Bella Germania (Taschenbuch)

Roman

Taschenbuch
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"Eine packende Geschichte - und wunderschön erzählt." Jan Weiler Daniel Specks Roman "Bella Germania" ist eine große deutsch-italienische Familiengeschichte in drei Generationen - voller Zeitkolorit,... (weiter)

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Details
AutorIn Daniel Speck
Edition 13. Aufl.
Seiten 624
EAN 9783596295968
Sprache deutsch
erschienen bei FISCHER Taschenbuch
Erscheinungsdatum 26.07.2016
Stichwörter Autoingenieur
Italien
Fünfziger Jahre
Deutschland
Äolische Inseln
Rezensionen
Autorenportrait
Gesamtmeinung:
Ø4.5 | 7 Meinungen

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Familiendrama und Zeitgeschichte
»Was liest Du?«-Rezension von Birte, am 30.09.2018

Mit "Bella Germania" lässt Daniel Speck die Geschichte der Gastarbeiter in Deutschland lebendig werden, verknüpft mit einem deutsch-italienischen Familiendrama. Und wie man es von anderen historischen Büchern dieser Art kennt, erleben die Protagonisten wesentliche Ereignisse der beschriebenen Zeit hautnah mit.

Im Zentrum steht die Modedesignerin Julia Becker, die gerade den Newcomer-Hauptpreis bei einer Modenschau in Mailand gewonnen hat. Aufgewachsen mit ihrer Mutter und im Glauben, dass ihr Vater tot ist, lernt sie überraschend, dass sie doch noch Familie hat - die auch noch zum Teil, genau wie sie, in München lebt. Das setzt Ereignisse in Gang, nach denen nichts mehr so ist, wie es einmal war...

Ausgehend von Julias Geschichte (2014) entwickelt Daniel Speck das deutsch-italienische Familiendrama, das 1954 in Mailand seinen Anfang nahm. Vinzent Schlewitz, ein junger deutscher Ingenieur, der seine Familie im zweiten Weltkrieg verloren hat, lernt die Sekretärin Guiletta Marconi in den Iso-Werken in Mailand kennen, die er auf Auftrag von BMW besucht, um einen Lizenzvertrag für die Isetta auszuhandeln. Nur ist Guiletta in ihrer sizilianischen Familientradition gefangen und hat nicht den Mut, mit Vinzenz nach Deutschland zu gehen. Das macht dann ihr Zwillingsbruder Giovanni, aus dessen Sicht die Aufnahme der ersten Gastarbeiter beschrieben wird ("Gleis 11 am Münchner Hauptbahnhof war das Ellis Island von Deutschland"). Aber Vinzent kann Guiletta nicht vergessen, und Guiletta Vinzent auch nicht. Und Vinzent stellt sich Julia als ihr Großvater vor.

Die verschiedenen Etappen der Geschichte werden jeweils aus der Sicht verschiedener Protagonisten erzählt - so ist Julias Mutter am Rande auch am deutschen Herbst beteiligt, und Vinzent verkörpert das Wirtschaftswunder. Und dann gibt es ja noch die sizilianische Familie, deren Leben mit viel Lokalkolorit erzählt wird.

Ich empfand den Anfang des Buches als eher langatmig, wurde dann aber relativ schnell in den Bann dieses Familiendramas vor der Geschichte der Gastarbeiter in Deutschland gezogen. Insbesondere Vincenzo, Julias Vater, erhielt im Laufe der Geschichte immer mehr Tiefe.

Damit: klare Empfehlung für alle, die sich für die deutsche Nachkriegsgeschichte interessieren und sich durch ein Familiendram davon nicht abschrecken lassen.

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Die Tragik einer italienisch-deutschen Liebe
»Was liest Du?«-Rezension von nikolausi, am 03.01.2018

In einer Zeit der zunehmenden Migration nach Deutschland hat der bislang als Drehbuchautor bekannte Daniel Speck („Maria, ihm schmeckt’s nicht“) einen äußerlich (618 Seiten) und inhaltlich beeindruckenden ersten Roman verfasst. Selbst tunesische, griechische und schlesische Wurzeln aufweisend, war der Autor geradezu prädestiniert für diese italienisch-deutsche Familiensaga, in der es neben Liebe auch um die Geschichte der Italiener in München geht, die sich die „nördlichste Stadt Italiens“ nennt.

