Tage der Toten

Tage der Toten (Taschenbuch)

Roman. Ausgezeichnet mit dem Deutschen Krimi-Preis, Kategorie International 2011 (1. Platz)

Don Winslow

Übersetzung: Chris Hirte

Taschenbuch
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Mit großem Tatendrang hat sich der US-Drogenfahnder Art Keller daran gemacht, in die Strukturen der mexikanischen Drogenmafia einzudringen - mit Erfolg. So viel Erfolg, dass die Drogendepots reihenweise auffliegen und die... (weiter)

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Details
AutorIn Don Winslow
Übersetzung Chris Hirte
Edition 11. Aufl.
Seiten 689
EAN 9783518463406
Sprache deutsch
erschienen bei Suhrkamp Verlag AG
Erscheinungsdatum 05.2012
Ursprungstitel The Power of the Dog
Stichwörter Bestseller
Drogenkartell
Geschichte 1975-2004
Spiegel-Bestseller
Mafia
Rezensionen
Autorenportrait
Gesamtmeinung:
Ø4.5 | 23 Meinungen

davon Rezensionen:
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davon Bewertungen:
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Bildgewaltiges Epos. Unglaublich hart, unglaublich gut.
»Was liest Du?«-Rezension von Manu66, am 18.02.2017

„Das ist mein Lieblingsbuch.“ – mit diesen Worten gab mir ein Kollege kürzlich dieses Buch. Neugierig begann ich darin zu lesen – und mochte es schon nach der ersten Seite nicht mehr aus der Hand legen.

Don Winslow hat in sein – zu Recht – preisgekröntes Werk glatte sechs Jahre Recherchearbeit gesteckt. Das spürt man auf jeder einzelnen Seite. Die Handlung platziert er mitten hinein in die Geschichte des mexikanischen Drogenkriegs, lässt seinen Protagonisten, den US-Drogenfahnder Art Keller, gegen mächtige Kartelle antreten. Allerdings merkt Keller schon nach kurzer Zeit, dass seine Gegner auch noch in ganz anderen Kreisen sitzen…

 

Zeitraum der Handlung sind die Jahre 1977 bis 2004, der Leser darf folglich einiges erwarten. Geschickt verknüpft der Autor reale Personen und Vorkommnisse mit fiktiven, integriert blutige Geheimdienstaktivitäten lateinamerikanischer Länder, wie die durch die Vereinigten Staaten unterstützte „Operation Condor“. Das Ergebnis wirkt in der Summe absolut realistisch, sorgt für atemlose Spannung und so manches schockierende Moment. Denn es wird hart, sehr hart. Einzelne Passagen werden mir vermutlich dauerhaft im Gedächtnis bleiben. Unter anderem auch deshalb, weil sie nicht nur real wirken, sondern so oder ähnlich geschehen sind und immer noch passieren. Laut Wikipedia hat der Drogenkrieg in Mexiko in den letzten zehn Jahren über 185.000 Opfer gefordert!

 

Hochinteressante Charaktere schickt der Autor an die Front. Wobei man „richtig“ gute hier vergebens sucht. Selbst Art Keller, eigentlich der Streiter für die gute Seite, kämpft mit manchmal bedenklichen Mitteln. Das Eingangszitat gibt einen Hinweis darauf. Allerdings kann man sich die Frage stellen, ob sich ein solcher Kampf mit ausschließlich legalen und fairen Mitteln überhaupt gewinnen lässt. Die berühmte Frage: „Was würde ich tun?“ drängt sich manches Mal beim Lesen auf.

Und die böse Seite? Ist stark vertreten und präsentiert ebenfalls einige eindrucksvolle und vielschichtige, manchmal regelrecht charismatische Charaktere, die sich häufig oder meist abgrundtief böse zeigen, aber an anderer Stelle auch sympathische (oder zumindest menschliche) Eigenschaften zeigen.

Dann gibt es noch die, die man gar nicht richtig einer Seite zuordnen kann und solche, die eine Entwicklung durchlaufen und sich ändern. Nicht zu vergessen auch die, die sich als „gut“ tarnen, es aber ganz und gar nicht sind. Eins kann ich verraten: In der Rangliste der bösesten Charaktere standen für mich beim Lesen nicht immer nur Drogenbosse und Auftragskiller ganz oben.

 

Ganz sicher kann man sagen, dass dieses Buch niemanden kalt lassen sollte. Sehr empfindsame Leser dürften allerdings an manchen Stellen schwer zu knacken haben. Wer sich aber vor der härteren Gangart nicht scheut und gerne einen packenden und realistischen Thriller liest, für den vergebe ich hier eine volle Leseempfehlung.

Die Handlung wirkt abgeschlossen, trotzdem gibt es einen Folgeroman. In „Das Kartell“ kann der Leser verfolgen, wie es mit Art Keller nach 2004 weitergeht. Dieses Buch wird sicher in Kürze bei mir einziehen.

 

Fazit: Bildgewaltiges Epos um die Geschichte der mexikanischen Drogenkriege. Unglaublich hart, unglaublich gut!

