Stella

Stella (eBook)

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Es ist 1942. Friedrich, ein stiller junger Mann, kommt vom Genfer See nach Berlin. In einer Kunstschule trifft er Kristin. Sie nimmt Friedrich mit in die geheimen Jazzclubs. Sie trinkt Kognak mit ihm und gibt ihm seinen ersten... (weiter)

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Details
AutorIn Takis Würger
EAN 9783446262836
Sprache deutsch
erschienen bei Hanser, Carl GmbH + Co.
Erstverkaufsdatum 11.01.2019
Stichwörter 1942
20. Jahrhundert
Berlin
Gestapo
Greiferin
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Kopierschutz social-drm
Dateigröße 1.13 MB
Veröffentlichungsjahr 2019
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Gewissensfrage
»Was liest Du?«-Rezension von dj79, am 11.06.2019

Stella ist ein Roman, der sehr gegensätzliche Gefühle auslöst, weil er sich intensiv mit augenscheinlichen Widersprüchen, die während des Zweiten Weltkrieges nebeneinander existiert haben, beschäftigt. Darüber hinaus offenbart der Roman die Abgründe des Menschseins. Am Beispiel der Stella zeigt er, zu welchen Handlungen Menschen fähig sind, um Drohpotential der eigenen Person oder dem eigenen Umfeld gegenüber abzuwenden, wenn die Bedrohung nur groß genug ist. Takis Würger zwingt den Leser, sich mit dem eigenen Gewissen auseinander zu setzen, indem er geschickt die Frage nach dem Richtig oder Falsch aufwirft, ohne sie konkret zu stellen.

Takis Würger beginnt jedes Kapitel mit Schlagzeilen, die so aus einer Tageszeitung entnommen sein könnten und skizziert somit den historischen Hintergrund seiner Geschichte. Darin finden neben aktuellen Kriegsnachrichten und immer neuen Einschränkungen für Juden auch die Gewinner von Goldenen Schallplatten und den Oscars, sowie frisch geborene, heute berühmte Persönlichkeiten Erwähnung. Sehr passend darin, aber mehr als denkwürdig, habe ich die eingestreuten zehn Gebote für jeden Nationalsozialisten empfunden.

Trotz der jeweiligen Kapiteleinleitung würde der Leser zunächst inhaltlich gar nicht richtig merken, um welches Thema es tatsächlich geht, wären da nicht die Auszüge aus den Protokollen des sowjetischen Militärtribunals. Anfangs nimmt man eigentlich nur die entspannte Atmosphäre der Kunstschule und die Leichtigkeit der Nachtclub-Szene wahr. Mit der Zeit entwickelt sich dann ein Störgefühl gegen so viel Frohsinn und diesen überschwänglichen Genuss, wo doch weltweit der Krieg tobt. Darf man so etwas überhaupt? Dann kippt die Stimmung des Romans. Überschwänglichkeit weicht Entsetzen. Ich wurde nun regelrecht hineinkatapultiert in die unmögliche Situation der Stella. Wie sie damit umgeht, ist für mich gleichzeitig abstoßend wie auch nachvollziehbar. 

Bis zu dem Zeitpunkt, wo mir letztlich klar wurde, wie viele Andere Stella auf dem Gewissen hat, mochte ich sie sehr gern. Ich konnte sie als Aktmodell ebensogut leiden wie als Sängerin. Auch innerhalb ihrer Beziehung mit dem schüchternen Schweizer, Friedrich, ist sie mir richtig ans Herz gewachsen. Sogar als ich mitbekam, was sie aus ihrer Zwangslage im Hintergrund tut, hatte ich noch Verständnis für Stella. Erst kurz vor dem Ende hat sich meine Sympathie vollständig aufgelöst.

Warum meine Gefühlslage nicht eindeutiger ausgefallen ist bzw. meine Sympathie sich nicht schon früher verflüchtigt hat, wie es gemäß unserer heutigen historischen Bildung politisch korrekt gewesen wäre, kann ich gar nicht sagen. Ich bin hier ehrlich auch im Nachhinein nicht in der Lage, zu beurteilen, ab wann genau Stellas Handeln als falsch zu bewerten ist. Wer soll auch entscheiden, welches von zwei Menschenleben erhalten werden soll, wenn nur eines überleben darf?

