Vor dem Fest (eBook)

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Es ist die Nacht vor dem Fest im uckermärkischen Fürstenfelde. Das Dorf schläft. Bis auf den Fährmann - der ist tot. Und Frau Kranz, die nachtblinde Malerin, die ihr Dorf zum ersten Mal bei Nacht festhalten will. Ein... (weiter)

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Details
AutorIn Sasa Stanisic
Seiten 320
EAN 9783641133269
Sprache deutsch
erschienen bei Random House ebook
Erstverkaufsdatum 10.03.2014
Stichwörter Alfred-Döblin-Preis
Hohenemser Literaturpreis
Preis der Leipziger Buchmesse
Uckermark
Longlist Deutscher Buchpreis 2014
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Kopierschutz social-drm
Dateigröße 2.84 MB
Veröffentlichungsjahr 2014
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Heimatgeschichte
»Was liest Du?«-Rezension von Ulrike, am 20.10.2014

Wer  gerne Romane jenseits von 0815-Büchern liest, dem sei der vorliegende aufs Wärmste empfohlen.

 

Eine Handlung im eigentlichen Sinne gibt es nicht. Rahmenhandlung sind die Vorbereitungen auf das schon seit dem Mittelalter in dem fiktiven uckermärkischen Dorf Fürstenfelde gefeierte Annenfest am nächsten Tage. Eingeführt werden in einer Aufeinanderfolge vieler einzelner Szenen die skurrilen Dorfbewohner, als da etwa sind der Ex-NVA-Oberstleutnant, der sich das Leben nehmen will, der Landwirt mit seinem Traum von einem Urlaub in Alaska, die trübsinnige Dorfarchivarin und ihr Sohn, der Glöcknerlehrling, die betagte Malerin, für die Zeit ihres Lebens nur ihr Dorf ein Motiv abgegeben hat, und ,und ,und.  Deren Leben wird so lebendig dargebracht, dass man sich als Leser eingebunden fühlt ins Dorfleben und sich quasi als ein  Teil von ihm versteht. Vom bevorstehenden Fest wird immer wieder auf die Jahrhunderte zurückliegende Dorfgeschichte zurückgeblendet, von der uns Sagen und Märchen erzählt werden, sprachlich sehr schön abgehoben in altertümlicher Sprache. Im Übrigen ist die Sprache sehr bildhaft. Geschrieben ist die Geschichte in der „Wir“-Perspektive, womit die Gesamtheit der Dorfbewohner gemeint sein dürfte. Ein Vorteil sind kurze Kapitel, so dass sich bei der nicht allzu leichten Lektüre gut einmal innehalten lässt.

 

Ein Buch, das zu Recht mit dem Leipziger Buchpreis ausgezeichnet wurde.

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Würdiger Preisträger
»Was liest Du?«-Rezension von Oinki, am 21.07.2014

Vor dem Fest beschreibt die Nacht vor dem großen Fest. Das Annafest ist das einzige herausragende Ereignis in dem Dorf in der Uckermark wo die Probleme der Wiedervereinigung erbarmungslos zugeschlagenhaben.

Da gibt es ein asthmakrankes laufendes Mädchen, eine verrückte Archivarin, eine 90 jährige Malerin, einen selbstmordbereiten Mann der einen Zigarettenautomaten erschießt, einen stummen Angler, eine adelige Yogafrau, eine Töpferin, einen alten Glöckner, einen jungen Glöckner, „die Garage“…

Die wunderlichen Ereignisse in dieser Nacht werden in einer Mischung mit alten Geschichten aus dem Mittealter erzählt.

Dann gibt es da noch die Füchsin, die ihren Jungen unbedingt Hühnereier bringen will. Über den Bau eines fuchssicheren Hühnerstalls wird man auch informiert.

Das Bemerkenswerte ist aber nicht der feine Humor oder die Geister, die ihre Rolle spielen, sondern die Perspektiven aus denen erzählt wird.

Da gibt es ein „Wir“ (die Dörfler), ein „Uns“ (in das ich mich irgendwie auch einbezogen fühlte), manchmal ein „Du“ ( das bin dann wohl ich?), ein vorher (vor der Wende) und ein ganz früher (16.-17. Jahrhundert). Und nicht zuletzt die Fähe, die Zeugin einiger wunderlicher Ereignisse wird, die sie aber völlig kalt lassen.

Nicht unbedingt mein Favorit, aber lesenswert aufgrund der Besonderheiten. Ein „Ossi-Buch“ , das gekonnt viele Generationen miteinander verknüpft. Ein herausragendes Buch, das zurecht einen Preis gewonnen hat. 

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Es ist die Nacht vor dem Fest im uckermärkischen Fürstenfelde. Das Dorf schläft. Bis auf den Fährmann - der ist tot. Und Frau Kranz, die nachtblinde Malerin, die ihr Dorf zum ersten Mal bei Nacht festhalten will. Ein Glöckner und sein Lehrling wollen die Glocken läuten, das Problem ist bloß: die Glocken sind weg. Eine Füchsin sucht nach Eiern für ihre Jungen, und Herr Schramm, ein ehemaliger Oberst der NVA, kann sich nicht entscheiden, ob er Zigaretten holen soll oder sich in den Kopf schießen. Alle haben sie eine Mission. Alle wollen sie etwas zu Ende bringen, bevor die Nacht vorüber ist. Keiner von ihnen will den Einbruch ins Haus der Heimat beobachtet haben. Das Dorfarchiv steht aber offen. Doch nicht das, was gestohlen wurde, sondern das, was entkommen ist, quält die Schlaflosen. Die Nacht gebiert Ungeheuer: Alte Geschichten und Erinnerungen, Mythen und Märchen, sind ausgebrochen und ziehen mit den Menschen um die Häuser. Sie fügen sich zum Roman einer langen Nacht, zu einem Mosaik des Dorflebens, in dem Alteingesessene und Zugezogene, Verstorbene und Lebende, Handwerker, Rentner und arbeitslose Halbgötter in Fußballtrikots aufeinander treffen. Und in dem es Herrn Schramm einfach nicht gelingen will, an Zigaretten zu kommen. Wie wird es aussehen das Dorf, wenn das Fest beginnt?

SaSa StaniSic wurde 1978 in ViSegrad (Jugoslawien) geboren und lebt seit 1992 in Deutschland. Seine Erzählungen und Romane wurden in über 30 Sprachen übersetzt und vielfach ausgezeichnet. SaSa StaniSic erhielt u.a. den Preis der Leipziger Buchmesse für »Vor dem Fest« und zuletzt für »Herkunft« den Deutschen Buchpreis 2019 sowie den Eichendorff-Literaturpreis und den Hans-Fallada-Preis der Stadt Neumünster. Er lebt und arbeitet in Hamburg.

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