Zeiten des Aufbruchs (Band 2) (Audio-CD)

Gekürzte Lesung. Gesprochen v. Autor

Audio-CD
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Wirtschaftswunder, Cocktailpartys und Rock 'n' Roll Der zweite Teil der Jahrhundert-Trilogie um Henny und ihre Freundinnen Der Zweite Weltkrieg ist vorbei, das Naziregime zerschlagen. Hamburg liegt in Trümmern, und Henny... (weiter)

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Details
AutorIn Carmen Korn
Edition Gekürzte Lesung
EAN 9783837137101
Sprache deutsch
erschienen bei Random House Audio
Erscheinungsdatum 26.06.2017
Stichwörter Roman
Deutschland
Nachkriegszeit
Schicksal
Alltag
Rezensionen
Autorenportrait
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zum hineinvertiefen an langen Sommerabenden
»Was liest Du?«-Rezension von Bücherspiegel, am 06.09.2018

Schon beim ersten Band von Carmen Korn „Töchter einer neuen Zeit“ habe ich geschrieben, dass vieles von dem Wissen unserer Großmütter verloren gehen würde, wenn wir, ihre Nachkommen, nicht genau zuhören würden und es aufschreiben. In ihrem zweiten Band nun beschreibt sie in „Zeiten des Aufbruchs“ die Nachkriegszeit bis in die sechziger Jahre hinein. Ihre Hauptprotagonisten sind nun viel mehr, als die im ersten Band beschriebenen vier Frauen, die unterschiedlicher nicht sein können, sich zum Teil seit der Kindheit kennen, manche aber erst durch Zufallsbegegnungen. Henny, Tochter einer alleinerziehenden Kriegswitwe, ihre Freundin Käthe, die rebellisch ihren eigenen Weg gehen möchte, Ida, verwöhnte Tochter aus wohlhabenden Kreisen und Lina, die Schwägerin von Henny. Ihre Ehemänner sowie Lebenspartner und Lebenspartnerinnen, Kinder und bereits Enkelkinder. Dabei stechen in diesem Band besonders die Beziehungen von Klaus Lühr, Sohn von Henny aus zweiter Ehe mit seinem Lebenspartner Alex, und zwei weiteren gleichgeschlechtlichen Paaren, Lina und Louise sowie zwei Freunden der Frauen aus England.

 

Weiterhin ist da Guste Kimrath, die Lebensgefährtin vom verstorbenen Papa der Freundin Ida. Sie ist Pensionswirtin und eigentliches Herz eines Hauses, in dem jeder für eine gewisse Zeit unterkommen kann, der keinen Platz in Hamburg findet. So auch Ida mit ihrem Mann Tian, ein Chinese, dessen Schwester bei einem der Bombenangriffe ums Leben kam und somit auch das Haus und die Wohnung von Tian. Ihre gemeinsame Tochter Florentine ist eine Schönheit, die früh mit Mode und einer Fotomodellkarriere in Berührung kommt, ein ewiges Gesprächsthema zwischen den Eltern.

 

Immer noch bei Guste wohnhaft ist Momme, ein Buchhändler, der zusammen mit Louise und Lina eine neue Buchhandlung nach dem Krieg aufbaut und ewig braucht, seine Frau fürs Leben zu finden. Käthe hingegen bleibt erst mal unauffindbar, hatte doch irgendjemand aus der Familie ihrer besten Freundin Henny sie während des Krieges denunziert. Sie sucht sich ein Plätzchen weg von den Freunden, die sie aber nicht bereit sind aufzugeben. Vor allem Theo Unger, bei dem sie lange Jahre als Hebamme gearbeitet hat und der Vater von Rudi, ihrem im Krieg verschollenen Ehemann, der Italiener Alessandro Garuti sind in ständiger Suche nach den beiden.
 

