Altes Land (Buch)

Roman. Ausgezeichnet mit dem Usedomer Literaturpreis 2016 und als 'Lieblingsbuch des unabhängigen Buchhandels' 2015

Buch
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Zwei Frauen, ein altes Haus und eine Art von Familie Das "Polackenkind" ist die fünfjährige Vera auf dem Hof im Alten Land, wohin sie 1945 aus Ostpreußen mit ihrer Mutter geflohen ist. Ihr Leben lang fühlt... (weiter)

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Details
AutorIn Dörte Hansen
Seiten 288
EAN 9783813506471
Sprache deutsch
erschienen bei Knaus Albrecht
Erscheinungsdatum 16.02.2015
Stichwörter Altes Land
Geschichte
Romane/Erzählungen
Familienroman
Lieblingsbuch des unabhängigen Buchhandels
Rezensionen
Autorenportrait
Gesamtmeinung:
Ø4.4 | 91 Meinungen

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"Altes Land" - Schnörkellos schön
»Was liest Du?«-Rezension von superlesehelden, am 06.12.2018

Dörte Hansens Debüt „Altes Land“ kam bereits im Februar 2015 auf den Büchermarkt, wurde von der deutschen Leserschaft sofort freudig angenommen und stand lange auf der Spiegel-Bestsellerliste. Nun habe ich es endlich auch gelesen – und das mit großer Begeisterung.

Neu im Alten Land

Dörte Hansen erzählt in ihrem Roman von den Menschen des Alten Landes, einer Region in der Nähe von Hamburg. Im Vordergrund stehen die beiden Frauen Anne und Vera. Vera, die es im Kindesalter als Kriegsflüchtling ins Alte Land verschlagen hat, die seitdem dort in einem alten Bauernhaus lebt und der es nie gelungen ist, sich in ihrer neuen Heimat zuhause zu fühlen. Anne, die aus der großen Stadt – Hamburg – gemeinsam mit ihrem kleinen Sohn aufs Land flüchtet, um bei ihrer Tante Vera Zuflucht zu suchen, weil ihr Mann sich in eine Andere verliebt hat. Die zwei Frauen sind zwar vom Charakter und Alter her sehr unterschiedlich, teilen jedoch das gleiche Schicksal – das der Einsamkeit, der Orientierungslosigkeit und das einer unverstandenen, ungeliebten Tochter. Beide sind Suchende, Ruhelose, scheinen ihren Platz in der Welt noch nicht gefunden zu haben. Die Tatsache, dass Vera und Anne nun unter einem Dach leben, birgt Konfliktpotential, ebenso wie so manche Möglichkeit. Auf jeden Fall bietet sich ihnen die Chance auf ein Stückchen Veränderung, eine Chance, die sie zögernd und vorsichtig ergreifen.

Von Landmenschen und einer reizvollen Region

Auch wenn Vera und Anne die Protagonistinnen dieser Geschichte sind, so bringt die Autorin ihrer Leserschaft doch noch etliche andere Personen des Alten Landes näher. Es sind liebenswerte, kernige, exzentrische und verstockte Charaktere, durch die das Alte Land – sowohl das Buch als auch die Region – lebendig wird. Das ist der emsige Apfelbauer, der trotz aller Proteste seine Bäume mit Pestiziden bespritzt und ständig für den Erhalt seines Hofes kämpfen muss. Das ist der alte, verwitwete Hofbesitzer, der einsam und allein in seinem Reetdachhaus wohnt, weil seine drei Söhne ihn im Stich gelassen haben. Das ist der arrogante Journalist, der erst vor kurzem aufs Land gezogen ist – zurück zur Natur -, um die Idylle dort zu genießen und der sich für etwas Besseres hält. Und da ist seine Frau, die nach anfänglichem Enthusiasmus die Nase gestrichen voll hat von der Landluft und dem Landleben. Durch die geschickte Darstellung dieser – und weiterer – Personen bekommt man einen umfassenden und anschaulichen Eindruck von der Kultur und Geschichte des Alten Landes. Man lernt die Menschen dort ein Stück weit kennen, mit all ihren Liebenswürdigkeiten und Marotten. Auch die landschaftlichen Reize dieser Gegend kommen dabei nicht zu kurz. So möchte man am liebsten seinen Koffer packen und ins Alte Land reisen. Sei es auch nur für eine ganz kurze Weile.

