Altes Land (Taschenbuch)

Roman. Ausgezeichnet mit dem Usedomer Literaturpreis 2016 und als 'Lieblingsbuch des unabhängigen Buchhandels' 2015

Taschenbuch
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Das "Polackenkind" ist die fünfjährige Vera auf dem Hof im Alten Land, wohin sie 1945 aus Ostpreußen mit ihrer Mutter geflohen ist. Ihr Leben lang fühlt sie sich fremd in dem großen, kalten Bauernhaus... (weiter)

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Details
AutorIn Dörte Hansen
Edition 8. Aufl.
Seiten 303
EAN 9783328100126
Sprache deutsch
erschienen bei Penguin TB Verlag
Erscheinungsdatum 13.03.2017
Stichwörter Spiegel Bestseller
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Rezensionen
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Nette Geschichte aus dem alten Land
»Was liest Du?«-Rezension von KerstinT, am 09.09.2018

Vera Eckhoff kam Ende des Zweiten Weltkriegs aus Ostpreußen als Flüchtling ins Alte Land. Mit ihrer Mutter fand sie eine Unterkunft und blieb. Noch heute mit über 70 wohnt sie in dem alten Reetdachhaus. Doch heimisch ist sie nie geworden. Eines Tages taucht dann ihre Nichte Anne mit ihrem kleinen Sohn bei ihr auf und sucht eine Herberge – wieder Flüchtlinge. Diesmal nicht vor dem Krieg, sondern vor Hamburg-Ottensen.

 

Die Geschichte wird abwechseln aus verschiedenen Zeitebenen erzählt. Zum einen geht es um Veras Ankunft im Alten Land. Dann erzählt sie immer weiter bis sie in der Gegenwart angekommen ist. Parallel dazu liest der Leser über Anne. Wie es ihr in Hamburg ergeht und was sie antreibt ins Alte Land zu kommen. Teilweise war der Wechsel, vor allem in der Zeit, etwas unübersichtlich. Da brauchte man dann ein paar Sätze lang um zu merken „wann“ man ist. Die Geschichte zeigt zum einen die Probleme, die ostpreußische Flüchtlinge Ende der 40er Jahre hatten. Und dass sie nie wirklich integriert wurden. Sie bleiben die Polacken. Zum anderen wird auch darauf eingegangen, wie es für das Flüchtlingskind war. Die anderen Kinder hatten eben noch nie Tote in Bäumen hängen gesehen. Und diese lassen die arme Vera auch nicht mehr los. Dem gegenüber steht Annes Flucht. Sie flieht vor den verrücken Müttern in Hamburg-Ottensen, aber im alten Land sind die (meisten) Mütter auch nicht besser.

Leider wurde ich mit der Geschichte nicht richtig warm. Veras Teil fand ich noch am Besten. Aber den Teil über Anne habe ich nicht verstanden. Sie trennt sich und will Abstand, den findet sie im alten Land. Aber was tut sie dort? Irgendwie blieb sie mir sehr fremd. Somit wurde sie mir auch nicht sympathisch. Aber auch Vera ist mir nicht richtig sympathisch geworden.

 

 

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Einfühlsam, berührend und sehr charmant
»Was liest Du?«-Rezension von Amalaswintha, am 18.06.2017

Ich bin lange um dieses Buch herumgeschlichen. Kaufen oder doch nicht kaufen? Zu viele begeisterte Stimmen habe ich dazu gelesen und gehört. Und nicht immer bin ich beim Kauf eines solchen Buches nach dem Lesen genauso begeistert. Aber hier kann ich mich den positiven Stimmen nur anschließen.

Ein wunderbares Buch! Sehr einfühlsam geschrieben beschreibt Dörte Hansen die Nachwirkungen des 2. Weltkrieges auf die Flüchtenden und die nachfolgenden Generationen. Mit sarkastischeren Worten nimmt sie auch die heutige Gesellschaft ein wenig aufs Korn. Mit liebevollen Worten beschreibt sie Land und Leute, dabei immer mit einem Augenzwinkern. Die vielen Plattdeutschen Einstreuungen verleihen der Geschichte sehr viel Authentizität und machen den Charme ihrer Figuren aus.
So einige Redewendungen und sogar Verhaltensweisen kommen mir aus meinem familiären Umfeld nur allzu bekannt vor - ein Grund mehr für mich, dieses Buch einfach nur zu lieben.

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Das "Polackenkind" ist die fünfjährige Vera auf dem Hof im Alten Land, wohin sie 1945 aus Ostpreußen mit ihrer Mutter geflohen ist. Ihr Leben lang fühlt sie sich fremd in dem großen, kalten Bauernhaus und kann trotzdem nicht davon lassen. Bis sechzig Jahre später plötzlich ihre Nichte Anne vor der Tür steht. Sie ist mit ihrem kleinen Sohn aus Hamburg-Ottensen geflüchtet, wo ehrgeizige Vollwert-Eltern ihre Kinder wie Preispokale durch die Straßen tragen - und wo Annes Mann eine andere liebt. Mit scharfem Blick und trockenem Witz erzählt Dörte Hansen von zwei Einzelgängerinnen, die überraschend finden, was sie nie gesucht haben: eine Familie.

Hansen, Dörte Dörte Hansen, geboren 1964 in Husum, lernte in der Grundschule, dass es außer Plattdeutsch noch andere Sprachen auf der Welt gibt. Die Begeisterung darüber führte zum Studium etlicher Sprachen wie Gälisch, Finnisch oder Baskisch und hielt noch an bis zur Promotion in Linguistik. Danach arbeitete sie als Autorin für Hörfunk und Print, bis ihr Debütroman »Altes Land« 2015 erschien. Mit ihrer Familie lebt sie in der Nähe von Husum.