 

»Und genau in diesem Moment begreift er das Böse. Er begreift, dass es eine Eigendynamik besitzt, dass es, einmal in Gang gesetzt, nicht mehr zu stoppen ist.«

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Harter Stoff
»Was liest Du?«-Rezension von westeraccum, am 12.07.2016

Das Buch ist der Vorgänger des Bestsellers "Das Kartell".

Art Keller steigt in die Bekämpfung des Drogengeschäfts in Mexiko ein und das Buch erzählt seine Geschichte über fast 20 Jahre. Was zuerst ausieht wie ein fast sauberer "Krieg gegen die Drogen", entpuppt sich im Laufe der Jahre als sehr schmutziges Geschäft und eine Mischung aus Geld, Poltik, Machtstreben und menschliche Eitelkeiten. Dabei spielen viele Vorgänge um die präsidenten Bush udn reagan eine rolle, dei man noch entfernt in Erinnerung hat. Mittelamerika als Kriegsschauplatz in einem Krieg, den die USA nicht gewinnen können, da zu viele widerstreitende Interessen alle Bemühngen zunichte machen.

Das Buch ist sehr brutal und ebenso wie "Das Kartell" nichts für empfindliche Gemüter. Blut fließt in Strömen, es wird gefoltert, gemordet und entführt. Trotzdem hat mich das Buch fasziniert, denn Don Winslow zieht den Leser gleich tief in die Geschichte und lässt einen bis zum Ende nicht mehr los. Nicht umsonst hat das Buch in seiner schonungslosen Brutalität viele Preise abgeräumt.

Also ein wirklich gutes Buch für alle fans des politischen Thrillers!

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Mit großem Tatendrang hat sich der US-Drogenfahnder Art Keller daran gemacht, in die Strukturen der mexikanischen Drogenmafia einzudringen - mit Erfolg. So viel Erfolg, dass die Drogendepots reihenweise auffliegen und die Narcotraficantes die Jagd auf ihn eröffnen. Nachdem sein Mitarbeiter von den Gangstern zu Tode gefoltert wurde, schwört Art Keller Rache und startet einen gnadenlosen, blutigen Feldzug gegen die Drogenbarone. Zu spät bemerkt er, dass er sich damit neue Feinde macht - und die sitzen in Washington. Was als "Iran-Contra-Affäre" in die Geschichte einging, erlebt Keller als gigantisches Drogen-, Geldwäsche- und Waffengeschäft. Vor die Wahl gestellt, seiner Regierung zu dienen oder seinem Gewissen zu folgen, trifft er eine einsame Entscheidung - und stößt dabei auf unverhoffte Verbündete. "Das Buch des Jahrzents." Lee Child "Ein Epos wie Der Pate." Andrew Vachss "Vom ersten, herzzerreißenden Satz an war ich süchtig nach diesem Buch." Ken Bruen "Winslow ist einfach der Hammer." James Ellroy

Winslow, Don Don Winslow wurde 1953 in der Nacht zu Halloween in New York geboren. Seine Kindheit und Jugend verbrachte er in South Kingstown, Rhode Island, einer Kleinstadt am Atlantik. Sein Vater, der ihm Geschichten von seiner Zeit bei der Marine erzählte, beflügelte seine Fantasie und erweckte in ihm den Wunsch, eines Tages Schriftsteller zu werden. Schon früh kam Winslow mit den Themen und Figuren in Berührung, die später eine so prominente Rolle in seinen Büchern spielen sollten. Einige Mafiagrößen des Patriarca-Syndikats lebten in seiner Nachbarschaft, und seine eigene Großmutter arbeitete Ende der 60er für den berüchtigten Mafiaboss Carlos Marcello, den mutmaßlichen Drahtzieher des Kennedy-Attentats, der den späteren Autor mehrere Male zu sich einlud. Nach seinem Schulabschluss kehrte Don Winslow in seine Geburtsstadt New York zurück. Bevor er mit dem Schreiben begann, verdiente er sein Geld unter anderem als Kinobetreiber, als Fremdenführer auf afrikanischen Safaris und chinesischen Teerouten, als Unternehmensberater und immer wieder als Privatdetektiv. Auch als Schriftsteller ist Don Winslow unermüdlich. Jeden Morgen um fünf setzt er sich an den Schreibtisch. Mittags läuft er sieben Meilen, in Gedanken immer noch bei seinen Figuren, um dann am Nachmittag weiterzuarbeiten. Dabei schreibt er mindestens an zwei Büchern gleichzeitig. Schreibblockaden kennt er nicht, im Gegenteil: Winslow sagt von sich, dass er bislang nur fünf Tage durchgehalten habe, ohne zu schreiben. Es ist eine Sucht, die bis heute ein Werk hervorgebracht hat, dessen Qualität, Vielseitigkeit und Spannung Don Winslow zu einem der ganz Großen des zeitgenössischen Krimis machen. Don Winslow wurde vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Deutschen Krimi Preis (International) 2011 für Tage der Toten. Für die New York Times zählt Don Winslow zu einem der ganz Großen amerikanischen Krimi-Autoren. Hirte, Chris Chris Hirte, geboren 1948, studierte Germanistik und Anglistik in Berlin. Heute ist er als Publizist und literarischer Übersetzer tätig.