Gefrorener Schrei

Gefrorener Schrei (Taschenbuch)

Roman

Tana French

Übersetzung: Klaus Timmermann, Ulrike Wasel

Taschenbuch
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"Treffen Sie bei Tana French nur eine Annahme: Alle Ihre Annahmen sind falsch." New York Times Ein Fall so dicht wie der Nebel über Dublin Die Kollegen in der Dubliner Mordkommission machen der eigenwilligen Antoinette... (weiter)

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Details
AutorIn Tana French
Übersetzung Klaus Timmermann, Ulrike Wasel
Seiten 652
EAN 9783651024472
Sprache deutsch
erschienen bei FISCHER Scherz
Erscheinungsdatum 01.2017
Ursprungstitel The Trespasser
Stichwörter Dublin
Verhör
Verdacht
Lover
verschwunden
Rezensionen
Autorenportrait
Gesamtmeinung:
Ø4.2 | 12 Meinungen

davon Rezensionen:
Ø 5 |  3 Rezensionen
davon Bewertungen:
Ø 4.1 |  9 Bewertungen

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Manchmal ist weniger mehr
»Was liest Du?«-Rezension von Havers, am 28.02.2017

~~Die irischen Autorin Tana French schreibt Kriminalromane der besonderen Art. Genretypisch gibt es natürlich gewaltsame Todesfälle, eine Mordkommission, die in Dublin beheimatet ist und ein Team von Kriminalbeamten, das die Fälle bearbeitet. Das  war es dann aber auch schon mit den Gemeinsamkeiten, denn French setzt andere Prioritäten. Es ist zwar die Beschreibung der Polizeiarbeit, die ihr die Folie liefert, vor deren Hintergrund sie das en détail schildert, was ihr am Herzen liegt, nämlich die Psyche ihrer Ermittler. Und so ganz nebenbei reißt sie auch immer wieder gesellschaftspolitische Themen an. In dem aktuellen Fall geht es unter anderem um die Frage, inwieweit sich Frauen anpassen bzw. verbiegen müssen, um Anerkennung zu erlangen und akzeptiert zu werden.

„Gefrorener Schrei“ ist der sechste Band der Reihe, und diesmal geht es um den Tod einer jungen Frau, die in Erwartung eines romantischen Abendessens von ihrem Liebhaber ermordet wurde. So weit, so klar – oder etwa doch nicht? Antoinette Conway und Stephen Moran wird der Fall übertragen, und der Leser begleitet die beiden Detectives in ihrem Arbeitsalltag. Und genau das ist wieder eine der Besonderheiten der Autorin: in jedem ihrer bisherigen Romane steht ein anderes Ermittlergespann im Mittelpunkt, um das herum sie den Fall nach und nach aufrollt. Dabei versenkt sich die Autorin tief in das Seelenleben ihrer Protagonisten hinein und lässt den Leser nicht nur an den Spekulationen und Erfolgen, sondern auch an deren Selbstzweifeln und Rückschlägen teilhaben. Der vorliegende Roman ist aus Conways Sicht erzählt, aktuell die einzige Frau im Team der Mordkommission, die dementsprechend misstrauisch von ihren männlichen Kollegen beäugt wird und von Anfang an die Ellenbogen  ausfahren muss, um sich Respekt zu verschaffen. Und obwohl sie einen guten Job macht, verweigern ihr die Kollegen die verdiente Anerkennung. Und da Rache ein Gericht ist, das am  besten kalt serviert wird, enthält sie ihnen dafür wichtige Ermittlungsergebnisse vor. Und so kann sie mit ihrem Partner Moran in aller Ruhe der Vermutung nachgehen, die sie seit Beginn der Untersuchung hat: jemand aus dem Team behindert die Aufklärung des Mordes. Wer ist es, und welches Interesse steckt dahinter? Und gab es eine Verbindung zwischen der Toten und einem von Conways Kollegen?

Die ersten vier Romane Tana Frenchs habe ich sehr gerne gelesen, „Geheimer Ort“ (Bd. 5) konnte mich leider nicht überzeugen, was aber vielleicht auch damit zusammenhing, dass mich der Plot immer wieder an Donna Tartts Roman „Die geheime Geschichte“ erinnert hat.

„Gefrorener Schrei“ nun lässt mich zwiespältig zurück. Viel zu viel Nabelschau der Protagonisten, viel zu viele Was-wäre-wenn Szenarien, die unnötige Längen kreieren und so die Geduld des Lesers auf eine harte Probe stellen. Bleibt mir nur zu schlussfolgern, dass die eine oder andere Kürzung die Story mit Sicherheit nicht verfremdet, sondern ihr im Gegenteil eher gut getan hätte.
 