Schnörkellos schön

„Altes Land“ ist ein Buch, das ich unheimlich gerne gelesen habe. Es ist ein ruhiges Buch, das einen dennoch mitreißt, das man nicht mehr aus der Hand legen möchte. Die Geschichte ist sehr leise erzählt, vieles spielt sich zwischen den Zeilen ab und bleibt nur angedeutet, so stumm und zurückhaltend, wie man sich die Bewohner des Alten Landes vorstellt. Ich schätze solche Bücher sehr, die unaufdringlich und schnörkellos sind, die dem Leser Raum zum Denken und zur Interpretation lassen. Aber auch ein wenig Ironie, Spott und Humor lässt die Autorin in ihr Debüt einfließen, besonders wenn es um die Eigenheiten der Landmenschen und das Gehabe der Städter geht. Insgesamt bietet „Altes Land“ also eine wunderbare, anregende und kurzweilige Leseunterhaltung.

Wer sich auf eine (literarische) Reise ins Alte Land begeben möchte, sollte dieses Buch unbedingt lesen!

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Schöner Roman
»Was liest Du?«-Rezension von Alex13, am 10.12.2017

Die fünfjährige Vera flieht mit ihrer Mutter 1945 aus Ostpreußen und lebt ab diesem Zeitpunkt auf dem Hof im Alten Land. Sie fühlt sich ihr ganzes Leben lang fremd in dem großen, kalten Bauernhaus, das ändert sich erst, als sechzig Jahre später plötzlich ihre Nichte mit ihrem kleinen Sohn vor der Tür steht.
Der Klappentext hat mich bei diesem Buch direkt angesprochen und ich wollte unbedingt die ganze Geschichte lesen. Der Schreibstil ist flüssig, locker und die handelnden Personen sind so detailliert beschrieben, dass ich sie mir sehr gut vorstellen konnte. Auch die Handlungsorte hatte ich, dank der Beschreibungen, beim Lesen klar vor Augen.


Ein berührender Roman und ein schönes Leseerlebnis.
 

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Zwei Frauen, ein altes Haus und eine Art von Familie Das "Polackenkind" ist die fünfjährige Vera auf dem Hof im Alten Land, wohin sie 1945 aus Ostpreußen mit ihrer Mutter geflohen ist. Ihr Leben lang fühlt sie sich fremd in dem großen, kalten Bauernhaus und kann trotzdem nicht davon lassen. Bis sechzig Jahre später plötzlich ihre Nichte Anne vor der Tür steht. Sie ist mit ihrem kleinen Sohn aus Hamburg-Ottensen geflüchtet, wo ehrgeizige Vollwert-Eltern ihre Kinder wie Preispokale durch die Straßen tragen - und wo Annes Mann eine Andere liebt. Vera und Anne sind einander fremd und haben doch viel mehr gemeinsam, als sie ahnen. Mit scharfem Blick und trockenem Witz erzählt Dörte Hansen von zwei Einzelgängerinnen, die überraschend finden, was sie nie gesucht haben: eine Familie.

Hansen, Dörte Dörte Hansen, geboren 1964 in Husum, lernte in der Grundschule, dass es außer Plattdeutsch noch andere Sprachen auf der Welt gibt. Die Begeisterung darüber führte zum Studium etlicher Sprachen wie Gälisch, Finnisch oder Baskisch und hielt noch an bis zur Promotion in Linguistik. Danach wechselte sie zum Journalismus, war einige Jahre Redakteurin beim NDR und arbeitet heute als Autorin für Hörfunk und Print. Sie lebt in der Nähe von Husum. "Altes Land" ist ihr erster Roman.