Mittagsstunde (Audio-CD)

Ungekürzte Ausgabe, Lesung

Audio-CD
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Was bleibt von uns, wenn alles, was wir kannten, untergeht? Der große Roman über Verlust und Neuanfang Die Wolken hängen schwer über der Geest, als Ingwer Feddersen, 49, in sein Heimatdorf... (weiter)

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Details
AutorIn Dörte Hansen
Edition Ungekürzte Lesung
EAN 9783837142785
Sprache deutsch
erschienen bei Random House Audio
Erscheinungsdatum 15.10.2018
Stichwörter Familienroman
Bestsellerautorin
Bauernsterben
Flurbereinigung
Artensterben
Rezensionen
Autorenportrait
Gesamtmeinung:
Ø4.5 | 6 Meinungen

davon Rezensionen:
Ø 4.5 |  3 Rezensionen
davon Bewertungen:
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Ein schönes Relikt aus einer anderen Zeit
»Was liest Du?«-Rezension von Wolly, am 10.12.2018


In Brinkebüll ticken die Uhren anders. Oder doch nicht so anders, eher stellvertretend. Stellvertretend für viele Dörfer im hohen Norden, die einstmals von Landwirtschaft geprägt waren, in denen es nicht viel mehr gab, als einen Dorfladen und eine Wirtschaft.
Orte, an denen heute Zugereiste mit modernsten Viehbetrieben und Pendler aus der Stadt ihren Traum vom Landleben verwirklichen oder zumindest dem, was sie unter Dorfromantik verstehen.
Nicht die zugige Lebensart bei der Mensch und Natur dicht beieinander hockten und man während der Mittagsstunde annehmen musste, das Dorf sei ausgestorben.
Als Lehrer noch Heimatkunde unterrichteten und die Schüler gerne mal ein Heft um die Ohren bekamen und die Lautstärke des Mopeds, das Einzige war, was die Stille störte.

Davon erzählt uns Dörte Hansen in ihrer einzigartigen Weise. Sie schafft es Bilder, Stimmungen und Eigenheiten einzufangen und sie genau auf den Punkt zu bringen. Dabei sind ihre Wort gleichermaßen nordisch kühl wie warmherzig, ruppig wie liebevoll.
Hansen lässt einen miterleben was die Enge eines Dorfes bedeutet, im Guten wie im Schlechten. Was der Wandel der Zeit aus den Menschen macht und warum wir trotzdem nur ein Tropfen auf dem heißen Stein sind.
Und dem geneigten Zuhörer bleibt dabei nichts anderes übrig, als Teil dieses Dorfes zu werden - ein echter Brinkebüller. Der mit dem Lehrer auf den morgendlichen Spaziergang durch die Heide geht, mit Sönke den letzten Tanz genießt, mit Ella schweigt oder mit Ingwer neue Wege geht.
Nachdem ich diese Reise mit den Brinkebüllern gemacht habe, kann ich euch nur empfehlen dabei zu sein. Es wird nicht immer einfach, aber immer lohnenswert.

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Originell, tiefsinnig und brillant erzählt
»Was liest Du?«-Rezension von Sursulapitschi, am 04.12.2018

„Es ging hier gar nicht um das bisschen Mensch“
Mit dieser Botschaft entlässt man uns aus diesem Buch und ja, das ist tiefsinnig, spitzfindig und mehrdeutig, wenn man gerade dem Niedergang des beschaulichen Landlebens in Brinkebüll beigewohnt hat.

Dörte Hansen erzählt wunderbar. Voller Ehrfurcht habe ich diesem Buch gelauscht, das in brillanter Sprache, voller wohl gesetzter Spitzen und feinsinnigen Beobachtungen, vom Leben auf dem Lande erzählt. 