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Sehr zu empfehlen. Tana Frenchs nächstes Buch werde ich nicht mehr übersehen.
»Was liest Du?«-Rezension von Winfried Stanzick, am 16.01.2017

Tana French, Gefrorener Schrei, Scherz Verlag 2016, ISBN 978-3-651-02447-2

 

Tana French gehört mit ihren tiefgründigen und extrem spannenden Kriminalromanen aus der Welt der Dubliner Kriminalpolizei mittlerweile zu den bekanntesten und auch besten Kriminalautorinnen der Welt.

 

Ich persönlich habe ihre Bücher bislang nicht zur Kenntnis genommen, was ich nach der Lektüre ihres neuen Buches „Gefrorener Schrei“ aufrichtig bedaure.

 

Zugegeben: es hat einige Dutzend Seiten gedauert, bis ich mich an die lockere und wenig literarische Sprache der Ich-Erzählerin Antoinette Conway gewöhnte, dann aber konnte ich mehr und mehr begeistert eintauchen in die Mikrowelt einer Ermittlung mit sehr langen detaillierten Beschreibungen von Verhören, einer fantastischen Darstellung der Soziologie eines Dezernats und seiner Gruppendynamik und einer mehr und mehr deutlich werdenden Charakteristik einer Protagonistin, die überall und von jedem damit rechnet, dass man ihr übel mitspielen will.

 

Ihr Partner bei der Ermittlung, Steve Moran, der einzige, der offensichtlich noch zu ihr hält, wirft ihr das mit folgenden Worten vor: „Weil du so wild darauf bist, spektakulär unterzugehen, dass du sogar dann dafür sorgen würdest, wenn die ganze Dubliner Polizei dich lieben würde. Notfalls würdest du dich selbst in den Abgrund stürzen. Und dann kannst du dir auf die Schulter klopfen und sagen, du hast es ja von Anfang an gewusst.“

 

Schon die Tatsache, dass sie und Steve nach einer langen Nachtschicht vom Boss den Auftrag bekommen, den Tod einer jungen Frau aufzuklären und ihnen der erfahrenen Kommissar Breslin  zugeordnet wird, erregt ihren Verdacht. Erst recht, als offensichtlich wird, dass irgendjemand die Ermittlungen behindern will. Soll sie, die das Opfer schon einmal gesehen hat, aber sich zunächst nicht erinnert, wo und wann das war, scheitern und dann aus der Abteilung entfernt werden? Ist ein Kollege in die Tat verwickelt?

 

Mit jeder Seite wird dieser für einen Kriminalroman mit 652 Seiten ordentlich dicke Fall spannender und verzwickter. Immer wieder mit außergewöhnlich dringlicher Sprache eine enorme atmosphärische Dichte herstellend, jagt Tana French ihren Leser durch diesen Fall. Immer wieder neue Fäden werden ausgelegt und verfolgt, verworfen  und dann wieder neu verwoben, sodass die Spannung unerträglich wird. Und auch die Frage, ob es Antoinette Conway gelingen wird, einen neuen Zugang zu ihrem Beruf und ihren Kollegen zu finden.

 

Sehr zu empfehlen. Tana Frenchs nächstes Buch werde ich nicht mehr übersehen.

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"Treffen Sie bei Tana French nur eine Annahme: Alle Ihre Annahmen sind falsch." New York Times Ein Fall so dicht wie der Nebel über Dublin Die Kollegen in der Dubliner Mordkommission machen der eigenwilligen Antoinette Conway das Leben zur Hölle. Nur ihr Partner Stephen Moran hält noch zu ihr. Als eine junge Frau zu Hause tot aufgefunden wird, sieht alles nach einer schnell aufzuklärenden Beziehungstat aus. Aber warum hat dann jemand aus der Mordkommission ein Interesse, die Ermittlungen zu behindern? Soll Antoinette endgültig aus dem Dezernat fliegen? Weiß außer ihr und Stephen noch jemand, dass sie das Opfer schon einmal gesehen hat? Immer tiefer geraten Ermittler, Verdächtige und Zeugen in einen gefährlichen Vernehmungskreisel. "Messerscharf, fesselnd, sprachlich außergewöhnlich und atmosphärisch eindringlich." Harlan Coben

»Pflichtlektüre für alle, die unnachgiebige Intelligenz und raffinierte Plots zu schätzen wissen«, sagt die New York Times über Tana French. Die irische Autorin wurde für ihr Werk vielfach ausgezeichnet; ihre Romane und ihre Kriminalliteratur stehen weltweit auf den Bestsellerlisten. Tana French wuchs in Irland, Italien und Malawi auf. Sie absolvierte eine Schauspielausbildung am Trinity College und arbeitete für Theater, Film und Fernsehen. Mit ihrer eindrücklichen Sprache zeichnet sie markante Porträts der irischen Gesellschaft und schaut tief in die Seelen von Tätern, Opfern, Ermittlern. Die Autorin lebt mit ihrem Mann und ihren beiden Kindern im nördlichen Teil von Dublin.