Verbrechen

Verbrechen (Taschenbuch)

Stories

Taschenbuch
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Ferdinand von Schirach hat es in seinem Beruf alltäglich mit Menschen zu tun, die Extremes getan oder erlebt haben. Das Ungeheuerliche ist bei ihm der Normalfall. Er vertritt Unschuldige, die mit dem Gesetz in Konflikt... (weiter)

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Details
AutorIn Ferdinand von Schirach
Seiten 205
EAN 9783492259668
Sprache deutsch
erschienen bei Piper
Erscheinungsdatum 14.09.2010
Serien Piper Taschenbuch
Rezensionen
Autorenportrait
Gesamtmeinung:
Ø4.3 | 55 Meinungen

davon Rezensionen:
Ø 4.4 |  13 Rezensionen
davon Bewertungen:
Ø 4.3 |  42 Bewertungen

5 Sterne
( 6 )
4 Sterne
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1 Stern

Alfred Hitch... äh Schirach präsentiert
»Was liest Du?«-Rezension von lex, am 18.04.2019

"Könnte dieses oder jenes so oder ähnlich wirklich passiert sein?" Dieser Gedanke schleicht sich beim Lesen natürlich trotzdem ein und trägt zum Reiz des Ganzen bei. Die Erzählweise unterstützt das auch: Schirach erzählt sprachfertig, aber nüchtern, sachlich. Mit kühler Nähe zu den Figuren, die dennoch Eindruck hinterlassen. In allen Geschichten geht es um die Schuldfrage, auch vor dem Hintergrund des gesellschaftlichen und familiären Einflusses. Mit anderen Worten: Zum Verbrecher wird niemand geboren, die Welt schleift uns.

Mir hat das Buch gut gefallen. Inhaltlich sind die 8 bis 32 Seiten langen Geschichten recht unterschiedlich, teilweise überraschend. Manche lesen sich wie ein Märchen ("Der Äthiopier"), andere wie eine Tragödie ("Fähner"). Wieder andere wären eine gute Vorlage für einen Tarantino-Streifen. Etwa die Sache mit der Matchaschale oder die mit den rechten Schlägertypen, die im Bahnhof einen "Buchhalter" attackieren. Völlig irre, manchmal brutal und auf eigentümliche Weise unterhaltsam. Kennt noch jemand die alten "Alfred Hitchcock präsentiert"-Folgen? Ich fühlte mich ein wenig daran erinnert. Allein die seltsamen Wendungen, die die Ereignisse mitunter nehmen.

Am Ende jeder Geschichte tritt Schirach selbst in Erscheinung und übernimmt die Verteidigung. Wieder so eine Sache, die den Anschein von Echtheit erweckt. Was man sich in diesem Falle tatsächlich wünscht. Denn obgleich das komplizierte Verhältnis von Recht und Moral jeweils deutlich wird, scheinen mir deutsche Gerichte zumeist sehr verantwortungsvoll und menschlich zu urteilen. Beruhigend!

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Kurzmeinung zu Verbrechen
»Was liest Du?«-Rezension von KruemelGizmo, am 14.01.2018

Nach vierzig Jahren Ehe tötet ein freundlicher alter Doktor seine Ehefrau mit einer Axt, eine Prostituierte soll von einem führenden Industriellen ermordet worden sein, und ein Mann wird von seiner Schwester getötet… In elf Geschichten, die auf Fälle seiner Kanzlei basieren, erzählt der Strafverteidiger Ferdinand von Schirach über die Abgründe der menschlichen Natur.

Verbrechen von Ferdinand von Schirach

In einer für mich sehr nüchternen Art präsentiert der Autor in diesem Buch elf Geschichten, die auf Fälle aus seiner Kanzlei basieren. Ob sich alles dabei so zugetragen hat wie geschildert oder ob doch auch ein wenig dichterische Freiheit bei den Erzählungen eine Rolle spielt ist mir nicht immer klar, denn manchmal hatte ich schon das Gefühl das es doch eigentlich nicht so ablaufen kann oder sollte, aber mein Rechtswissen ist aber einfach zu beschränkt um dies wirklich beurteilen zu können.

Die Geschichten empfand ich interessant und auch die für mein Empfinden recht nüchterne Erzählweise hat mir ausgesprochen gut gefallen und lies sich gut lesen. Dadurch, dass die einzelnen Geschichten recht kurz gehalten sind, kann man dieses Buch auch gut mal zwischendurch lesen.

Mein Fazit:
Eine Kurzgeschichtensammlung, die mir gefallen hat und gut zwischendurch gelesen werden kann.

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Ferdinand von Schirach hat es in seinem Beruf alltäglich mit Menschen zu tun, die Extremes getan oder erlebt haben. Das Ungeheuerliche ist bei ihm der Normalfall. Er vertritt Unschuldige, die mit dem Gesetz in Konflikt geraten, ebenso wie Schwerstkriminelle. Deren Geschichten erzählt er - lakonisch wie ein Raymond Carver und gerade deswegen mit unfassbarer Wucht.

Schirach, Ferdinand von Der SPIEGEL nannte ihn einen »großartigen Erzähler«, die NEW YORK TIMES einen »außergewöhnlichen Stilisten«, der INDEPENDENT verglich ihn mit Kafka und Kleist, der DAILY TELEGRAPH schrieb, er sei »eine der markantesten Stimmen der europäischen Literatur«. Ferdinand von Schirachs Erzählungsbände »Verbrechen« und »Schuld« und seine Romane »Der Fall Collini« und »Tabu« wurden zu millionenfach verkauften internationalen Bestsellern, die bisher in mehr als 40 Ländern erschienen sind. Sein erstes Theaterstück »Terror« wurde parallel am Deutschen Theater Berlin und am Schauspiel Frankfurt uraufgeführt. Schirach wurde mit mehreren - auch internationalen - Literaturpreisen ausgezeichnet, unter anderem mit dem Kleist-Preis. Seinen Erfolg erklärt die französische LIBÉRATION so: »Schirachs Meisterleistung ist, uns zu zeigen, dass - egal wie monströs dessen Taten zunächst scheinen mögen - ein Mensch doch immer ein Mensch ist.« Ferdinand von Schirach lebt in Berlin.