Bei Julia, einer Münchner Modedesignerin, 36 Jahre alt, vaterlos aufgewachsen, sehnlichst auf ihren Durchbruch hoffend, wird ein alter Mann als ihr vermeintlicher Großvater vorstellig - Anlass für sie, ihre Familiengeschichte aufzudecken: Ihr Großvater Vincent reist 1954 als Ingenieur für BMW nach Mailand, um einen Lizenzvertrag mit Isetta zu schließen. Er verliebt sich in die von einer kleinen Insel vor Sizilien stammende Giulietta und schwängert sie. Statt ihm nach München zu folgen, heiratet sie einen Mann aus ihrem Dorf, der ihrer Familie einst eine große Hilfe gewesen ist. Das Kind – später Julias Vater - schiebt sie ihm als sein eigenes unter. Ihr Bruder begibt sich aufgrund des deutschen Anwerbeabkommens als einer der ersten Gastarbeiter nach München. Dreizehn Jahre später flüchtet sich auch Giulietta mit ihrem Sohn dorthin und trifft wieder auf Vincent. Das und die spätere Ankunft ihres Ehemannes setzen eine verhängnisvolle Kette von Ereignissen in Gang …

Der Roman ist einfach großartig. Es werden so viele interessante Themen eingeflochten – die Geschichte der italienischen Gastarbeiter, die den armen Verhältnissen ihrer Heimat entfliehen und es in Deutschland unbedingt schaffen wollen, die Geschichte der italienischen Automobilindustrie mit ihrer berühmten Isetta und der Iso Rivolta GT; das deutsche Wirtschaftswunder; der RAF-Terrorismus. Alles zeugt von einer gründlichen Recherche. Der Wechsel zwischen Dialogen und bildhaften, wenn nicht sogar filmreifen Szenen machen das Lesen spannend. In anhaltender Erinnerung bleiben solche Szenen wie das berühmte Autorennen Targa Florio in Sizilien, die Verfolgungsjagd von Julias Vater im Iso Rivolta GT mit der Polizei, die Ankunft der Gastarbeiter 1955 auf Gleis 11 des Münchner Hauptbahnhofs. Und natürlich berührt die tragische Liebesgeschichte zwischen Giulietta und Vincent.

Dieses Buch muss man einfach lesen.

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"Eine packende Geschichte - und wunderschön erzählt." Jan Weiler Daniel Specks Roman "Bella Germania" ist eine große deutsch-italienische Familiengeschichte in drei Generationen - voller Zeitkolorit, dramatischer Wendungen und großer Gefühle. "Er reichte mir ein altes Foto. Ein junges Paar vor dem Mailänder Dom. Die Frau hatte schwarze Haare und sah aus wie ich. Es war, als blickte ich direkt in einen Spiegel. 'Das ist Giulietta', sagte er, 'deine Großmutter.'" München, 2014: Die Modedesignerin Julia ist kurz vor dem ganz großen Durchbruch. Als plötzlich ein Mann namens Vincent vor ihr steht, der behauptet, er sei ihr Großvater, gerät ihre Welt aus den Fugen. Mailand, 1954: Der junge Vincent fährt von München über den Brenner nach Mailand, um dort für seine Firma zu arbeiten. Er verfällt dem Charme Italiens, und er begegnet Giulietta. Es ist Liebe auf den ersten Blick. Doch sie ist einem anderen versprochen. Eine tragische Liebe nimmt ihren Lauf, die auch Jahrzehnte später noch das Leben von Julia völlig verändern wird. "Daniel Speck nimmt uns mit auf eine lange Reise durch Italien und Deutschland. Und nach wenigen Seiten will man nicht mehr aussteigen." Jan Weiler

Daniel Speck, 1969 in München geboren, baut mit seinen Geschichten Brücken zwischen den Kulturen. Auf seinen Reisen trifft er Menschen, deren Schicksale ihn zu seinen Romanen inspirieren. Der Autor studierte Filmgeschichte in München und in Rom, wo er mehrere Jahre lebte. Er verfasste die Drehbücher zu 'Maria, ihm schmeckt's nicht' sowie zu 'Zimtstern und Halbmond'. Für 'Meine verrückte türkische Hochzeit' erhielt er den Grimme-Preis und den Bayerischen Fernsehpreis. Sein Roman 'Bella Germania' stand 85 Wochen auf der SPIEGEL-Bestsellerliste und war das erfolgreichste deutsche Debüt 2016. Sein neuer Roman 'Piccola Sicilia' ist ebenfalls im FISCHER Verlag erschienen.