Die Autorin lässt auch hier ab und an nur Tage oder wenige Wochen vergehen, bevor es mit dem nächsten Abschnitt weitergeht, hier sind die Abstände dann größer, meist sind es ein bis zwei Jahre. Die Beschreibung des Aufbaus nach dem Krieg in Hamburg lässt erahnen, wie mächtig die Zerstörung gewesen sein muss. Es dauert ewig, bis ein Sraßenzug wieder zugänglich wird, neue Häuser gebaut, alte so gut es geht wieder bewohnbar gemacht. Die Suche nach verschollenen Personen über das Rote Kreuz ist mühsam, Gespräche mit den Siegermächten kräftezehrend. Doch trotz allem ist da ein Lebenswille, eine Kraft, die Veränderungen unbedingt will. Für einige der Protagonisten wird der Rundfunk als neuer Arbeitsplatz ein Zuhause, für viele bleibt der Dienst an den Frauen erhalten. Sei es als Hebamme, oder Frauenarzt.

 

Sicher gibt es hier und da Spannungen, die Beziehungen der einzelnen Paarkonstellationen werden immer wieder auf die Probe gestellt. Gleichgeschlechtliche Liebe steht unter Strafe, also müssen sich Klaus und sein Freund immer wieder verstellen, das betrifft auch Lina und Louise. Alkohol beziehungsweise ein zu viel davon prägen eine Partnerschaft und fordern die Hilfe der Freunde ein. Dass Ida immer wieder den Kick in der Ehe braucht, um sich nicht zu langweilen, hält Guste kaum aus. Dafür scheint Henny mit ihrem Theo eine Lösung für ihr Glück gefunden zu haben. Ich bin schnell drin in all den Geschichten, die vom Zeitgeschehen aber manchmal nur gestreift erscheinen. Frauen sind zu dieser Zeit mehr als abhängig von den Launen und Vorstellungen ihrer Männer. Hier aber sind fast wie selbstverständlich alle tätig und wirken völlig unabhängig. Der Kampf der Frauen, selbst über ihr Konto, ihre Arbeitswünsche und mehr zu entscheiden geht mir zu sehr unter. Positiv ist wiederum das ausführliche Glossar am Ende des Buches, hier wird vieles, der damaligen Zeit geschuldeten Begrifflichkeiten und Geschehnisse, erklärt. Ein Buch, das man nicht gerne aus der Hand gibt.

 

Informationen zur Autorin findet sich zum Beispiel unter: https://de.wikipedia.org/wiki/Carmen_Korn und natürlich beim Rowohlt-Verlag.

 

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Mitleben und mitleiden, aber vor allem Mit-Erinnern
»Was liest Du?«-Rezension von Ilona Rehme, am 22.10.2017

Meine Begeisterung hält nicht nur an, sie ist sogar noch größer geworden. Auch den zweiten Band von Carmen Korns Jahrhundert-Trilogie habe ich in einem Rutsch gelesen und war bis zur letzten Seite fasziniert.
Von März 1949 bis November 1969 nehmen wir erneut am Leben von Henny, Käthe, Ida und Lina teil. Aber auch ihre Kinder und Enkel, Freunde, Nachbarn und viele weitere Wegbegleiter finden wir wieder, die wir zum Teil aus dem ersten Band kennen, andere lernen wir neu kennen.
Nicht alle  Männer sind aus dem Krieg heimgekehrt, von manchen weiß man, dass sie gefallen sind, andere sind einfach verschollen oder noch in der Gefangenschaft, die für einige erst nach 1950 endete. So ging es Käthes Mann Rudi und auch Käthe selbst sucht lange keinen Kontakt zu den anderen Freundinnen, besonders zu Henny. Sie meidet den Kontakt sogar und der Leser des ersten Bandes hat auch eine Ahnung, warum dies so ist.

