Mittagsstunde, 7 Audio-CDs (Audio-CD)

Ungekürzte Ausgabe, Lesung

Audio-CD
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Was bleibt von uns, wenn alles, was wir kannten, untergeht? Der große Roman über Verlust und Neuanfang Die Wolken hängen schwer über der Geest, als Ingwer Feddersen, 49, in sein Heimatdorf... (weiter)

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Details
AutorIn Dörte Hansen
Edition Ungekürzte Lesung
EAN 9783837142785
Sprache deutsch
erschienen bei Random House Audio
Erscheinungsdatum 10.10.2018
Stichwörter Nordfriesland
Dorfleben
Senioren
Ländliches Leben
Heimat
Rezensionen
Autorenportrait
Gesamtmeinung:
Ø4.6 | 10 Meinungen

davon Rezensionen:
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davon Bewertungen:
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liebevoll erzählte Geschichte eines norddeutschen Dorfes und ihrer Bewohner
»Was liest Du?«-Rezension von mrsLucky, am 29.04.2019

Dörte Hansens Roman „Mittagsstunde“ ist eine Hommage an ihre norddeutsche Heimat, vergleichbare Charaktere und Szenarien gibt es sicher auch in anderen ländlichen Gegenden, die windgepeitschte norddeutsche Geest ist aber schon etwas Besonderes. Die Menschen sind es gewohnt, den Widrigkeiten der Natur zu trotzen, schon zu Schulzeiten sind die „Kapuzenkinder“ Wind und Regen ausgesetzt, während sie auf den „Kartoffelroder“ warten, den Bus, der sie zu den weiterführenden Schulen bringt und dabei in den Dörfern die Kinder aufliest.

Ingwer Feddersen ist Ende 40, als er aus Kiel für ein Sabbatjahr in sein Heimatdorf zurückkehrt, um seine Großeltern zu pflegen, auf der Fahrt über das raue Land kehren Erinnerungen an seine Kindheit zurück. Sönke und Ella Feddersen sind über 90, Ella wird zunehmend dement, ihr Mann Sönke akzeptiert nur zögernd, dass seine besten Zeiten ebenso vorbei sind, wie die des Dorfkrugs, den er in der dritten Generation führt.

Dörte Hansen zeichnet mit viel Liebe zu ihren Figuren und zu Details die Geschichte des fiktiven Brinkebülls nach, das sich ebenso wie seine Bewohner im Laufe der Zeit vielen Veränderungen stellen musste. Viele ist verschwunden, wie die Pflastersteine, die kleinen Höfe, der Kaufmannsladen oder auch die Mittgasstunde, die früher den Dorfbewohnern heilig war.

Durch die Augen Ingwer Feddersens, der das Dorfleben ebenso kennt wie das in der Stadt, bekommt der Leser einen Einblick in die Geschichte des Dorfes und ihrer zum Teil sehr speziellen bis eigenwilligen Bewohner, wie Hanni Thomsen der tagtäglich mit seinem Mofa durch das Dorf düst oder Ingwers Mutter Marret, die mit ihren Klapperlatschen durch das Dorf läuft und auch jedem, der es nicht hören will, den nahenden Untergang voraussagt. "Man konnte Marret Feddersen von Weitem hören, wenn sie in ihren weißen Klapperlatschen angelaufen kam. Sie trug die alten Dinger immer. Schiefgetretene Holzsandalen, auch bei Schnee und Eis. Wozu noch Schuhe kaufen. Die Leute seufzten, wenn sie das Klappern auf der Straße hörten. Dor kummt de Ünnergang al wedder. Es passte manchmal schlecht." Aber auch Marret mit ihrer speziellen Art hat ihren Platz in der Gemeinschaft, das Dorf hält zusammen in guten und in schweren Zeiten. Beispielhaft dafür stehen Ingwers Großeltern, die einige Schicksalsschläge haben meistern müssen und trotz einiger tragischer Erlebnisse auf die Gnadenhochzeit zusteuern, die groß gefeiert werden soll.

