Der Gesang der Flusskrebse

Der Gesang der Flusskrebse (Buch)

Roman

Delia Owens

Übersetzung: Ulrike Wasel, Klaus Timmermann

Buch
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"Ein schmerzlich schönes Debüt, das eine Kriminalgeschichte mit der Erzählung eines Erwachsenwerdens verbindet und die Natur feiert." The New York Times Chase Andrews stirbt, und die Bewohner der ruhigen... (weiter)

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Details
AutorIn Delia Owens
Übersetzung Ulrike Wasel, Klaus Timmermann
Edition 9. Aufl.
Seiten 459
EAN 9783446264199
Sprache deutsch
erschienen bei hanserblau
Erscheinungsdatum 22.07.2019
Ursprungstitel Where the Crawdads Sing
Stichwörter 1969
2019
50er
60er
Bestseller
Rezensionen
Autorenportrait
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Ø4.7 | 97 Meinungen

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Das Marschmädchen aus North Carolina
»Was liest Du?«-Rezension von yvy, am 22.01.2020

»Wer sich auf jemanden stützen kann, bleibt auf dem Boden.«

Kya Clark ist sechs Jahre alt als ihre Mutter ohne ein Wort des Abschieds fortgeht. Sie ist das jüngste von fünf Geschwistern, die alle bald darauf dem Beispiel der Mutter folgen und ihr Heil in der weiten Welt suchen. Eine notwendige Flucht, denn der Vater, ein vom Krieg traumatisierter Mann, ist dem Alkohol stark zugetan und verprügelt oft Frau und Kinder. Fortan lebt das Mädchen allein mit dem Vater, der zumindest für kurze Zeit versucht, seiner Rolle gerecht zu werden. Doch der Schmerz und das Kriegstrauma sitzen zu tief und auch er verschwindet irgendwann. Zurückgelassen in einer schäbigen Hütte und mit einem alten Fischerboot lernt Kya zu überleben, bildet sich selbst so gut es geht weiter, verkauft Muscheln und Fisch, um Streichhölzer, Maisgrieß und Benzin für das Boot zu kaufen, sie sammelt Federn, zeichnet und archiviert sie akribisch, sucht Trost und Geborgenheit in der Natur des Marschlandes. Der Versuch einer Solzialarbeiterin, sie in die Gesellschaft des Küstenstädtchens Barkley Cove einzugliedern scheitert kläglich. Einsamkeit und Abgeschiedenheit bedeuten Sicherheit für Kya, die schon bald von allen nur noch »das Marschmädchen« genannt wird.
Jahre später wird die Leiche von Chase Andrews, dem Platzhirsch von Barkley Cove, am Fuß des Feuerturms gefunden. Gerüchte werden laut und schnell ist ein möglicher Täter gefunden – das Marschmädchen. Aber war es wirklich Mord oder doch nur ein Unfall und wa hat Kya damit zu tun?

Leseeindruck

»Der Gesang der Flusskrebse« (OT: Where the Crawdads Sing) ist ein auf besondere Weise faszinierender Roman, der mich von der ersten Seite an in seinen Bann ziehen konnte. Erzählt wird zum einen die Geschichte eines Kindes, das unter widrigen Umständen im unberührten Marschland aufwächst, zur Einzelgängerin wird aber dennoch ihren Platz in der Welt und später auch Gesellschaft findet.

»Das Leben hatte aus ihr eine Expertin darin gemacht, Gefühle auf lagerfähige Größe zu quetschen. Aber Einsamkeit hat ihren eigenen Kompass.«

Es ist also ein Coming-of-Age-Roman mit wunderbar herausgearbeiteten Charakteren, gleichzeitig aber auch ein ruhig erzählter Krimi, der gerade im letzten Drittel dann an Fahrt aufnimmt. Zudem erfahren wir viel über Kyas Heimat, die Flora und Fauna des Marschlandes an der Küste North Carolinas. Dieses Wissen, das die Autorin Delia Owens selbst mitbringt, hat sie harmonisch und unaufdringlich aber doch eindrucksvoll in die Handlung mit eingewoben. Es sind diese Naturbeschreibungen in Kombination mit der wunderschönen Sprache sowie die konstant spannende Geschichte mit ihren bunten Figuren, die mich fesselten und gleichermaßen begeistern konnten.

