der poetische Ernst?“ (S. 473)

Uff. Ich bin platt. Geplättet von 495 Seiten eines der schwierigsten Bücher auf der einen und einem der bewegensten Bücher auf der anderen Seite.

Pascal Mercier´s „Nachtzug nach Lissabon“ ist wie eine (Irr-)Fahrt durch das tiefste Innere eines Berges – man weiß nicht, wo der Ausgang ist und was einen auf der anderen Seite erwartet. Manchmal kommt man auch in eine Sackgasse und muss wieder zurück, um den richtigen Weg zu finden. Doch irgendwann sieht man einen winzigen Lichtpunkt, der immer größer, immer heller wird und einem den Weg leitet durch eines der faszinierendsten Bücher, die ich je gelesen habe.

Pascal Mercier macht es dem Leser wahrlich nicht leicht. Rund um die Person des Lateinlehrers Raimund Gregorius strickt er eine Geschichte, die nachdenklicher nicht stimmen könnte. Was veranlasst einen alleinstehenden, allseits beliebten Lehrer mitten im Unterricht aufzustehen und sein bisheriges Leben für einige Zeit aufzugeben und einem portugiesischen Arzt und Widerstands-kämpfer nachzuspüren, der ein Buch über sein eigenes, tiefstes Inneres geschrieben hat?

Wir lernen den Autor dieses Buches nach und nach aus der Sicht verschiedener Personen kennen: seiner Schwester, seines ehemals besten Freundes, seiner „Vertrauten“, die mehr über ihn weiß als alle anderen zusammen. All die Passagen, in denen die genannten Personen etwas erzählen, garniert mit passenden Zitaten aus dem Buch (ein Buch im Buch sozusagen – großartig!!!) ergeben das Bild eines nachdenklichen, intelligenten und weisen Mannes, der (nicht nur) unter einer schwierigen Vater-/Sohn-Beziehung leidet.

Die Faszination von Amadeu Prado springt auf Raimund Gregorius über und er fängt an, kleine Dinge in seinem Leben zu ändern und sein bisheriges Leben zu hinterfragen.

Überhaupt ist das Buch sehr philosophisch und man kommt gar nicht darum herum, sich die ein oder andere Frage wie „Bin ich mit mir und meinem (bisherigen) Leben zufrieden?“ selbst zu stellen und zu reflektieren.

Letzten Endes ist der „Nachtzug nach Lissabon“ eine Reise zu uns selbst, die sich immer wieder lohnt, anzutreten. Ich bin jedenfalls mächtig beeindruckt von diesem Roman und zähle ihn von nun an zu einem meiner Lieblingsbücher!

„Das Leben ist nicht das, was wir leben; es ist das, was wir uns vorstellen zu leben.“ (S. 495)

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Mitten im Unterricht verlässt ein Lehrer seine Schule und macht sich auf den Weg nach Lissabon, um den Spuren eines geheimnisvollen Autors zu folgen. Immer tiefer zieht es ihn in dessen Aufzeichnungen und Reflexionen, immer mehr Menschen lernt er kennen, die von diesem Mann, den ein dunkles Geheimnis umgibt, zutiefst beeindruckt waren. Eine wundervolle Reise - die vergeblich sein muss und deren Bedrohungen der Reisende nicht gewachsen ist. Endlich kann er wieder fühlen, endlich hat er von seinem Leben zwischen Büchern aufgeblickt - aber was er sieht, könnte ihn das Leben kosten ...

Mercier, Pascal Pascal Mercier, geboren 1944 in Bern, heißt im richtigen Leben Peter Bieri und ist Professor für Philosophie an der Freien Universität Berlin.