Auch wenn das Buch in der Großstadt Hamburg spielt, so erinnert sich auch das Dorfkind in mir an viele Ereignisse ab Mitte bis Ende der Fünfziger, die in diesem Buch nicht nur eine Rolle spielen, sondern für einzelne Personen auch von großer Bedeutung sein können. Anfang der Siebziger wurde Hamburg nicht nur meine
Wahlheimat, sondern in beinahe einem ganzen Jahrzehnt zu einen Ort, den ich sehr gemocht habe und auch heute noch mag. Schon allein aus diesem Grund bin ich sehr gespannt auf den dritten Band dieser Trilogie.
Das Leben der drei Freundinnen und den Menschen in ihrem Umfeld ist sicherlich in erster Linie von persönlichen Entscheidungen und manchmal auch Schicksalsschlägen geprägt, aber auch allgemeine politische, gesellschaftliche  und kulturelle Ereignisse bleiben manchesmal nicht ohne Folgen für die Protagonisten.

Wer erinnert nicht die Nacht der ersten Mondlandung, als eine ganze Nation vor den Fernsehgeräten saß, so man denn ein solches bereits besaß. Gängige und auch weniger bekannte Lieder, Schlager einer ganzen Generation, werden in Ansätzen zitiert und man ertappt sich beim Lesen dabei, die Zeilen nicht nur mit den Augen, sondern auch mit den Ohren wahrzunehmen und summt an manchen Stellen ganz unwillkürlich mit.
Die Gründung des NWDR und später die Aufteilung in zwei heute noch existierende Sendeanstalten, die Wiederbewaffnung, die Sturmflut von 1962, die Anti-Baby-Pille, die Abschaffung des § 175, die Kubakrise und der Bau der Berliner Mauer, all das hat nicht nur das Leben unserer Romanfiguren begleitet und zum Teil auch verändert. Auch jeder Leser wird seine eigenen persönlichen Erinnerungen damit verbinden.
In Berlin agiert Rudi Dutschke, die Studentenunruhen beginnen und Ruth, Tochter von Käthe und Rudi, hat Verbindung in diese Kreise. Hier könnte sich andeuten, was zumindest Anfang des dritten Bandes eine Rolle spielen wird.  Viel passiert ist in Hamburg viel am Anfang der Siebziger.

Auch für diesen Band eine Leseempfehlung aus vollem Herzen und mit Überzeugung vergebe ich fünf Sterne. Mehr geht ja leider nicht.

PS. Für jeweils ein ausführliches Glossar am Ende beider Bände verdient Carmen Korn Lob und Anerkennung.

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Wirtschaftswunder, Cocktailpartys und Rock 'n' Roll Der zweite Teil der Jahrhundert-Trilogie um Henny und ihre Freundinnen Der Zweite Weltkrieg ist vorbei, das Naziregime zerschlagen. Hamburg liegt in Trümmern, und Henny und ihre Familie gehören zu den Ausgebombten, finden jedoch Obdach. Endlich geht es aufwärts: Mit den Fünfziger Jahren beginnen Wirtschaftswunder, Schlager und Rock 'n' Roll. Marike hat zum großen Stolz ihrer Mutter Henny Medizin studiert und erwartet ihr erstes Kind. Lina, die während der Nazizeit ihre Stellung als Lehrerin verlor, gründet eine Buchhandlung. Und Ida hat endlich den Mut, ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen. Aufbruch überall. Nur wohin die Schreckenszeit Käthe verschlagen hat, wissen die Freundinnen nicht. Hat sie überlebt? Carmen Korn begeistert mit einer großartigen Autorenlesung. (9 CDs, Laufzeit: ca 10h 49)

Korn, Carmen Carmen Korn, Jahrgang 1952, ist die Tochter des Komponisten Heinz Korn. Nach ihrer Ausbildung an der Henri-Nannen-Schule arbeitete sie als Redakteurin für den Stern. Carmen Korn lebt seit vierzig Jahren auf der Uhlenhorst. Sie ist in dem Viertel tief verwurzelt und beschäftigt sich schon seit langem mit dessen Geschichte. Carmen Korn ist verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder. Korn, Carmen Carmen Korn, 1952 in Düsseldorf geboren, lebt inzwischen seit vierzig Jahren in Hamburg-Uhlenhorst. Die Journalistin und Autorin diverser erfolgreicher Kriminalromane ist in dem Viertel tief verwurzelt und beschäftigt sich schon seit langem mit dessen Geschichte. Sie ist verheiratet und hat zwei Kinder.