Ingesamt hat mir die Aufbereitung des umrissenen Ausschnitts der Gesellschaft als ein Bestandteil im Rahmen der Judenverfolgung extrem gut gefallen. Sie bewegt, lässt einen nachdenklich werden und am eigenen Gewissen zweifeln. Am ausschlaggebendsten für mich war jedoch, dass sie die Bewertung der Sachlage dem Leser überlässt. Von mir gibt es eine ganz klare Leseempfehlung.

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Schwierige Thematik…
»Was liest Du?«-Rezension von iböi, am 07.04.2019

„Stella“ ist ein Roman des Autors Takis Würger, in dem dieser die Figur der jüdischen Denunziantin Stella Goldschlag als Vorlage für seine fiktive Liebesgeschichte nahm.

Die strahlende fröhliche Frau auf dem Cover und der Klappentext versprachen für mich eine tragische Liebesgeschichte zwischen einer Jüdin und einem Schweizer zur Zeit des Dritten Reichs. Trotz des Hinweises, dass die Geschichte auf wahren Begebenheiten beruht, war mir nicht klar, dass hier eine echte Person sowie historisch dokumentierte Begebenheiten die Vorlage gaben.

Zur Person der Stella Goldschlag, ihrem Handeln und ihren Motiven möchte ich nichts sagen, jedoch fand ich die Einbindung in die Liebesgeschichte mit dem jungen Schweizer Friedrich ein wenig befremdend. In den ersten Kapiteln lernt man nur Friedrich kennen, einen fiktiven jungen Mann, seine Kindheit, einerseits behütet in einem wohlhabenden Elternhaus aufwachsend, andererseits mit einer Alkoholikerin als Mutter und einem Vater, der ständig auf Reisen ist – kurz gesagt, er entwickelt sich zu einem etwas merkwürdigen Zeitgenossen. Da mutet es nicht mal mehr seltsam an, dass der junge Friedrich ausgerechnet mitten in Kriegszeiten im Berlin des Dritten Reichs „Urlaub“ machen will, um sich zu vergewissern, ob gewisse Gerüchte über die Deportation jüdischer Familien im Nazideutschland der Wahrheit entsprechen. Friedrich erschreckt mit seiner Naivität, er blickt nicht hinter die Kulissen, nichts kommt ihm merkwürdig vor –  weder bei seinen Zusammentreffen mit „Kristin“, die sich später als die Jüdin Stella Goldschlag entpuppt, noch bei seinen Besuchen in Jazzclubs, in denen er schließlich auch auf den –ebenfalls fiktiven -  SS-Mann Tristan von Appen, einen Liebhaber von verbotener Jazzmusik, gutem Essen und latent homosexuell trifft.

Die Kontrastierung Stellas mit der fiktiven Figur des naiven Friedrich hat mich letztendlich nicht wirklich überzeugt…

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Es ist 1942. Friedrich, ein stiller junger Mann, kommt vom Genfer See nach Berlin. In einer Kunstschule trifft er Kristin. Sie nimmt Friedrich mit in die geheimen Jazzclubs. Sie trinkt Kognak mit ihm und gibt ihm seinen ersten Kuss. Bei ihr kann er sich einbilden, der Krieg sei weit weg. Eines Morgens klopft Kristin an seine Tür, verletzt, mit Striemen im Gesicht: "Ich habe dir nicht die Wahrheit gesagt." Sie heißt Stella und ist Jüdin. Die Gestapo hat sie enttarnt und zwingt sie zu einem unmenschlichen Pakt: Wird sie, um ihre Familie zu retten, untergetauchte Juden denunzieren? Eine Geschichte, die auf wahren Begebenheiten beruht - über die Entscheidung, sich selbst zu verraten oder seine Liebe.

Takis Würger, geboren 1985, hat an der Henri-Nannen-Journalistenschule das Schreiben gelernt und Ideengeschichte in Cambridge studiert. Er arbeitet als Redakteur für das Nachrichtenmagazin Der Spiegel. 2017 erschien sein Debütroman Der Club, der mit dem Debütpreis der lit.Cologne ausgezeichnet wurde und für den aspekte-Literaturpreis nominiert war. Takis Würger lebt in Berlin.

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