Es wird ein Bogen gespannt von den 60er Jahren bis heute. In Episoden, die zeitlich hin und her springen, erfährt man von Ella und Sönke Feddersen, die den Brinkebüller Gasthof betreiben und von ihrer Tochter Marit, die anders ist. 
In der Gegenwart kümmert sich Ingwer, Marits Sohn, um seine gebrechlichen Großeltern. Im Gasthof passiert nicht mehr viel, außer dass Heiko Kettelsen mit den Brinkebüller Buffalos Linedance trainiert. Man lernt hier viele skurrile Gestalten kennen, die wirklich eigen aber auch durch und durch typisch sind. 
Über Gönke Boysen erfährt man z.B.:
„Es lief auch optisch nicht sehr gut für sie. Mit 14 waren ihre Brillengläser dick wie Glasbausteine und auf Wangen, Stirn und Nase loderte die Akne, wie ein flammendes Inferno. Greta Boysens hausgemachter Rundschnitt machte den Gesamteindruck nicht besser.“ 

Höchst originell wird hier von ein paar Menschen erzählt, die sich mit dem Fortschritt auseinandersetzen müssen, mit dem Zahn der Zeit in allen Erscheinungsformen. 
„Die Zeit der Bauern ging zu Ende… Zeitalter fingen an und endeten.“ Das ist dann die Moral von der Geschicht, die leider recht plakativ an den Mann gebracht wird. Gegen Ende bekommen wir ein belehrendes Resümee, das die Feinsinnigkeit des Buches kaltstellt. Fast meint man, die Autorin hätte ihrer Geschichte nicht getraut.
Das ist schade, aber nicht entscheidend. Ein großartiges Buch ist es trotzdem. 

Nicht so sehr gefallen hat mir die Sprecherin. Auch wenn die herbe Stimme gut passt und Hannelore Hoger sogar mit dem plattdeutschen Dialekt zurechtkommt, liest sie doch recht stockend, macht viele Pausen an ungünstigen Stellen. Jemand mit mehr Elan hätte es besser geschafft, den Witz und die Spitzfindigkeit dieses Textes zu transportieren. Ich denke, ich werde mir noch das Buch kaufen. So etwas muss im Regal stehen, das liest man auch noch einmal. 

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Was bleibt von uns, wenn alles, was wir kannten, untergeht? Der große Roman über Verlust und Neuanfang Die Wolken hängen schwer über der Geest, als Ingwer Feddersen, 49, in sein Heimatdorf zurückkehrt. Er hat hier noch etwas gutzumachen. Großmutter Ella ist dabei, ihren Verstand zu verlieren, Großvater Sönke hält in seinem alten Dorfkrug stur die Stellung. Er hat die besten Zeiten hinter sich, genau wie das ganze Dorf. Wann hat dieser Niedergang begonnen? In den 1970ern, als nach der Flurbereinigung erst die Hecken und dann die Vögel verschwanden? Als die großen Höfe wuchsen und die kleinen starben? Als Ingwer zum Studium nach Kiel ging und den Alten mit dem Gasthof sitzen ließ? Mit großer Wärme erzählt Dörte Hansen vom Verschwinden einer bäuerlichen Welt, von Verlust, Abschied und von einem Neubeginn. "Man kann sich als Vorleserin eigentlich niemanden anderen als Hannelore Hoger vorstellen." hr2 Hörbuchzeit über "Altes Land" (9 CDs, Laufzeit: ca. 11h 31)

Hansen, Dörte Dörte Hansen, geboren 1964 in Husum, arbeitete nach ihrem Studium der Linguistik als NDR-Redakteurin und Autorin für Hörfunk und Print. Ihr Debüt Altes Land wurde 2015 zum "Lieblingsbuch des unabhängigen Buchhandels" gekürt und avancierte zum Jahresbestseller 2015 in der Hardcover-Belletristik des SPIEGEL. Dörte Hansen lebt mit ihrer Familie in Nordfriesland. Hoger, Hannelore Hannelore Hoger, geboren in Hamburg, ist Schauspielerin und Regisseurin. Sie zählt zu den profiliertesten deutschen Charakterdarstellerinnen. Dem großen Publikum ist sie vor allem durch die Rolle der ZDF-Kommissarin Bella Block bekannt, für die sie mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet wurde.