Juden in Niederösterreich

Juden in Niederösterreich (Taschenbuch)

'Arisierungen' und Rückstellungen in den Städten Amstetten, Baden, Hollabrunn, Horn, Korneuburg, Krems, Neunkirchen, St. Pölten, Stockerau, Tulln, Waidhofen a. d. Thaya und Wiener Neustadt

Taschenbuch
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Mit der vorliegenden Publikation konnte für zwölf ausgewählte niederösterreichischen Städte das gesamte Aktenmaterial des Niederösterreichischen Landesarchivs über Vermögensanmeldungen,... (weiter)

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AutorIn Walter Baumgartner, Robert Streibel
Seiten 129
EAN 9783486567823
erschienen bei Oldenbourg
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Mit der vorliegenden Publikation konnte für zwölf ausgewählte niederösterreichischen Städte das gesamte Aktenmaterial des Niederösterreichischen Landesarchivs über Vermögensanmeldungen, "Arisierungen" und Rückstellungen gesichtet und die Technik der Beraubung der jüdischen Bevölkerung sowie die Handhabung von Rückstellungen geographisch verortet werden. Wenngleich keine Generalaussagen für ganz Niederösterreich getroffen werden können, sind Rückschlüsse möglich, etwa auf die soziale Schichtung der jüdischen Bevölkerung und die rücksichtslose Entrechtung, Beraubung, Vertreibung und Ermordung dieser ÖsterreicherInnen. Das Ausmaß des Raubes an jüdischem Vermögen bestimmen zu können, um in einem zweiten Schritt die nach 1945 geleisteten Rückstellungen bewerten zu können ist auch für diesen überschaubaren geographisch eingegrenzten Bereich kaum möglich. Die durch die Akten dokumentierten Schicksale der Juden in den zwölf Städten zeigen, dass bereits die Bürokratie töten konnte und wie in die Länge gezogene Verkaufsverhandlungen und eine verzögerte Auszahlung das Schicksal der Betroffenen bestimmten, denen so die Möglichkeit genommen war, ins Ausland zu fliehen. Wie groß die Unterschiede in der Dimension der brutalen Erfüllung der Gesetze waren und wie einzelne Entscheidungsträger für das Klima einer Stadt ausschlaggebend waren, zeigt das Beispiel der Stadt Hollabrunn, wo der Kreisleiter in Zusammenarbeit mit dem Kreiswirtschaftsberater eine ungewöhnlich aktive Rolle spielte. Dies war auch der Grund für die rasche und radikale "Entjudung" in dieser Stadt. Zu den Autoren: Walter Baumgartner, Mag.phil., geb. 1960 in Wiener Neustadt, Studium der Geschichte und Publizistik an der Universität Wien. Diplomarbeit über "Die Geschichte des Österreichischen Freiheitsbundes". Gestaltung von Ausstellungen, Herausgabe lokaler kulturhistorischer Publikationen etc. Derzeit Mitarbeiter des Buchprojektes "Gedenken und Mahnen in Niederösterreich". Weiters tätig im Rahmen der Restitutionsforschung für das Historische Museum der Stadt Wien. Robert Streibel, Mag.phil Dr.phil., Projektleiter, geb. 1959 in Krems, Historiker, Publizist, Direktor der Volkshochschule Hietzing. Mitbegründer des Komitees "Ein Denkmal für den jüdischen Friedhof in Krems", Organisation von wissenschaftlichen Symposien und Gedenkkundgebungen. Publikationen zu Judentum, Widerstand, Februar 1934, Krems im Nationalsozialismus und Eugenie Schwarzwald.

Robert Streibel, geboren 1959 in Krems a. d. Donau, Studium der Geschichte u. a. in Wien, seit 1999 Direktor der Volkshochschule Hietzing. Als Historiker hat er zahlreiche Forschungsprojekte zu Nationalsozialismus, Judentum, Exil sowie zahlreiche Gedenkaktionen zu Vertreibung und Widerstand im NS-Staat durchgeführt.