Der Roman vereint Melancholie und Witz, Hannelore Hoger liest ihn pointiert und mit viel Gefühl für die Charaktere. Stellenweise hat mich bei ihrem Vortrag die Tendenz zum Nuscheln gestört, Dörte Hansen großartiger Erzählstil hat mich wieder vollauf begeistert.   

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Mayersche-Rezension von Gerhard, am 16.02.2019

Schade, dass Dörte Hansen das Hörbuch nicht selber liest Bei allem Respekt für und vor Hannelore Hoger, aber als Sprecherin dieses erfreulicherweise ungekürzten Hörbuchs halte ich sie nicht für die optimale Besetzung. Sie liest die „Mittagsstunde“ zwar durchaus stimmig und mit dem passenden hanseatischen Unterton, für meinen Geschmack jedoch insgesamt deutlich zu langsam, zu monoton und manchmal auch etwas undeutlich. Bei manchen Passagen, insbesondere bei längeren Sätzen, wird das Zuhören dadurch wirklich anstrengend und erforderte bei mir einiges an Konzentration. Vermutlich wäre mir das gar nicht so aufgefallen (bei „Altes Land“ hat es mich nicht so gestört), hätte ich nicht vor kurzem die Gelegenheit gehabt, die Autorin persönlich bei einer ihrer Lesungen von „Mittagstunde“ live erleben zu dürfen. Sie liest – und ich denke das ist nicht übertrieben – in ungefähr der doppelten Geschwindigkeit wie Frau Hoger. Dadurch gewinnt die Zeitreise durch das fiktive norddeutsche Dorf Brinkebüll jedoch spürbar an Leichtig- und Fröhlichkeit. Frau Hansen liest in Dur, Frau Hoger in Moll. Wenn die Autorin selbst liest, merkt man auch, wie präzise sie bei Wortwahl, Satzbau und Satzmelodie gearbeitet hat. Sie hat einen ganz eigenen, flotten Erzählrhythmus. Bei der eher schleppenden Lesung von Frau Hoger kommt dies nur leider kaum zur Geltung. Daher in der Hörbuchfassung 1 Stern Abzug für eine ansonsten wunderbare Geschichte mit vielen fein gezeichneten Charakteren.

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Was bleibt von uns, wenn alles, was wir kannten, untergeht? Der große Roman über Verlust und Neuanfang Die Wolken hängen schwer über der Geest, als Ingwer Feddersen, 49, in sein Heimatdorf zurückkehrt. Er hat hier noch etwas gutzumachen. Großmutter Ella ist dabei, ihren Verstand zu verlieren, Großvater Sönke hält in seinem alten Dorfkrug stur die Stellung. Er hat die besten Zeiten hinter sich, genau wie das ganze Dorf. Wann hat dieser Niedergang begonnen? In den 1970ern, als nach der Flurbereinigung erst die Hecken und dann die Vögel verschwanden? Als die großen Höfe wuchsen und die kleinen starben? Als Ingwer zum Studium nach Kiel ging und den Alten mit dem Gasthof sitzen ließ? Mit großer Wärme erzählt Dörte Hansen vom Verschwinden einer bäuerlichen Welt, von Verlust, Abschied und von einem Neubeginn. "Man kann sich als Vorleserin eigentlich niemanden anderen als Hannelore Hoger vorstellen." hr2 Hörbuchzeit über "Altes Land" (9 CDs, Laufzeit: ca. 11h 31)

Hansen, Dörte Dörte Hansen, geboren 1964 in Husum, arbeitete nach ihrem Studium der Linguistik als NDR-Redakteurin und Autorin für Hörfunk und Print. Ihr Debüt Altes Land wurde 2015 zum "Lieblingsbuch des unabhängigen Buchhandels" gekürt und avancierte zum Jahresbestseller 2015 in der Hardcover-Belletristik des SPIEGEL. Dörte Hansen lebt mit ihrer Familie in Nordfriesland. Hoger, Hannelore Hannelore Hoger, geboren in Hamburg, ist Schauspielerin und Regisseurin. Sie zählt zu den profiliertesten deutschen Charakterdarstellerinnen. Dem großen Publikum ist sie vor allem durch die Rolle der ZDF-Kommissarin Bella Block bekannt, für die sie mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet wurde.