»Ich hab nich gedacht, dass Wörter so viel meinen können. Ich hab nich gewusst, dass ein Satz so voll sein kann.«

Owens erzählt Kyas Geschichte und auch alle anderen damit verbundenen Handlungstränge nicht stringent, vielmehr wechselt sie zwischen Vergangenheit und Gegenwart hin und her bis dann schließlich beide Zeitlinien an einem Punkt zusammenfließen. Diese Art des Erzählens baut nicht nur konstante Spannung auf, sondern lässt sich die Geschichte auch scheibchenweise entfalten – wie die Blätter einer Blüte – ganz im Sinne Søren Kierkegaards: »Verstehen kann man das Leben rückwärts; leben muß man es aber vorwärts.«

Fazit

Ein kluger und gefühlvoller Roman ist »Der Gesang der Flusskrebse« in meinen Augen definitiv. Außerdem es ist auch eine spannende und traurigschöne Geschichte, die zum Nachdenken und Reflektieren anregt. Ausgrenzung, Anderssein, der tägliche Kampf um das Leben und die Liebe, das Leben im Einklang mit sich und der Natur, Vergebung, Zusammenhalt, Freundschaft – dies alles wird hier thematisiert. Eine Lektüre, die mich begeistern konnte und deshalb auch eine uneingeschränkte Leseempfehlung für alle die, die einem ruhig erzählten Südstaatenroman etwas abgewinnen können.

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Eine Geschichte, die mich berührt hat
»Was liest Du?«-Rezension von Marshall Trueblood, am 03.01.2020

Im Marschland von North Carolina: Hier lebt Kya, von allen nur das Marschmädchen genannt. Der Roman erzählt von ihrem Leben. Aber nicht nur das; er erzählt von Freundschaft, Natur, Mord, Schicksalsschlägen und natürlich von der Liebe. Manchmal ein wenig rührselig, aber nie kitschig erzählt die Autorin in einer schlichten und doch poetischen Sprache. Das hat mir sehr gut gefallen.

Der Roman verläuft in zwei Erzählsträngen, die aufeinander zulaufen. Auf dem ersten habe ich Kya kennengelernt, die als Kind schon früh auf sich allein gestellt im Marschland von North Carolina aufwächst. Er erzählt von ihrer Liebe zur Natur und wie sie erwachsen wird. Im zweiten Erzählstrang geht es um einen Mann, der tot im Marschland gefunden wird; zunächst ist unklar, ob Unfall, Mord oder Selbstmord vorliegt. Nur als Leser ist man ein kleines Stück schlauer und kann sich denken, dass das Schicksal des Toten mit dem Schicksal von Kya verknüpft ist.

In einer unaufgeregten, aber doch poetischen Sprache hat mich die Autorin durch die Jahre geführt, durch Kyas Kindheit und Jugend bis hin zum Gerichtsverfahren, in dem es schließlich um Leben oder Tod geht. Wie schon erwähnt, verläuft die Handlung an wenigen Stellen etwas rührselig und dann wirkt die Geschichte auch ein wenig überkonstruiert. Aber das hat meinen Lesespaß nicht kleiner gemacht. Ich habe den Roman bis zu seinem für mich nicht vorherzusehenden Ende sehr genossen. Weil er ein bisschen von allem ist: Ein Roman über das Erwachsenwerden, ein Krimi, ein Gerichtsdrama und eine Hommage an die Natur. 

So etwas möchte ich gern öfter lesen! 

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"Ein schmerzlich schönes Debüt, das eine Kriminalgeschichte mit der Erzählung eines Erwachsenwerdens verbindet und die Natur feiert." The New York Times Chase Andrews stirbt, und die Bewohner der ruhigen Küstenstadt Barkley Cove sind sich einig: Schuld ist das Marschmädchen. Kya Clark lebt isoliert im Marschland mit seinen Salzwiesen und Sandbänken. Sie kennt jeden Stein und Seevogel, jede Muschel und Pflanze. Als zwei junge Männer auf die wilde Schöne aufmerksam werden, öffnet Kya sich einem neuen Leben - mit dramatischen Folgen. Delia Owens erzählt intensiv und atmosphärisch davon, dass wir für immer die Kinder bleiben, die wir einmal waren. Und den Geheimnissen und der Gewalt der Natur nichts entgegensetzen können.

Owens, Delia Delia Owens, geboren in Georgia, lebt auf einer Ranch in Idaho. Über zwanzig Jahre erforschte die Zoologin in verschiedenen afrikanischen Ländern Elefanten, Löwen und Hyänen. Als Kind verlebte Owens die Sommerurlaube mit ihren Eltern in North Carolina, wo auch ihr Romandebüt spielt. Wasel, Ulrike Ulrike Wasel, geboren 1955, übersetzt zusammen mit Klaus Timmermann seit vielen Jahren englische und amerikanische Literatur von Autoren wie Harper Lee, Dave Eggers, Jodi Picoult und Zadie Smith. Timmermann, Klaus Klaus Timmermann, geboren 1955, übersetzt zusammen mit Ulrike Wasel seit vielen Jahren englische und amerikanische Literatur von Autoren wie Harper Lee, Dave Eggers, Jodi Picoult und Zadie Smith.